Perimeterdämmung - gibt es Alternativen zu XPS??

20.06.2020 Flimango


Am Elternhaus (Natursteinsockel mit Erdkeller, Erdgeschoss Backstein, OG und Giebel Fachwerk, noch mit hinterlüfteter Eternitfassade) gibt es einen Anbau von Anfang der 60er Jahre.
Dieser Schuppen soll zum Arbeitszimmer werden. Der Raum ist nicht unterkellert. Die Fassade von beiden Gebäudeteilen soll später eine einheitliche gedämmte Fassade bekommen. Vermutlich Holzfaserdämmung mit hinterlüfteter senkrecht Holzverschalung. Beim Hauptgebäude bleibt der Natursteinsockel unverkleidet.
Aber wie gehe ich bei dem Anbau vor? Er ist nicht unterkellert, besteht aus einem Streifenfundament und 11er Hohlblocksteinen. Eine Horizontalsperre ist zu erkennen. Die Wand ist verputzt. Im Sockelbereich vermutlich Sockelputz.
Nun soll ja eine Holzfassade 30cm Abstand zum Erdboden haben. Also habe ich mir für den unteren Bereich des Anbaus eine Dämmung vorgestellt, die 30cm über den Erdboden ragt und 30cm in den Boden. Diese 30+30cm eben weil Platten meistens in 60cm angeboten werden.
Dabei geht es mir nur darum keine Kältebrücke im Sockelbereich zu haben. Feuchtigkeit ist bisher kein Problem. Das Haus steht Dank Dachüberstand und Gefälle nach allen Seiten, in knochentrockenem Sandboden.
Dachte ich zunächst, das sei alles ganz simpel, wächst meine Unsicherheit, je mehr ich mich damit beschäftige. Nehme ich XPS-Platten, klebe ich die mit Armierungsmörtel oder kann ich das auch einfach mit Sockelputz machen? Eigentlich ist mir das Material ohnehin unsympathisch. Es schließt sich dann ja noch das Verputzen mit Kunststoffarmierung an. Oder gibt es eine mineralische Alternative zu XPS?
Ich hatte an Schaumglasplatten gedacht. Finde im Netz aber nur Anleitungen wie man die mit Bitumen an die Mauer klebt. Das finde ich auch nicht gerade lecker. Zumal ich ja keine Abdichtung gegen Wasser brauche. Außerdem wird auch bei Schaumglas immer von einem Putz nach Art eines WDVS ausgegangen.
Meine Frage also auf den Punkt gebracht: Gibt es eine mineralische Dämmplatte, die ich einfach mit Mörtel an die Wand Kleben kann und am besten nicht verputzen muss?Oder geht das mit Schaumglas? Oder bin ich ganz auf dem Holzweg??

Viele Dank!



Perimeterdämmung und Holzhaussockel



Sicher kannst du Schaumglasplatten verwenden und zB mit Fliesenkleber oder sonst etwas verkleben.
Der Untergrund sollte vor dem Ansetzen generell glatt geputzt werden.
Anschließend entweder verputzen mit Glasgewebeeinlage oder zementgebundene Platten o.ä. aufkleben.

Es gibt kein Gesetz gegen Holzverkleidungen bis zum Boden,
nur konstruktive Empfehlungen, damit’s länger hält.

Auch diese sind völlig vom Einzelfall abhängig- immer erst selbst überlegen was sinnvoll ist und dann die entsprechende Konstruktion auswählen.

Waagerechte Rhombusverkleidungen können problemlos bis auf den Boden heruntergezogen werden und wenn sie nicht mehr den optischen Anforderungen entsprechen die Bretter umdrehen oder gegen weiter oben befestigte Bretter tauschen.



Glasschaum nackig lassen??



Vielen Dank für die schnelle Antwort. Für mich sind das neue, interessante Impulse. Ich werde an den beiden Traufseiten wohl auf den Sockel verzichten. Hier ist es Dank geringer Traufhöhe von 2,25m und 90cm Dachüberstand eher trocken. An der Giebelseite (Westen, max. 3,5m hoch und 50cm Dachüberstand muss ich wohl mit der Schalung besagte 30cm vom Boden wegbleiben.
Soweit alles klar. Als Laie habe ich noch 2 vermutlich doofe Fragen:
1. hält normaler Zementputz auf Schaumglasplatten oder brauche ich da was Spezielles?
2. Wenn man mal von der Optik absieht, muss man Glasschaumplatten zwingend verputzen und wenn ja umbedingt mit Glasfaserflies? Könnte man anderenfalls da einfach mit dem Finger ein Loch reinbohren? Ich frage, weil ich das Material nicht kenne und keine Ahnung habe wie fest es ist. Wenn es Verputz werden muss, dann verputze ich es, ansonsten könnte ich mit der Farbe der Platten im Sockelbereich leben..



Glasschaumplatten



Das Zeug ist ziemlich spröde, besteht ja nur aus dünnen Glasbläschen und du würdest ohne Abdeckung schnell Dellen reinschlagen.

Du kannst die aber zB mit Cetris- oder Betonypplatten abdecken
(zementgebundene, wasserfeste Platten wie H2O-Platten aber billiger, ca 6,50,-€netto/qm, dafür nicht so formstabil wie Platten mit Glasfasergewebe)