Pfahlgründung bei Bootshaus

01.08.2007



Hallo Gemeinde....

Meine Eltern haben ein Bootshaus bekommen und wollen dies nun ausbauen.
Leider sind verschiedene Pfähle durch ein ungeschicktes Bootsmanöver zerstört und vom Vorbesitzer schlecht repariert wurden.

Wie kann ich bei der Erneuerung der Pfähle vorgehen?
Laut des Vorbesitzers sind die Pfähle ca. 4- 5 Meter im Erdreich.
Da die tiefste Wasserstelle ca. 2,5m beträgt benötige ich ca. 8 Meter lange Pfähle.
Ich wollte alte Telegraphenmasten verwenden. Oder mir mit Absprache des Örtlichen Forstes frische Bäume zu schlagen.
In wie fern kann ich die Pfähle noch behandeln um sie Witterungsbeständiger zu machen?
Dachte daran die Pfähle komplett mit Teer zu Streichen und zusätzlich noch im Bereich der Wasserkante mit G200 ab zu schweißen. Oder ist das schon wieder zu viel des Guten?

Wie bekomme ich die riesen Pfähle ohne schweres Gerät in den Boden.
Hatte mal was von eindrehen gelesen. Aber geht das denn so ohne weiteres?

Vielen Dank für eure Hilfe...

Lg Fischi



Pfahlgründung beim Bootshaus



Eine Pfahlgründung einzubauen ist nichts für Laien und für Selbstbauer.
Frag bei den Nachbarn nach, welche Firma für Rammarbeiten in der Nähe ist oder schau in die gelben Seiten.
Mit ein paar frischen Stämmen aus dem Wald und etwas Schweißbahn hast Du keine Rammpfähle, mit einem Hämmerchen kann man die auch nicht einschlagen.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Pfahlgründung bb



Hallo
Teer im Wasser würde ich mich auch nicht trauen. Kan glaub ich richtig teuer werden.
Gruß Jürgen



Pfahlgründung



Gottseidank ist alte DDR-Chemie dank Braunkohle-Teeröl-Verbotsverordnuhng seit 1989 vom Tisch. Wenn Sie damit an ein Gewässer gehen, packt Sie der Staatsanwalt ! Und zwar wegen umweltgefährdender Gewässerverunreinigung. Der Weg geht direkt in das Gefängnis, nicht über Los, und Geld kann auch noch eingezogen werden.

Das Verbiegen von Pfählen ist bei Skippern, besonders bei denen mit zu breiten Booten, überaus beliebt, ohne das diejenigen oft allzuviele Gedanken dazu machen, welchen Schaden sie gerade angerichtet haben. In jedem Fall ist sowas ein Versicherungsschaden, also die Verursacher zur Kasse bitten !

Wenn Sie aber auf die anfälligen Holzpfähle, es geht sowieso nur mit Wasserbauhölzern, durch dickwandige Stahlrohre ersetzen, können Sie die Rohre selber einsetzen und zwar einspülen und drehen. Ansonsten gilt das von meinem Vorschreiber gesagte: Firma beauftragen.

Grüße vom Niederrhein
Dietmar Beckmann





Vielen Dank für eure Hinweise und Ratschläge...

Die Teergeschichte sehe ich Teerwasser gibt’s schon genug bei Tankerunfällen...

Eine Firma kann doch aber auch nicht mehr vor Ort ausrichten als ich und ein paar Leute mit eindrehen da man dort nicht mit schwerem Gerät arbeiten kann. Bei dem Bootshaus handelt es sich auch nicht um einen Massivbau sondern um einen einfachen Holzbootsschuppen der drei mal unterteilt ist die Grundfläche beträgt 13x10 Meter wobei wir den mittleren Teil nutzen und uns 4,30x10 Meter zur Verfügung stehen.

Die Pfähle haben alle ca. 20 cm Durchmesser.... Eckpfähle liegen ca. bei 35 cm.
Die Bootshäuser selber wurden um 1970 erbaut und damals war es doch auch möglich mit geringen mitteln die Pfähle zu setzen.

Betonvariante sehe ich persönlich komplizierter als die Holzvariante.
Erschwerend kommt hinzu das weder fließen Wasser noch Strom verfügbar ist....
Ist eben doch bissel verzwickt.
Würde mich freuen wenn Ihr noch paar Ideen habt wie ich die Pfähle etwas Witterungsbeständiger machen und letztendlich doch selber setzen kann….

Lg Fischi



Pfahlgründung im Bootshaus



Lieber Fischi,
da Du anscheinend von der Heimwerkelei nicht abzubringen bist, gebe ich Dir jetzt die von Dir gewünschte Anleitung zum Selbermachen:

1. Material
Als Holz solltest Du Dir Teak oder Eichenstämme besorgen, astfrei und gerade gewachsen.
Für den Holzschutz brauchst Du ein zugelassenes Holzschutzmittel vom Typ E (Für Holz mit extremen Beanspruchungen wie Erd- und Wasserkontakt). Die sind zwar nicht frei verkäuflich und dürfen nur von zugelassenen Betrieben verwandt werden, aber diese bürokratische Hürde meisterst Du sicher.
Dann mußt Du dieses Holzschutzmittel IN das Holz bringen (nicht nur auf das Holz, Streichen nutzt nichts). Am besten geht das mit Druckimprägnierung. Ich hoffe, Du hast einen passenden Druckkessel zu Hause stehen, ansonsten versuch es einmal bei Ebay.
Wenn Dir das zu aufwändig ist, lass es weg, ein paar Jahre halten die Pfähle auch so.
Nach dem Holzschutz brauchst Du passende Rammschuhe und Rammhauben. Auch hier empfehle ich Dir Ebay oder Du schmiedest und schweißt Dir so was selber.

2. Einbau
Zum Einbau benötigst Du einen Ponton, ca. 10 - 15 m lang, mit Ankergeschirr und Kranaufbau sowie einem Mäkler (Das ist so ein langes Ding, in dem der Pfahl gehalten wird.
Vielleicht kennst Du ja einen Freund, von dem Du Dir sowas mal ausborgst, für einmal nutzen so was selber zusammenschweißen ist doch zu aufwändig.
Dann brauchst Du eine Leiter und einen großen Hammer (so um die 500 kg), mit dem Du den Pfahl von oben einschlägst.
Falls Dir das zu mühsam ist, beschaff Dir eine Dieselramme; die NVA- Pioniereinheiten hatten so was samt Ponton, vielleicht kriegst Du irgenwo billig noch eine, die funktioniert.
Nach dem Rammen die Köpfe schön bündig schneiden, das wars denn auch schon.
Viel Spaß beim Selber machen!

Georg





Hallo
ich habe selbst ein Bootshaus und über mehrere Jahre beobachtet, wie meine Nachbarn mit Feuerwehrtragkraftspritze und großem "Personalaufwand" die neuen Holzpfeiler eingespült haben. Die Holzpfeiler wurden mit 4-5 Personen in ein mit einem C-Rohr und Lanze vorgespültes Loch eingedrückt und dann unter dem Träger auf Länge abgeschnitten und eingepresst. Letztendlich sind die Häuser im Nachgang immer etwas abgesackt und allesamt nicht mehr waagerecht. Eine Alternative dürfte aus meiner Sicht das Einspühlen von z.B. KG-Rohren (Durchmesser der Rohre je nach Abstand und statischen Erfordernissen) und das Auffüllen der KG-Rohre mit "Unterwasserbeton" sein. Das Einspülen der leeren KG-Rohre kann man mit einer kräftigen Baumarktgartenpumpe (ca. 1300 Watt) selbst erledigen. Ich habe das erfolgreich ausprobiert. Zuerst habe ich den Deckel aufgebohrt und mit zwei 3/4' Kugelhähnen und Schlauchanschlüssen vom Baumarkt versehen und dann auf das Rohr aufgesetzt. Das mit Druck einfliesende Wasser spühlt bei leichten Drehbewegungen des Rohres den aufgespühlten Boden unter dem KG-Rohr heraus und seitlich nach oben. Über den zweiten Kugelhahn läßt man die im Rohr befindliche Luft heraus. Bei der Verwendung von 2m KG-Rohr kann man je nach Baufreiheit wetterunabhängig vom Inneren des Bootshauses aus arbeiten. Je nach erforderlicher Gründungstiefe wird dann der Deckel abgezogen und ein weiteres Rohr aufgesteckt und sicherheitshalber im Übergangsbereich mit kurzen Schrauben arretiert. Ist das KG-Rohr tief genug drin, dann muss es mit einer Gartenpumpe mit Saugkorb (hier reicht eine schwächere Gartenpumpe aus) leergepumpt werden. Den Unterwasserbeton (DIN für Unterwasserbeton beachten) einfüllen, das Rohr auf die erforderliche Höhe hochziehen und ein Riffeleisen als Armierung einschieben. Oben drauf kann z.b. ein handelsüblicher Mettalfuß mit Höhenverstellmöglichkeit zur Aufnahme des Holzbalkens (Ringanker) einbetiniert bzw. nach dem Aushärten des Betons aufgedübelt werden. Sollten doch noch Setzungen auftreten, so kann man mit dem Metallfuß, passendem Schlüssel und einer Laserwage die Höhe jederzeit korrigieren. Bei meinen Recherchen zu diesem Thema konnte ich jemanden ausfindig machen, der erfolgreich sein Bootshaus mit 40 cm KG-Rohren und Beton saniert hat und darauf schwört, weil er damit jetzt ewig Ruhe hat.
Uwe



Pfahlgründung bei Bootshaus



Hallo Uwe,

freue mich das du dir die Mühe gemacht hast mir eine Möglichkeit aufgezeigt, die für mich zu realisieren wäre.
Werd mir da auf jeden Fall nochmal Gedanken dazu machen.
Bin ich mir noch etwas unsicher bedingt durch knapp 8 Meter Pfahlhöhe. Zumal ja in Deutschland Betonpfähle eher nicht häufig vorkommen.
Von einspülen von Pfählen halte ich auch nix, da die Bodenfestigkeit durch das Spülen auch noch knapp einen Meter unter dem Phal zu wünschen übrig läst.
Deswegen treten auch bei vielen Setzungen auf.
Hatte jetzt schon die Idee mir Eisenschuhe und eine Vorrichtung Schweißen zu lassen auf den ich einen Stampfer (Rüttler) setze mit dem ich dann die Pfähle ramme.
Klingt recht abenteuerlich ist aber derzeit die einzige andere Idee / Alternative zu der von dir beschriebenen Möglichkeit.

Vielen Dank nochmal für die Mühe

LG Fischi



Pfahlgründung mit KG Rohren



Hallo!
Bin auf der Suche nach Informationen über die Pfahlgründung beim Bootsschuppenbau hier im Forum pfündig geworden. Mich interresiert besonders der Beitrag von Uwe (7.1.08),das Prinzip mit den KG Rohren.Ich habe einen alten Bootsschuppen gekauft und muß die Pfähle erneuern.Ich würde mich freuen wenn ich noch mehr Informationen über diese Variante bekomme.Wenn Uwe seine Telefonnummer an Herrn Stöpler mailt dann schickt er sie mir per Mail weiter(laut telefonischer Absprache).Ich würde mich freuen wenn es zu einem Kontakt kommt. W.Gest



Pfahlgründung



Ehe Sie sich mit solchen abwegigen Hirngespinsten (klingt hart, aber ist so) beschäftigen, fragen Sie lieber jemand, der davon wirklich Ahnung hat.
Das sind Tief- und Wasserbauer, stehen im Branchenbuch.

Viele Grüße



Noch ein kleiner Hinweis...



...Telegrafenmasten gelten mittlerweile (wie auch Eisenbahnschwellen, so sie denn die entsprechende Imprägnierung aufweisen) als Sondermüll und müssen für teuer Geld entsorgt werden.
Eine Verwendung im Wasserbau sollte diese Tatsache ausschließen (von den rechtlichen Folgen mal ganz zu schweigen).

Beim örtlichen Forstamt könnte man tatsächlich entsprechendes Holz bekommen.

Diese Stämme sind dann aber "handverlesen" und sollten der Sorte "Rammpfähle" entsprechen.
Vorzugsweise Lärche oder Eiche.
Diese Sorte hat sehr enge Kriterien, da die Stämme eben ganz spezifischen Bedürfnissen entsprechen müssen (zweischnürig gerade, astfrei, Mindestdurchmesser, etc.).

Das heißt, diese Stämme sind recht selten und werden im allgemeinen vor der Fällung ausgesucht, da die Nachfrage danach sehr gering ist und ein Einschlag von Rammpfählen im "Vorhinein" nicht lohnend ist.
(frei nach dem Motto: Ein Baum der hat Äste, das ist das Beste, denn wäre er kahl wär´s ein Pfahl).

Aber möglich ist der Bezug dort.

Wie die Dinger dann eingebaut werden, weiß ich auch nicht. Einfach wird das in Eigenleistung aber sicher nicht (wenn nicht gar unmöglich bei 4-5 Meter "Einschlagtiefe")

Grüße
Martin

P.S.: Das der Beitrag mal schlapp über ein Jahr alt ist, ist mir mal wieder "entglitten". Aber macht ja nichts, die Infos sind aktuell ;-))



Pfahlgründung



Da diese Frage nicht totzukriegen ist, muß ich wohl doch etwas zur Problematik Pfahlgründung schreiben:

Es gibt grundsätzlich 2 Arten von Pfählen in solchen Gründungen:

- Rammpfähle
Hölzerne Rammpfähle werden seit alters her dafür eingesetzt.
Eingeschlagen werden sie mit schweren Rammgewichten, früher per Hand, dann mit mechanischen Rammen. Das Gewicht wird dabei an einer langen Führungsschiene nach oben gezogen und fallen gelassen.
Heute werden Pfähle eingerüttelt oder gepresst. Dafür gibt es spezielle Anbaugeräte für Bagger.
Mit der Hand kann man nur kleine Pfähle einsetzen, braucht dafür aber ein Führungsgerüst für den Pfahl und eine Führung für das Rammgewicht mit Seilzug. In tieferem Wasser braucht man zusätzlich einen Ponton als Arbeitsplattform.
Mit einem Hämmerchen auf der Leiter stehen und oben auf einen mehrere m langen Holzstamm klopfen ist abwegig, ebenso einen Elektrostampfer dafür einsetzen zu wollen.
Wer so was glaubt, hat in Physik geschlafen (Impulserhaltung).
Holz eignet sich für kleinere Pfähle immer noch am besten, es kann nach Erreichen der erforderlichen Tragfähigkeit (das Rammen wird protokolliert, das Verhältnis Schlagzahl/Eindringtiefe definiert die Tragfähigkeit), auf Länge abgeschnitten werden.
Holz kann Schläge gut wegstecken, ähnlich wie Stahl.
Beton ist nicht so gut zum Rammen geeignet, das Gefüge kann gestört werden (Risse). Außerdem lassen sich Betonpfähle nicht so einfach auf Länge schneiden.

Rammpfähle tragen auf Grund der Verdichtung, die der Boden um die Pfähle herum erfährt (Mantelreibung). Die Reibung zwischen Pfahloberfläche und verdichteten Bodenteilchen sorgt für Stabilität.
Einen Pfahl im Wasser einspülen zu wollen ist so ziemlich das Dümmste, das man machen kann. Diese tragende Reibung wird aufgehoben, da der Boden um den Pfahl statt sich zu verdichten aufgelockert wird.
Dieses Verfahren des Einspülens stammt aus dem Brunnenbau, mit Spüllanzen kann ich auf einfache Weise Saugrohre in den Boden bringen.

- Bohrpfähle
Bohrpfähle werden aus Ortbeton hergestellt.
dafür wird erst einmal ein Hüllrohr in den Boden eingebracht.
Das kann auch durch Einspülen geschehen, wenn z.B. bindiger, feinkörniger Boden ansteht. Der Boden wird im Rohr verflüssigt und innen abgesaugt.
Bei Kies nimmt man dafür lieber Greifer, die das Rohr innen ausräumen.

Dieses Hüllrohr stützt und formt die äußere Fläche des zukünftigen Pfahles, ohne Rohr würde das Loch zusammenfallen.
An Land kann das Loch auch ohne Hüllrohr unter Stützflüssigkeit eingebracht werden, das ist eine Tonsuspension, die schwerer als Wasser aber leichter als Beton ist.
Wenn das Rohr auf Tiefe gebracht ist, wird ein Bewehrungskorb eingestellt, und zwar VOR dem Betonieren, nicht hinterher.
Dann wird mit einem Betonierrohr UNTER WASSER im Hüllrohr Beton eingebracht. Der Beton steigt von unten nach oben beim kontinuierlichen Betonieren an und verdrängt dabei das Wasser bzw. die Stützflüssigkeit.
Das Hüllrohr wird dabei gleichzeitig und parallel gezogen. Jetzt stützt der flüssige Beton die Bohrlochwand und verkrallt sich mit dem Boden.
Nach dem Erhärten des Betons entsteht Mantelreibung am Pfahl, die den Pfahl trägt.
Es gibt auch Pfähle, die zusätzlich durch Spitzendruck tragen, dort wird unten ein vebreiterter Betonfuß durch eine kleine Sprengladung hergestellt.
Solche Pfähle werden in weichen, wenig tragfähigen Böden eingesetzt(Ich hoffe, das diese Information bei den Obi- Jüngern nicht dazu führt, über den Einsatz von China- Böllern im KG-Rohr nachzudenken).

Viele Grüße