Neue Scheiben bei beschlagenen Fenstern ?

07.01.2009



Einen guten Tag und ein frohes neues Jahr,
Mit Aufmerksamkeit habe ich die Frage bzgl. der nassen Fensterscheiben gelesen (Forum 108238). Nach der Isolierung unseres Dachgeschosses einschließlich Einbringung einer Dampfbremsfolie haben wir jetzt in der kalten Jahreszeit erstmals das gleiche Problem mit zum Teil stark beschlagenen Fensterscheiben im Innenbereich am Morgen. Nach Information des für den Innenausbau zuständigen Handwerkers sei dies Normal. Er begründete dies aufgrund der geringen Raumgröße und nächtlichen Raumtemperaturen zwischen 14 u.16°C (Kinderzimmer/Schlaftemperatur) weiterhin begünstigt durch Plissees direkt vor den Fenstern. Weil die Fensterscheiben kalt sind setze sich hier nun die über Nacht angesammelte Luftfeuchte ab. Es muss in der Tat so sein, denn Tagsüber bei einer Raumtemperatur von ca.21-22°C und regelmäßiger Stoßbelüftung ist nichts zu bemerken. Er empfahl uns unsere 15 Jahre alten, zweifach verglasten Fensterscheiben (mit innenliegenden Fenstersprossen) gegen neue Isoliergläser auszutauschen. Die aus Edelholz bestehenden Rahmen könnten wir belassen da sie nirgends desolate Zustände zeigen würden.

Adäquat zu diesem Thema stellen sich mir nun folgende Fragen dessen Antworten in die Überlegungen eines eventuellen Austausches mit einfließen sollen.
-Lohnt sich überhaupt so ein Austausch grundsätzlich und was ist dabei zu beachten?
-Dreifach verglast oder reicht zweifach verglastes, gasgeladenes Isolierglas?
-Wenn gasgeladen welches Gas?
-Passt eine dreifach verglaste Scheibe überhaupt in den Rahmen einer zweifach verglasten, wenn ja evtl. auch mit innenliegenden Fenstersprossen?
-Was für Glas ist empfehlenswert?
-Als letztes wie immer die Frage nach den Kosten (Förderung?)
Ein im Vorwege recht herzliches Dankeschön hinsichtlich ihrer Bemühungen zur beitragenden Beantwortung meiner hoffentlich in genügender Weise gestellten Fragen.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Hage



Beschlagene fenster



Hallo,

eine dreifach verglaste Scheibe paßt nicht in übliche 24mm-Falze für Isolierverglasung.
Standardgas ist Argon, teurer ist Xenon.

Mit einem 2fach WS-Glas (u-Wert bei ca. 1,3)ist man heute gut bedient.

Bitte bedenken Sie aber, daß der Wärmedämmwert eines Fenster, insbesondere eines Dachflächenfensters nur eines von vielen Kriterien ist. Andere sind sommerlicher Hitzeschutz, Gesamtenergiedurchlaß, seitliche Eindichtung etc..
Manchmal ist der Tausch gegen ein neues Fenster günstiger.
Lesen Sie mal bei Velux nach:
http://www.velux.de/Produkte/Dachwohnfenster/Fensterausfuehrungen/default.htm

Grüße



Re.Beschlagene Fenster



Vielen Dank Herr Beckmann für die so schnelle Antwort.
Dass die dreifach verglaste Scheibe nicht passt habe ich mir eigentlich schon gedacht. Leider hat sich doch ein kleiner Fehler in der Formulierung meiner Frage eingeschlichen, es handelt sich nicht um Dachfenster sondern ausschließlich um Giebelfenster (ein Ein- und ein Zweiflügeliges).
Ist hinsichtlich des Gases Xenon ein relevanter Vorteil gegenüber Argon zu erwarten oder ist es lediglich nur im Preis teurer? Könnte ich bei meinen Fenstern feststellen ob diese bereits Gasgefüllt sind?
Mit freundlichen Grüßen
Peter Hage





Hallo,

ja, halten Sie mal ein Feuerzeug mit der Flamme davor:
Sie werden vier Flammen sehen, wenn eine eine siginifikant andere Farbe hat, dann wurde diese an einer Infrarotreflexschicht gespiegelt. Solche Wärmeschutzgläser sind mit Gas gefüllt.
Das Datum im Falz gibt auch schon Hinweise. Vor 1995 (?) waren m.W. keine WS-Gläser am Markt. Sollte es ein WS-Glas sein, steht außerdem der u-Wert und manchmal die Füllung eingeprägt. In alten Isogläsern steht bisweilen gar nichts.

Sollten Sie einen Exoten aus dem Ausland gekauft haben, steht die Norm drin, z.B. DS oder ÖNORM.

Grüße



ich würd's nicht unbedingt machen



Fenstertausch

Also, ich hab zum Teil ähnliche Probleme, ich habe alle möglichen Arten von Fenstern - gaaanz alte Einfachscheibenfenster, Kastenfenster, "Isolier"glas aus den 70ern und nagelneue ultradämmende Scheiben und Fenster, kürzlich gewechselt.

Es ist ein Dilemma:

Klar, bei den derzeitigen Aussentemperaturen kondensiert Feuchte an den weniger gut isolierten Fenstern.

Aber da, wo ich die Fenster ausgetauscht habe, kondensiert die Feuchte nun an den Fensterlaibungen. Und das ist erheblich unangenehmer - da schimmelts jetzt nämlich, ausser ich lüfte gut durchdacht. Irgendwo muss die Feuchte eben hin.

Wenn es sich also um ein vorübergehendes Problem (aufgrund sehr kalter Aussentemperaturen) handelt und sonst keine Gründe für einen Scheiben- oder Fensteraustausch sprechen*, dann kann man's auch so lassen und die Fenster ab und an abwischen. Dann werden sie auch schön sauber, denn es ist ja destilliertes Wasser **.

Finanziell (also wg. Energiesparen) lohnt sich der Austausch nicht oder erst nach langer Zeit. Man spart etwa 10 Euro je qm und Jahr, maximal (bei U-Wert Differenz neu zu alt von 2 Watt je qm und K und derzeitigen Ölpreisen).

Kosten:
- Bei Scheibentausch ab etwa 100 € je qm
- Bei Fenstertausch etwa 3mal höher, kommt auch drauf an, welche und wer

* Gründe, die für einen Fensteraustausch sprechen:
- Die Fenster sind verrottet
- Es zieht
- Es ist kalt
- Man will Energie sparen (nicht Geld !)
- Die Fenster sind hässlich
- und andere

Hoffe, mit meinen Fenster-Erfahrungen geholfen zu haben

Gruss an alle
stt

** In einem besonders alten Fenster, das fast dauerfeucht ist, am unteren Rand, wächst mir gerade ein kleiner Keimling. Der überlebt! Das ist auch sehr witzig. Und Eisblumen hatte ich auch schon mal. Also, das hat ja was, manchmal zumindest.





danke für deinen bericht s trapp
hag mir geholfen





hag soll |hast| heißen !



Vielen Dank,



Herr Beckmann und Herr Trapp, für ihre Bemühungen bzgl.der Beantwortung meiner Fragen. Nun bin ich und anscheinend auch der werte Gastleser schon ein gutes Stück weiter. Die Entscheidung letztendlich liegt nun bei mir und soll wohl überlegt sein.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Hage



Rechnerisch...



...wird es sich wohl kaum lohnen. Zudem ist der Raum eh nur geringer beheizt. Die Fenster werden von dem Kondenswasser nicht gleich verrotten (die Belastung von außen ist viel höher), und letztlich ist die Zahl der Tage, wo es merklich kondensiert, sicher ebenfalls gering.

Zumindest bei einem k-Wert von 1,3 habe ich ein ähnliches Phänomen.

Wenn nicht mehr am Fenster, dann kondensiert es eben woanders (Raumecke). Ohne Lüften geht's halt nicht.

Grüße

Thomas



Zum Abschluss..



..auch an Sie lieber Thomas ein herzliches Dankeschön. Das war, wie man so sagt, das tüpfelchen auf dem i. Zur (fast) gleichen Überlegung bin ich auch gekommen, jedoch fehlte zur vollen Überzeugung noch das oben besagte "Tüpfelchen". Ich werde es so belassen und die Kinder morgens (wenn nötig) weiterhin wischen lassen, da lernen sie sogar noch für's Leben. In diesem Sinne, nochmals vielen Dank an alle.
Peter Hage





Wie Herr Beckmann schon richtig angedeutet hat, müsste man erst mal wissen, welchen Ug-Wert die bestehenden Gläser haben.
Heute hat das Standart-Wärmedämmglas einen Ug-Wert von 1,1 W/m²K und da kann es schon Sinn machen, der Empfehlung des Handwerkers vor Ort zu folgen.

Hier auch noch Infos...

Glas Info


Grüße,
Peter