Stabparkett verlegen - OSB Alternative

21.04.2012



Hallo,

wir möchten altes Stabparkett verlegen.

Untergrund ist bisher Osb. Diese müssen allerdings wegen eines alten Wasserschaden augetauscht werde.

Nun Überlegen was wir als Unterlage für das alte Stabparkett nehmen.

Neue OSB Platten mit 22mm oder ganz was anders?

OSB würde ich gerne vermeiden das diese ja ungesunde Ausdünstungen haben.
Eine Alternative die gleichzietig für das Parkett geeignet ist fällt uns aber auch nicht wirklich ein.

Hat hier jemand eine Idee?

Lg Jens



OSB



..."OSB würde ich gern vermeiden da diese ja ungesunde Ausdünstungen haben"
Es steht Ihnen natürlich frei eine andere Unterlage zu wählen, schon mal an Bretter gedacht?
Mich interessiert welche ungesunden Ausdünstungen Sie meinen die angeblich aus OSB kommen sollen bzw. aus welcher Quelle sie dieses Wissen schöpfen.

Viele Grüße



altes Stabparkett



Ich vermute mal wenn Sie altes Stabparkett schreiben, meinen Sie Massiv-Stabparkett.
Dieses wird in der Regel genagelt. Dann bietet sich der Klassische Unterbau mit Bretter oder Rauhspunddielen an.

Wobei Sie sich bei einem solchen Boden Hilfe von einem Parkettleger holen sollten.

Grüsse Thomas



Die OSB-Platte...



hat einen gewissen Kleberanteil und ist deswegen weniger dampfdurchlässig. Aus dem Vorhandensein von "Chemie" sofort auf Ausdünstungen zu schließen, greift aber zu kurz.

Die OSB-Platte (in Nut und Feder verklebt) bietet einen sehr stabilen Unterbau für Ihr Parkett, wenngleich sie weniger gut zu nageln ist.

Alternativ kann ein Blindholzboden verlegt werden, der aber, wie das Parkett, Holzfeuchten um 10% haben sollte. Rauhspund scheidet damit zumeist aus. Eine Fichendiele in einer B-Sortierung aus der Tüte ist auch nicht wesentlich teurer, hält aber die Einbaufeuchte besser ein.

Befestigung: Statt Nägel würde ich die SPAX-Dielenschraube 45mm wählen (sehr kleiner Fräskopf), das nimmt dem Boden viel Knarren. Und zwischen Unterboden und Parkett eine Rohfilzpappe oder Rollkork 2mm.

Prüft vorher aber kritisch, ob das alte Parkett wirklich zur Wiederverlegung taugt. Wenn Ihr jeden Stoß nacharbeiten müsst, ist das verlorene Liebesmüh. Neues Stabparkett ist nicht weniger aus Eiche als das alte, und verlegt sich viel leichter.

Grüße

Thomas



Ich



würde sofort zu gut getrockneten Brettern beliebiger Breite greifen. Traditionell wurden diese hier mit Spalten von etwa 15mm verlegt, das spart Material und soll laut Aussage mehrere Fachleute auch die Wahrscheinlichkeit von Knarren verringern, da die Bretter nicht aneinander reiben können.

Schrauben ist für ungeübte Heimwerker meiner Meinung nach einfacher als Nageln, mit Training geht Nageln schneller. Ich habe das Training nicht und hatte es nicht einmal nach 70m2 Massiv-Fischgrätparkett. Als ich jetzt nach 8 Jahren Pause wieder Dielen Verlegen wollte war selbst von diesem Training nicht mehr viel zu bemerken. Mit Schrauben ging das wesentlich fixer.

Ich bin allerdings nach dem ersten Fehlschlag dazu übergegangen, nicht in die Feder sondern in die untere Nutwange zu schrauben, wie es beim Nageln hier in Wien und Umgebung vor 100 Jahren üblich war. Was der Fehler genau war weiß ich nicht, aber obwohl wir die erste Diele erst an der Mauerseite von oben verschraubt haben, haben die Schrauben durch die Feder die Diele so weit nach unten gezogen (gekippt), dass die zweite Diele nicht mehr gepasst hat. DIe haben wir dann umgedreht und durch die Nut verschraubt, was sofort klaglos funktioniert hat.

Ich würde (zumindest wenn Zeit keine all zu schlimme Mangelware ist und die Stäbe halbwegs in Ordnung sind) altes Holz vorziehen. Ich habe nicht die geringste Ahnung, was die genauen Gründe sind, aber irgendwann rund um den 2. Weltkrieg ist mit den Eichenböden etwas passiert. Schwer zu beschreiben, aber das Holz ist geschliffen und geölt meistens heller und monotoner gemasert, Vorkriegsböden wirken oft lebendiger. Unter anderem mag das daran liegen, dass gerade in der Gründerzeit oft minderwertiges Holz verbaut wurde, dessen Unregelmäßigkeiten heute als Charakter gesehen werden, aber meiner Meinung nach ist das nicht der einzige Grund. Wir haben hier in der Wohnung alte und neue Böden in verschiedenen Zimmern, alle geschliffen und mit dem gleichen Öl behandelt, und der Unterschied ist frappierend. Die alten Böden sind dunkler, haben einen deutlich anderen Farbton und sind intensiver gemasert.

Kleines Wort der Vorsicht: wir haben für Fischgrät damals 2 Wochen pro Zimmer gebraucht. Für gerades Muster braucht man vermutlich weniger Zeit und wir waren auch perfektionistisch. Nach aktueller Methode mit Kreissäge und Tauchsäge geht das sicher schneller. Der Witz ist, damals wurde der gesamte Boden auch mit den Mauerfriesen (umlaufende gerade Bretter als Abschluss) in regelmäßigen Abständen mit Nut und Feder verbunden. Das bedeutet, dass man die Mauerfriese zuerst verlegen muss und dann die letzte Reihe an der Längsseite mit erheblichen Tricks verlegen. Soweit ich beim Zerlegen der alten Böden eruieren konnte haben die damals bei den meisten Stäben die schräge Seite stark hinterschnitten (der Stab ist also unten kürzer als oben) und dann den Stab schief in die Nut bzw. Feder der beiden Nachbarn "gewurstelt". Alle zehn Stäbe (Daumenpeilung, so genau waren die da nicht, mal waren es fünf, mal 15) haben sie an der Schräge eine Feder geschnitten (fein säuberlich gesägt) und an der anderen Schmalseite die untere Nutwange entfernt (angenommen, der Stab hat an der Schmalseite eine Nut, ansonsten wurde die Feder entfernt und diese Seite hinterschnitten). Komplizierte Fitzelei!



Die Verlegung...



...des Unterbodens "auf Lücke" war auch hier nicht unüblich, aber eher billig als perfekt. Da mittlerweile ein Unterboden mit Nut/Feder im Material kaum mehr kostet und bei richtiger Montage (Schrauben statt Nägel, gute Nivellierung, richtige Einbaufeuchte und Baulkima) nicht knarrt, würde ich diese historische Bauweise nicht erneut aufgreifen.

Unterböden wurden auch früher schon mit N/F versehen, wenn sich's der Bauherr leisten konnte.

Grüße

Thomas



Altes Holz



Die Eiche hat sich nicht verändert im Laufe der Zeiten, und was die Sortierung angeht, sind meine Beobachtungen anders herum: Heutige "Rustikale" Sortierungen wären früher eher Kaminholz geworden. Gerade gründerzeitliche Parkette sind oft sehr ruhig und sorgfältig ausgelesen.

Der Farbunterschied erklärt sich zum einen durch das Altern der Eiche, die auch unter minimalem Ammoniak-Einfluß dunkler wird; zum anderen aber durch die historisch gesehen andere Pflege mit Öl- und Wachsprodukten und z.B. auch gefärbtem Bohnerwachs. Inhaltsstoffe konnte tief in das Holz einziehen und dieses anfeuern. Mit der aufkommenden Unsitte des Lackierens ging dieses Anfeuern und Nachdunkeln in der Tiefe verloren.

Grüße

Thomas



Hallo



und erstmal vielen Dank für die Antworten!!

Ich habe von Formaldehyd gelesen und Krebserregend.

Das Parkett ist in 24x24cm Quadraten und 1,6cm Dick, mit Nut und Feder. Ich denke das die Verlegung nicht so schwer sein sollte. Parkett haben wir schon verlegt und geschliffen/geölt. Oder gibt es bei der Verlegung etwas was ich noch nicht weis??

Muss man denn schrauben/nageln? Wir dachten an schwimmende Verlegung...

Holzbretter sind natüröich auch eine Idee..

Lg Jens



Formaldehyd...



...war früher tatsächlich ein Thema. Mittlerweile werden die Platten in formaldehydfreien Qualitäten angeboten. Ob und was da noch emittiert wird, kann ich mangels Labor natürlich nicht bestimmen. Heutige OBS-Platten sind jedenfalls in ihrer Qualität geprüft und mir ist kein Anwendungsrisiko bekannt.

Tafel- oder Stabparkett? Durchgängig massiv oder Mehrschicht? Stell doch 'mal ein Foto ein (erst anmelden als Community-Miglied, kost nix und geht schnell) Grundsätzlich sollte massives Parkett nie schwimmend verlegt werden, dafür arbeitet es zu stark.

Grüße

Thomas



Hallo Thomas,



Foto kann ich noch nicht einstellen da wir es erst am Freitag aus Hessen holen.

Du hast aber recht, ich habe nochmal nach der Bezeichnung gesehen, es ist Tafelparkett.

Ich weis nur soviel das es Nut und Feder hat, nicht verklebt war, 24x24cm Quadrate sind und Zustand gut ist.

Na dann kann ja doch Osb als Unterkonstruktion verwendet werden.

Sind 22mm ausreichend?

Und sollte eine Folie unter die OSB-Platten? (Raum ist nicht unterkellert)

Lg Jens



Der Unterbau...



unterm Unterbau ist auch noch ein Thema? Was ist den unter der OSB,Erde?

Macht 'mal eine Probegrabung und berichtet genau, was da ansteht.

Grüße

Thomas



Sorry...



hat etwas gedauert mit dem darunter schaun.

Unter den OSB Platten sind Lagerhölzer und Dachpappe (unbefässtigt in die Zwischenräume gelegt).
Unter der Dachpappe sind Schlackesteine und darunter ist wohl das Erdreich.

Die OSB-Platten haben eine Stärke von 22mm und waren verschraubt.

Lg Jens



Denn...



führt wohl kein Weg an einem kompletten Neuaufbau vorbei:
-mind. 10cm Schotterpackung
-Geovlies
-mind 10cm Unterbeton sehr gut nivelliert
-Schweißbahn, an den Wänden bis UK Dielung hochgezogen

dann

-Lagerhölzer auf Distanzklötzern aus 6mm Bautenschutzmatte
-zwischenliegende Dämmschüttung

oder

-Holzweichfaserplatte mind 50mm mit zwischenliegenden Lagerhölzern

darauf OSB22 oder Blindboden Holzfeuchte 9% und Parkett

Grüße

Thomas