Pilze im Badezimmer




Hallo,

vor einigen Tagen fand ich zu meinem Erstaunen zwei ca. 4 cm große Pilze in meinem Bad vor. Die Pilze kamen an der Außenseite der Duschkabine zwischen Duschtasse und Wand durch das abdichtende Silikon hervor. Das Bad liegt im 1. OG des Hauses. In der darunterliegenden Küche sind keine Wasserschäden erkennbar, so das ich davon ausgehe, dass der Feuchtegehalt in der Decke / dem Badezimmer eigentlich nicht so groß sein kann, als dass sich Pilze in dem Boden / dem Mauerwerk ausbreiten können. Die Fliesen im Bad sind jedoch etwas gesprungen und das Silikon ist an einigen Stellen leicht abgelöst.

Nach Recherche im Internet denke ich mir, dass es sich bei dem Pilz um einen Tintling handelt. Ich habe versucht, einen Sachverständigen um Rat zu bitten, aber leider rief keiner der angefragten Sachverständigen zurück.
Vielleicht weiß aber hier jemand, um welchen Pilz es sich handelt und was nun zu tun ist. Reicht es, wenn ich die beschädigten Fliesen sowie das Silikon ersetze, so dass keine nennenswerte Feuchtigkeit aus der Dusche in den Boden gelangen kann, um das Problem zu lösen?



bei Ihrem Pilzfund



scheint es sich tatsächlich um einen der Tintlinge- Unterarten zu handeln. "Sie treten bevorzugt in durchfeuchteten Bereichen auf"[Huckfeldt 2005], gern auch in Gesellschaft mit anderen Holzabbauenden Pilzen. Als Nährsubstrat scheint bei einigen Arten auch Schilfrohr (Putzträger) ausreichend zu sein. Tintlinge bewirken Weißfäule im Holz.
Offensichtlich haben es die Sporen geschafft, bis in Ihr Bad vorzudringen. Die optimalen Temperaturen zwischen 24- 34 °C gibt es in Bädern allemal.
Stellt sich die Frage, woher bekommt der Pilz sein "Futter"? Kann das geändert werden? Können Sie die Feuchtigkeitsquelle sicher abstellen?
Einige "Vertreter" sollen nach Wasserrohrbrüchen kurzzeitig auftreten.
Finden Sie die Feuchtigkeitsquelle und stellen sie diese ab. Lassen Sie prüfen, ob tragende Bauteile geschädigt sind.

Viel Erfolg!

mit freundlichen Grüßen
mo



Danke für die Information



bezüglich der Pilzart.
Ich stelle mir jedoch die Frage, ob in diesem Fall ein durchfeuchteter Bereich vorliegen kann, da immerhin in der darunterliegenden Decke keine Feuchtespuren zu entdecken sind. Ich hoffe auch darauf, dass die Schäden gering sind, da der Tintling an sich (gem. Holzfragen.de) nicht so holzschädlich ist.
Unabhängig davon werde ich die Feuchtigkeitsquelle zu 100% abstellen können.
Fragt sich nur noch, wie ich an einen Sachverständigen hier in der Nähe herankomme, der auch tatsächlich zurückruft (die vom dhbv genannten Sachverständigen hier in der Gegend haben es zumindest bisher nicht getan).



das



Foto nehme ich morgen mal einer Pilzberaterin mit, die ich gut kenne, leider ist das oto nicht von guter Qualität ...
Mal sehen, was ich am So/Mo mitteilen kann.



Danke für die Hilfe


Danke für die Hilfe

hier noch ein weiteres (hoffentlich besseres) Bild



in Ihrer Nähe



kenne ich
Markus Thinius, Krefeld 021-51 820 71 73 und
Gotthard Walter, Aachen 0241 17 47 27

was wir hier vom Pilz zu sehen bekommen, ist nur der "Fruchtkörper". Ein Holzabbau findet an anderen Stellen, vermutlich unter den Fliesen, statt.

Auch wenn in der Fachliteratur den Tintlingen nur geringe Schadwirkung bescheinigt wird (nach heutigem Kenntnisstand), wird eine Abbaurate von 11- 35 % in 8 Wochen an Kiefer beschrieben (unter optimalen Wachstumsbedingungen)[Eslyn 1984].
Gehen wir davon aus, dass die Forschenden Biologen sind.

Für die Tragfähigkeit eines Holzes können 11- 35% Masseverlust in 8 Wochen durchaus bedeutend sein, je nach Lastreserve des Ausgangsquerschnitts und Zeitraum von Infektion bis Erkennung. Der Fruchtkörper ist ein Entwicklungsstadium, das lange Zeit nach der Infektion eintreten kann, oder auch sehr kurz.

Tintlingsbefall ist mir in den letzten 3 Jahren jeweils an der Stakung von Ausfachungen begegnet- und in meinem Garten, an der Abbruchstelle eines Anbaus von 1878, der vor meiner Zeit eingeebnet wurde.

Lassen Sie die Diagnose absichern, suchen Sie nach der Nahrungsquelle, lassen Sie die Auswirkung beurteilen und schließen Sie die Feuchtequelle aus.

"Die Fliesen im Bad sind jedoch etwas gesprungen und das Silikon ist an einigen Stellen leicht abgelöst"
-das ist ein Hinweis auf stattfindende Setzungen/ Bewegungen. Wer oder was gibt hier nach?
Aus welcher Zeit stammt der Fußbodenaufbau, wann wurde gefliest. Ergründen Sie mögliche Zeitabläufe und Wand-/ Deckenaufbauten.

Viel Erfolg!

mit freundlichen Grüßen
mo



leider



hat die Pilzberaterin aufgrund der vielen Wochendtermine mit Ausstellungen meine Anfrage etwas tief abgelegt. Hier nun die Antwort im Auszug:

"zu den“ Fliesenpilzen“ . Es ist mit großer Wahrscheinlichkeit Faltentintlinge oder Grauer Tintling Coprinus atramentarius . Sollten sich noch mal Pilze zeigen, dann müssten sie unter das Mikroskop um sie genau zu bestimmen.

Ich fand in Seifersbach an der Straße zwischen Asphalt und Fußweg auch Tintlinge, die Fuge war mit einer Schicht isoliert und doch haben die Pilze es geschafft dort zu wachsen."

Falls es noch etwas hilft, aber besser ist wohl, die Ursache zu bekämpfen statt den Teller zu füllen. ;-)



Danke für die Info



ein Gutachter hat mittlerweile bestätigt, dass es sich hierbei um einen Tintling handelt.
Der Schadesnbefall ist zudem weitaus umfangreicher als ich bisher dachte. Ich habe mittlerweile die Duschtasse entfernt und den darunterliegenden Boden teilweise geöffnet sowie die Duschwand teilweise von den Fliesen befreit. Wie sich herausstellte war es unter der Duschtasse tatsächlich sehr feucht. Die Feuchtigkeit resultierte aus einer Undichtigkeit des Abflusses der Dusche. Dadurch gelangte immer wieder Feuchtigkeit unter die Duschtasse. Diese Feuchtigkeit sammelte sich zuerst im Estrich und gelangte dann unter den Estrich auf die Dielen sowie die Lehmschüttung. Ebenfalls stieg die Feuchtigkeit in der Lehmwand auf. Überall fand sich das Mycel des Pilzes. Die Feuchtigkeit (sowie der Pilz) hat sich offenbar über einen sehr langen Zeitraum ausgebreitet, denn die Dielenbretter müssen nun ausgetauscht werden. Die Bewertung von Michael Ochsler war damit absolut zutreffend. Dadurch muss der gesamte Bodenbereich des Bades saniert werden. Ebenso muss die Wand so saniert werden, dass eine Ausbreitung von Sporen (oder anderen Pilzen) verhindert wird. In dem unter dem Bad liegenden Raum konnte man keine Feuchtigkeit erkennen, weil offenbar die Lehmschüttung sehr viel Feuchtigkeit aufgenommen hatte.
Insgesamt gibt es nun sehr viel zu tun. Ich werde in den nächsten Tagen mal Bilder einstellen, so dass man sehen kann, inwiefern der Pilz nur ein Indikator für einen weitaus größeren Schaden war.



Die Rückmeldung



ist mindestens genauso wichtig, wie die Fragestellung selbst es war. Damit kann man eigene Überlegungen prüfen. Vielen Dank dafür!
Tud mir leid für Sie, dass sich der Verdacht als richtig herausstellte.
Das Problem des Duschtassen- Abflusses und Fliesen- Anschlusses ist mir verdächtig oft "untergekommen".
Wir versuchen dieses für uns durch Einbau einer "geschlossenen" Duschkapsel zu umgehen(ohne elektronischen Firlefanz), wobei das Thema noch nicht zu Ende gedacht ist. Es "hapert" z. B. noch an der funktionierenden Abführung des Wasserdampfes, der planmäßig durch zwei Sieböffnungen in der "Kuppel" abgeleitet wird. Bei einer Raumhöhe knapp über Bauhöhe höchst brisant. ...

Ich wünsche Ihnen eine gnädige Versicherung und gute Handwerker!

mit freundlichen Grüßen
mo



und



eben aus diesen Gründen bin ich gegen Bäder auf Holzbalkendecken bzw. im Fachwerkbereich.
Undichtigkeiten werden von Mauern besser "verdaut" als von Holzbalken, Untergründe lassen sich besser Abdichten und 3. Ist jemand später nicht mehr gut zu Fuß, braucht er nicht die meist etwas steilere Treppe ins. OG nicht rauf, um das Bad zu nutzen. Eigentlich sollten alle Lebenswichtigen Räume im Eg liegen und wenigstens die Türen Rollstuhlbreite haben.



hier die weiteren Bilder



auf dem ersten Bild sieht man, wie es unter der Duschtasse aussah. Die dunklen Stellen sind die Überreste des Pilzes. Deutlich zu sehen ist auch, dass der Pilz an den Fliesen der Wand seine Spuren hinterlassen hat.

Auf dem zweiten Bild sieht man die Situation nachdem der Boden weiter geöffnet wurde sowie die Fliesen von der Wand abgenommen wurden. Auch hier sind an der Lehmwand die Spuren des Pilzes zu erkennen. Das Feuchtigkeitsmessgerät steckt in den Überresten der Diele. Es zeigt, wie feucht diese Dielenreste waren (auch wenn es sich hier nicht um ein Profimessgerät handelt).



bild 2



hier das zweite Bild