Pferdestallbau

15.07.2009



Guten Abend,

gerne würde ich für meine Pferde einen Offenstall bauen. Er soll die Maße 9m auf 11m haben und zu einer langen Seite hin komplett offen sein. Entlang der gegenüberliegenden langen Seite soll ein abschließbarer Raum (Maße: 2m auf 5m), in dem Gerätschaften ihren Platz bekommen sollen, errichtet werden. Der Stall soll ein Pultdach aus Wellblech bekommen (hinten 3m vorne 3,50m). Der Stall soll nicht frei tragend sein, d.h. im Bereich der Pferde sollen dicke Pfosten oder Baumstämme das Dach mittragen. Hat jemand von euch so etwas (ähnliches) schon einmal gebaut oder Ideen dazu? Ich freue mich über jede Antwort!

Herzlichen Dank und viele Grüße,
Cornelia



Pferdestallbau



Ja, haben wir!

Antwort ist unterwegs.

Grüße aus Bernburg,
Anton Spitz





Hallo Cornelia
Habe ich bei mir auf der Weide stehen.
Aus geschälten Fichtenstämmen. Verzapft. Bis zu diesem Baustadium noch komplett ohne Nägeln. Rundholzfachwerk.
Soll bei mir zum lagern von Feuerholz dienen, würde aber auch unsere Pferde nutzen.
Gruß Jürgen



Pferdestallbau



Guten Morgen,

vielen Dank für die schnellen Antworten. Ich freue mich!
@Jürgen: würde mich über weitere Infos freuen, sofern du Lust und Zeit hast mir einen Plan oder Photos zu schicken. Am besten über Email...

Viele Grüße und einen schönen Tag,
Cornelia



Hinweis,



ich gehe davon aus, dass ein solcher bau Genehmigungspflichtig ist. Hinzu kommt noch, dass nur Landwirte die Erlaubnis haben im Außenbereich zu bauen. Zumindest ist das bei uns in NRW so. Ein gespräch mit dem Bauamt macht also Sinn.



Pferdestallbau



Danke. Schon in Arbeit!
Viele Grüße



Offenstall



Hallo Carmen
Ich habe mich an einen befreundeten Bauer gewand, der auch einen Tannenwald hat. Bin dann mit ihm in den Wald gefahren und habe mir Bäume ausgesucht. Habe diese gefällt und entastet. Dann auf 7 Meter Längen geschnitten und die meisten dort geschält. Alles unter 10 cm Durchmesser habe ich im Wald gelassen.Dann haben meine Nachbar und ich die Stämme mit den Trecker und Anhänger zu unserer Weide gefahren.
Dort haben wir dann die Stämme vermessen. Ich habe 40€ für den Kubikmeter Holz bezahlt. Gefällt und gerückt hätte der Kubikmeter 60€ gekostet. Das gab einen Meterpreis von 78 cent.
Das Fundament sind Klinker. Mit ihm habe ich das leicht Gefälle des Grundstücks ausgeglichen.
Dann wurden die Schwellbalken gelegt. An den Auflagestellen von unten abgeflacht damit sie nicht mehr rutschen.
Das ganze wurde dann ausgerichtet Höhe und Winkel.
Dann habe ich mir eine Dachlatte als Streichmaß genommen und an den ersten Ständer einen Zapfen geschnitten.
Dieser Zapfen wurde nun auf den Schwellbalken übertragen und das Zapfenloch mit einer Kettensäge geschnitten. Dann wird der Ständer provisorisch in das Zapfenloch der Schwelle gesteckt und mit einem Zirkel das Rundung des Schwellbalkens übertragen. Der Zirkel dient hier wie ein Streichmaß. Ständer wieder rausziehen und Zapfen nachschneiden.
Das ganze wird mit dem zweiten Ständer der Brücke genauso gemacht.
Dann werden die Höhen für den Firstbalken genommen. Dieser wird nach dem gleichen Prinzip wie der Schwellbalken verzapft. Nur das du das ganze auf dem Boden machen kannst.
Nun die diagonalen Riegel. Die Arbeitsweise ist die gleiche. Auch hier alles auf dem Boden. Mann könnte auch auf dem Richtplatz sagen.
Bei den ganzen arbeiten müssen die unterschiedlichen Balkenstärken der Schwelle und Fette ausgeglichen werden. Sonst wird das nachher mit den Sparren und Dachlatten nix.
Wenn du nun genau gearbeitet hast kannst du die erste Brücke aufstellen.
Bei der Zweiten bis Vierten ist die Arbeitsweise die gleiche. Bevor du jedoch die Zweite und weiteren Brücken aufstellst müssen die Riegel zwischen den Brücken hergestellt werden. Technik siehe oben. Die Zapfen werden durch die Ständer geführt und dann auf der abgewandten Seite mit einem Keil durch ein Loch gesichert.
Das ganze gibt eine erstaunlich stabile Konstruktion.
Mein Unterstand ist 3 Meter breit und 6 Meter tief. Ich werde in 3 Meter Abstand das gleiche nochmal bauen und die beiden Unterstände mit vier Fettenbalken und einem eingezapften Schwellbalken verbinden. Dann ist der Bau 9 Meter breit und 6 Meter tief. So kann ich herrlich Holz lagern und meinen PKW Anhänger unterstellen.
Bei bedarf ist das ganze bis zur Grundstücksgrenze zu verlängern. Fast ne Modulbauweise. Und sogar Abbaubar und woanders wieder aufzustellen.
Damit ich bei Schlagregen keinen so starken Wassereintritt habe wird mein Dach ein 3/4 - 1/4 Satteldach, wobei der kurze Teil sehr steil steht. In Anlehnung an den Nachbarschuppen. So kann ich die vordere Traufen tiefer ziehen, als bei einem Pultdach. Im Firstbereich werde ich den langen Dachteil über den kurzen führen. So spare ich die teuren Firstpfannen und habe noch eine gute Be und Entlüftung nach oben.
Das mit der baugenehmigung hat mein vorSchreiber ja schon erwähnt.
Das ganze ist bei mir mehr eine Herausforderung. Ist recht günstig, aber sehr arbeitsintensiv. Nachher kann ich aber von mir behaupten das ich im Stande bin einen Schuppen aus Bäumen zu bauen und das ganze fast ohne Metall. Finde den Gedanken für mich einfach reizvoll. Und das Ergebnis ist sicherlich ansehnlich auch wenn er ziemlich abseits steht.
Bei weiteren Fragen nur zu.
Gruß Jürgen