Hausbock befall... Reicht die geplante Sanierung aus ?




Hallo zusammen,

ich habe vor 6 jahren ein EFH gekauft, Baujahr 1935.
Beim Austauschen eines Dachsparrens der gebrochen war habe ich festgestellt, das die Fußpfette stellenweise stark vermodert ist. Gestern habe ich dann einige Dachpfannen abgenommen und in der Resten der Pfette deutliche Frassspuren vom Hausbock gefunden. Ich habe jetzt vor, das komplette Dach abzudecken, die gesammte Konstruktion optisch zu untersuchen, die befallenen Sparren und die Fusspfette zu erneuern. Außer an der Pfette konnte ich bisher nirgendwo Löcher oder Nagsel finden. Ist diese geplante Massnahme erfolgversprechend ? Sollte ich die neuen und verbleibenden alten Bauteile vorsorglich mit Holzschutzmittel behandeln ? Wenn ja : Womit ?

Es handelt sich zwar nicht um ein Fachwerkhaus, aber in diesem Forum habe ich bisher die meisten brauchbaren Informationen gefunden und hoffe daher hier eine brauchbare Antwot auf meine hoffentlich präzise genug gestellten Fragen zu finden.

Grüße aus NRW



Speisereste



Hallo Horst

Eine Frage die auf diesem Wege nur schwierig zu beantworten ist. Zunächst wäre es wichtig festzustellen ob der Hausbock noch aktiv ist. Dies ist allerdings selbst für einen Fachmann nicht immer leicht oder manchmal sogar unmöglich. Vielleicht solltest du in deinem Fall einen SV oder Fachmann hinzuziehen.
Wenn du das Dach nicht weiter ausbaust und die Holzkonstruktion weiter offen liegt ist dein bisheriger Weg bestimmt richtig. Denn sollte sich herausstellen, dass noch weiterer versteckter Befall besteht könntest du hier nachbessern.

Von einer chemischen Holzschädlingsbekämpfung im Dachstuhl in Eigenleistung kann ich nur dringend abraten. Eine vorbeugende Behandlung mit einer Borsalzlösung kannst du jedoch nach einer Einweisung unbedenklich selber durchführen.

Gruß Lutz



Erfahrung im Umgang mit Chemikalien



Hallo Lutz,

Danke für die schnelle Antwort.

z.Zt denke ich, das daß was ich da gesehen habe von einem alten Befall stammt. An besagter Stelle ist außer vereinzelten Bruchstücken und einer Unmenge von vermodertem Holz nur noch ein daumendicker Rest von der Pfette übriggeblieben die von daher ohnehin ausgetauscht werden muß. In den aufliegenden Sparren und etwas weiter an der Pfette habe ich bei der ersten flüchtigen Begutachtung keine weiteren Frassspuren oder ähnliches sehen können.


Das Feststellen ob der Bock noch aktiv ist hoffe ich in Zusammenarbeit mit einem bekannten Zimmermann dann vornehmen zu können, wenn das Dach nackig ist ;-).

Ich will das Dach nicht weiter ausbauen. "Nur" die bisherigen Schäden reparieren, Vorsorge gegen einen erneuten Befall treffen , und eine Dämmung einbringen um Heizkosten zu sparen ( Das Dach ist bisher völlig ungedämmt ) .

Die Dämmung soll eine Zwischesparrendämmung ohne weitere optische Verschönerungen wie Gipskarton oder Holzverschalung.

Kann ich davon ausgehen, das wenn ich alle offensichtlich befallenen Balken austausche, die verbleibenden alten Balken keine Frasslöcher aufweisen, und ich alle Balken mit einer Borsalzlösung behandele, ein ausreichender Schutz gegen evtl. noch vorhandene Eier bzw noch nicht geschlüpfte Larven Vorhanden ist ?

Deinen Hinweis das man die Chemische Schädlingsbekämpfung besser Fachleuten überlassen sollte deute ich als einen Hinweis auf ernste gesundheitliche Gefährdungen für den Laien und stimme dem auch auf jeden Fall zu. Allerdings sollte sie für einen ausgebildeten Chemielaboranten / Chemotechniker mit anwendungstechnischer Erfahrung eigentlich keine besondere Gesundheitsgefährdung bergen, ist man ja gübt im Umgang mit Hochtoxischen Chemikalien aller Art und weiß sich dagegen zu schützen.
Was ich aber nicht weiß ist, wie man entsprechende Behandlungen handwerklich korrekt durchzuführen hätte.Von daher würde ich, für den Fall das soetwas notwendig sein sollte, ohnehin einen Fachmann zu Rate ziehen.

Der Umgang mit Borsalzlösungen stellt für mich kein Problem dar oder gibt es abgesehen von einer möglichen Gesundheitsgefährdung noch weitere kritische Punkte die bei der Applikation beachtet werden sollten ?


Gruß

Horst



Keine Zwischensparrendämmung



wenn das Dachgeschoss nicht ausgebaut werden soll!
Das bringt nur Nachteile!
1. höhere Matarialkosten wegen grösserer zu dämmender Fläche
2. das beheizte Volumen des Hauses wird unnötig hoch gehalten
3. man verbaut sich die freie Sicht auf den Dachstuhl
4. viele potentielle Fehlerstellen beim Anbringen der Dampfbremse

Dämmen Sie statt dessen lieber die oberste Geschossdecke.
Sparen Sie sich Geld und potentiellen Ärger.