Diffusionsoffener Fußboden

11.01.2008



Hallo liebe Fachwerk-Freunde,

ich lese schon viele Wochen in diesem Forum und habe schon viele Beiträge durchforstet. Ein sehr informativies und tolles Forum. Für diese Fundgrube an guten Ideen möchte ich mich bei den Betreibern und allen aktiven Mitgliedern bedanken.

Ich möchte mein Dachgeschoß ausbauen und habe gelernt, die Decke muss von unten nach oben gesehen immer "diffussionsoffener" werden. Leider kennte ich spezifischen Werte verschiedener Materialien nicht und habe über google zum Teil widersprüchliches gefunden.

Vielleicht könnt Ihr mir einen Tipp geben ob das nach der Vorgabe nach oben hin immer diffusionsoffener zu werden gerecht wird.

Mein geplanter Aufbau von unten nach oben:

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Dispersionsfarbe 2x gestrichen
Kalkputz mit Putzträger
Schalungsbretter an die Balken vernagelt
12cm Hanfdämmung unter dem Fehlboden
Fehlboden mit Kantholz an die Balken genagelt
Gewichteintrag auf Fehlboden (Ziegelreste)
Neue Nut&Feder Rauhspund 30mm (Balkenabstand 85cm)
Holzweichfaserplatte 3mm (unebenheiten ausgleichen)
Parketboden schwimmend verlegt, geölt
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Vorweg muss ich sagen, ich kann (darf?) keine schönen Dielen legen, meine Frau besteht auf Ihren Parkett in verschiedensten Ausführungen, aber immmer "nur" geölt.

Der neue Wohnraum im Dachgeschoß wird nur teilweise beheizt, die noch leeren Kinderzimmer sollen vorerst im Winter nur auf "Frostschutz" beheizt werden 7...10°C. Unter einem der beiden Kinderzimmer ist auch eine Küche, Luftfeuchte im Winter in der Regel 35-55% rel. Luftfeuchte bei rund 21°C. (Wir Lüften immer ordentlich nach dem Kochen).

Ich würde mich über eure Meinung freuen, ob dies so klappen könnte, oder ob mir die Balken wegschimmeln werden. Insgeheim hoffe ich natürlich, dass ich von euch das OK bekomme und auch, dass die Dispersionsfarbe Ihrem Ruf gerecht wird :-))

Mit freundlichen Grüßen,
Martin



Dampfsperre/Folie



Ich habe vergessen zu erwähnen, dass ich keine gesonderte Dampfsperre/bremse neben dem geschilderten Aufbau anbringen kann.

Ich freue mich auf eure Meinungen, auch über Bauchgefühle :-))



Dispersionsfarbe



auf Kalkputz ist doch wohl nicht ernst gemeint, damit willst du wohl Aufmerksamkeit erregen ;-))). Und Wärmedämmung wird in dem Augenblick überflüssig, in dem beide Ebenen beheizt werden. Allerdings bringt der Dämmstoff schalltechnisch dann eine Verbesserung( mehrschichtiger Aufbau).
MfG
dasMaurer



Dampfdurchlässigkeit



Den Dämmstoff würde ich gerne in den Boden einbringen, zum einen zur Wärmedämmung und wie du schon gesagt hast um eine gewisse Schallreduktion zu erreichen.

Was ist dein Bauchgefühl, kann dieser Aufbau funktionieren?

Vielen Dank!



Auf die Dispersionsfarbe...



...würde ich verzichten. Statt dessen Reinsilikatfarbe.

Den Rauhspund (der ja wohl nicht getrocknet zur Verfügung steht, oder?) würde ich nach dem Einbau (pro Brett/ Balken immer 2 Schrauben) ein paar Wochen mit Heizen und Lüften nachtrocknen lassen, und dann diagonal mit der Parkettschleifmaschine kreuzweise grob überschleifen.

3mm HWPL habe ich noch nicht gesehen. Entweder 5mm HWPl, oder z.B.2mm Rollkork.

Ein Gefälle zu immer größerer Diffusionsoffenheit nach oben hin ist mit Fertigparkett nicht hinzubekommen. Die Kleberschichten dichten doch recht gut ab. Zudem wird Fertigparkett oft UV-"geölt". In Wirklichkeit ist das eher ein dünner Lack mit Ölanteilen dran, das dichtet noch einmal. Einige Firmen wie "Steirer-Parkett" Ölen rein oxydativ, das wäre in Hinsicht Oberfläche o.k.

Statt Fertschparkett aus dem Baumarkt gibt es auch massive Parkette. Material meist billiger, Verlegen teurer, leben aber auch wesentlich länger. Es sind viele Holzarten und wesentlich schönere Verlegemuster als der ewige Schiffsboden möglich.

Wir verlegen auch in Augsburg,und wir haben ein sehr gutes Heißölverfahren :-)

Grüße

Thomas



Die Überlegung...



...zur Farbe war ganz einfach, dass ich die Luftfeuchtigkeit von den darunterliegenden Räumen möglichst bremsen wollte. Lieber Dispersion an der Decke als Feuchte Balken? - oder ist die Wirkung viel zu gering?

Ich habe schon ein bisschen befürchtet, dass die Diffusionsfähigkeit auch bei geölten Feritgparkettboden nicht sehr gut sein wird aber man darf schon noch von stattfindender Diffussion sprechen?

@Thomas,
Ihr Einzugsbereich erstreckt sich wohl auf ganz Deutschland :-)) Ich muss zugeben, ich bin überrascht aber das zeugt ja von einer hervorragenden Arbeit.
Wie verlegen Sie einen (kleinformatigen) Massivparkett? Wird dieser dann direkt auf den Rauspund ohne Unterlage verschraubt? Wie stark tritt hier eine Fugenbildung ein? (wie oben kleinformatiger Parkett, keine langen und breiten Dielen). Sie merken schön, Ihr Angebot hat mein Interesse geweckt.

Viele Grüße,
Martin



Die Diffusionsdiskussion...



...kann man u.u. auch übertreiben, wenn es um Böden zwischen 2 geheizten Etagen geht. Geklärt werden sollte am konkreten Beispiel, wie hoch die Feuchtebelastung denn vermutlich werden könnte. Auch mit einer Unterlüftung des Raumes unter der Blinddielung über perforierte Wandleisten z.B. könnte viel erreicht werden.

Zu den Fugen im Parkett gilt: Bei richtiger Einbaufeuchte und einigermaßen konstanten Bedingungen vernachlässigbar. Natürlich gibt es noch Differenzierungen hinsichtlich Holzwahl und Elementbreite.

Grüße

Thomas