Partielle Sanierung Decke zu Kaltdach

06.01.2019 Skrei


Partielle Sanierung Decke zu Kaltdach

Hallo zusammen,

bei Ausbauarbeiten im OG bin ich gerade an einem Punkt, wo ich etwas gedanklichen Input benötigen würde. Im speziellen geht es um eine Zimmerdecke im OG. Der Putz der Decke ist nicht mehr der beste und auch der Putzträger (Schilf) ist teilweise etwas abgelöst, mittig im Raum liegt ein Balken komplett frei an dem die Schalbretter auch etwas "pfuschig" befestigt sind. Weiterhin hat die Decke einen Höhenunterschied von ca. 10 cm auf drei Meter Länge und Breite, also diagonal schräg und bei Zug drückt es Spelzen aus der Schüttung ins Zimmer.
Um mein weiteres Vorgehen zu planen habe ich im Dachboden den Belag abgenommen, was folgendes ergab:

Spelzenfüllung, mal mehr , mal weniger.
Balkenabstand 1,30m.
Höhenunterschied der Balken 10cm auf 2,30m Breite und auch auf 3m Tiefe.
Teilweise hab ich auch etwas nasse Stellen gefunden, wo ich aber die Ursache, bzw. das Leck bisher nicht orten konnte.


Das Dach soll nach jetzigem Stand Kaltdach bleiben. Die Überlegung war nun, die Decke herunter zu nehmen. Einen Höhenausgleich mittels angelaschten Bohlen wobei ich aufgrund der Höhe die Balken teilweise oben, bzw. unten rausschauen würden. Weiterhin würde oben durch den enormen Höhenunterschied wohl ein Podest entstehen würde, was aber nicht weiter stört.


Meine Frage wäre nun, wie ich eine neue Dämmung, bzw. den Aufbau der Decke ausführen könnte und was dabei zu beachten ist. Der Möglichkeiten gibt es da ja sicher viele. Auf jeden Fall sollten sich Aufwand und Kosten im Rahmen halten.

Gruß, Steven



Hallo Skrei



ich würde die Decke wenn irgend möglich erhalten und und mit Lehmputz überarbeiten, wenn die Putzträger noch ok sind bzw. sich wieder befestigen lassen. Dann von oben die Spelzen raus, ist ein Fehlbodeneinschub vorhanden? Zustand dessen? Wenn nicht nach dem folgenden Schritt einen einfügen. Seitlich die Balken ( welche Maße und Spannweite) mit Bohlen anlaschen,ausrichten und diese wenns geht mit den Balken bis auf den oberen Rähm führen und schubfest mit verbinden. Dann Holzfasermatten, Dachunterspannbahn und Rauspund bzw. Dielung. Noch ne Frage zum freiliegenden Balken im Zimmer: Meinst Du einen Unterzug zur Stützung der Deckenbalken oder stand dort evtl noch eine Zwischenwand und es ist der Rest des oberen Rähmbalkens?



Zustand



Danke erstmal für deine Einschätzung. Ein Einschub ist nicht vorhanden, die Spelzen liegen auf der Schalung.
Die Balken sind ca. 22/20 und haben einen Abstand von 1,30m. Spannweite ca. 7m, wobei ich erstmal nur bis Mitte, also ca 3,50m erneuern möchte/kann. In Längsachse befindet sich auch ein Unterzug von 12/10, wo man noch einen Balken auflegen könnte.

Der freiliegende Balken im Zimmer war ursprünglich mal der Rähm der Giebelseite. Irgendwann wurde dort das Haus verlängert und die Wand war dann verschalte Innenwand. Die habe ich nebst völlig desolatem Fachwerk entfernt. Das meiste ursprüngliche Fachwerk wurde von den Vorbesitzern durch Mauerwerk ersetzt.
Dort wo ich jetzt aufgemacht habe liegt der Rähm noch. Zwischen den Balken steht eine Reihe Ziegel auf dem Rähm, die das herausfallen der Spelzen verhindert. Kann das so bleiben?
Wie stark sollten die Holzfasermatten mindestens sein?
Wie bringt man die Dachunterspannbahn (Dampfsperre, -bremse?) ordnungsgemäß ein?

Der Erhalt der Decke wäre mir wegen des Aufwands auch lieber, muss halt mal schauen, ob ich mit der völlig schrägen Decke leben kann, zumal die Höhe in der Ecke deshalb ziemlich gering ist.

Gruß, Steven



Geschoßdämmung



Ok Steven, auf dem Foto ist es nicht richtig zu erkennen mit der Ziegelreihe. Die könnte bleiben, wenn Oberkante Ziegel dann gleich mit OK Unterkonstruktion Dielung wird.
Bei ca 22 cm Balkenhöhe ergibt sich von unten aus:
- Schalungsbretter der Deckenschalung, darauf
+ Dachleisten 28x48 hochkant links und rechts an Balken bzw. Ausgleichslaschung
+ 22 mm Schalbretter/OSB als Fehlbodeneinschub
= ca 7cm ; blieben bis OK Balken ca 15 cm Raum für Dämmung.
Da Du den Dachraum kalt lassen willst, sollte als Belag keine OSB benutzt werden sondern was diffusionsoffenes. Auch ist hier der Trittschall nicht das Primäre, es sei denn, Du willst eine Marderzucht da oben machen. Ich würde hier entweder flexible Holzfasermatten, Perlite oder Thermofloc (gibt es auch als Schüttung) einbringen. Da kann evtl. auftretendes Kondensat in der sommerlichen Hitze wieder abtrocknen. Unter dem Gesichtspunkt des Hitzeschutzes wäre allerdings die Holzfaser das bessere Material, denn auf dem Boden haste im Sommer schnell mal 40 grd und mehr, das bei mehreren Tagen heizt die Decke schön auf. Wenn die Dämmung bündig mit der Ausgleichsanlaschung eingebracht ist, wird die Unterspannbahn mit der vorgesehenen (bedruckten) Seite nach oben über alles gezogen, überlappend und sauber auf die Ziegelreihe geklebt. Dies hat den Sinn, dass die Dämmebene nicht von kalten Luft durchströmt werden kann und so den Dämmeffekt mindert. Dein "dämmpaket" sollte also nach außen winddicht eingepackt sein. Da gilt es auf die Details und auf penible Ausführung zu achten. Diese Unterspannbahn ist eigentlich fürs Dach entwickelt, irgendsowas hast Du schon unter Deiner Eindeckung, wenn ich das richtig deute. Es ist keine Dampfbremse, sie ist diffusionsoffen aber von außen auch (der Hersteller sagt 3 Monate lang) bewitterungsfähig und wasserdicht. Anschließend dann Spardielung, Volldielung oder nur Laufstege, je nach Nutzung. Falls du Bedarf hast, wohne in Frankenberg und mache immer gern mal den einen oder anderen Ausflug.



Deckenaufbau



Wenn die Balken 7 m ohne Unterstützung überspannen können sie fast keinerlei Verkehrslast tragen.
Zur Verstärkung kann zB Furnierschichtholz verwendet werden, welches auch in 7 m Länge erhältlich ist (zB von Steico)
Wenn der Dachboden ohnehin nicht als Lagerfläche verwendbar sein sollte ist offen aufgebrachte Zellulosedämmung das günstigste und bedarf keiner Dampfbremse.
Der Balkenzwischenraum kann gleichzeitig gedämmt werden, wenn sich darüber kein Bodenbelag befindet.

Die Decke zum Wohnraum und der Balkenzwischenraum sollte natürlich luftdicht sein, damit die Dämmung darüber nicht beeinträchtigt wird.
Wenn der Dachboden gut durchlüftet wird ist Überhitzung unwahrscheinlich-
wenn’s zu luftig ist die Zellulose zB mit Unterspannbahnen, Geotextil o.ä. abdecken.



Dämmpaket



Ok, das sollte ich hinbekommen. Hab auch noch genügend Dachlatten und alte Dielen über für den Einschub.
Die verbaute Unterspannbahn is auch so ein Sorgenkind, weil in partieller Auflösung befindlich, das ist aber ein anderes Thema.
Frankenberg is ja fast um die Ecke, wohne ein Stück hinter BED. Ein anderer Blickwinkel kann ja manchmal nicht schaden....vor allem bei den kleinen Details.

Gruß, Steven



Spannweite



falls 7m Spannweite zutreffen, sollte sich das mal ein Zimmermann/Statiker anschauen bzw. durchrechnen. Ich hatte es so verstanden, als das ( weil du nur bis zur Hälfte machen wolltest) es noch einen Unterzug gibt. Falls Du mal Unterstützung vor Ort brauchst, schreib mir eine Nachricht ins Profil bzw. dort findest du meine mailadresse. bzw. Handynummer.



Unterzug


Unterzug

ist natürlich vorhanden, hab mich da nur etwas falsch ausgedrückt. Gesamtlänge der Balken ist 7m und ich muss vorerst nur bis auf Höhe Unterzug aufmachen.
Auf dem Foto der freiliegende Balken, der wieder verputzt werden soll, vorausgesetzt ich lass die Decke so.
Gut zu sehen auch das Niveau der Decke.



Hier


Hier

noch das Stück Unterzug das erneuert wurde. Darunter wird dann mal die neue Wand von besagtem Zimmer stehen.

Gruß, Steven