Fensterumrandung aus Porenbeton ?

24.04.2012



Hallo, zusammen !

Unser Fachwerkhaus ist leider Fichte/Tanne und wird deshalb auf der Isoflocdämmung mit 50mm Hwf Platte inclusive Putzträger versehen und verputzt. Fachwerk leider nur innen.
Trotzdem möchten wir, dass das Haus später nicht aussieht wie Einfamilien Reihenhaus. Wir hatten gedacht, einen grob aufgetragenen Kellenputz (später dann ockergelb) und Sockel, Dachuntersicht, Fenster und Türumrandungen in einem schmutzigen Grau, wie man es oft an historischen Gebäuden sieht.
Da sowohl die Anbringung als auch die Preise von echten Sandsteinumrandungen oder Ähnlichem uns abschrecken, frage ich mich, ob man nicht einfach selbst aus Porenbeton historisch halbwegs korrekte Umrahmungen und "Fensterbretter" fertigen kann, diese auf die verputzten Hwf Platten anbringen, formen und Verputzen und grau Streichen kann ??
Ytong ist ja auch ohne Steinmetz denkbar einfach in Form zu bringen, günstig und verhältnismässig leicht..
Sorge macht mir dabei das ewig anstehende Thema Diffusion und Feuchte..
Hat hier jemand Tipps, Erfahrung oder Hilfe anzubieten?

Danke !



Noch besser...



...geht's mit Bauschaum oder Styroporprofilen.

Ihr solltet nichts bauen, was schon weit vor der Tilgung des dafür notwendigen Kredits zerfallen ist oder gar weitere Bauschäden verursacht hat.

Habt Ihr keinen Planer mit im Boot?

Grüße

Thomas





Leider Nein, Thomas.. Kein Planer.
Das Häuschen ist so klein und die Mittel ohne Kredit.
Architekt oder Planer und so manch anderer Profi sind nicht im Budget.
Aber trotzdem kam immer wieder viel Hilfe von vielen Seiten aus Respekt und Sympathie..
Was wäre denn dein Vorschlag?
Bauschaum und Styropor haben wir schon monatelang durch Luftkalk, Holzfaser und Anderes ersetzt..
Alles aus freier Hand Kalkputz nachformen könnte mich evtl. überfordern..



In einem Fachwerk...



...gab's wohl keine steinerne Fenstereinfassung. Wozu dann diese imitieren?

Grüße

Thomas



mal ein



Beispiel für geputzte Formen auf WDVS.
Die Mehrstärken wurden nur durch Putz realisiert.



Zu diesem Thema …



… gab es doch kürzlich einen umfangreicheren Thread.

Natürlich kann man sich zu Recht die Frage stellen, warum man an einem Fachwerkhaus steinerne Fenstereinfassungen nachempfindet, aber auch das hat ja historische Wurzeln.

Bei sowas gilt aber noch mehr als anderswo: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint! Stilistisch unsichere und unsaubere Ausführung fällt sofort negativ auf und schon kommen die Disneyland-Vergleiche.

Mich würde es an dies hier erinnern:

http://www.mau-fashion.com/2011/08/designer-outlet-roermond-new-fashion.html





Gut.. Danke für die Hinweise zur Existenz verschiedener Geschmäcker.
Ich z.B. mag keinen Fisch...
Findet man in Kiel unglaublich...

Gibts denn auch Vorschläge zur Umsetzung ?



Nö...



...im Übrigen war ich noch nie so sehr einer Meinung mit Christian Bisping wie eben jetzt. Bloß die historischen Wurzeln habe ich noch nicht gefunden.



Wurzeln …



… war in der Tat der falsche Ausdruck, ich meinte eher die Epoche, in der Fachwerkhäuser mittlerweile als ärmlich und rückständig galten und wer was auf sich hielt, das alte Fachwerk hinter Putz und Stück versteckte.

In Quedlinburg, m.E. Hohe Straße, gibt es übrigens ein paar sehr anschauliche Vergleichsobjekte der verschiedenen Phasen (ursprüngl. Fachwerk/im 18. verputztes Fachwerk/wieder entfernter Verputz und Rückbau) in direkter Nachbarschaft. Hat dann vom Prinzip her ein bisschen was von den individuellen stilistischen Verirrungen die ehemals uniformen Werkssiedlungen angetan wurden, nachdem die Häuser in Privatbesitz übergegangen sind.

Ich wollte auch keinesfalls Don Pedros Idee niedermachen, immerhin hat er ja schon erkannt, dass die verschiedenen leicht zu verarbeitenden Materialien unterschiedliche physikalische Eigenschaften haben, was längerfristig zu Bauschäden führen könnte. Von daher scheint mir im Gegensatz zum Materialpatchwork eine fachlich saubere Putzlösung eher angeraten zu sein. Aber da ich ja bekanntlich nicht vom Fach bin, sollten sich lieber Andere näher dazu äußern.





Warum muss es den wirklich Putz sein ?
Natürlich wurde auch im Bergischen Land in der mittelfristigen Vergangenheit mehr als ein Fachwerkhaus verputzt. Aber doch nur, weil man in der Mitte des letzten Jahrhunderts der Meinung war, das Fachwerk nicht "modern" genug aussieht. Die Sünden die man dabei dem Fachwerk antat möchte ich hier gar nicht weiter ausführen.

Wenn man aber wirklich von historisch ausgeht, dann gibt es 2 hübsche und auch heute noch ansehnliche Varianten. Da du den Schiefer hier ausschließt, warum keine Verbretterung.
In der Kombination mit Schiefer, Bergisch grünen Schlagläden und passenden Fenstern und Türen wird daraus ein echtes Schmuckstück. Auch bei recht kleinen Häusern.

Hier mal ein Bild der Hofschaftam im Christinaweg in SG



Im Ruhrgebiet, …



… wo die ortstypischen Hausverkleidungen wahlweise Eternitplatte, grau glasierte Riemchen oder Pressgranulatklinkerimitation sind, würden sich die Leute bei einem holzverbretterten Haus oder gar einem Blockbohlenhaus sofort aufregen, und sich beschweren, dass es nicht uns Umfeld passt. Ich habe Verwandtschaft und geschäftliche Kontakte im Ruhrgebiet und selber ein paar Jahre dort gelebt, da weiß man, was so geredet wird…

Zum Glück treibt dort, in den zuvor von Gratis-Deputatkohle und Zechenfernwärme verwöhnten und somit eher schlecht gedämmten alten Häusern, der Styropor-Dämmwahn ganz besondere Blüten, vor allem, wenn die Häuser noch in der Hand der Wohnungsbaugesellschaften sind. Somit empfände ich ein schön verputztes Haus mit moderater Holzfaserplattendämmung als echte Bereicherung, solange als Zugeständnis an den Geschmack der Leute nicht auf eine Alu-Riffelglastür verzichtet wird. ;-)

Ich weiß nicht, wo genau Don Pedro im Ruhrgebiet zuhause ist, aber ich kann als kompetenten Ansprechpartner Michael Waning aus Herne empfehlen. Habe selber in einem Haus gelebt, welches von Waning saniert wurde (nachdem sich dort seit den 80er-Jahren diverse andere Pfuscher mit katastrophalen Ergebenissen austoben durften) und kenne in und um Herne ein paar andere Prachstücke die er gerettet hat. Trotz evtl. knapper Etatplanung würde ich vor anderen Schritten unbedingt empfehlen, erst ihn zu konsultieren.

Das soll natürlich keine Werbung sein, falls sich hier aus dem Forum niemand meldet, wäre ggf. auch eine Kontaktaufnahme bei der IG Bauernhaus angeraten, da finden sich fast überall in Deutschland kompetente Ansprechpartner.

Einen Tipp im Sinne von idiotensicherer Gebrauchsanleitung wird es hier wohl nicht geben, aber vielleicht ist es ja viel ratsamer, wenn einem ein Experte mal den Kopf wäscht und nach Inaugenscheinnahme der Situation einen sinnvollen Tipp gibt, der hoffentlich auch dem Budget entgegenkommt.



Moin Don Pedro,



mir ist zunächst nicht ganz klar, wie du den Ytong vernünftig in der Dämmfassade unterbringen willst, egal ob ich das nun schön finde oder nicht.

Wir haben das Problem so gelöst:

- Natursteinfensterbänke

- Putzfaschen in anderem Korn und Farbe

- Klapp- statt Rolläden.

Gruss, Boris



Fensterumrandungen , Putzfaschen..



sind ja auch früher schon in zB Sandsteinoptik aufgeputzt werden .
Gibt auch unter Fensterumrandungen Lieferanten für Fertigteile , geht aber auch mit HWF-Platten aufgedoppelt , abgeschrägt oder profiliert rund ums Fenster und geutzt .

Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube
www.fensterecke-minden.de



hier



mal ein historischen Beispiel zu Steingewände (im EG!), alte Bauzeichnung um 1878, Sandsteingewände im Eg waren damals nicht unüblich, aber auch Holzfenstertöcke kamen vor. Je nach Geldlage.



Fensterstock



aus Holz





Ja, tatsächlich historische Steingewände.
Zwischen Dresden und Leipzig.

Historisch sind auch Blockhütten in Alaska.
Sorry für die Analogie.
Im Bergischen ist das nun mal nicht historisch.
Und, nur meiner persönlichen Meinung nach, paßt das leider kaum ins Bergische Land.



Verbretterung



so kann eine Verbretterung auch eine Ansicht verderben, ich glaube, dies ging auch in die Hose.



@ Olaf



Im Mauerwerk sind Steingewände üblich und passend.

Meine Fragezeichen bezogen sich auf die Steinimitation vor Fachwerk.

Die Verbretterung könnte sicher besser sein. Unter Beachtung des gräulichen Anbaues und der zerstörten Fensterachsen sind die Bretter aber dennoch nich das Problem an diesem Hause.

Grüße

Thomas





Zunächst mal Danke für das rege Interesse !
Ich würde gerne nochmal versuchen ein paar Missverständnisse aus dem Weg zu räumen:
-Nein, ich möchte nicht ein schönes Fachwerk verputzen, weil ich an Geschmacksverirrungen leide. Ich wäre froh, ich könnte es als Fachwerk lassen. Es ist aber leider schon urkundlich immer Fichte gewesen und dazu noch in desolatem Zustand, wie sich unter der Schieferfassade leider zeigte. Also als Sichtfachwerk nicht zu brauchen.
-Da wir den Glaswolle/Styropor/Rigipsdämmversuch unseres Vorgängers innen entfernt haben und das Haus nur ca. 70qm Wohnflâche hat, müssen wir von aussen dämmen. Holzweichfaser mit Isofloc in Dach und Wand aussen.
-Jetzt zusätzlich noch eine weitere Schicht darauf für Schiefer oder Holzfassade gibt der Platz aussen nicht her.
Die Wand wird zu dick, weil die dann ja noch hinterlüftet sein müsste.
Wäre auch beides für uns nicht so sehr favorisiert.
Also Holzweichfaser mit Putzträger als (Leider) einzige Alternative.
-Damit es noch Charme behält und nicht wie eines der zugeputzten 80er Jahre Fachwerk Reihenhäuser aussieht, möchten wir eben versuchen, ähnlich wie die oben erwähnten Quedlinburger, aus der Not eine Tugend zu machen.
Ich hoffe, es jetzt ausreichend erklärt zu haben um besser ernst genommen zu werden von dem einen oder anderen Fachwerkspuristen, der dann seine Erfahrung trotzdem mit mir teilen mag.
Darüber hinaus ist es mir aus tiefstem Herzen Wurst, ob und wie 'man' so im Bergischen Land seine Häuser aussehen lassen soll. Von denen kommt niemand auf meine Beerdigung. Ich hätts gern so, dass ich es mag..

Die Möglichkeit noch eine Schicht Holzweichfaserplatte als Umrandung zu verputzen finde ich schon mal überdenkenswert ! Danke ..
Ich hab nur beim Dach dämmen schon gemerkt, das sich die Platten nicht so toll formen und schneiden lassen, und diese seltsamen Styropor Bossen und Faschen kommen nicht in Frage..



Putzfaschen Holz



Hallo Don Pedro ,

in Eurer Gegend gibt es ja auch halbe Stadtteile , in denen die Häuser zwar sehr "putzig" aussehen ,also klassizistisch oder dgl. gestaltet sind , aber : nur Holz und Farbe !
Das läßt sich mit Fensterfaschen natürlich auch erreichen , zB.mit profilierte Putzleisten oder Holzgewänden ums Fenster (vorm Putzen).Ist gar nicht so weit weg von den typischen Schieferblenden ..
besten Gruß aus Minden
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube
www.fensterecke-minden.de





Danke für den Tip !
Wir wohnen dort noch gar nicht..
Hätten Sie dazu auch einen Strassennamen ?
Dann machen wir mal einen Ausflug !



Jetzt wüsste ich aber auch mal gerne ...



... von welcher Gegend überhaupt die Rede ist.

Auf den ersten Blick sieht es wie jenseits der Ruhr, Richtung Bergisches, also Hattingen & Co.



Die Gegend..



wird Ölberg geheißen und ist Teil von W.-Elberfeld .
besten Gruß aus Minden
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube
www.fensterecke-minden.de





Ah, Ölberg.. Dort waren wir schon mal. Sehr nettes Studentenviertel in Wuppertal. Aber was ich erinnere sind alles grosse 5 stöckige Mehrfamilienhäuser. Die Ecke dort ist bekannt geworden durch die Fassadenimitate aus Holz. Da werd ich mir schlecht etwas abschauen können, und ich habe ja auch in der Materialwahl komplett andere Voraussetzungen als ein grosses Steinhaus.
Oder hab ich da was mißverstanden ?



Steingewände am FW-Haus ?



Mit dem Fotos wissen wir nun, von was wir reden, da ist natürlich ein Steingewände völlig sinnlos. Aber auch ich habe ein Fachwerkhaus - deshalb meine Fotos mit möglichen Lösungen. Es ist schade, wenn hinterher erst alle Details rauskommen, so hätte man Zeit gespart.



Aus Wikipedia (zu Wuppertal Ölberg):



"Die geschlossene Bebauung besteht zumeist aus drei- bis vierstöckigen Mehrfamilienhäusern…"





@ Olaf:
Wieso ist denn Steinimitat sinnloser als Holzimitat ?
Es soll doch letztlich nur seinen Zweck erfüllen..



Sie werden hier...



...wohl nur wenige Freunde für Ihre Umgestaltung a la Potemkin finden. Was Sie vorhaben, entspricht nicht dem Charkter des Hauses - und hier sind nun 'mal viele Mitglieder mit denkmalpflegerischen Ambitionen an Bord.

Grüße

Thomas





Ihre Ambitionen in allen Ehren..
Aber es kommt ja noch nicht mal ein besserer Vorschlag. Wie oft soll ich noch runterbeten, dass die Putzvariante auch für mich nur ein schlechter Kompromiss ist ??
Machen Sie sich eigentlich auch konstruktive Gedanken zu dem Thema, oder reicht es, über mich den Kopf zu schütteln?
Einige andere waren genauso wenig begeistert, aber durchaus hilfsbereit..
Und was wäre eigentlich gewesen, hätte irgendein Umweltschützer Potemkin die Atrappen verboten? Hat doch super funktioniert..
Also nochmal:
Über Hilfe freue ich mich, Schmäh nervt nur..
Dann geben Sie sich doch mal einen Ruck, die Herren Denkmalpfleger und sagen mir, wo die Lösung ist?
Danke..



Fenstergewände



Hallo Don Pedro,
Sie müssen sich nicht wundern das bei der Fragestellung und dem Haus Ihr Vorhaben auf wenig Gegenliebe stößt. Es geht hier nicht nur um die technische Umsetzung, die- egal wie und mit was- technisch äußerst bedenklich wäre.
Ein starres Fenstergewände an ein Fachwerk zu pappen bringt nun mal erhebliche Probleme mit sich.
Es geht sicher den meisten und auch mir vor allem um die gestalterische Frage.
Nehmen Sie deshalb die Ablehnung nicht als besserwisserische Nörgelei sondern als Versuch Ihnen zu helfen.
Das kann manchmal auch darin liegen, jemandem etwas wieder auszureden.
Abgesehen von der lächerlichen Erscheinung die das kleine Häuschen dann mit den Gewänden haben wird geht es auch um den Wert.
Ein Wertermittler würde sowas als "merkantilen Minderwert" einstufen, da dieses Fake immer erkennbar bleiben wird, allein schon aus den Proportionen des Hauses heraus. Selbst bei guter Arbeit innen sieht das außen wie eine billige Bastelbude aus.
Deshalb nehmen Sie den Ratschlag an und setzen sie die Fenster- wenn es denn sein muß- mit einer Putzfasche und eventuell! mit einem anderen Farbton ab.
Vorschlag: Erst mal die Fassade zeichnen (Farbkonzept) und dann mal ein Fenster als Muster anlegen.

Viele Grüße





Hallo, Herr Böttcher..
Vielen Dank für den gut gemeinten Ratschlag.

Ich hatte ohnehin nicht vor, das Haus unnötig zu verkitschen oder Rokkoko Schnörkeleien anzubringen. Vielleicht ist das hier auch falsch angekommen.
Es ging mir tatsächlich nur um ein paar Fensterumrandungen, die nett aussehen.
Ich würde mir wirklich nur wünschen, dem kleinen Häuschen auf irgend eine Art sein Alter auch später ansehen zu können und es nicht zu einem modernen, verputzten Klotz werden zu lassen..
Dahingehend freue ich mich über jeden, der mal Ähnliches versucht hat und mir etwas rät oder auch ausredet. Nur mit den Hinweisen darauf, dass ich das schöne Fachwerk verschandele kann ich halt leider wenig anfangen.. Mir tut es ja selbst leid und ich suche als Ersatz nur eine erschwingliche und praktikable Lösung..





@ Thomas :

Was entspräche ihrer Meinung nach denn "dem Charkter des Hauses [....] mit denkmalpflegerischen Ambitionen.. " ???

Das wäre ja der interessante Teil, falls das nicht nur dahingeredete Kritik ist, sondern auch realisierbar ist.. !



Fensterumrandung aus Holz..



.ist leicht herzustellen ,gerade bei Vorsatzfassaden ,
mit Putzfase oder -falz versehen gut anzuarbeiten ,
obere Tropfkante nach Wunsch zB. dachförmig auszubilden ,Sohlbank aus Holz mit profiliertem Überstand oder ohne , oder auch als Metallprofil .

Solange nicht technische oder denkmalpflegrische Gründe dagegen sprechen , halte ich die oben geüßerte Kritik bei allem Respekt für geschmäcklerisch !
besten Gruß aus Minden
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube
www.fensterecke-minden.de
@DonPedro: Ich versuch dieser Tage mal Fotos zu machen um abzubilden , was gemeint ist - wenn ich die Kamera halten kann ;-)





Klasse !
Wir sind um jeden Vorschlag und Tips zur Ausführung dankbar !



Ein Fachwerkhaus wünscht sich natürlich --



-- hölzerne Fenster, welche nur mit hölzernen Bekleidungen
eingebaut werden können, um die natürliche Fuge zwischen
Fenster und Gefachen abzudecken. -- In den unterschiedlichen Regionen unseres Sprachbereiches gibt es
auch voneinander abweichende Einbaumethoden.
-
Im Rheinland z.B. baute man einst die Fenster niemals außen
flächenbündig ein; sondern oftmals noch mit einem Außenfutter ( auch Zarge genannt).
-

Die beste Position eines Holzfensters im Fachwerk ist außen flächenbündig! - Und zwar Holz in Holz Konstruktion --
Mit Außenbekleidungen !

-
Wasserabweisend, wie es sich gehört !
-
Beste Grüße aus Nordsachsen.





Ja, das finde ich auch schön..
Aber nochmal:
Es wird keine Fachwerkfassade werden. Das ist nicht möglich !!
Das Haus war immer und ist auch immer noch ein einfaches, verkleidetes Arbeiterhaus aus Fichtenholz.. Vorher ungedämmt und ohne Hinterlüftung verschiefert und halb vergammelt.
Jetzt immer noch Fichte und bald mit Hwf Dämmung und deshalb
KEIN Sichtfachwerk sondern Putzfassade.
Alles klar????



Das Haus...



...war nicht immer voll verkleidet. Im EG offenbar Sichtfachwerk, und im Giebel Schiefer. Das wäre die historisch korrekte Aufgabenstellung.

Da nun ein halbwegs moderates Wohnklima ohne Dämmung nicht zu haben ist, und andererseits die Wohnfläche vermutlich nicht durch eine Innendämmung nicht noch weiter schrumpfen soll, geht an der Außendämmung wohl kein Weg vorbei.

Ich würde (ohne angeklebten Bombast, den verträgt das kleine Häuselein nun wirklich nicht) das EG putzen und den Giebel verschiefern. Wenn Sie Ihre Schiefer nicht schon entsorgt hätten, hätte es für die Giebel bestimmt gereicht.

Sie wirken hier zunehmend beleidigt, weil Ihre Ideen keine Begeisterung auslösen. Was erwarten Sie denn? Wenn ich Ihre aufgeklebten Imitationen aus denkmalpflegerischer (interessiert Sie offensichtlich nicht), ästhetischer (da dürfen Sie gern Ihre eigene Sicht haben) und konstruktiver Sicht katastrophal finde, kann ich Ihnen eben keine Lösung innerhalb Ihrer Akzeptanzgrenze bieten.

Ich weise aber darauf hin, daß die Unterordnung des Konstruktiven unter das Gestalterische oft zum Bauschäden führt.

Wenn Sie die Fenster unbedingt betonen wollen, lassen Sie einen Maler 'ran, der die Gesimse farblich und leicht illusionistisch absetzt. Das bedeutet, daß der Maler eine leichte Schattenwirkung des (zweidimensionalen) Fensterrahmens imitiert, um so die Dreidimensionalität vorzutäuschen. Eine alte Kunst. Ob das nun zum Haus passt, sei dahingestellt. Aber vielleicht bringt das ja Ihre erträumte Idylle, ohne gleichzeitig konstruktiven Murks zu produzieren.

Grüße

Thomas



Zum erstellen der gewünschten Putzfassade



können Sie auch stauss Fassadengewebe verwenden.
Das Ziegeldrahtgewebe wird über die Fassade gespannt und am einfachsten mit Luftkalkmörtel verputzt.
Diese Vorgehensweise ist einfach und geht recht flott.
Mit diesem Material können problemlos die Fensterfaschen modellieren wie Sie wollen.

Das Bild zeigt die Fassadenbahnen mit Vorspritz.

Bei Fragen dürfen Sie sich gerne melden.

Grüsse Thomas





@Thomas Böhme:
Das Haus war sicher kein Sichtfachwerk und hat auch nur Fichtenbalken. Es stammt erst aus der zweiten Hälfte des 19.Jhd.
Die Tür hat der Erbauer von seinem Herrn geschenkt bekommen und die stammt noch aus dem Rokoko. Das ist alles beurkundet. Die ältesten schw-weiss Aufnahmen zeigen das Haus auch schon voll verschiefert..
Ich hab schon viel nachgeforscht und bin zwar kein Denkmalpfleger, aber auch nicht ignorant.
Wie auch immer..
Ich bin auch nicht beleidigt, sondern nur etwas genervt, weil die meisten Antworten einfach total an der Realität vorbei gehen. Das ist etwa so, als müsse man dringend eine Geburtstagstorte backen und fragt danach, bekommt aber immer nur zu hören wie dumm das ist, weil es dick macht und ich doch besser Salat essen soll.
Ich freue mich aber über jeden konstruktiven Beitrag.
(auch über die 3D Farbe, wohl als Trompel'oeil gedacht) werde ich mal recherchieren.
Danke !





@ Thomas Kehle:
Ich habe den Ziegelrabitz bereits im ganzen Haus verwendet, wo ich die Balken leider nicht frei lassen konnte.
Das klappte dort prima.. Aber darüber Fensterfaschen zu modellieren traue ich mir nicht zu.. Deshalb die ( von mir aus auch dämliche) Idee eine feste Form aus Ytong zu nehmen. Aber das hab ich mir ja nun aus materialtechnischen Gründen schon abgeschminkt..
Bisher gefällt mir die Idee am besten, die Holzweichplatten als Fensterrahmen zu doppeln und zu verputzen.
Wenn das Murks wird muss halt doch ein Holzrahmen her..



Wenn das...



...auf dem Zwischendurchfoto eine weiße Farbe auf den Gefachen ist, waren die denn auch 'mal sichtig.

Auch die Verwendung von Fichte spricht nicht gegen ehemaliges Sichtfachwerk.

Aber das nur am Rande.

Grüße

Thomas





Nö, das war nur Kalkputz mit Flachs oder Haar oder irgendwas Komischem drin..
Ist ja auch egal. Das Thema ist ja leider wegen der Aussendämmung eh gestorben.
Ich guck grad, wie man die Fenster sinnvoll mit Anputzleisten und Holzweichfaserrahmen und Putz verbinden kann. Dann farblich leicht absetzen..
Könnte klappen..



Fensterfrage



Was sollen denn überhaupt für Fenster rein?

Grundsätzlich hat Meister Milling Recht, was den historischen Charakter des Hauses angeht, d.h. Fenster in historisch korrekter Art mit Außenfutter, ich würde sie als Kastenfenster ausführen lassen, aber einfache Sprossenfenster mit Isolierglas ginge natürlich auch.
Von irgendwelchen farblichen Akzenten rund um die Fenster würde ich mich dann verabschieden, sondern die Fenster für sich wirken lassen. Dann reicht auch ein einfacher, eher glatter Putz, ohne geschmäcklerisches Gekräusel und den Giebel natürlich mit einer schönen Holzverschalung versehen (verschiefern geht ja leider nicht mehr, da bereits entsorgt und neu wohl zu teuer).

Wie ist der Sockel aufgebaut? Bruch- oder Sandstein?
Das wäre freigelegt doch ggf. auch noch ein passender Kontrast gegen die "grauer-Kasten-Langeweile".

Ansonsten gewinnt ein Haus auch durchs Umfeld: Wenn es statt des gepflasterten Hofes rundum grünt, vielleicht eine geeignete Rankpflanze oder Spalierobst das Haus einrahmen, bekommt es mehr und vor allem authentischeren Charakter als durch aufgemalte oder drankonstruierte Elemente.

(ernst und konstruktiv gemeint)



Ergänzung



Es gibt ja durchaus Gegenden, z.B. im frühindustriellen Lennetal bei Hagen, wo die ersten Walzwerke standen, in den die historische Originalverkleidung von Fachwerkhäusern komplett aus Zinkblechplatten besteht. Da technisch stimming gemacht, konnte sich die Bausubstanz hinter diesen Fassaden oft über 200 Jahre hervorragend halten. Erst durch die Entfernung der alten Verkleidungen (analog zu Verschieferungen in anderen Regionen) und Hinwendung zum nun freigelegten Sichtfachwerk begann der Verfall, obwohl die Denkmalbehörden diese Schritte in Richtung pittoresker und touristenfreundlicher Fachwerk-Zuckerbäckerstil begrüßten.

Zu diesem Thema gab es hier unlängst noch einen Thread, den ich leider jetzt nicht finde, von dem ich aber sicher bin, dass er ein paar Anregungen bereithält.



Doch noch gefunden:



http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/image/a/showPicture/28064$.cfm

http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/image/a/showPicture/28052$.cfm





Danke für die wohltuende Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten !
Das mit dem Umfeld stimmt natürlich..
Wir haben schon für Einfahrt und "Bürgersteig' grosse alte Pflastersteine (Katzenköppe) besorgt und ein Zu berankender Unterstand aus Holz soll in die Einfahrt. Dann noch eine hübsche Aussenlaterne.. Das wird schon..
Fenster haben wir isoliert mit echten Sprossen( also nicht innen ).
Der Sockel ist , wie übrigens das ganze Gebäude ein wilder Mix aus Schäden durch Kriegszeiten. Da findet sich Bruchstein, Ziegel, Beton etc..
Also nichts zum freilegen. Viele Balken waren angekokelt etc..
An zwei Hausseiten ist der Sockel auch Teil der inneren Wand und muss demnach auch gedämmt werden.
Da geht auch nur später in ner anderen Farbe absetzen.



Blendrahmen



Historisch ist schön, historisierung leider immer Disnyland. Schön, wie sich die Gemüter am Thema vorbei erhitzen.
Im Süden, z.B. Südfrankreich, wird viel mit Kunststein gemacht. Zement in Steinfarben und die passenden Zuschlagstoffe gibt´s dort in jedem besseren Baumarkt.
Bei geringer Materialdicke kann man zur Bruchstabilität auch farbiges; hochwertiges 2K; Epoxi und Draht einarbeiten.
getürkt wird am Bau schon seit gut 2.000 J. Da wäre doch interessant, ob nicht mancher der hiesigen Kritiker nicht aus versehen bestaunend vor solchem Werk gestanden hat ...
Gruß Walter





Am Thema erhitzen ist gut.. Ich wäre auch froh gewesen, wenn einfach jemand geschrieben hätte :" Ich finde es zwar bescheuert, wenn Du einen Spoiler an deinen Bentley bauen willst, aber wenn es schon sein muss, würde ich es folgendermassen machen ..... "
Oder: "Schade, dass Du da einen Spoiler dran haben willst.. Ich habe etwas Ähnliches gemacht, nur ohne Plastik.. und das hat super geklappt und sieht so aus... "
Ich hab es aber (einige Wenige ausgenommen) schon aufgegeben.
Im Schützenverein wird halt geschossen.... Da muss ich mir wohl selbst an die Nase fassen...



Steingewände



ein Beispiel für eine mögliche Lösung, wenn es denn der Bauherr so will:

PS.: nur mittels Mehrstärken beim Putz, hier auf massive Ziegelwände.



Es gibt auch hier...



...kein Abo auf wohlwollende Antworten.

Wenn ich etwas für grundsätzlich falsch erachte, suche ich nicht nach Lösungen, das Falsche möglichst wenig störend zu platzieren.

Frohes Schaffen weiterhin

Thomas



Es gilt hier zu differenzieren …



… zwischen rein stilistisch-ästhetischen Erwägungen, also ob eine derartige Fensterumrandung zu so einem Haus überhaupt passt und technischen Ratschlägen. Beides hat beim Bauen seinen Stellenwert. Es wäre vermessen, ersteren Aspekt auf die rein persönliche Geschmacksebene herunter zu nivellieren.
Das mag beim Spoiler am Bentley noch angehen, bei Häusern sollte man bisweilen allein für das Erleiden des Anblicks schon Schmerzensgeld verlangen. Es mindert den Wohnwert und die Lebensqualität einer Straße m.E. erheblich, wenn plötzlich die Nachbarn anfangen ihre Häuser zu verunstalten, genau wie manche Geschäftsstraßen wo die ehemals schönen und florierenden Läden oder Cafés von den Ladenketten "zu vermieten", "wir schließen", "provisionsfrei" und den xy-ten Neueröffnungen von Dönerimbissen (soll jetzt nix gegen Dönerimbisse sein, aber manche scheinen ihr Geschäft nicht so richtig zu verstehen) übernommen werden.

Von der technischen Seite her gab es doch schon ein paar ernstzunehmende Vorschläge, z.B. eine Realisierung nur durch Putz. Aus Gründen der überwiegenden Bausubstanz wird es in diesem Forum wohl tatsächlich gar nicht so viele praktische Beispiele geben, denn im Fachwerk werden die Fenster, wie von Meister Milling beschrieben, anders gesetzt, bei anderem alten Baubestand hat man entweder echte Sandsteineinfassungen, echtes Sichtmauerwerk oder die oben beschriebenen rein auf Putz basierenden Lösungen.

Im Neubaubereich wird bei uns ja eher "reduziert" gebaut, also keine extra hervorgehobene Fenstereinfassung, es sei denn durch rein farbliche Akzente hervorgehoben, aber dann sind wir schon wieder bei den Häusern in Bayern, wo außer der Lüftlmalerei auch gerne Fenster und Türen malerisch ornamentiert werden. Aber auch hier ist die ehemalige Volkskunst schon sehr in Richtung Kitsch aufgeweicht.

Die von Walter Hofacker beschriebenen Fertigbauteile werden nicht nur z.B. in Südfrankreich, wo das Klima natürlich begünstigend und der deutsche Perfektionsdrang weniger ausgeprägt sind, sondern zunehmend auch in unseren Städten, z.B. bei der geschmäcklerischen und historisch oft wenig getreuen Retro-Sanierung bestimmter angesagter Stadtviertel in Berlin verwendet.

Hier geht man mit Sicherheit ein ziemlich hohes Risiko, was die Lebensdauer angeht, ein. Irgendwo im Chaos der Webseiten von Konrad Fischer gibt es ein paar anschauliche Beispiele aus Montpellier, wo er einen Gebäudekomplex im historisierenden Stil quasi auseindernimmt.

In Münster hat man beispielsweise mitten in die Innenstadt ein Investitionsmonstrum aus gefärbtem Beton gesetzt, was derzeit noch von allen hochgelobt wird. Auch wenn die Farbe irgenwie an Terra di Siena erinnert und an zentraler Stelle neben ein paar eleganten Schickiläden ein paar Baristas mit minestens 80 Knöpfen an der Schürze darauf warten ihren Lattenkaffee auszuschenken, hat es für mich nicht mehr Flair als eine Tiefgarage und ich bin sicher, es wird nicht lange dauern, bis die ersten Meldungen über Bauschäden ("wer haftet jetzt für die Kosten?") die Runde machen werden.

Das Risiko weitreichender Bauschäden scheint mir dagegen am Häuschen von Don Pedro relativ gering zu sein; wenn man bauphysikalisch einigermaßen beschlagen ist und über praktische Erfahrung mit verschiedenen Materialien verfügt, sollte es doch wie beschrieben zu realisieren sein. Was also spricht dagegen, es einfach zu machen? Manchmal muss man halt der Erste sein. Die Bedenken bezüglich Diffusion und Feuchte sind natürlich berechtigt, also bedarf so eine Lösung einer regelmäßigen gewissenhaften Überprüfung. Vielleicht lernt man so aber mehr als durch kluge Ratschläge. Wenn es innen schimmelt oder der erste harte Frost die Dinger wg. Feuchtigkeit im Spalt absprengt, erst dann weiß man, dass man irgendwas falsch gemacht hat.



Lage der Fenster



Aufgrund der Diskussion habe ich mir heute mal in Stadt ein paar alte Häuser genauer angesehen - da gibt es mehrere Objekte, wo die Fenster im Lichten stehen bei Sandsteingewänden, aber auch überputztes FW, an dem Faschen wie Gewände gearbeitet sind. Es wird wohl kaum eine "hats noch nie gegeben"-Regel geben, dazu ist das Bauen zu individuell und regional sehr abweichend.
TWSP trocken, warm, sicher, preiswert - ist doch in etwa die Richtlinie beim Bauen, alles anderen Ansprüche und Gestaltungswünsche sind geprägt von Modeerscheinungen, über die vorher oder hinterher gelacht werden (kann).



Fenstergewände in FW/StH



Hier das betreffende Haus in Sachsen: Die Lage der Fenster würde auf ein FW schließen lassen, aber Gesimse, Gewände und die ganze Bauweise scheinen ein Steinhaus zu sein - Probebohrungen konnte natürlich nicht vornehmen. Fenster als "Außenanleger" gibt es natürlich auch, diese Konstruktion soll wegen der besseren "Windverhältnisse" an der Fassade entstanden sein (muß um 1920 gewesen sein, etwa wie Bauhaustil).



Fachwerkhaus



hier ein interessantes Bild aus der Nähe des obrigen Hauses.





Olaf...
Vielen Dank für dein wertfreies Engagement !



Fensterumrandung aus Holz..



mal paar Bildchen dazu aus dem schönen Minden !
1.



Fensterumrandung aus Holz..



2.



Fensterumrandung aus Holz..



3.



Gibt es denn hier überhaupt schon Fotos ...



... von den Fenstern, die eingebaut bzw. umbaut werden sollen?



@ Jürgen



Na, das sieht doch dezent aus und passt zum Objekt.

GRüße

Thomas