"wasserdurchlässige" Pflastersteine für den Hof ?

29.06.2007


Hallo,
nach langer Zeit habe ich hier mal wieder eine Frage an die Fachwerkkollegen. Unser Hof wurde in den 70ern mit hässlichem Betonpflaster (Marke Hundeknochen) versiegelt.
Bei starkem Regen kann der Ablauf in die Kanalisation gar nicht alle Wassermassen fassen und wir haben Landunter. Bei dem schweren Gewitterregen letzte Woche stand ich Nachts um drei Uhr mit dem Besen vor der Kellertür, um die Wassermassen "wegzuschubsen".
Als Erstmaßnahme haben wir jetzt ein paar Reihen Pflastersteine mit mehr Gefälle von der Tür weg neu verlegt. Auf Dauer muss dieses Betonpflaster aber weg. So, jetzt meine Frage : Was gibt es denn für (kostengünstige) Alternativen ? Sowas wie die Rasengittersteine kommt optisch gar nicht in Frage. Kies sieht zwar nett aus, ist aber für einen kinderreichen Haushalt nicht praktikabel - Stichworte Bobbycar und Hosentaschen ;-).
Rasen kommt aufgrund der örtlichen Gegebenheiten leider nicht in Frage, sonst waten wir 3/4 des Jahres durch Schlamm.
Auch klassisches Kopfsteinpflaster finde ich zwar wunderschön, ist aber auch nicht unbedingt kinderfahrzeugtauglich. Außerdem - wieviel Regenwasser lässt es versickern ? Gibt es irgendwelche Listen, in denen man vergleichen könnte, welches Pflaster wieviel durchlässt ? Kann man Fugenabstände variieren, um mehr Versickerung zu ermöglichen ?
Bin schon auf Antworten gespannt, Vielen Dank.
Claudia Junghans



Wasserdurchlässige Pflastersteine für den Hof



Ja, so etwas gibt es.
Alle großen Hersteller bieten versickerungsoffene Systeme über Fugen und Steine an. Billig ist dies nicht.
Das Problem liegt dabei nicht im Pflasteraufbau, auch normales Pflaster besitzt eine gewisse Durchlässigkeit.
Die Versickerungsrate hängt sowohl von der Regenmenge als auch vom Untergrund ab.
Wenn unter dem Pflaster bindiger Boden vorhanden ist, nützen Öko- Pflasterbeläge nicht viel, da das Wasser nicht schnell genug in die Vorflut (Grundwasser) gelangen kann. Effektiver und billiger ist die Verbesserung der Hofentwässerung.
Wann ist denn der Sandfang das letzte mal gereinigt worden?

Viele Grüße
Georg



Wasser ableiten



Hallo !

Wie sieht es denn mit einem zusätzlichen Einlauf in die Kanalisation aus ? Auf jeden Fall darauf achten, das das Wasser vom Haus weg bleibt. Wenn´s künftig neben der Kellerwand versickern würde, hättet ihr ein neues Problem. Dann stellt sich auch die Frage wie durchlässig der Boden unter dem Pflaster ist.

Viele Grüße,
Karsten



also.....



@ Georg: Den Sandfang habe ich eigenhändig (bis zum Ellbogen) erst vor 4 Wochen gereinigt, der ist sauber.
Unter dem Pflaster ist der übliche Sand/Split-Aufbau (ca 40 cm), darunter der Erdboden, der bei uns relativ lehmig ist.
@ Karsten : ein zusätzlicher Einlauf in die Kanalisation ist leider nicht möglich, da durch das Gefälle des Grundstückes das Wasser eben nur in die eine Richtung fliest und nur dort befindet sich ein Kanal.
Das Wasser vom Haus wegzuleiten ist auch ein Grund, das Thema Neupflastern überhaupt anzugehen, wir haben nämlich an einer Kellerwand ein richtiges "Feuchtbiotop", weil dort der Hauptstrom des Regenwassers versickert.Ich habe dazu schon mal ein Bild hier hochgeladen, ich schau mal, ob ich es finde....



Feuchtbiotop


Hier nochmal 2 Bilder



wasserdurchlässige Pflastersteine



Da ihr bindigen Boden habt,
ist eine schnelle Versickerung durch das Pflaster ungünstig.
Ihr müsst die Abflussleistung in die Kanalisation verstärken. Möglich ist ein größerer Einlauf, ein zweiter Einlauf, eine Schlitzentwässerung. Falls die Grundleitung zu eng bemessen sein sollte, dann solltet Ihr eine weitere Grundleitung legen.
Fangt von Eurem Hausanschlußschacht an, die Grundstücksentwässerung zu erkunden und zu ertüchtigen!

Viele Grüße
Georg





Hatte so ein Problem auch.

Die Loesung war ganz einfach: unter dem Betonpflaster befand sich ein altes Katzenkopfpflaster.

Ergo Betonpflaster entfernt und nun versickert alles wunderschoen zwischen den Katzenkoepfen.

Und die Optik ist herrlich!