Pellet vs. Gas / Kostenvergleich

15.04.2012



Hallo zusammen,
bin neu in diesem Forum. Meine Frau und ich sind gerade dabei ein Fachwerkhaus Bj.1823 zu erwerben. Beheizt wird das Haus bislang nur von einem Grundofen mit Luftzügen.
Wir wollen eine Innendämmung mit Holzfaserplatten und Wandhzg. in Lehmputz montieren.

Als Energielieferant stehen Pellet oder Flüssiggas zur Alternative

Irritiert bin ich gerade bzgl. der Energiekosten, oder mache ich einen Denk-/Rechenfehler:

(Flüssig-)Gas:
Energiewert 12,8kWh/kg, ca. 0,57l/€, bei 0,54kg/l sind das dann 3,25kg/€, somit bekomme ich für einen € 41,6kWh.
Pellet:
Energiewert 4,9kWh/kg, ca. 0,22€/kg bzw. 4,55kg/€.
Somit nur 22,3kWh/€.

Gruß
Albbrocken



Rechenfehler



Du hast einen Rechenfehler beim Gas. Ob deine Ausgangswerte stimmen kann ich dir nicht sagen, aber wenn du 0,57l pro Euro bekommst (was mir viel zu teuer erscheint) und ein Liter 0,54 kg wiegt dann bekonnst du knapp 0,31 kg/€. Das wären dann 3,94 kWh pro Euro. Das kann eigentlich nicht hinkommen.

Wenn du die Einheit beim Gaspreis vertauscht hast wären es 0,95 kg/€ und 12,13 kWh pro Euro.



Einheit Gaspreis vertauscht !



Hallo Tina, richtig, hab die Enheiten beim Gaspreis vertauscht. Anhaltswert sind 57 ct/l ... ist ja eigentlich logisch, aber vor lauter Zahlen und Einheiten hab' ich "ganz vorne" nicht mehr nachgeschaut!

Besten Dank !!!

Leider habe ich noch einen Fehler drin: die 57ct sind ohne MwSt.

Da ich den Gastank auch kaufen muss, ist evtl. Pellet doch die auf Dauer günstigere Wahl.

Gruß
Albbrocken



Pelletlager nicht vergessen



Auch das Pellet-Lager kostet. Wenn du nicht alle paar Wochen Pellets kaufen willst brauchst du ordentlich Platz für das Silo, das zudem noch trocken und gut belüftet sein muss (schwierig im Altbau-Keller).

Ich habe sehr ähnliche Grundvoraussetzungen und bin mir immer noch nicht 100% sicher, welche Heizung es wird. Pellets sind allerdings für mich schon raus, das ist mir im Vergleich zu Gas (über Leitung) zu umständlich.



Erdgasanschluß => Gasbrennwert



Hätte ich einen Erdgasanschluß, wäre die Entscheidung klar.
Beim Gastank scheue ich die zahlreichen Vorschriften zum Aufstellungsort und die Optik bei "überirdisch". Pelletlager würde ins EG kommen(bebaute Fläche 214m², im EG zu 2/3 Nutzraum, da wird sich wohl eine trockene Ecke finden) und sollte auch im Selbstbau machbar sein.



So ganz banal ist das mit den Pellets auch nicht.



Abgesehen davon, dass ich diese Anlagen unverhältnimäßg teuer finde, gibt es eine ganze Reihe technischer Anforderungen:

http://www.schornsteinfeger-liv-bayern.de/bilder_by/files/pelletlager.pdf

Daneben muss man bedenken, dass die Fördertechnik wohl nicht immer störungsfrei und vor allem nicht lautlos von statten geht. Auch die automatischen Feuerungsanlagen für Pellets sind wohl bisweilen zickig, haben einen höheren Wartungsaufwand (1x / Monat reinigen) als Gas und benötigen natürlich einen geeigneten Zug. Eine Brennwertgastherme kann man an einem 'Plastikröhrchen' betreiben.
Dazu kommt, dass man für WW entweder ein zweites System braucht oder die Anlage wirklich das ganze Jahr laufen muss.

Ich würde mich wahrscheinlich in dieser Situation für einen unterirdischen Gastank entscheiden, den Grundofen wenn nötig aufmöbeln lassen und so intensiv es geht nutzen.

Auch ich bin nach langer Überlegung von der Pelletnummer abgerückt und betreibe Brennwert Gastherme und Grundofen.
Bis jetzt gibt's nichts zu beanstanden.

Gruß Götz

p.s.

hier noch eine Bespielrechnung, wobei die Version Wärmepumpe mit Vorsicht zu genießen ist, die Seite kommt von einem Verein von Wärmepumpenanbietern, ist aber halbwegs aktuell.

http://www.klima-innovativ.de/pages/kosten.html

hier noch eine neutralere Seite, da sind aber keine Züge eingerechnet und die Heizkreisläufe auch nicht. Dafür kostet das Pelletsilo auch nur sensationelle 1500 Euro.

http://www.energiesparen-im-haushalt.de/energie/bauen-und-modernisieren/modernisierung-haus/heizung-modernisieren/heizkosten-gas-oel-pellets.html



Pellet-Technik ausgereift ?



Hallo Götz,
besten Dank für die Pellet-Lager-Bauanleitung.

Habe einen Kollegen bei Junkers, den werde ich jetzt mal befragen. Habe schon beides gehört: "Pellethzg. ist störanfällig/viel zu teuer/....", aber auch "mittlerweile ausgereifte Technik/hat sich schnell amortisiert/es gibt Förderung/...#

Die beiden internet-Seiten hatte ich auch schon entdeckt, aber meine Zweifel an den Daten gehabt. Deswegen wollte ich zumindest ein paar Eckdaten selber ermitteln.

Für mich schwierig abzuschätzen ist der Jahresenergiebedarf.
Das Haus hat ca. 260qm Wohnfläche in OG+DG + ca.40qm Küche im EG. Habe hier bei ähnlichen Daten eine "Hausnummer" von 30.000kWh/anno gefunden. Realistisch?
Damit kommt dann halt ein anderer break even für die Pelletlösung raus als in den Bsp. mit Niedrigenergiehäusern.

Gruß
Ernst



Ratespiel



Wenn bislang keine Zentralheizung vorhanden ist rechnet man ein wenig in einem luftleeren Raum. Außerdem hängt es auch von den Gewohnheiten der Bewohner ab (wie warm will man es, hat man immer Lust und Zeit den Ofen zu heizen) und den Besonderheiten des Hauses ab (wie z.B. der Sonneneinstrahlung). Vor dem Problem stehe ich aktuell auch, bislang gibt es in dem Haus in zwei Zimmern Öl-Einzelöfen und in der Küche einen Holzofen.

Genau rechnen darf das dann der Architekt, ich hab nur mal nach Referenzwerten gesucht. 100kWh pro Jahr und m2 wäre schon ein "normalgut" gedämmtes neueres Haus, Altbauten (ungedämmt) können da schon bei einem Vielfachen liegen.