Passbaudecke- Geschossdecke in Haus von 1951

07.11.2010



Hallo an alle,
mit einem Fachwerkhaus kann ich leider nicht dienen.
Wir haben uns aber ein Haus von 1951 gekauft und sind gerade bei der Komplettsanierung.

Die Geschossdecke über EG ist eine "Passbaudecke", ähnlich einer Kaiserdecke (Bimshohldielen 62 cm, 20 cm hoch), jedoch sind die Tragelemente von unten nicht sichtbar.
Man sieht nur die Stöße der Bimsdielen.
An einem Wandabbruch konnten wir die tragenden Stahlprofile (siehe Fotos) sehen.
Meine Statiker hat leider keine Erfahrung mit Gebäuden aus den 50'er Jahren.
Ich erhoffe mir somit, dass jemand den genauen Aufbau dieser Decke kennt (kein Glück über Google)und mir weiterhelfen kann. Jetzt steht die Verlegung der neuen Haustechnik an und ich muss an der Decke abhängen und Durchbrüche machen (nur kleine, aber trotzdem).
Vielen Dank im Voraus.
Gruss
Udo



Das stimmt



mich aber sehr nachdenklich, wenn ein Statiker nicht weiss, was ´ne Stahlsteindecke ist. Wieviel Semester hat der geschwänzt?? ;-))
MfG
dasMaurer



@dasMaurer



..er kennt sich besser aus mit Häusern aus den 80'er Jahren,..das hilft mir viel :-(
Danke für den Hinweis. Ich habe gleich mal nach Stahlsteindecke gegoogelt.

Der Betonverguss in den Stößen könnte bei mir schon sein. Das würde auch die Form des Stahlträgers erklären (oben = zwei Flachprofile ca. 2,5 cm dicht beieinander, unten leigen die beiden Profile ca. 2,5 cm auseinander). Scheint somit irgend ein Gitterträger zu sein, der dann ausbetoniert wurde.

An einer Stelle habe ich den oberen Träger mal freigelegt (ca.2cm unter dem Estrich). Der Beton um den Träger ist so bröselig, dass mir das Material eher als Mörtel, denn als Beton vorkam.
Ist der Begriff "Passbaudecke" (steht im alten Architektenplan) bekannt, oder war das ein firmenspezifischer Begriff ??
Gruss
Udo



"Passbaudecke"



ist ein Begriff, der mir bis dato noch nicht untergekommen ist. Allerdings sind mir schon eine Menge Architekten "alter Schule" untergekommen, die selbstherrlich mal eben einen neuen "Fachbegriff" kreirt haben, der dann zwar den betroffenen Handwerkern bekannt war, aber ein paar Jahre später bei Umbauten dann erstmal zu umfangreichen Recherchen führte. Diese Architektengeneration war bis in die 70er Jahre aktiv.
"Stahlsteindecken" ist ein Oberbegriff für eine ganze Reihe von Decken aus unterschiedlichen Materialien und unterschiedlichen Bauweisen, die aber allesamt nach dem gleichen statischen System funktionieren. Nämlich lasttragende "Träger" und Einhangmaterialien meist mit Hohlräumen( wegen Gewichtsersparnis). Entscheidend sind hier die Träger, die die Lasten auf die Wände bringen. Solange nur kleinere Durchbrüche im Bereich der Füllkörper hergestellt werden, ist das für die Statik kein Problem. Für Rohrleitungen und Kabel empfehle ich hier, von unten zu bohren, dass erspart das umständliche ausbetonieren. Beim abhängen an der Decke können Spezialdübel erforderlich werden, wenn der Füllkörper zu porös ist.
Und in den 80ern waren diese Decken schon "Dinosaurier".
MfG
dasMaurer



....wo würden Sie



denn ein abgehängte GK-Decke befestigen ?
Mein Bauch sagt mir nicht im Bereich der Hohlkörper (Wandungsstärke an einem gebrochenen Element gemessen = ca. 3 cm)abzuhängen. Ich würde direkt neben dem Trägerelement dübeln, da ich denke, dass die Zugkräfte hier am besten aufgenommen werden können ?!
Gruss
U. Kubinger



Eine



abgehängte GK-Decke mit Metallprofilen stellt gewichtsmässig kein Problem dar. Mit entsprechenden Hohlraumdübeln geht das einwandfrei.
MfG
dasMaurer



..super,



dann kann das nächste Wochenende ja kommen :-)
Danke für die Hilfe, jetzt bin ich doch wieder etwas entspannter ( letzte Nacht musste ich ob der Deckenkonstruktion doch etwas grübeln)
Gruss und schönen Abend noch.
U.Kubinger