Hilfe Hausbock!




Hallo miteinander, auch wenn ich nichts mit Fachwerk zu tun habe, hoffe ich doch sehr, hier hilfreiche Antworten zu bekommen...

Also:Vor zehn Jahren bauten wir an unsere Doppelhaush?lfte einen Carport, Gr??e ca. 6 x 4 Meter. Er steht auf neun 230 cm hohen Holzpfosten 12 x 12 cm (auf einbetonierten Tr?gern), zwischen den Pfosten bilden quer angeordnete Bretter die Seitenw?nde. Der Dachstuhl ist eine massive Holzkonstruktion, mit Dachziegeln gedeckt. S?mtliches Holz wurde von mir mehrfach mit Holzschutzlasur gestrichen, bevor es verbaut wurde.

Vor einem Jahr fiel mir erstmals auf, dass an einem Pfosten unten eine Ecke br?selte, als ich dagegen stie?. In meiner Ahnungslosigkeit nahm ich an, dass das Holz an dieser Stelle wohl irgendwie morsch sei, kratzte alles ab und erg?nzte die Ecke mit Holzkitt.

Im Juli dieses Jahres stellte ich fest, dass zwei weitere Balken unten so angegangen waren. Nachdem ich mich im Internet informierte, war mir klar, dass dies nur durch Hausbockk?fer verursacht sein konnte; auch waren die typischen Ausflugl?cher zu sehen. Auf Anraten eines hier ans?ssigen Kammerj?gers bestellte ich mir 750 ml bek?mpfendes Holschutzmittel Anti-Insekt von Remmers. Damit behandelte ich die befallenen Balken mittels Bohrlochtr?nkung. Bei dieser Gelegenheit sah ich dann erstmals und zweifelsfrei drei Hausbockk?fer. Die zerst?rten Holzteile entfernte ich gr?ndlich, besserte mit Holzersatzmasse aus und w?hnte, nun w?re Ruhe. Weit gefehlt.

Anfang dieses Monats, also Oktober, fing ich an, die Holzschutzlasur des Carports zu erneuern. Leider musste ich erleben, dass an zwei anderen Pfosten, an den Anschl?ssen zu den Seitenbrettern, die K?fer zu Dutzenden hervorkamen... Also habe ich mir wieder Anti-Insekt bestellt, diesmal gleich 5 Liter und auch diesen Pfosten von oben bis unten getr?nkte Bohrl?cher verpasst. Kamen nochmal ein paar K?fer raus.

Beim Streichen der Seitenbretter, wieder an einer ganz anderen Stelle, entdeckte ich ein total zerfressenes Brett (22 mm stark, 90 x 22 cm), in dem drei dicke fette Hausbockk?fer-Larven sich durchknabberten (wahrscheinlich noch mehr, ich habe nicht das ganze Brett zerlegt).

Und damit nicht genug: in unmittelbarer N?he des Carports entferne ich gerade den Efeubewuchs an der Hauswand, da die Fassade saniert werden soll. Aus diesem Efeu kamen mir schon wieder etliche K?fer entgegen! Und als ich die Hausflurfenster putzte, sa? auf einmal einer auf der Scheibe. Von innen!

Ich bin ziemlich ratlos. Wo kommen die Viecher jetzt her? Die Schlupfzeit ist doch vor?ber? Und Ende August sollten sie doch eigentlich alle sterben? Sind die nun ?brig und legen flei?ig weiter Eier (bis 300 pro Weibchen, ich verfalle in Panik)? Oder haben sie gerade Eier gelegt? Oder leben sie nur noch, weil sie keine Eier legen konnten? Und an wie vielen Stellen knabbern die Larven weiter vor sich hin? Kann man das mit einem Stethoskop h?ren (habe ich irgendwo gelesen)? Soll ich jetzt den ganzen Carport mit Bohrl?chern versehen?

Und meine gr??te Bef?rchtung ist, dass sie den Dachstuhl des Hauses befallen. Vom Carport aus sind die ?berstehenden Dachbalken, reichlich mit einladenden Rissen versehen, f?r einen K?fer gut mit ein paar Fl?gelschl?gen zu erreichen...

Was soll ich tun?

Freundliche Gr??e

Wolfgang Wurm



Die Flugzeit



der Insekten richtet sich nicht nach dem Kalender sondern nach dem Klima und das ist zur Zeit ja noch spätsommerlich.



Kein Ende in Sicht



Immer noch neue Hausböcke. Heute einer direkt neben der Haustür.

Dass die Insekten sich nicht nach dem Kalender richten, war mir schon klar. Trotzdem danke für die Antwort. Aber ist es nicht ungewöhnlich, dass die jetzt so gehäuft aufgetreten? Irgendwo habe ich gelesen, dass man kaum mal so einen Käfer zu Gesicht bekommt. Also ich habe heute so ca. den vierzigsten erlegt. Und frage mich wirklich voller Angst, wie viele sind es, die ich NICHT gesehen habe?

Und jeder Käfer war einmal eine vollgefressene Larve... Wie viel befallene Stellen habe ich nicht entdeckt? Ich träume schon von den Viechern... WAS SOLL ICH TUN?



eventuell



einen Fachmann ran holen?



googeln??



Hallo,

per Google findet man auch Firmen, die sich dem Kampf gegen Holzschädlingen verschrieben haben.

Da gibt es thermische Verfahren, oder Begasung (soweit zulässig), oder oder oder...
Genaueres, wie mein Vor-Schreiber, vom Fachmann.

Grundsätzlich kann ich mit Dir fühlen, da ich auch einen Befall hatte (glücklicherweise einen Alt-Befall, den ich erst ca 80 Jahre später bei meinen Renovierungsarbeiten entdeckt habe....).

Und nicht in Panik verfallen



Praktische Tipps...



...die ich noch nicht gefunden hatte, erhoffte ich mir. Denn selbstverständlich habe ich gegoogelt (sonst hätte ich auch nie dieses Forum gefunden).

Heute habe ich weiter Efeu entfernt. Dort, wo er sich in der Hausecke im Putz verwurzelt hatte, waren regelrechte Hausbocknester - ich kam mit dem Spatel kaum nach, sie tot zu drücken. Und der Efeu stößt direkt an den Dachstuhl an... Ich habe nicht herausbekommen, ob dieses massenhafte Auftreten normal oder außergewöhnlich ist. Auf jeden Fall finde ich es beängstigend.

Ich denke, ich muss einen Spezialisten zur Holzschädlingsbekämpfung finden (vielleicht hat jemand eine Empfehlung?). Der Schädlingsbekämpfer hier aus der Gegend, mit dem ich telefonierte, wollte nicht herkommen. Ich sollte das selbst mit einem bekämpfenden Holzschutzmittel machen.

Und ein Stethoskop werde ich mir besorgen - es hätte mich interessiert, ob damit jemand positive Erfahrungen gemacht hat?

Ach ja, ich bemühe mich, nicht panisch zu werden. Ich sage mir einfach, die Viecher fressen ja nicht von heute auf morgen Carport und Dachstuhl auf...

Danke für alle Antworten!



Vielleicht doch kein Hausbock?



Meiner Erfahrung nach ist es eher ungewöhnlich, dass der Hausbock als ausgewachsener Käfer in derart großen Mengen auftritt.

Vor ca. zwei Jahren hatten wir ähnliche Befürchtungen, die sich aber glücklicherweise widerlegen ließen. Es kam zu gehäuftem Erscheinen, schwarzer Käfer im Haus, aber auch um das Haus herum. Teilweise waren es täglich um die 20 Stück im Haus. Das Auftreten kam schwungweise. Also immer mal wieder mit Tagen oder Wochen Ruhe zwischen den "Invasionstagen".
Nachdem jemand das Wort Hausbock aussprach, entdeckten wir im Haus an der offenen Balkenlage natürlich auch gleich die typischen Ausfluglöcher und die Panik war groß.

Unabhängig davon mußte ich eines Tages an der Traufe einige Dachsteine aufnehmen, da sich dort offensichtlich ein Vogelnest befand. Jedoch ewarteten mich dort insgesamt 10 Nester mit je sechs bis sieben Küken. Die habe ich erstmal in Ruhe gelassen und die Räumaktion vertagt.
Einige Wochen später waren die Vögel weg und ich nahm das Dach erneut auf. Hier entdeckte ich unzählige alte Nester und immense Schäden an der Unterspannbahn nahe des Traufblechs.

Bei der Bereinigung und Reparatur des Ganzen begegneten mir unzählige Maden und ebenso viele schwarze Käfer!
Hier war der Kreis geschlossen! Vögel hatten die Maden im Überfluss hier herein getragen und alles was nicht in den Kükenschnäbeln landete, vermehrte sich munter. Und dies wohl schon seit Jahren!

Im Zuge der Reparaturen habe ich Traufgitter montiert und siehe da: keine Vögel mehr, immer weniger Käfer. In der aktuellen Saison hab ich noch insgesamt fünf Käfer gefunden.


Einen davon hatte ich im Jahr davor gefangen und bestimmen lassen. Es war der Mehlkäfer, welcher auch in Holzspalten wohnt und sich u.a. von rottendem Holz ernährt.
Der Mehlkäfer ist optisch dem Hausbock sehr ähnlich.


Die Ausfluglöcher in der Balkenlage waren wohl schon immer da und stammen von bereits vergangenen Populationen. Und selbst wenn nicht, ist es sehr unwahrscheinlich, dass im ausgebauten Dachgeschoss zwei paarungsfähige Tiere zum richtigen Zeitpunkt aufeinander treffen.


Abschließend bleibt zu erwähnen, dass die vielfach angebotenen thermischen Behandlungen gegen Hausbock wohl mit Vorsicht zu genießen sind. Mehrere solcher Firmen wollten mir weismachen, dass ich tatsächlich den Hausbock hätte. Obwohl ich den Beweis und passenden Hergang hatte, den Mehlkäfer zu haben. Zudem soll die thermische Behandlung wohl auch nicht immer erfolgreich sein.



Leider doch...



...ist es mit absoluter Sicherheit der Hausbockkäfer, der hier sein Unwesen treibt. Aber erst einmal danke für die ausführliche Antwort!
Also erstens entsprechen "meine" Käfer hundertprozentig den im Internet zu findenden Fotos (Wikipedia usw.). Keine Verwechslung möglich (Vielleicht registriere ich mich doch noch hier im Forum, bin jetzt nur ein Gast - dann könnte ich ja Bilder hochladen). Zweitens lassen die bisher gefundenen Zerstörungen nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig (die Ausfluglöcher sind nur ein zusätzliches Indiz). Drittens habe ich ja auch lebende, munter knabbernde Larven im Holz entdeckt...

Bisher hoffe ich, dass sich der Befall auf den Carport beschränkt (die thermische Behandlung scheidet da wohl sowieso aus) und ich es irgendwie mit der chemischen Keule "Anti-Insekt" in den Griff bekomme. Wirklich wohl ist mir dabei auch nicht wegen meiner Katzen,
besonders wegen des Freilaufkaters, der unterm Carport seine Hütte hat.

Die Käfer im Efeu - na ja, eigentlich sind es doch "Freilandinsekten", das erklärt das vielleicht. Und im Efeu sind sie mir allemal lieber als im Dachstuhl... wovor ich wirklich Angst habe, denn ich habe an den Carport-Pfosten gesehen, was sie anrichten können.

Beste Grüße, W.Wurm



Holzschutz



Hallo

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Florian Kurz