Hydrophobierung von gemauerten Zaunpfosten

30.08.2010



Guten Tag!

Ich habe eine Reihe Zaunpfosten aus Feldbrandsteinen gemauert. Da ich die Fugen ca. 1,5 cm ausgekratzt habe und auch keine Platte oder ähnliches zum Schutz gegen Regen vorgesehen habe, möchte ich das Mauerwerk hydrophobieren.

Hat von Ihnen jemand Erfahrung mit dem Produkt Funcosil SNL der Fa. Remmers oder kann mir jemand ein Produkt empfehlen.

Im voraus vielen Dank!

Gruß,

Fabian



Zaunpfosten



Verfugen Sie die Pfosten, setzen Sie eine wasserableitende Abdeckung drauf.
Alles andere ist Murks.

Viele Grüße



Hydrophobieren



Hallo Fabian,

Herr Böttcher kennt nicht die Hydrophobiermittel mit denen man das Ergebnis erzielen kann was Sie möchten.

Sie möchten mit der Hydrophobierung die Verwitterung der Pfosten verhindern, nun das ist sicher nicht unbedacht gewünscht. Sie dürfen nur nicht vergessen auch die Feuchtigkeit von unten durch Injektion mit zu stoppen. Die denkmalgeschützte Friedhofmauer in Surheim/Bay. wurde durch eine Porofin Injektion und nach dem Mineralfarbenanstrich mit Lotupor hydrophobiert und so vor weiterer Verwitterung geschützt. Die Stadtoberen wollten halt nicht ständig soviel Geld für den Erhalt bezahlen und haben sich daher für diese Variante entschieden.

Wie das Remmers Produkt wirkt kann ich nicht sagen, aber die Lotupor Wirkstoffmoleküle sind etwa 1000mal kleiner wie Nanopartikel bzw. 1 Mio. kleiner wie Silikon Microemulsionsteilchen und verstopfen die Poren nicht. Diese Imprägnierung hat bereits eine Dauerhaftigkeit seit 1967.

Also Hydrophobieren Sie ruhig, mit dem richtigen Imprägniermittel werden Sie Erfolg haben.

Gruß Ralf.



Phobie



Hallo Fabian,

Kennst Du die genaue Herkunft Deiner Steine? Waren diese einmal in einem Stall, einer Waschküche, einem Sockelbereich o. ä. vermauert? Hier können Salze enthalten sein. Hierzu ein Blick in das Merkblatt von Remmers zu Funcosil SNL:

"Der Untergrund muss in einwandfreiem Zustand sein. Baumängel, wie z. B. Risse, rissige Fugen, fehlerhafte Anschlüsse, aufsteigende und hygroskopische Feuchtigkeit, müssen vor der Imprägnierung beseitigt werden. Es muss gewährleistet sein, dass Wasser und darin gelöste Schadsalze nicht hinter die hydrophobierte Zone gelangen können, da dies zu Frostschäden, Abplatzungen und Salzsprengungen führen kann.
.....
Bei stark unterschiedlich saugfähigen Untergründen können Farbunterschiede des Untergrundes nach der Imprägnierung auftreten. Bei Vorhandensein von bauschädlichen Salzen ist eine quantitative Schadsalzanalyse unerlässlich. Hohe Schadsalzkonzentrationen (besonders Chloride, Nitrate und Sulfate) führen zu schweren Bauschäden, die durch eine hydrophobierende Imprägnierung nicht verhindert werden können."


Dies ist eines der Grundprobleme bei fast allen Hydrophobierungen an solchen Bauteilen. Ein Backstein kann Wasser aufnehmen und eben auch wieder abgeben. Bei letzterem wird die Feuchtigkeit aus dem Bauteil kapillar an die Bauteiloberfläche "befördert" und hier wieder an die Umgebungsluft abgegeben.
Wenn nun beispielsweise durch eine gelungene Hydrophobierung die kapillaren Fähigkeiten der äußersten Schicht verloren gehen kann das Wasser nicht mehr an die Oberfläche gelangen und kann das Bauteil nur noch in der Dampfphase verlassen.

Dies kann zu zwei Problemen führen: Wenn die Steine salzbelastet sind gerät das Salz im Bauteil in Lösung und lagert sich - da Feuchtigkeit in der Dampfphase auch die hydrophobierte Schicht verlassen kann - hinter der Schicht ab. Hier kann sich ein gewisser Druck auf die hydrophobierte Schicht aus den Salzen bilden und letztlich zur Absprengung der Schicht führen. Auch Frostabsprengungen sind möglich.

Letztlich wäre es besser gewesen, Du hättest die Pfosten nicht aus Feldbrandsteinen sondern mit Klinkern gemauert. Diese werden rund 300°C heißer gebrannt, versintern stärker und nehmen dadurch weitaus weniger Wasser auf als "einfache" Backsteine. Das macht sie u. a. dann auch frostbeständiger.
Klinker werden/wurden für Sichtmauerwerk verwendet, Backsteine wenn für Außenwände genutzt gehören verputzt. Auch ein falsches Ausfugen kann solche Schadbilder provozieren.

Jetzt sind die Pfosten ja schon gemauert ....

Das Einsteinzitat von Herrn Rupnow trifft den Nagel auf den Kopf: "Der liebe Gott würfelt nicht." =>> Also wie Herr Böttcher schreibt: Abdeckung drauf und ausfugen, alles andere ist Murks.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer

----------------------

Im Original: "Die Theorie liefert viel, aber dem Geheimnis des Alten bringt sie uns doch nicht näher. Jedenfalls bin ich überzeugt davon, dass der nicht würfelt." Einstein an Max Born, 1926





Hallo Fabian,

generell wirkt jede Hydrophobierung kapillar verengend, das heißt Sie packen eine Dampfbremse um das Mauerwerk.
Das kann, besonders im Sockelbereich wo immer etwas mehr Feuchteinflüsse gegeben sind, zu mehr Schäden führen als ohne eine solche Hydrophobierung. Die Details hat Herr Kornmayer ja sehr umfangreich beschrieben.
Warum man erst einen mineralischen Farbanstrich aufträgt um ihn dann zu hydrophobieren erschließt sich mir nicht.
Da hätte der Anstrich auch gleich durch eine Silikonharzfarbe erfolgen können, man hätte also bei gleicher Wirkung erheblich Zeit und Kosten gespart.

Richtiger wäre es dadurch freilich auch nicht.



Grüße aus Schönebeck





Hallo und vielen Dank für die Antworten!

Ich möchte voraus schicken, daß diese Pfosten meine erste Maurerarbeit sind. Ich bin zwar Handwerker aber leider vollkommen artfremd.

Ich dachte mir schon, daß konstruktiver Wetterschutz die erste Wahl ist. Ursprünglich hatte ich diesen auch vorgesehen in Form eines aufgemauerten Daches aus diesen Steinen und einer nachträglichen Verfugung mittels Gartenschlauch. Ich habe darauf bislang verzichtet weil ich die Fugen ausgekratzt einfach noch schöner fand. Das Vorhaben Dach habe ich fallenlassen, nachdem ich einige Steine mit der Flex geschnitten habe und in einer Staubwolke verschwand. Einigermaßen präzise Gehrungsschnitte waren mir so auch nicht möglich. Ein Nasschneidetisch war mir bis jetzt einfach zu teuer.

Über die Herkunft der Steine konnte mir der Vorbesitzer leider nichts sagen. Ich verstehe es so, daß ich es bei eindringendem Wasser durch die zahlreich vorhandenen Risse in den Steinen also noch schlimmer machen könnte, wenn ich hydrophobiere.

Gegen aufsteigende Feuchtigkeit habe ich durch eine Bitumenpappe auf dem Fundament gesorgt.

Es wäre schön wenn jemand berichten könnte, der mit Hydrophobierung bei solchen Steinen Erfolg hatte.

Gruß,

Fabian





>>“Es wäre schön wenn jemand berichten könnte, der mit Hydrophobierung bei solchen Steinen Erfolg hatte.”<<

Die Anbieter haben damit immer Erfolg, jedenfalls finanziellen.


Grüße aus Schönebeck





Na Bravo , wenn die Naturheilkunde (Kalk, Lehm, Stroh,Jute etc.) nicht mehr hilft , dann greift man doch zum "Industriemüll" wie REMMMERS !
Was meint Denn der liebe Florian dazu ? Da hört man nichts !



Zaunpfosten



Ich glaube, der würde jetzt schreiben nehmt Solubel Luftkalkmörtel SP 50 und alles wird gut.





... und dann erhielt Herr Zoigl Post von Remmers Anwälten ...

egal was man davon hält: da wäre ich mal etwas vorsichtiger, auch Hartmut zuliebe. Es sind reichlich Abmahner unterwegs.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer