Geckpfahl

28.07.2004



Ist vielleicht nicht ganz so wichtig...
...aber ein Geckpfahl gehört doch drauf!

Wo kriegen wir den her? Oder wenn wir den selbst machen, worauf müssen wir achten? (Holz, Aussehen, etc.)

Vielen Dank für die Hilfe im Voraus
Bärbel und Harald



Für welche Region denn?



Allgemein kann ich auf folgende Forenanfragen verweisen:
Forumeintrag-Eintrag

---Forenreferenz-----------
Giebelverzierung -
Die Giebel alter niedersächsisch / westfälischer Fachwer-Bauernhäuser tragen oft Pferdeköpfe (im holländischen Friesland Schwäne). Mal schauen sie voneinander weg, mal blicken sie sich an. Auf manchen Giebeln ragt ein zepterähnliches Gebilde.
Irgendjemand sagte mir vor Jahren, dass man anhand der Art des Giebelschmuckes erkennen konnte, welchen Rang der Hofbesitzer innerhalb des Stammes hatte.
Wo kann ich genaueres darüber erfahren? mehr ...
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und Forumeintrag-Eintrag

---Forenreferenz-----------
Pferdeköpfe an Fachwerkhausgiebeln -
Hallo,
mich würde mal interessieren, was die Pferdeköpfe an manchen Fachwerkhäusern (am Giebel)zu bedeuten haben, und was hat es auf sich, daß sich die Köpfe manchmal ansehen und dann wieder bei anderen Häusern abgewand sind. Vielen Dank im Voraus, ein Fachwerkhausfan mehr ...
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Geck und Jeck hören sich sehr nach Karneval an, wie sieht denn so ein Schmuck bei Euch aus?

Wenn Ihr ein Profil anlegt und mehr Informationen dadurch zur Verfügung stellt, dann kann man auch spezifischer antworten :)

Liebe Grüße
Heide



@ Heide Köller



Moin Heide,

der senkrecht aufragende Schmuck heißt in einigen Gegenden tatsächlich Geckpfahl. Ich weiß allerdings nicht, woher der Name kommt.
Im Wendland ist auch der Name Wendenknüppel geläufig.

Gruß aus BS
Bernd



Geckpfahl



Ich habe mir mal in Dänemark erklären lassen, - dort sieht man das sehr häufig-, dass ein solcher Pfahl früher von den Kapitänen am Heck des Schiffes gefahren wurde. Vorher wurde der in der Kirche geweiht und sollte somit vor allem Übel bewahren. Wenn die Kapitäne dann an Land gingen wurde der Pfahl an den Giebel genagelt.



Was wir alles in der Bilddatenbank haben!



GeckpfahlVielleicht mal bei Holzbau von A - Z Brüggemann + Kube Zimmerei (Profil über das Bild erreichbar) nachfragen.



Ah, endlich ..



.. wissen mal welche was mit dem Begriff Geckpfahl anzufangen , da kam ich mir schon ganz exotisch vor !
Geckpöhls baut der Zimmmerer oder in unserem Falle die Zimmermeisterin !Das Aussehen kann von klassischer Rosen-,Windkugel oder Morgensternform bis zum dadaistischen Zumutung reichen , angeblich hat ein bekannter Karikaturist einen Geckpfahl in Pümpelform ( muss ich nicht erklären ,den Pümpel , ne ? )..Unseren hat Hartmut stöpler ja dankenswerterweise schon hier eingefügt !
Gruss Jürgen Kube



@Brüggemann+Kube



War da nicht mal ein Lexikonbeitrag angedacht? Ich erinnere mich so dunkel.

(Am Rande, wer schreibt denn eigentlich hier? Anne oder Jürgen ;-))

Nachtrag: Frage oben hat sich, durch Beitrag noch weiter oben, erledigt.



Sti(e)l-Richtungen



Da stellen sich doch gleich noch weitere Fragen:

1. Ist ein Pümpel dadaistisch, realistisch oder bei aktuellem Einsatz schon wieder post-modern – oder ... ?

2. Wie wurde eigentlich der Pümpel von T. angebracht? Stiel nach oben oder unten? Wenn „nach unten“, ergibt sich doch noch ein herrlicher Zusatznutzen. Die Vögel können das Ding als Badewanne benutzen – so kommt doch bestimmt etwas Leben aufs Dach ;-) Oder wurde da etwa die Badewanne angebohrt ???

Bevor wir aber nun aus lauter Geschichts- und Kultur-Interesse die ursprüngliche Fragestellung vergessen: Irgendwie scheint doch klar zu sein, daß das „DING“ aus Holz sein sollte !!!! ?

Aber welches Motiv? Zwischen regional-typisch und höchst-persönlich ist hier wohl alles möglich.
Aber denkt bei allem an die „lieben Nachbarn“. Die wissen so etwas schon zu deuten – und das ist häufig nicht die eigene Intention.

Grüße aus BS



immer noch geckpfahl...



haben inzwischen unser profil ausgefüllt... also unser haus steht im nördlichsten ostwesfalen, von 3 seiten von niedersachsen umzingelt. unsere nachbarn haben größtenteils pferdeköpfe auf dem einen giebel, meistens auf dem anderen einen geckpfahl. dieser ist (nach der gerüchteküche) aus einem bestimmten holz, und weist ein bestimmtes Muster auf. außerdem soll er außer der schutzfunktion auch irgendwie eine abschlußfunktion v. reeddächern haben.
aber nichts genaues weiß man nicht... deshalb haben wir hier nachgefragt, da wir auch mit als erstes das dach machen müssen, ist das jetzt schon ein thema...





Guten Tag,
leider weiß ich nicht welche Holzart traditionell bevorzugt war, im Raum südlich der Ruhr sind Geckpfähle selten, wenn sie vorhanden sind, sind sie in der Regel aus Eiche. Eine Funktion im Zusammenhang mit Reet/Strohdächern hört sich interessant an. Hoffentlich weiß irgendjemand darüber genaueres. Ich würde als Material wg. der Dauerhaftigkeit Eichenkernholz oder Robinienkernholz empfehlen. Robinie wird schwerer zu bekommen sein als Eiche. Bei der Gestaltung kann man sich ja an Mustern aus der Umgebung orientieren, wichtig ist dass die Wasserführung gut durchdacht wird. Es darf nirgendwo Wasser auf geraden Flächen stehen bleiben oder in Spalten der Dachkonstruktion geführt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Arnold



@hartmut stöpler



jaja, Lexikoneintrag wird gemacht , chef ;)!! "Geckpfahlsammlung" wäre lustig - www.geckpfahl.de ?
@Ulrich arnold : Eiche + sonst nix ..



ähnliche Rubrik?



Bei uns in der Lausitz und vielleicht auch anderswo findet man vielfach diese Art von Giebelschmuck, welcher als "Schutz" vor Blitzschlag dienen sollte.

MfG der Lehmbauer



Kam mir irgendwie bekannt vor



Hallo Udo,

habe dazu noch folgenden Text gefunden:

"Häufig werden die Pferdeköpfe auch als Nachfolger der wachenden, drohenden Löwen, Drachen oder

Schlangen

angesehen, die früher als Verzierung an vielen Torständern zu sehen waren. Als im Laufe der Zeit die Formen dieser Tiere immer abstrakter wurden, sollen diese dann schließlich als Pferdeköpfe gedeutet worden sein. Noch im 16. Jhd. haben abergläubische Menschen Pferdeschädel auf Stangen neben ihren Häusern aufgestellt, im Glauben an eine Segen bringende und Unheil abwehrende Wirkung von Tierschädeln."

Schaunmermal wie's weitergeht.

Gruß aus BS
Bernd



Narreteien



Hallo Heide

Du hast natürlich recht mit deinem Eindruck, dass dieses "Geck" sich nach Karneval anhört.

Das Wort "Geck" stand im 14. Jahrhundert für den "Hofnarren".
Der reinländische Begriff "Jeck" leitet sich auch aus diesem Wort ab.
Siehe auch etymologisches Wörterbuch von Kluge.

Warum dieser "Narren-Pfahl" auf das Haus gesetzt wurde weiss ich nicht.
Aber es gab auch verschiedene z.T. glaubensbedingte Bewegungen die die Welt als "Narrenschiff" betrachteten, was mir nun gar nicht so abwegig erscheint.

Sebastian B r a n d "Das Narrenschiff" Zitat:
Vil narren doren kumen dryn Der bildniß jch hab har gemacht Wer yeman der die gschrifft veracht Oder villicht die nit künd lesen Der siecht jm molen wol syn wesen Vnd fyndet dar jnn wer er ist.


Gruß

Lutz Parisek



Nochmals Geckpfahl



Hallo in die Runde,
wer noch einmal einiges über dieses Bauteil nachlesen möchte, dem wird der jüngste "Holznagel" 1 /2005 empfohlen. Auch das Titel-Abbildung bezieht sich darauf. Auf den Seiten 18 - 26 steht ein etwas ausholender Beitrag von Dietrich Maschmeyer mit zahlreichen Abbildungen (Fotos und Zeichnungen) unter der Überschrift "Geckpfahl - Husbarant - Brantstang - Ein rätselhafter Dach-Schmuck (?)"
Viel Freude beim Lesen wünscht
D.Fr.





Besten Dank für die Diskussion unseres zukünftigen Geckpfahles. Wir haben uns für die "dadaistische" Version
entschieden. Wenn fertig, reichen wir Photo nach.