Perimeterdämmung

25.01.2014 Collin



Hallo liebe Fachleute,
ich lese schon seit ca. 2 Jahren, als Gast, Eure Beiträge und habe schon sehr viele hilfreiche Tipps von Euch erhalten. Aber nun zu meinem Problem: Ich habe ein altes Bauernhaus (BJ ca. 1880), dass ich nun sanieren möchte. Geplant sind ein Dachdämmung, Fassadendämmung und eine Fundamentdämmung. Die Fassade soll mit einer Holzkonstruktion und Weichholzfaserdämmplatten gedämmt werden. Aber was mir sehr viel Bauchweh verursacht ist zunächst die Perimeterdämmung.
Das Fundament besteht aus Feldsteinen (Granit) alles nicht besonders eben. Darauf gemauert sind handgebrannte Vollziegel, im EG bis 50cm dick. Es gibt keine Horizontale Absperrung gegen aufsteigende Feuchte. Das Haus ist aber soweit trocken, kein Schimmelbefall. Es gibt ringsherum bis jetzt keine Dränage. Auf der Nord- und Ostseite wurde großflächig geteert, Oberflächenwasser fließt vom Haus weg.
1# Ich möchte sehr gerne auf die Perimeterdämmung gänzlich verzichten und lieber von Innen etwas machen, wie sollte das dann aussehen.
2# Ein Vorschlag eines Nachbarn war: Außen abschnittweise aufgraben, Steine säubern, Bitumendachbahn dranstellen, Stöße verschweißen und alles mit losem Glasschaum auffüllen, verdichten und wieder teeren.
3# Steine säubern, eine ebene Fläche mit Sanierputz herstellen, mit Bitumendickbeschichtung streichen, XPS Platte ca. 14cm und Noppenbahn dran, Dränage entsprechend einbauen und als Abschluss Pflastersteine. Dies klingt jedoch sehr langwierig und teuer.
Und warum Dränage wenn ich keine Probleme mit drückendem Wasser habe?
#4 Diese Variante habe ich mal in einem Forenbeitrag gelesen und gefällt mir eigentlich auch:

Eine alternative Lösung wäre die belüftete Variante mit Kalkputzauftrag, Kokosfasermatten (10 cm) und vorgestellter Wellzementplatten. Davor abgekiest, am Fundamentbereich eine gute Drainageverlegung erstellt und es kann stets atmen und ablüften.
Oben drauf soll noch ein Blech angebracht werden, damit kein Regenwasser dahinter laufen kann.

Für konstruktive Meinungen und Vorschläge währe ich sehr dankbar.



Sanierung



Warum wollen Sie das Fundament dämmen?
Ihr Nachbar will es bewässern. Warum?



Perimeterdämmung



Nun Herr Böttcher,
eigentlich will ich das Fundament nicht dämmen. Es wird aber eine Fassadendämmung mit Weichholzfaserplatten geben und ein Energieberater war der Meinung, dass die Dämmung ca. 50-60 cm in den Boden eingebaut werden muss, also bis zur Frostgrenze.
Ich befürchte, wenn ich es nicht tue eine Kältebrücke in dem Bereich.



Dämmung



Als Energieberater sollte er wissen das der Wärmeübergang zwischen Erdreich und Bauteil anders läuft als an der Luft. Das jetzige Fundament ist doch auch nicht aufgefroren, oder?
Außerdem gibt es sicherlich noch eine Fußbodendämmung.
Der Berater soll mal in seinen Wärmebrückenkatalog schauen. Die 50- 60 cm im Erdreich sind stark übertrieben und gefährlich, wenn Sie in den Bereeich der Fundamentflanken und im gewachsenen Boden schachten. Bis Oberkante Fundament, dann ist Schluß. Die Perimeterdämmung kann man bis dorthin setzen, damit kann und soll gleichzeitig die Aufstandsfuge der Wand zum Fundament hin gedichtet werden.



Die...



..."alternative" Lösung ist zunächst porentiefer Quatsch. Sie wäre vermutlich der Erste, der Kokosfasermatten (organische Substanz!) zur Fundamentbelüftung verbuddelt. Im übrigen: Ihr Fundament "erstickt" nicht, wenn es nicht "atmet".

Wenn es denn eine Kältebrücke gäbe, könnten Sie diese durch eine Innendämmung im Keller zwar für den Keller ausschließen, aber nicht in Höhe des Fußbodens EG. Das ist aber die interessantere Stelle.

Soll der Keller überhaupt geheizt werden?

Ein guter Energieberater ist zunächst einmal eben das, aber auch nicht mehr. Für die Ausführung von Baumaßnahmen ist Ihr Architekt / Bauingenieur mit Altbauerfahrung der richtige Ansprechpartner. Und der liefert Ihnen die richtigen objektbezogenen Detaillösungen. Es soll schon "Drainagen" gegeben haben, die das Wasser zum Haus hin geleitet haben :-(((

Grüße

Thomas



Perimeterdämmung



Zunächst mal danke für die schnellen Antworten.
Das Haus hat nur einen kleinen Gewölbekeller, der wohl in früheren Zeiten als Kartoffelkeller genutzt wurde. Der Boden ist blanke Erde und im Sommer die kleine Öffnung, ca 30x30 cm offen, im Witer mache ich sie dicht, da sonst die Hauptwasserleitung einfriert, hatte ich schon, dann ist allerdings auch Kondenswasser an den Rohren. Aber der Keller ist nicht das Probelm, den kann ich ja auch mit einem Entfeuchter auch im Winter trocken halten.
Wenn ich das nun richtig verstehe, dämme ich bis zur Teerkante und gut ists?



???



"Wenn ich das nun richtig verstehe, dämme ich bis zur Teerkante und gut ists?"

Das steht mit Sicherheit nicht da.

Das Kondenswasser im Sommer und das Einfrieren im Winter können Sie im Übrigen mit einer fachgerecht ausgeführten Dämmung der Rohre verhindern.

Grüße

Thomas



Bei einer Mauerdicke



von 50cm im EG würde ich mir die Dämmung sparen. Max. einen rein mineral. Wärmmedämmputz z.B. Klimasan. Die meiste Energie verschwindet aus dem Dach. Ziegel ist ein super Wärmespeicher. im 1.OG UK, Holzflex und Schalung.



Mauerdicke



Bis der Einwand gekommen ist, hat’s aber lange gedauert. :-)



Manches braucht seine Zeit



Für einen kuschligen Kachelofen wäre das Geld doch besser angelegt. ;-}



Film-Empfehlung



http://www.youtube.com/watch?v=ZzpwRjZUH4g

Wenn der Film nicht reicht, einfach nach „Dämmwahn“ suchen.



Perimeterdämmung



Kuscheliger Kaminofen ist schon vorhanden :-)
Muß mal für ein paar Stunden mit meiner Tochter zum schwimmen fahren.
Frage: Bei Verwendung von Klimasan, kommt es da evtl. zu Problemen mit dem Taupunkt und Feuchtigkeit im Außenwandbereich?



Eine Behauptung...



...ist nicht zwingend ein Einwand, und schon gar nicht ein sachlich begründeter.

Statt zu orakeln, wäre jetzt ein schöner Zeitpunkt, nachzuweisen, warum man bei 50cm Mauerstärke (Klinker) nicht zu dämmen braucht. Auf so einen Nachweis warte ich schon lange, aber den können auch die derzeit pausierenden Oberbaupolemiker nicht bringen. Ich habe hier 50cm Sandstein im EG, und empfinde die Wände tatsächlich als kalt und ungemütlich, trotz 22-24 Grad Lufttemperatur.

Grüße

Thomas



Baustoffkennwerte



Wenn man mal die Baustoffkennwerte bemühen würde, statt der romantischen Vermutungen über den kuscheligen Charakter "echter" Ziegelwände, stellte man fest, das die Wärmespeicherkapazität von Ziegeln und Beton sehr ähnlich ist, nämlich gering: 1000 J/kgxK.

Da rückt man auch im kalten Winter gerne mal einen halben Meter von der Wand ab.



Jawohl ihr Genies ;-}



Kann ich nicht behaupten und ich habe 80cm Wandst?rke. Ich verbrenne mir zwar nicht die Finger aber ich friere auch nicht fest.
Spez.
W?rmekapazit?t
J/(kg * K) !!!!!!!!!!!! Was bedeutet KG ihr Helden??? Das sind bei 50cm ca. 750Kg m?.
Thomas mein bester! Seit wen ist ein handgebrannter Vollziegel ein Klinker? Ich wird erst mal ne Kohle auflegen sonst friert mir noch der Putz von der Wand. Lach ;-)



Und seit wann...



...und wie, werden Ziegel mit der Hand gebrannt? Durch Reiben? Mit Korinthenkackerei kann man jede Unterhaltung zerschießen, ohne einen einzigen Fakt bemühen zu müssen.

(Voll)Ziegel wie Klinker leiten die Wärme gut und somit auch nach draußen. Ich habe aktuell rund 15 Grad Innentemperatur an den Außenwänden meiner Küche, trotz tagelang konstant 22-23 Grad Lufttemperatur. Das ist nicht wirklich das, was man Wohlfühlklima nennt. Da denkt man dann doch über etwas Dämmung nach. Ich freilich mache das demnächst innen, aber das ist für den Fragesteller ja möglicherweise keine Option.

Und für mich auch kein Ofen in jedem Raum. Den Deinen, Helferlein, wird Dir der Schornsteinfeger ja möglicherweise bald vom Netz nehmen, der misslichen Feinstaubpingelei wegen? Und berechne mir doch 'mal, welche Wärmeverluste Du bei ungedämmten 80cm hast. Kannst Du das, wenn Du gerade 'mal nicht mit Kohlen oder Asche unterwegs bist? Und dazu eine Vergleichsrechnung im Falle einer nachträglichen Dämmung?

Grüße

Thomas



Keine Ahnung



wie die mit der Hand gebrannt sind, vielleicht im hauseigenen Backofen.;-)
Warum sollte mein Feuerrüpel mir den Ofen stilllegen? Der hat noch 20Jahre. Und dann kann er auch gemessen werden. Wenn er die Werte bringt brauch er kein Feinstaubfilter.
Ach ja nach dem ich vom Asche rausschaffen wieder eigekehrt bin. Der U-Wert meiner Wand liegt bei 1,7 im Mittel. Ich müsste theoretisch schon erfroren sein oder 100m³ Holzverfeuert haben. Ich sitze aber im Nicki 2m vom Ofen weg und 1m von der Außenwand.
Ich könnt natürlich auch mal drüber nachdenken, 12cm Styro- Dämmstoff für 20.000,- an meine Bude zu semmeln. Oder mir darüber Gedanken wieviel Holz und Kohle ich dafür in mein Öfchen schieben kann. Wenn ich durch die Dämmung 1/3 Spare, sind das 500,- im Jahr. Da kann ich 40 Jahre lustig
heizen. Es gibt sogar schon lustige Versuche von Arbeiterschließfächern, in gedämmt und ungedämmt. Und die haben lustiger weise den selben Energieverbrauch.
Wieviel Menschen sind vor dir in deinem Haus erfroren?
Bei mir keiner soweit ich weis!;-)



Achso Thomas!



Ich hätte noch nen Ortrand E 20/50 im Angebot!
Da kanns´te die en Kachelofen mit gemauertem Zug bauen und nach mehreren Seiten offen. Wen de noch ne Hypokauste baust kanns´te das OG mit feuern.



Es gibt auch Versuche



von FKK-Alpinisten, ohne Bekleidung den Montblanc zu besteigen... leider können sie nicht mehr von ihren Erfahrungen berichten...

Ich wüsste nicht was Wärmekapazität mit Wärmedämmung zu tun hat... Das ganze ist ein "Puffer", bildlich gesprochen ein Topf mit nem Loch im Boden... Je größer das Loch, desto schneller muss man Wasser reinkippen, damit der Topf nicht leer läuft... da ändert auch die Größe des Topfes nichts...

Mit der Ausgangsfrage hat das aber inzwischen nix mehr zu tun...

MfG,
Sebastian Hausleithner



Hau Weisheit Hausleithner hat gesprochen ;-)



Dan müssen sie das Loch zukleben!
Nur dumm, wenn das Klebeband teurer ist wie 40 Jahre Wasser nachlaufen. Bildlich gesprochen!!
Wenn die Absorberfläche ihre Temperatur erhöht und hält(Speicher), was passiert dann mit dem Rsi??



Zu den Kosten...



... und ob sich wie was wann "rentiert" habe ich mich nicht geäußert...
... und schmeiß nicht Temperatur und Energie durcheinander...

MfG,
Sebastian Hausleithner



Mach ich das?



Der Wärmestrom (Energie) ist leider abhängig vom Temperaturgradienten. Was macht der Rsi?



Gegenfrage



Wie ist der Wärmestrom gerichtet?

MfG,
Sebastian Hausleithner



Vorschlag



Wenn das ganze noch mit der Frage zu tun haben soll,den Fragenden fragen wie und womit der überhaupt heizt.

Grüße Martin



Perimeterdämmung



Nun der Fragende bin ja wohl ich.
Und ja das Ganze ist wirklich etwas abgeschweift, und ich habe auch nicht alles verstanden was da geschrieben wurde.
Hat das überhaupt jemand?
Nun es gibt im Haus eine Zentralheizung mit Ölbefeuerung.
Verbrauch auf 355 m2 beheizter Fläche pro Jahr ca. 2200 Liter im Durchschnitt. Das Heißwasser für die 4 Wohnungen wird von eben sovielen Boilern bereitgestellt. Somit ist ZH von Mitte März bis Mitte Oktober aus. Jede Wohnung hat einen Schwedenofen. Wir benötigen ca. 3-4 RM Holz pro Jahr.
Da es meine Lebensgefärtin wirklich warm mag, haben wir abends auf unseren 120 m2 27-28 Grad, wie auf den Bahamas!
Ich schicke das mal ab und dann möchte ich gerne wieder zu meiner eigentlichen Frage zurückkehren.

Grüße Klaus



Perimeterdämmung



Zitat: Der Berater soll mal in seinen Wärmebrückenkatalog schauen. Die 50- 60 cm im Erdreich sind stark übertrieben und gefährlich, wenn Sie in den Bereeich der Fundamentflanken und im gewachsenen Boden schachten. Bis Oberkante Fundament, dann ist Schluß. Die Perimeterdämmung kann man bis dorthin setzen, damit kann und soll gleichzeitig die Aufstandsfuge der Wand zum Fundament hin gedichtet werden.

Nun schön wäre es schon, wenn es eine Aufstandsfuge gäbe, aber wie gesagt, das Fundament sind unbehauene Feldsteine aus Granit, die Zwischenräume sind mit kleineren Steinen geschlossen und mit Lehmmörtel verfüllt. Auf der Ostseite gehen diese Steine bis auf 50cm OK Bodenhöhe. Da das in den 70er Jahren nicht so schön war, nach damaligen Verständnis, hat mein Vater Randsteine aus Beton davor gesetzt, sodass ein ca. 20cm breiter und ca. 50cm hoher Sockel entstanden ist. Oberer Abschluss ist aus Alu damit kein Wasser dahinter laufen kann. Das soll nun natürlich alles wieder weg.
Hat jemand eine gute Idee, wie ich den Sockel, bis ca. 50cm Höhe ausführen soll?
Hier mal ein Bild.
Grüße Klaus



Sockel



Das ist nicht das Fundament sondern der Sockel. Ein Streifenfundament (um die geht es hier) beginnt üblicherweise im Bereich des gewachsenen Bodens. Streifenfundamente wurden als Gräben geschachtet und dann mit tragfähigem Material verfüllt. Das beginnt bei verdichtem Kiessand und Steinen, Steinpackungen mit Lehmmörtel bis zu Kalk- und Zementmörteln sowie Stampfbeton.



Sockel



Davon gehe ich auch aus, das Fundament sollte ca. 10cm unterhalb der Teerdecke beginnen, da zum Haus hin aufgefüllt wurde um ein leichtes Gefälle vom Haus weg zu bekommen. Oberflächenwasser sollte vom Haus weg laufen. Darum würde ich auch gerne zumindest auf der Ostseite auf eine Dränage verzichten, da es kein drückendes Wasser gibt. Das Haus steht sowieso in einem Hang, nach Osten hin abfallend.

Ich werde also bis OK Fundament aufgraben, wo auch immer der dann beginnen mag. Sockel mit Sanierputz begradigen, Dickschichtlasur, XPS und verputzen.
Die Fassade dämme ich mit Holzflex und einer hinterlüfteten Vorsatzschale aus Lärchenholz



Sockel



Wie kommen Sie auf diese Materialkombination?
Was soll die bewirken?
Was soll die Drainage bzw. Dränung bewirken?



Perimeterdämmung



Nun was das bringen soll erhoffe ich mir hier zu erfahren.
Hab diese Vorgehnsweise einmal in einem Youtube Video gesehen.

In einem Neubau wird ja alles von der Bodenplatte angefangen rundherum gedämmt, ist ja in einem alten Haus nur sehr schwer zu realisieren.

Ich habe keine Probleme mit drückenden Wasser, praktisch nur mit der Bodenfeuchte. Es gibt zwar keine Horizontalsperre aber der Granit trägt ja auch keine Feuchte nach oben.

Das bischen Feuchtigkeit was oben vielleicht ankommt, konnte abtrocknen.

Wenn ich nun mit Bitumen o. ä. abdichte, könnte es sein, dass die Feuchtigkeit nicht mehr verdunsten kann, ich hätte Schimmel im unteren Bereich der Innenwände?

Besser also garnicht dichten, sondern diffusionsoffen Dämmen. Aber mit was?

Oder liege ich nun wieder falsch?



Abdichtung Keller



Das wird jetzt immer konfuser. Sie lassen sich von dem verwirren was Sie irgendwo bruchstückhaft aufschnappen. Hier fehlt es an ein paar Grundlagen.
Ich mache Ihnen einen Vorschlag:
Lesen sie das hier:

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Gab_es_frueher_trockene_Keller.pdf

Dann können wir uns noch mal über Ihre Ideen unterhalten.



Keller abdichten?



Hallo Herr Böttcher,
ich habe es gelesen, bin nun aber auch verwirrt.
Wer möchte seinen Keller abdichten?
Ich schrieb: "der Keller ist nicht das Problem". Ich erwähnte den Keller nur, um das Bild zu vervollständigen.
Ich will meine Fassade dämmen! Und meine Frage galt nun, wie soll ich den Sockelbereich ausführen und wie tief soll ich mit der Perimeterdämmung gehen. Diese Antwort habe ich ja bereits - OK Fundament. Nächste Frage: Welcher Dämmstoff oder welches Verfahren macht sinn?



Schaumglasplatten



wären eine Alternative zu XPS(Geschissen)im erdberührtem Bereich.
Aussem Bauch raus würd ich auf Bitumenbeschichtung verzichten,wird bei Perimeterdämmung aber immer gemacht.

Grüße Martin



Sockel



Mag sein sein Sie es gelesen haben, verstanden haben Sie es anscheinend nicht.
Ich versuche mal zusammenzufassen worum es überhaupt geht:
1. Sie wollen Ihr Haus energetisch modernisieren, darunter fällt auch das Dämmen der Fassade.
2. Wände und Keller sind trocken.

Meine Meinung:
1.Ich würde diese schöne und noch intakte Fassade nicht mit einer Dämmung bekleiden; das rechnet sich finanziell nicht und würde das Haus verunstalten. Außerdem gibt es dann Probleme mit dem Dachüberstand.
Bei der Wandstärke ist eine darauf abgestimmte Innendämmung sicher effektiver, aber auch die ist nur sinnvoll wenn überhaupt eine Sanierung innen ansteht. Dann kann man sie raumweise ausführen. Sie dient nicht in erster linie der Energieeinsparung sondern auch als Schimmelvorbeugung.
Der Wärmedurchgang an der Fassade bei so einem kompakten Gebäude mit günstigem Hüllflächenfaktor sollte gemessen am Gesamtwärmeverlust bei unter einem 1/4 liegen.
Fenster, Dach und EG- Fußboden, Lüftung sowie die Heizung selbst sind da energetisch effektiver anzugehen.
Der Sockel sollte entweder rückgebaut oder der Vorsprung zur Fassade effektiv abgedichtet werden.
Bei Rückbau sollte der Sockelbereich (ca. 30 cm UNTER und ÜBER dem Boden) neu aufgebaut werden. Das geht am besten mit einem mehrlagigen mineralischen Putz und einer mineralischen Dichtschlämme. Ich würde ihn dranlassen.

Keine Außendämmung
Keine Perimeterdämmung
Keine Wärmebrücke

Und vergessen Sie das mit der Dränung, mit dem zugekleisterten Sanierputz und vor allem diese blöde Idee mit der Fundamentbelüftung!

Falls Sie (oder Ihr Energieberater) nicht von einer Außendämmung abzubringen sind:
Nehmen Sie in Gottes Namen eine Thermohhaut ; mit ca. 80 mm Dicke müsste man bei der Wandstärke hinkommen wenn der Energieberater ein wenig kreativ mit der Rohdichte der Wandziegel rechnet. Das dürfte das Haus nicht allzusehr verunstalten. Ein Wärmedämmputz wäre mir sympatischer, aber dann kommen Sie in Konflikt mit der ENEV. Allerdings ist es auch Aufgabe eines Energieberaters, wirtschaftlich sinnlose Maßnahmen abzulehnen und dafür ggf. eine Ausnahmegenehmigung zu erwirken.
Aber egal ob Thermohaut oder Dämmputz oder Ihre Variante:
Als REINE Modernisierung rechnen sich diese Maßnahmen nicht. Das Geld dafür holen Sie durch Heizkostenersparnis nie wieder rein.



Sockel



Zunächst danke Herr Böttcher für Ihre ausfühliche Antwort.
Die Wände und der Gewölbekeller sind trocken.
Ich habe/hatte vor das Haus energetisch zu modernisieren.
Ich habe diese Woche Urlaub und ein bischen Zeit, so habe ich gestern sehr viele Beiträge gelesen u.a. auch die von Herrn Fischer und mir Stundenlang YouTube Videos von seinen Vorträgen angesehen.
Ich glaube schon, dass Herr Fischer in vielen Punkten recht hat, als Laie kann ich das nicht wirklich beurteilen. Vieleicht liegt die Wahrheit, wie so oft, irgendwo in der Mitte.
Nun zu meinem "ganzen" Bauprojekt:
Das Dach ist aus Welleternit (Bj.1965 Asbesthaltig)es bekommt nun immer mehr Risse und wird langsam undicht.
Der Dachstuhl selbst ist im vorderen Teil aus handgehauenen Pfetten und Sparren erstellt. Der Bayerische Wald war eine arme Gegend und es wurde jeder noch so kumme Sparren eingebaut. 1965 haben mein Vater (Schreiner) und mein Onkel (Zimmerman) dieses Dach erneuert. Sie haben Sparren abgeschnitten, um Dachluken einzubauen und das Gefach teilweise mit U-Schienen (Eisen) versteift.
Da ich das Dach sowieso erneuern muss, möchte ich gerne diesen vorderen Teil ausbauen und als quasi Maisonettewohnung zu der darunterliegenden Wohnung integrieren. Das alte Gebälk sollte natürlich sichtbar sein.
Aussage mehrerer Zimmerleute, alles weg und neuer Dachstuhl drauf, da sie sonst keine Garantie usw. bla,bla. Ich suche weiter bis ich Handwerker finde die das so bauen können wie ich es gerne hätte. Dachüberstand würde etwas angepasst werden. Wie Sie auf dem Bild sehen, habe ich bereits neue Fenster eingebaut, mit Kompriband und alle Fugen mit Stopfhanf verfüllt. Die Fenster sind Außenwand bündig gesetzt! Da ja, so die Planung, noch ca. 18cm Dämmung, Putz und Schalung (ab OG) dran sollen. Wenn ich nun nur Verputze habe ich NULL Laibung! Auf dem Bild sieht man noch Rahmen, um die Fenster, die ich gebastelt habe, damit es nicht "so wild" aussieht. Die Wohnungen sind beide saniert und bewohnt. Teilweise (im OG) sind dort hinterlüftete Vorsatzwände verbaut (Lattung, KL, Fermazell 10mm). Ich hatte dort probleme mit Salzausblühungen. Das Mauerwerk ist auch nur im EG 50cm dick. Im OG sind es nur noch ca. 24cm Vollziegel und am Dachboden nur noch Ziegelstärke ca. 12cm.

Nun die Heizung (Uralt) war schon gebraucht, als sie mein Vater vor 30 Jahren einbaute. Vissman Viola und Körting Brenner - hat laut Aussage von meinem Kaminkehrer super Werte, und er würde die zunächst nicht rausschmeißen wollen.
Wir benötigen auf 355m2 beheizter Fläche im Durchschnitt 2200 Liter Heizöl, für 4 Wohnungen p.a. Das heiße Wasser wird allerdings über Boiler bereitet, somit ist die Heizung von April bis Oktober aus. Jede Wohnung hat einen Kaminofen für Scheitholz, bietet sich hier ja an. Meine Idee ist es neue Öfen mit Wasserführung einzubauen und die Heizkörper mit zu versorgen. Jede Wohnung ist somit autark und die Zentralheizung dient nur noch als Notheizung.

Es ist mir klar, dass sich die Kosten zu meinen Lebzeiten nicht mehr amotisieren werden, dennoch möchte ich die Ausgaben auf ein erträgliches Maß beschränken, soviel wie machbar in Eigenleistung.
Die Energieberater habe ich nach Hause geschickt, ich werde auch keine KfW Gelder in Anspruch nehmen, den wenn ich nach deren Vorgaben saniere habe ich ca. 3-mal so hohe Kosten und selbst bei einem geringeren Zinssatz zahle ich länger und habe eine höhere Zinslast. Wie ich eine Ausnahmegenehmigung für die EnEV bekomme weis ja nun seit gestern.

Ich würde gerne die Hilfe eines Architekten oder eines Altmeisters in Anspruch nehmen, der sich mit so alten Bauernhäusern auskennt und den Bau begleitet. Ich glaube das ist gut angelegtes Geld, wenn die Chemie stimmt. Aber hier in der Gegend habe ich noch keinen gefunden.

Ich schicke das mal ab und dann habe ich noch ein paar Fragen, die ich gerne ins Forum stellen möchte.



Sie sind auf dem richtigen Weg



Wenn sie mir eine Nachricht unter ks_triebischtal@igbauernhaus senden, kann ich ihnen vielleicht helfen.



Bauernhaus sanieren



Ich lass den Sockel wie er ist und verkleide ihn noch a bissl mit Poligonalsteinen, wegen der Optik.

Die neuen 3-Fachverglasten Holzfenster sind ja nun Außenwandbündig!!! Ab OG würde ja eine Dämmung nicht schaden, schon wegen der Wandstärke. Innen möchte ich nicht viel tun, was innen gehen würde, wäre eine Einblasdämmung zwischen Fermacell und Außenwand, dass sind allerdings nur max. 40mm. Hab mal was gelesen, da gibt es was von Perlit zum einblasen. Für Zellulose wird der Platz nicht reichen.

Oder - ich beiße in den sauren Apfel und dämme außen.

Aufbau: Holzlattung 60x60mm,dazwischen Weichholzfaser 60mm, Konterlattung 60x60mm,waagrecht und nochmal WHF. Im EG 35mm Heraklitplatte als Putzträger. Ab OG eine Weichholzfaserwandplatte 22mm Nut und Feder darauf eine hinterlüftete Vorsatzschale (Deckelschalung) aus Lärche.

Keine Folie nix - U-Wertrechner sagt o.k. - keine Taubildung, entspricht halt nicht ganz EnEV.

Oder setze die Fenster 10cm zurück und verputze alles neu, meine Herren!!!

Ich stelle das nun zur Diskussion



Dämmung



verbeißen Sie sich nicht in diese Variante. Sie ist sehr aufwändig und teuer.
Noch mal deutlich: Dämmstärken über 80 mm bringen kaum spürbare Energieeinsparungen. Ab 100, 120 mm ist keine Einsparung mehr messbar (außer auf dem Papier).
Es gibt billigere Lösungen mit Thermahaut auf der Basis von Dämmstoff aus Weichholzfaser. Schauen Sie mal bei Unger Diffutherm oder Steico nach.
Ihre Vorsatzwände sind Schimmelzuchtanlagen. Die sollten schnellstens entfernt werden. Im Erdgeschoss wäre dann der Einbau eines Sanierputzsystems bei Außendämmung sinnvoll, sonst der Einbau einer Innendämmung.
Ihre neuen Fenster (die hoffentlich fachgerecht eingebaut wurden) an die neue Fassade anzuschließen ist konstrukiv nicht einfach und bedarf einer ordentlichen Werkplanung.
Mein Tipp:
Vergessen Sie alles was Ihnen gesagt wurde oder was Sie sich ausgedacht haben.
Gehen Sie zurück auf Null, holen Sie sich einen ordentlichen Fachplaner und beginnen Sie von vorn die Maßnahmen zu konzipieren. Diesmal unter einem ganzheitlichen Gesichtspunkt.



Konzept



... zu dem auch die Heizung gehört. Der Schorni misst den feuerungstechnischen Wirkungsgrad, das hat mit dem Gesamtnutzungsgrad, also der Effektivität beim Umsetzen von Heizöl in Raumwärme, wenig zu tun...

MfG,
Sebastian Hausleithner



Bauernhaus sanieren



un ich bin ja auf einige Kommentare nicht wirklich eingegangen, und es soll ja hier auch kein Dialog werden nur mit Herrn Böttcher werden.

1. Schaumglasplatten sind meiner Meinung nach sicher eine gute Alternative zu XPS. Die Frage ist ja nun dämmen oder nicht dämmen .... und das edle Gemüth gehtzu diesem Thema erst einmal in Klausur - leider nicht in Kreuth, gäbe es bestimmt gutes Essen.

2. Heizung - Herr Hausleithner, Sie scheinen sich ja gut auszukennen und mein Vorhaben, die Heizung betreffend, habe ich ja schon kundgetan. Pelettkaminofen mit Wasserführung für jede Wohnung. Ist technisch machbar und die Wärme wird da produziert wo sie hin soll - in der Wohnung. Kurze Leitungswege und die Rohre sind ohnehin größtenteils offen geführt.

Grüße an die Fachwerkgemeinde



Heizung, Verbrauch



Die übermittelten Verbrauchsdaten deuten unter Berücksichtigung der Einzelöfen auf eine erstaunlich geringe Gesamtheizlast von unter 18kW hin ("schweizer Formel", Anlehnung an VDI). Das installierte Heizöl-Verbrennungssystem wird leistungsmäßig wohl das Doppelte bringen können. Dementsprechend ineffektiv wird die Anlage arbeiten. Bei verbesserter Wärmedämmung des Hauses wird sich das noch verschärfen. Man kann das durchaus mit 'nem 3t SUV im Stadtverkehr bei Stop & Go vergleichen... Die "guten" Werte lt. Schorni werden bei Volllast ermittelt (dafür gibt es ja die Schornsteinfeger-Taste an der Regelung) und haben kaum Aussagekraft für das Verhalten im Betrieb...
Die angedachte Idee mit den vier Wasserführenden Pelletsöfen und der Ölheizung als Grundlastdeckung wird hydraulisch und auch abrechnungstechnisch kaum zu realisieren sein, benötigt doch jeder Ofen seinen eigenen Pufferspeicher...
Je nach vorhandener Situation lässt sich die Heizung wahrscheinlich auch ohne "große Lösung" mit eher geringem finanziellen Aufwand optimieren. Möglichkeiten wären bspw.:
- hydraulischer Abgleich
- Dämmung des Kesselkörpers
- Dämmung der Rohrleitungen und Armaturen
- Andere Düse verbauen (RS Heizungsbauer)
- Brennkammer verkleinern (RS Heizungsbauer)
- "kleineren" Brenner verbauen (RS Heizungsbauer)
- Zugbegrenzer einbauen (RS Heizungsbauer/Schorni)

MfG,
Sebastian Hausleithner