Bruchsteinhaus sanieren

29.08.2012



Hallo,

wir wohnen zur Zeit in einem Bruchsteinhaus Baujahr 1844 (Elternhaus meiner Frau) was wir nun sanieren und modernisieren möchten.
Vor ca. 30 Jahren hat es bereits eine "Modernisierung" gegeben die aber auch Aufgrund fehlender Mittel eher dürftig erfolgt ist.
Im Inneren gibt es daher im engeren Sinne keine wirklich erhaltenswerten Dinge und das Haus steht auch nicht unter Denkmalschutz.

Was wir alles tun müssen:

2x Bäder erneuern inkl. der entsprechenden Zuleitungen
Elektrik komplett erneuen
Alle Fenster, Türen erneuen
Decken, Böden (Belag + die Böden wurden bei der Modernisierung mit Spanplatten belegt die heute extrem "knarren")
Mauerwerksanierung (mehrere meterlange Risse)
Heizung mit entsprechenden Zuleitungen (zur Zeit Nachtspeicher)
Dacheindeckung (undicht , Kunstschiefer mit Asbest,) + Dämmung
Dachstuhl (könnte so noch bleiben uns wurde allerdings empfohlen diesen zu erneuern)
Teilweise wurden vor die Innenwände Rigips-Platten mit Styropordämmung "genagelt" was wohl nicht so ideal sein soll.
Bei einigen Fensternischen wurde zur Dämmung teilweise mit Ytong Steinen vorgemauert
Evtl. Keller trocken legen

Im Zuge der ersten Gespräche mit dem beauftragten Architekten und Fachleuten haben sich mittlerweile mehr Fragen als Antworten aufgetan.
Was im wesentlichen leider daran liegt das sich anscheinend niemand wirklich eindeutig positionieren, bzw. eine Empfehlung abgeben will.

So stellt sich für uns aktuell die große Frage, ob wir mit dem Bestand weitermachen oder ob es nicht besser ist das Haus vollständig zu Entkernen und neue Holzdecken einzuziehen. Hauptvorteile sehen wir darin, dass wir dann auch das Raumkonzept anpassen könnten und das die Decken auch für die Zuleitung und Elektrik genutzt werden können.
Nachteil natürlich die Kosten, allerding sind wir uns nicht ganz im klaren ob sich das im Vergleich zum "nach den Gegebenheiten richten" nicht ausgleicht.

Wäre es so, dass wir viel selbst machen könnten wäre das noch etwas anderes aber beruflich ist uns das leider nicht möglich.
Hinzu kommt das die Lage alles andere als optimal ist, so dass wir nicht wesentlich mehr reinstecken möchten als das was bei einem Verkauf (nicht geplant aber man weiß ja nie) auch wieder zu erlösen wäre.
Bereits entschieden haben wir uns das wir keine Außen- oder Innendämmung machen werden.

Hat jemand Erfahrungen oder kann uns Tips dazu geben was der beste Weg ist, Planen mit dem Bestand oder lieber radikal Entkernen.

Viele Grüße
Dirk



Planung.



Ich bin der Meinung das man sicherlich eine entsprechende Planung angepasst an ihren Bedürfnissen durchführen kann.

Hierzu sollte jedoch ein genauer Sanierungsplan erstellt werden.

Dies wird hier absolut nicht möglich sein da keiner die Gegebenheiten kennt.
Mfg P.Schneider



Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten ...



... aber sollten Sie sich vielleicht nicht lieber die Frage stellen, ob Sie mit den beauftragten Architekten und Fachleuten weitermachen oder sich jemandem anvertrauen möchten, der Sie nicht verunsichert, bevor Sie darüber entscheiden, ob Sie mit dem Bestand weitermachen oder ob es nicht besser ist das Haus vollständig zu entkernen und neue Holzdecken einzuziehen?

Einen fundierten Sanierungsplan halte ich jedenfalls für unverzichtbar.





"Hinzu kommt das die Lage alles andere als optimal ist, so dass wir nicht wesentlich mehr reinstecken möchten als das was bei einem Verkauf (nicht geplant aber man weiß ja nie) auch wieder zu erlösen wäre."
Die Renovationsinvestitionen holt man bei schlecht gelegenen Objekten kaum je heraus, wenn man noch alle Arbeiten vergeben muss. Auch eine Entkernung ist nicht so einfach und vor allem nicht billig, weil die zu entfernenden Strukturen meistens statische Funktionen haben und bei einer Änderung der Geschosshöhen auch alle Fenster- und Türöffnungen nicht mehr passen. Das lohnt sich nur, wenn die Aussenhülle erhaltenswert ist.
Im Zweifelsfall lieber gleich verkaufen und mit der Zeit, die man sonst trotzdem am Bau verbringen müsste, etwas Sinnvolleres anfangen. Die Begleitung eines Umbaus als Bauherr bringt auch bei guten Architekten einiges an Zeitaufwand und Ärger und Risiko mit sich, warum sollte man sich das antun, wenn das Objekt eigentlich nicht erhaltenswert ist?
Beobachten Sie den Immobilienmarkt und finden sie heraus, wie etwa das Preisniveau solcher Objekte ist, dann können Sie abschätzen, was der Umbau höchstens kosten darf.



Hallo Dirk



Sie fragen:
Planen mit dem Bestand

ich rate Ihnen: Planen mit Bestand und Verstand.

Sparen Sie durch gute Planung und nicht an guter Planung!
Hört sich blöd an, ist aber so!

Wenn alles verwirrend ist - müssen Sie Klarheit schaffen, und so lange nachfragen, bis alles klar ist.

Je komplizierter die Erklärungen, desto weniger kann man ihnen trauen.
Die Einfachheit siegt, denn less is more!

Wenn Sie Beratungsbedarf haben - mail!
Dann mache ich Ihnen ein Angebot!

An Sonsten gutes Gelingen

Florian Kurz
www.slow-house.de



Das läuft was schief!



"Im Zuge der ersten Gespräche mit dem beauftragten Architekten und Fachleuten haben sich mittlerweile mehr Fragen als Antworten aufgetan."

Der Planer solllte Sie moderieren und Lösung vorschlagen und diese auch erklären können.

Grüße aus Koblenz Gerd Meurer