Pitch pine ausbauen

19.11.2017 E.S.



Folgende Herausforderung: In unserem Altbau liegt in 3 Zimmern ein schöner, gut erhaltener Pitch pine Dielenboden. In den restlichen Zimmern liegt ein furchtbares Gemisch von Stäbchenparkett, Schieferfliesen und Marmorplatten. Ein Angebot vom Schreiner die restlichen Zimmer mit Pitch pine zu Verlegen ist um einiges teurer als alles rauszunehmen und neue Dielen zu verlegen, Fichte zum Beispiel. sehr schade um die schönen 3 Zimmer.

Jetzt wird im Nachbarort ein Pitch pine Boden, exakt selbes Format, Holz, Farbe etc. Zum Selbstausbau verkauft. 120m2.

Wie schwer gestaltet sich der Ausbau und Wiedereinbau? Wie groß ist der Zeitaufwand? Der Boden ist durch Nut und Feder verschraubt, in den 60er Jahren verlegt, also mit dem Kuhfuss nicht ohne weiteres zu lösen wie z.B. eine vernagelt Diele von der Jahrhundertwende. Ein paar m2 Verlust wäre ok, aber 120m2 auszubauen und dann nur die Hälfte wieder verwenden zu können ist schon hart and der Grenze.

Über Tipps und Erfahrungen würd ich mich freuen! Einen Fachmann zu beauftragen kommt höchstwahrscheinlich nicht in Frage, da Abbau und Einbau sicherlich den Preis von Neuverlegung eines anderen Holzes übersteigen...



Dielen Demontage



Der Aufwand hängt davon ab, ob die Schraubenköpfe ok sind, sich die Schrauben herausschrauben lassen etc.

Wenn’s Schwierigkeiten macht lassen sich die Schrauben uU mit einem Winkelschleifer und 1 mm dünner Trennscheibe für Metall zwischen Balken und Diele abflexen. Evt geht’s auch mit einer FEIN-Säge oder ähnlichem, jedoch günstigem Multifunktionswerkzeug aus dem Baumarkt.
Das wären aber nur Notlösungen.

Kurze Systemdielen sind ohnehin nicht so teuer.

Zuerst die Fußleiste und dann die von oben sichtbaren Schrauben im ersten Brett lösen. Danach sollten die Bretter mit den über den Federn befindlichen Schrauben sichtbar sein.

Wurden die Dielen geölt oder lackiert?
Lack kann die Brettfugen verkleben.

Falls mit Stauchkopfnägeln genagelt wurde die Nägel mit Durchschläger durchschlagen.

Am besten eine Reihe versuchen und dann sehen wie es geht-
davon den Preis abhängig machen.

Andreas Teich



Und wo...



...sind die Dielen? Auf dem Bild sehe ich ein karg dimensioniertes Stabparkett minderer Wertigkeit.

Ich glaube nicht, daß in den 60er Jahren 120m² (mit Schlitzschrauben?) geschraubt wurden. Oder findet sich dort ein frühes Zeugnis für Kreuzschlitzschrauben im Fußboden? Wie auch immer, Ihre Fragen sind aus der Ferne nicht zu beantworten. Kaufen würde ich einen solchen noch abzureissenden Boden keinesfalls. Der Aufwand Abriss, Verluste beim Ausbau, Aufbereitung, Mehraufwand Verlegung, Mehraufwand Schleifen steht noch nicht einmal dann in einem gesunden Verhältnis zu einer Neuverlegung, wenn Sie das selber machen. Wenn Ihnen das Ihr Schreiner anbieten soll, sollten Sie beim Öffnen des Angebotes ärztlichen Beistand suchen.

Sollten Sie freilich völlig frei von ökonomischen und zeitlichen Vorgaben sein, reissen Sie besser probehalber etwas von der Fläche ab, die Sie übernehmen (nicht kaufen!) könnten. Dann sehen Sie klarer.

Die Abrissempfehlungen mittels Trennschleifer und FEIN sollten Sie besser als groben Unfug werten. Das funktioniert nicht, und schon gar nicht auf 120m². Wertvoll ist hingegen die Anmerkung meines Vorschreibers mit dem Lack und verklebten Fugen. Dieser Fall würde Ihnen die gute Laune rauben, ist aber sehr wahrscheinlich. In den 60er Jahren hat kaum jemang geölt oder gewachst.

Ich rate also ab. Mit neuem Material kommen Sie besser. Wenn der Untergrund passt, können Sie es ja vielleicht selbst verlegen? In einem Jahr hat der neuverlegte Boden denselben Ton wie Ihr Bestand.


Grüße

Thomas



Fixe Idee



Ja, das war so eine fixe Idee, die sich dann bei näherer Kalkulation zerschlägt. Der Boden ist, genau wie meiner, genagelt und lackiert und für die Ewigkeit eingebaut. Hier kriegt man fast nichts ohne Zerstörung wieder raus. Schade!

"Ärztlichen Beistand bei Angebotsöffnung suchen" - den Witz merk ich mir! ;D