Sandstein-Grundmauer ist eingebrochen - Anschlüsse/Isolierung / Drainage ?

05.09.2003



Mein Problemfall : Nach Änderung des Strassenbelags, von Asphalt zu Ökopflaster, ist ein Teil der Sandstein-Grundmauer (ca. 4 m) an meiner Scheune eingebrochen. Meine Fachwerkgebäude (ehemals Bauernhof gebaut um 1850) im Ortskern befinden sich teilweise in Hanglage. Im Hangbereich führt eine öffentliche Seitenstrasse an meiner Scheune entlang. Das Erdreich hier besteht aus schwerem Lehmboden. Der Untergrund der Strasse vor der Asphaltierung, Schotter und teilweise Kopfsteinpflaster, wurde belassen. Vor ein paar Jahren wurde der Asphalt abgetragen und ein Sand- und Kiesunterbau von ca. 60 cm aufgetragen und Ökopflaster mit breiter Fuge verlegt. Die Strasse läuft mit einem Gefälle von ca. 2% direkt auf mein Scheune zu und wird dann mit einer fast rechtwinkligen Kurve und leichtem Gefälle an meinem Gebäude entlang geführt. Das Gefälle wurde zu meinem Gebäude geführt. Die Grundmauer aus Sandstein in einer Stärke von mindestens 60 cm, ist auf der Rückseite des Gebäudes, dort wo auch die Strasse entlangführt, ca. 2,5 m im Erdreich, dann folgt ein Sockel von ca. 0,5 m. Die Mauer ist von aussen nicht isoliert. Nun will ich die Mauer an der durchgebrochenen Stelle nach heutiger Bauweise hochziehen und nur den Sockel in Sandstein ausführen lassen. Frage : Wie und mit welchen Materialen müßten die Anschlüsse zu der bestehenden Sandsteinmauer und zum Sandsteinsockel ausgeführt werden?
Gleichzeitig will ich auch für die restliche Grundmauer ein Schutz von aussen installierten. Da ich in einem Nebenraum des Gebäudes feststellen konnte, dass Regenwasser nur in dem Bereich des Kiesunterbaus der Strasse eindringt, müsste die Tiefe ca. 60 cm doch ausreichen. Wie müsste der Schutz für die Grundmauer ausgeführt werden (Isolierung, Drainage), damit die Mauer nicht noch mehr geschädigt wird und dem Regenwasser standhalten kann? Die Empfehlungen die ich bisher erhalten haben : Wand putzen und Bithumenpappe, eine Drainage in der Tiefe 60 - 70 cm würde nichts bringen; eine Rinne, die das Oberflächenwasser abfängt wäre nicht erforderlich, da das Regenwasser durch das Ökopflaster bereits vorher versickert.



Sandsteinmauereinbruch nach Ökopflaster



Ohne Ortsbesichtigung natürlich keine genaue Diagnose. Aber was Sie schreiben klingt böse nach Grundbruch infolge tiefgründiger Verschlammung und nach Haftpflicht des Straßenbaulastträgers. Hätten Sie nicht so ein nachgiebiges Fachwerk, könnte vielleicht das Haus nicht mehr stehen oder wäre mindestens schwer gerissen.
Mein Rat:
Gehen Sie zu einem im Bbaurecht erfahrenen Rechtsanwalt, der seinerseits ein Beweissicherungsverfahren beim Amtsgericht beantragen soll. Dieses wird dann einen Sachverständigen für Standsicherheit damit beauftragen, den Zustand und die Ursache zu ermitteln und Vorschläge zur Reparatur zu machen.



Sandsteinmauereinbruch nach Ökopflaster



Hallo Herr Beckmann, vielen Dank für die prompte Antwort zu meinem Problemfall.
Nach einer tiefgründigen Verschlammung sieht es für mich nicht aus, denn der Durchbruch ist bereits, mann glaubt es kaum, vor ca. 1 Jahr entstanden. An der Durchbruchstelle ist der Kiesunterbau zwar nachgerutscht, der Lehmboden jedoch nur sehr geringfügig. Seither versuche ich meine Ansprüche geltend zu machen, bzw. mit dem Strassenbaulastträger eine Lösung bzw. Einigung zu erzielen. Auf deren Seite lehnte man bisher jegliche Haftung ab, man bezog sich auf das Alter des Gebäudes und die verwitterten Fugen der Sandstein im Sockelbereich meiner Scheune. Doch es gibt ein paar Fakten, die nicht bestritten werden können, wie : 1. Das Gebäude steht 150 Jahre und nie zuvor ist Wasser durch die Wände eingedrungen, erst nun nach der Strassenänderung. 2. Weiterhin wurde das Gefälle der Strasse in Verbindung mit dem Ökopflaster zu meinen Gebäuden hingeführt, ohne dem Oberflächenwasser und dem Wasser unter dem Pflaster, durch Rinne oder sonstige Mittel, eine Richtung ab von meinen Gebäuden zu geben. Zuvor war der Asphaltbelag an meinen Gebäuden angehoben und das Oberflächenwasser wurde so von meinen Gebäuden abgehalten. 3. Die Strasse wurde nachweislich um ca. 20 cm angehoben, wodurch der Druck auf den Sandsteinsockel sich verstärkt hat und der Schwellenbalken am Wohnhaus zum Teil abgedeckt und durch die Feuchtigkeit im Bereich Pflaster, Wasserfluß bzw. Spritzwasser nun Schäden erhalten hat.
Nun scheint der Fall ins Rollen zu kommen (evtl. auch durch Ihre Antwort, diese habe ich den Zuständigen übermittelt), denn es wird jetzt endlich Kontakt zu einem Gutachter vom Bodenamt aufgenommen, der die Gegebenheiten vorort prüfen soll, damit die erforderlichen Reparaturen vorgenommen werden können.
Nochmals vielen Dank!