Holzboden schwimmend auf Holzuntergrund verlegen???

02.05.2011



Liebe Forum-Mitglieder,
schon einige Male habe ichHolzparkett verlegt, doch stehe ich nun vor einem kleinen Rätsel…

Es geht um ein altes Gebäude, dessen Zwischendecken aus Holz aufgebaut- und daher schief und krumm sind. In einem Zimmer habe ich ein Lärchendielenboden schwimmend verlegt und sehe nun, dass die Bodenfläche stellenweise fast wellig den Schritten nachgibt.

Was ist nun zu machen?
Soll ich das Klick-Parkett wieder aufnehmen und an den Stellen eine Holzkonstruktion improvisieren, die die Dielen stützt?

Oder soll ich die Dielen an den betreffenden Stellen einfach auf den Hölzernen (Spanplatten) Untergrund vernageln und damit fixieren?

Zu meinem Rätsel kommt noch, dass in den übrigen Räumen auch Lärchenparkett liegt, dass jedoch jede Bodenwelle scheinbar mitmacht und wie angegossen sich demAuf und Ab angeglichen hat?

Was könnt Ihr mir raten???

Grüße an Euch,
Tom



...



Hallo Tom,

was genau heißt:..."Bodenfläche stellenweise fast wellig den Schritten nachgibt"? ... Kann mir jedenfalls an Hand dieser Beschreibung kein richtiges Bild davon machen!

Hast Du schon geprüft ob das Parket wirklich rund um frei liegt, oder ist es möglicherweise in sich verspannt?

Gruß aus Berlin





Hallo Stephan,
ja, der Untergrund besteht in dem alten Gebäude aus einer Holzkonstruktion, auf die mit Verlegeplatten eine Ebene gelegt wurde, die in sich dermaßen schief ist, dass mein Parkett teils bis zu 2 Zentimeter Luft "untendrunter" hat.

Ich staune auch deswegen, da die anderen Räume mit altem Parkett (Lärche) belegt sind und die Böden ebenso krumm sind. Hier scheint das Parkett aber wie angegossen jeder Bodenkrümmung zu folgen. Ich weiß nicht, wie die das gemacht haben damals. Nur stellenweise sind die Bretter vernagelt.

Die Frage ist auch, ob man in so alten Räumen überhaupt einen "geraden" Untergrund herzaubern kann? Zumal ich nicht weiß, ob ich auf die Verlegeplatten einen Fließestrich bringen kann???

Grüße aus dem Odenwald,
Tom



Was genau ...



...haben Sie denn nun verlegt, und worauf liegt es? Wenn Sie's nicht genau beschreiben, können Sie auch keine brauchbare Antwort erhalten.

Grüße

Thomas





Nun, zu meiner Schande hatte ich den Boden bereits ungeachtet des Untergrunds verlegt. Danach jedoch wieder das Klick-Parkett aufgenommen und an den betreffenden Stellen Holzfaserplatten (teils in vierfacher Lage) unterlegt und soweit möglich entsprechend mit dünneren Korklagen ausgeglichen. Meine Hoffnung ist nun, das dieser Raum einigermaßen in Ordnung geht.

Da nun noch ein größerer Raum (36qm) ansteht, möchte ich von Anfang an keine Fehler machen und denke daran, den Untergrund mit Spachtelmasse auszugleichen. Das Problem ist nur, dass insgesamt auch ein Gefälle zur Tür hin geht und ich da wieder neue Probleme ahne.

Grüße aus dem Odenwald,
Tom



Neuanfang!



Hallo Tom,

" ... dass mein Parkett teils bis zu 2 Zentimeter Luft untendrunter" hat."

OK! Damit ist mehr oder weniger klar, daß die Ursache an der Unebenheit des Untergrundes liegen mag. Im Weiteren gehe ich nun davon aus, daß die Unterkonstruktion (Holzbalkendecke) also tragfähig ist und sich nicht zusätzlich übermäßig durchbiegt.


" ... da die anderen Räume mit altem Parkett (Lärche) belegt sind und die Böden ebenso krumm sind. Hier scheint das Parkett aber wie angegossen jeder Bodenkrümmung zu folgen. Ich weiß nicht, wie die das gemacht haben damals."

Wenn Du von alten Böden sprichst, ist eher davon auszugehen, daß die in etwa die gleiche Zeit wie die Unterkonstruktion hatten um die entsprechende Krümmung anzunehmen. Diese ist so zu Sagen über die Zeit gewachsen und liegt in der Natur des Holzes. Glaube daß es auch damals eher nicht schick war, vom Handwerker eine Huckelpiste als Wohnzimmerboden verkauft zu bekommen.


"Die Frage ist auch, ob man in so alten Räumen überhaupt einen "geraden" Untergrund herzaubern kann? Zumal ich nicht weiß, ob ich auf die Verlegeplatten einen Fließestrich bringen kann???

Damit sprichst Du einen wichtigen Punkt an! ... Bevor man anfängt irgendeinen Bodenbelag zu verlegen, sollte man wenigststens einmal mit einer langen Wasserwaage, einem geradem Brett oder Metallrichtscheit die Ebenheit des Bodens geprüft haben. Je nach Gusto und späterem Bodenbelag wäre dann zu entscheiden ob man die vorgefundenen Unebenheiten (Welligkeiten) tolerieren kann/möchte oder nicht.
Wenn der neue Bodenbelag nun stellenweise 2cm hohl liegt, sollte klar sein, daß dies bei Parket oder noch schlimmer Laminat nicht tollerierbar ist! Es sei denn, man nimmt schwimmend verlegt wörtlich!

Das Unterfüttern mit irgendwelchen Materialresten würde ich bei 2cm jetzt mal als Heimwerkerlösung bezeichnen, und zweifle stark an einer dauerhaften Lösung. Bei zu unebenen Unterböden braucht es eine Ausgleichsmasse oder Schüttung als Vorbereitung. Beide sind bei fachlich korrekter Anwendung auch auf Verlegeplatten anwendbar. Klick dich mal durchs Archiv oder frag Deinen Baustoffhändler.

Gruß aus Berlin,



Neee,



auf eine Schüttung kann kein Fertigklickundschnappparkett gelegt werden. Auch nicht auf Nivellierpfriems. Man schaue sich das dünne Zeugs einfach 'mal genauer an; dann wird klar, daß man dem nichts zumuten kann.

Das Ganze braucht einen ebenen und tragfähigen Boden. Das wäre bei üblichen Balkenabständen z.B. eine 25mm OSB.

Statt solcher "Ersatzwerkstoffe" würde ich aber zu einer massiven 28er Dielung, auf den Balken nivelliert, raten.

Grüße

Thomas



Nachtrag



OK, sorry! Da war ich heut Morgen nun vielleicht etwas zweideutig und unfertig in meiner Aussage! Habe das auch nicht als Empfehlung verstehen wollen (Siehe ergänzende Anmerkung von Thomas ...).

Der bessere Weg wäre gewesen den Ausgleich unter die Verlegeplatten zu bringen, wenn man partout nicht auf Fertigparket oder Laminat verzichten mag oder aber sich neue, ins Geld gehende Dielen nicht leisten kann. Auch ist der Boden ja nun schon mal drin. Wie gesagt, es gibt auch Lösungen die Du nun noch auf die bestehenden Verlegeplatten aufbringen kannst. Nur beinhaltet die fertige Lösung mehr als einen Eimer Schlempe umzukippen, und das Problem heißt in der Regel Aufbauhöhe.

Mehr dazu findest Du sicher unter dem Stichwort Bodenausgleich.
Gruß aus Berlin,