Pfetten (Balkenköpfe) verfault

11.01.2007



Guten Morgen,

bei der Renovierung im 1. Stock meines Elternhauses fiel mir beim Abklopfen des losen Putzes von der inneren südlichen Giebelwand auf, dass beide oberen Dachpfetten total weich sind, und zwar vom Bereich der Auflage im Mauerwerk bis ca. 40 cm. Dort lässt sich sehr leicht ein Schraubendreher tief hineinstecken.

An der Nordseite des Hauses sind die Balkenköpfe OK.

Das Haus ist von 1909, ich bin mir nicht sicher ob es ein Fachwerkhaus ist; es sind jedoch in jeder Wand Holzbalken enthalten.

Meine Frage nun an die Spezialisten hier:

Kann man so etwas noch reparieren?

Ein Versuch wurde wohl bereits vor 30-35 Jahren gemacht - als es neue Pfannen gab wurde bei einer der Pfetten ein Flachstahl aufgenagelt (meiner Meinung nach viel zu schwach mit etwa 5x50x500 mm).

Ich werde heute Abend noch ein Bild dazu hier hineinsetzen.

Gerne teile ich Ihnen noch weitere Details mit und würde mich über gute Tipps sehr freuen! Selbstverständlich wird sich das auch ein Statiker oder Zimmermann vor Ort anschauen

Liebe Grüße,

Andreas





Guten Tag,
die Reparatur einer Pfette ist i.d.R. natürlich immer möglich,
die örtlichen Gegebenheiten sind dabei aber zu berücksichtigen.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies





hier nun das versprochene Bild: Eine Ansicht von der betroffenen Seite und eine der Pfetten von unten. Morgen kommt der Zimmermann, ich werde dann berichten was mir empfohlen wurde.



Ursache?



Hallo Andreas,

wurde denn schon die Ursache für die vermoderten Pfetten gefunden? Dem Bild nach scheint der Dachstuhl ja unverkleidet zu sein. Wo kommt also das Wasser her, ohne das ein Vermodern des Holzes unmöglich wäre? Vor einer Reparatur würde ich mich also auf die Suche nach der Ursache begeben.

Gutes Gelingen!





Hallo zusammen und vielen Dank für die bisherigen Antworten.

Hier noch ein paar Details / Ansichten vom Dachboden.
Zimmermann war noch nicht da :-(



nicht so schlimm...



...sagt der Zimmermann. Es sei noch viel vom Kernholz vorhanden, so dass eine Reparatur nicht nötig sei.

Dann werde ich dort oben alles reinigen und die ebenfalls morschen ersten 4 Reihen Bohlen durch neue ersetzen.

Anschliessend wird der Dachboden aufgeräumt, gesäubert und ich behalte die defekten Pfetten in den nächsten Jahren einfach im Auge; ich denke das ist dann nicht so schlimm, weil ich sowieso nicht vorhabe den Dachboden auszubauen.

30 -35 Jahre alt

Allem Anschein nach sind die Pfetten bereits bei der letzten Neu-Eindeckung nass gewesen. Ich beobachte das Dach bereits seit knapp 2 Wochen, in dieser Zeit war heftiger Sturm mit starkem Regen genau aus der betroffenen Süd-West-Seite. Es war nichts zu sehen von Nässe. Aber auch das werde ich weiterhin beobachten.

Dämmung

Da das ganze Dachgeschoss nicht gedämmt und auch nicht verkleidet ist, möchte ich hier allerdings Energiekosten sparen. Auf dem Dachboden zieht es wie "Hechtsuppe", was natürlich auch eine gute Belüftung der Holzkonstruktion gewährleistet. Zum darunterliegenden Geschoss würde ich nun gerne eine Dämmung zwischen die Balken der Decke bringen. Außerdem zwischen die Sparren im Bereich der Dachschrägen, so dass so etwas wie eine gedämmte "Zelle" entsteht.

Ich habe mir das folgendermaßen gedacht und würde nun auch dazu gerne Ihre Meinung hören:

Von unten:


Entfernen der Innendecke (Lehmputz auf oder in Stäbchen)
Dämmung dazwischen bringen: Mineralwolle
Dampfsperre
Abschliessend Rigips, Rigidur oder Fermazell (10 mm)

Auf eine bisher nicht vorhandene Unterspannbahn möchte ich weiterhin verzichten

Halten Sie das für vernünftig?

An dieser Stelle: Vielen Dank für die bisherigen Antworten :-)