Pappelholz als Bauholz

14.03.2015



Hallo aus Thüringen,
Wir haben ein Bauernhaus aus den 50 er Jahren erworben und wollen nun einiges sanieren.
Der Zustand ist solide und trocken. Das Haus verfügt seit der Errichtung lediglich über einen zentralen, großen Umluftofen, welcher den gesamten Wohnbereich über 2 Etagen beheizt.
Das Ziegeldach ist als ungedämmtes Kaltdach ausgelegt, super luftumspühlt und absolut trocken. Die Balken sind in einem erstklassigen Zustand. Wir denken darüber nach, das Dach so zu belassen, also nicht zu dämmen, dafür jedoch den Spitzboden im Fussbodenbereich um gut 20 cm mit Balken aufzudoppeln, mit Dämmmaterial zu verfüllen und mit Dielung zu belegen. Unsere Fragen:
Gibt es wärmetechnische Bedenken gegen eine solche Lösung?
Wir haben ausreichend Pappelholzbalken für den Bodenaufbau zur Verfügung. Spricht etwas gegen diese Holzart im Innenhausbereich?
Welches ökologische Füllmaterial wäre zu empfehlen?
Wir freuen uns auf fachliche Hinweise.
Herzliche Grüße aus Thüringen
Andrea und Holger



Boden dämmen



Mein Vorschlag:
Holzfaserplatten auflegen. Die Markenhersteller (Unger Diffutherm, Homatherm, Steico...) bieten speziell für diesen Fall geeignete Platten an.
20 cm sind unnötig.



Pappelholz für Hausinnenkonstruktionen



Herzlichen Dank für die schnelle Antwort aus Aschersleben.

Unsere zweite Fragestellt sich nach der Nutzung von Pappel-Holz in Balkenform für den Innenbereich.
Hier sollen Unterkonstruktionen für Wand- und Deckenverkleidungen bzw. Ständerwände entstehen.
Für Pappel spricht ein super günstiger Preis.
Was spricht technisch dagegen?
Um statische Belastungen sicher aufnehmen zu können, könnte eine doppelte Dimensionierung im Vergleich zu herkömmlichen Nadelhölzern( Fichte, Tanne, Lärche...) gewählt werden...
Platz ist in den Räumen genügend vorhanden.
Gibt es da Erfahrungen?
Wir freuen uns auf Antwort.
Gruss aus Thüringen



Pappel...



...ist ein ungeeignetes Baumaterial. Es ist sehr weich und statisch nicht mit Fichte zu vergleichen. Deutlich schädlingsanfälliger, das ist nicht unwichtig bei Hölzern, die unsichtbar verbaut werden. Zudem ist die Häufigkeit von strukturellen Störungen, die sich statisch auswirken, oft höher. Bleibt bei der Fichte, die wächst vor der Haustür. Die Ersparnis hält sich außerdem in sehr engen Grenzen. Verwendet vorzugsweise KVH, das ist für die angedachten Verwendungen am besten geeignet, da formstabiler und getrocknet.

Ständerwände? Hoffentlich nicht zur Innendämmung der Außenwände?

Vergleicht mal realistisch: Rechnet Ihr den Aufwand mit ein, die Pappelbalken auf die Querschnitte zu bekommen, die Ihr braucht, den Längenverschnitt, die Trocknung, die Arbeitszeit...Da kommt Ihr mit KVH Fichte besser und Ihr habt ein Material, das kaum von Schädlingen befallen wird.


Grüße

Thomas