Dielen Parkett

29.01.2007



Hallo,

ich bin am Überlegen, einen Dielenboden neu in meinem denkmalgeschützten Haus zu verlegen. Alternativ käme Laminat und Parkett in Frage. Denkmalschutz ist gegen Laminat und für Dielen - Parkett eventuell.

Wir wollten eigentlich Nussbaum-Parkett, Dielen scheinen ja deutlich teurer zu sein - oder?

Kann mir jemand Tipps geben zum Umgang mit dem Denkmalschutz, um doch Parkett nehmen zu können - oder kann mich jemand von Dielen überzeugen?

Gruß, Tobias



Hallo Tobias,



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Laminat verbietet sich aus allen nur denkbaren Gründen: baubiologischen, ästhetischen, nachhaltigen, akkustischen usw. Zerhackte, mit viel Leim gebundene Holzreste, auf die dann ein Papierchen mit Holzdekor geklebt wurde; abgedichtet mit Lacken. Sobald mal ein größerer Wischeimer ausläuft, quillt der Kram an den Fugen auf - ab auf die Deponie. Auch wenn "hochwertiges" Laminat für 20€ zu haben ist - jeder Euro dafür ist sinnlos verschleudertes Geld. Außerdem kostet die Verlegung Geld wie die Entsorgung; Bauschäden durch diffusionsdichte Schichten im Fußbodenaufbau sind nicht selten. Damit habe ich das Laminat - hoffentlich - abgeschossen :-)

Fertigparkett ist mitunter eine brauchbare, aber nur selten eine gute Lösung. Verbleiben als empfehlenswerte Böden Massivparkette und Dielenböden.

Um etwas punktgenauer beraten zu können, wäre es schön, wenn Du Dein Haus etwas beschreibst: Alter, Bauweise, bisheriger Fußbodenaufbau, Balkenquerschnitt und -abstände, wenn bekannt, mögliche Aufbauhöhen, städtisches oder ländliches Umfeld. Als Mitglied kannst Du auch Fotos einstellen.

Nußbaumparkett ist ebenso machbar wie -dielung; es gibt aber auch preiswertere und gute Alternativen: Felderdielen, ggf. mit Rand- und Mittelfriesen aus versch. Hölzern, Intarsien...

Grüße

Thomas



Danke Thomas



Hy,

vielen Dank für die Zusammenfassung. In die Community werde ich mich wohl wirklich einloggen, da ich wohl noch öfter hier sein werde in Zukunft.

Also ich muss natürlich auch an die Finanzen denken und will aber trotzdem eine gute Lösung.

Nun erst mal ein paar Daten zum Haus: BJ 1808, Granitstein. Bei den Räumen um die es geht, handelt es sich zum einen um 2 Zimmer im 1.Stock, die im einen Zimmer einen Dielenboden haben, im anderen Zimmer Pressspanplatten - auf denen mal Teppich war. Darunter ist Gewölbe - also stabil. Die beiden Zimmer haben eine Stuckleiste und das eine Zimmer freiliegende Balken. Das kleinere (Balkendecke und Dielenboden) wird ein Bad, das größere eine Wohnküche.

Dann soll noch der Dachboden ausgebaut werden, der 2 Etagen hat. Ausgebaut ist praktisch noch nichts. Einen Teil haben wir mit OSB-Platten zu gemacht, damit es mal zu ist (war aufgerissen) und ein Teil ist noch mit ganz alten und sehrverdreckten Dielen zu (oder auch aufgerissen). Die 2.Etage des Dachbodens (schon komplett im Halbwalmdach) hat dann nur einen sehr alten Dielenboden zur Etage darunter. Diesen wollen wir großteils entfernen und nur eine Galerie fürs Schlafzimmer lassen.
Abstände der Balken weiss ich hier nicht, aber ich schätze sie auf ca. 1-1,5m.

Gruß und Danke, Tobias



Stuckleiste und Granit...



...klingt ein bisschen wie bürgerliches Umfeld. Trotzdem hat da Parkett aus denkmalpflegerischer Sicht eigentlich nichts zu suchen. Natürlich kann man auch mit Parkett eine Lösung finden - aber eigentlich ist ein biedermeierlicher Boden eine Dielung.

Diese könnte je nach Raummaßen durchaus nicht "nur" aus parallelen Brettern bestehen. Für das Bad empfielt sich ein Holz, daß wenig arbeitet - Eiche oder Douglasie. In der Wohnküche vielleicht etwas mehr Aufwand, indem man die Fläche viertelt und mit Kreuz- und Randfries gestaltet. Gern nimmt man für Fries und Flächen verschiedene Hölzer: Fries dunkel (Eiche oder (deutlich teurer:Nussbaum), Felder je nach Baukasse z.B. eine helle Schwarzkiefer oder Esche. Für eine Wohnküche optimal wären harte und robuste Hölzer, also Eiche oder Eiche+Esche.

Im Schlafzimmer müssen es keine Harthölzer sein, eine schöne Douglasie oder Lärche ist dort gut am Platz.

Geölte Flächen sind aus vielerlei Gründen den lackierten vorzuziehen, am besten wird das Öl heiß einpoliert. Solche Flächen sind regenerierbar und müssen nur in extremen Ausnahmefällen je überschliffen werden.

Bei größeren Balkenabständen könnte es sinnvoll sein, eine entsprechend dimensionierte Unterdielung einzuziehen, auch gut als Boden, solange gebaut wird.

Wie wird das Ergeschoß genutzt? Wird es beheizt werden?
Trittschall wird wohl nicht so die Rolle spielen, zumindest vom Schlafzimmer her wohl vernachlässigbar, oder?

Grüße

Thomas W. Böhme