Dachlatten verstärken oder Neueindeckung?

25.02.2007



Hallo,
irgendwie ist meine Frage von gestern verschwunden, deshalb stelle ich sie einfach noch einmal:
Das Dach des 150 Jahre alten Vierständerfachwerkhauses, das wir kaufen wollen (ehemals Reetdach, jetzt mit Tonpfannen eingedeckt - genaues Alter unbekannt, maschinell hergestellt, Pfannen mit Mörtel befestigt), sieht übel aus. Insgesamt stark wellig, von außen löchrig und stark bemoost, von innen Siebcharakter.
Nach Meinung dreier Fachleute sind die Latten hinüber, der Dachstuhl insgesamt aber ziemlich in Ordnung. Was die Deckung betrifft, scheiden sich die Geister.
Ein Dachdecker erklärte, dass nicht nur Lattung, sondern auch die Pfannen zwingend neu gemacht werden müssen.(Die Balken stehen nah genug beieinander, um dies problemlos durchzuführen.)Ein Architekt schlug dagegen vor, einfach die Latten so zu verstärken, dass sich die Tondeckung wieder aufrichtet, indem die Wellen herausgedrückt werden. Das Dach wäre dann zwar nicht schneedicht, würde aber noch einige Jahre halten.Diese Lösung fanden wir hervorragend. Einmal aus finanzieller Sicht, eine Neueindeckung liegt bei 30 TE,zum anderen, weil wir uns um Bestandserhaltung bemühen und ein altes Dach schön finden.
Nun erklärte uns aber ein befreundeter Zimmermann mit viel Erfahrung, dass er dieses Vorgehen für immens risikoreich hält, weil die Deckung ihre eigene, verquere Ordnung entwickelt hätte. Einige Pfannen fehlen, andere liegen schief, dazu sind sie wie gesagt mit Mörtel befestigt, weswegen man sie nur schwerlich gerade rücken kann. Er vermutet, wenn man die Wellen herausdrückt, wird die ganze Tondeckung nicht nur zu sehr in Bewegung, sondern vor allem auch unter Spannung geraten und höchstwahrscheinlich abstürzen. Dazu fand er die Tonpfannen zu bröselig (vom sauern Regen), als dass sie noch lange halten können.
Obwohl uns die Lösung des Architekten mit der Dachlattenverstärkung die Liebste ist, sind wir jetzt stark am Zweifeln. Daher die Frage: Hat hier jemand schon mal ein altes, welliges und vermörteltes Tondach durch Herausdrücken repariert? Wie groß sind die Chancen, dass so etwas funktioniert? Und wenn es funktioniert - wie lange kann das halten?



Hast Du kein Mausrad? ;-)



steht doch noch da!
inzwischen 7 Beträge tiefer
und ich warte noch auf Antworten
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Grüße



Tatsächlich, da ist es!



Guten Morgen und danke für die Antwort und für den Hinweis. So langsam steige ich hinter den Aufbau des Forums...
Also: Eine spezielle Kostenangabe für die Aufrichtung des Daches haben wir noch nicht - diese Kosten sind in der Kostenschätzung des Architektes für die Gesamtsanierung der Gebäudehülle eingebunden. Ich denke nicht, dass sich der Architekt auf eine Gewährleistung für das Dach einlässt - das würde ich an seiner Stelle auch nicht machen. Wir hoffen natürlich, dass eine Reparatur die Neueindeckung um mindestens 10 - 15 Jahre herauszögern kann. Zeigt eine Bemosung der Pfannen an, dass sie für diese Hoffnung ohnehin zu stark geschädigt sind? Bilder habe ich leider nicht.