Verschalung von Bootshauspfählen

11.04.2011



hallo,
ich hoffe irgendjemand kann mir eine halbwegs verlässliche aussage zu meinem vorhaben machen.
ich habe ein bootshaus, dass auf ca 8 m langen holzpfählen steht.
leider fangen einige pfähle auf höhe der wasserschwankungsgrenze an zu verfaulen.
jetz habe ich gehört, dass ein nachbar die pfähle mit Beton verschalen möchte.
dazu schneidet er wasserrohre auf und legt sie um die holzpfähle. das Rohr wir nur leicht eingeschlagen und dann mit schellen zusammengehalten.
dann wird trockenbeton in das rohr gegossen und fertig.

die pfähle sollen auf diese weise "konserviert werden", da nun kein Sauerstoff mehr an das Holz kann und somit eine verrottung verhindert wird.
ausserdem kann man das so oft man will wiederholen, falls doch mal was abzusacken droht.

kann das eurer meinung nach funktionieren. wenn, dann möchte ich es so schnell wie möglich auch tun, solange ein großteil der pfähle noch gut in schuss ist.

vielen dank für eure meinungen.



Interessantes Vorhaben, aber...



Von der Theorie her nicht ganz abwägig, die Sauerstoffzufuhr zu minimieren, damit der Holzabbau durch Pilze verzögert oder teilweise unterbunden wird.

In der Praxis erscheint es mir aber ein Verschieben der Problemzone zu sein. Egal wie hoch Sie den Betonmantel ziehen, es wird immer einen Bereich geben, der feucht genug aber nicht zu nass ist, dass er verfaulen wird. Und: es gibt keine Kontrollmöglichkeit der Holzsubstanz mehr. Erst wenn das Bootshaus absackt, merken Sie, dass da etwas "faul" ist.

Ich könnte mir aber vorstellen, das damit etwas Zeit gewonnen werden kann, da möglicherweise der Bereich der Wasserschwankungsgrenze so nass wird, dass weniger Sauerstoff an die bisher geschädigte Fäulniszone herankommt und damit der Schadprozeß verlangsamt wird.


Gruß
Boris Blenn



ich dachte,



dass durch die Verschalung die sauerstoffzufur vollkommen untebrochen wird.
der Pfahl wird nach oben hin durch das beton luftdicht abgeschlossen und nach unten endet der pfahl ja im wasser. der verrottungsprozess wird doch aber nur durch sauerstoff verursacht oder? folglich dürfte der prozess ohne sauerstoff gestoppt werden. was ich so schlecht einschätzen kann ist, wie sich das Feuchte holz unter dem beton verhält. das macht mir sorgen. ich erhoffe mir auch durch die umschalung zusätzliche stützkraft, die einen angeschlagenen pfahl teilweise ersetzen kann.



ich



könnte mir vorstellen, daß ein porenfreier, dichter Beton im Wasserbereich nicht ohne Probleme herzustellen ist. Und zum Schütten braucht man auch einen gewissen Querschnitt, damit der Beton auch später nicht bricht. Da nicht nur Druckkräfte von oben wirken (Stoß), müsste der beton auch seitliche Kräfte aufnehmen ohne Risse zu bilden - Bewehrung ?? Dann kommt wieder die Mindestbetondeckung in Gespräch. Ein Versuch an einem einzelnen Pfahl im Wasser würde wohl Klarheit schaffen.



Holzpfahl im Betonmantel



Ist ein dünner Betonmantel mit einem aufgeschnittenen Kunststoffrohr als verlorenen Schalung denn ausreichend luftdicht? Fraglich. Sicherlich abhängig von der Betonstärke und dem Durchfeuchtungsgrad. Außerdem wird irgendwo an den Pfählen das Bootshaus befestigt sein, und da wird der Betonmantel unterbrochen sein.

Olaf hat ja schon die Probleme beim Betonieren angesprochen. Sollten sie die Kunststoffrohre wieder entfernen wollen (wahrscheinlich eine optische Notwendigkeit), bricht Ihnen der Beton möglicherweise im nächsten Jahr wieder weg. Und vertikale Lasten können allenfalls über Mantelreibung auf den ungeschädigten Bereich des Pfahls unter Wasser übertragen werden, selbst wenn Sie bis zum Grund des Sees betonieren.