Eichentüre aussen

15.04.2007



Eine ca. 100 jährige, verwitterte Hauseingangstüre mit Verzierungen sollte restauriert werden. Abschleifen ist wegen den Verzierungen äusserst mühsamm.
Kann ich die mit Wasserstoffperoxyd oder Oxalsäure aufhellen. Gibt es andere Mittel.
Besten Dank für eine Antwort



Oxalsäure und H2O2 ungeeignet



Zum Entfernen von Oberflächenbeschichtungen sind Wasserstoffperoxyd oder Oxalsäure nicht geeignet, sie dienen lediglich zum Angleichen oder Aufhellen von unbeschichteten Oberflächen. Mit Säuren (Oxalsäure ist giftig, daher Zitronensäure verwenden!!!) können auch nur gerbstoffhaltige Hölzer aufgehellt werden.
Außerdem wird die Oberfläche von zuvor bewitterten Bauteilen aufgrund der unterschiedlichen Holzinhaltsstoffe (ausgewaschen - nicht ausgewaschen) fleckig.
Um das Schleifen kommt man nicht herum, da vor der Neubeschichtung ein tragfähiger Untergrund hergestellt werden muß.

Ausgehend von der Annahme, daß mit "verwitterte Hauseingangstüre" eine Tür mit abblätterndem Anstrich und evtl. Holzschäden (Risse/Auswaschungen) gemeint ist, folgender Rat:
1) Restanstrich mit Heißluftfön und geeigneten "Kratzinstrumenten" entfernen (im Freien, gut belüftet, Anstrich erwärmen - nicht verbrennen)
2) verbliebene Farbreste abschleifen, Profile können auch mit Messingbürsten ausgebürstet werden oder mit Schnitzeisen/Ziehklingen nachgearbeitet werden
3) Holzarbeiten durchführen(wie Wasserschenkel erneuern & Risse ausspanen, evtl. vom Tischler), größere Kittstellen sind zu vermeiden, Wachskitt ist völlig ungeeignet
4) Feinschliff & Oberflächenbeschichtung
Man könnte die Farbreste auch mit chem. Abbeizmitteln entfernen, ist jedoch nicht gerade Umweltfreundlich... außerdem bringt man bei der neutralisation oftmals viel Feuchtigkeit in das Holz (darum auch nicht ins Abbeizbad legen)

Hoffe geholfen zu haben
Gruß Frank



Zustimmung...



...und eine Frage an Frank:

Bildet Zitronensäure mit Eisen (ist ja wohl überwiegend die Quelle des Schwarzwerdens von Eiche) tatsächlich ebenso farblose Komplexsalze wie Oxalsäure? Hab's noch nicht versucht und immer mit Oxalsäure gearbeitet.

Grüße

Thomas



@Thomas



Schön, daß Du mir die Beantwortung dieser Frage zutraust, aber ich fürchte, mir gehts wie Dir... Noch nicht versucht, die Theorie sagt JEIN (Buch: Holz-Oberflächenbehandlung: Klee-, Oxal- und Zitronensäure sind in ihrer Bleichwirkung gleichzusetzen... ; an anderer Stelle wird zur Metallfleckenentfernung nur Oxal- und Kleesäure empfohlen ???)
Bei Oxalsäure klingelte nur die große VORSICHT-Glocke, da dachte ich, ich gebe mal einen klugen Rat, bevor sich jemand unglücklich macht...

Gruß Frank



Eichentüre aussen



@Frank
Besten Dank für die Ratschläge.
Diese Türe hat Baujahr 1881. Die hat absolut keinen Anstrich mehr. Sie ist einfach komplett verwitert.
Ich werde desshalb wie Du vorgeschlagen hast, mit Zitronensäure und Kupferbürsten "dahintergehen".



Das allgemeine Bleichen...



...für das auch schweflige Saure und Eau de Javelle eingesetzt werden können, unterscheidet sich vom Eisenfleckentfernen, wo farblose Eisenkomplexe gebildet werden.

Ggf. sollte auch ein Test mit Oxalsäure (ist m.E. dasselbe wie Kleesäure) gemacht werden.

Grüße

Thomas



Laß die Zitronensäure erstmal weg...



... und schleif die Tür, bis du einen vernünftigen Untergrund für eine neue Beschichtung erreicht hast. Die größte Mühsal hat dir Mutter Natur schon abgenommen (den Lack entfernen, dazu waren auch die CU-Bürsten gedacht). In den Bereichen, wo das Holz jetzt grau ist, haben Sonne und Wasser das Lignin aus dem Holz herausgelöst und nur die Zellulose hinterlassen, hier läßt sich "chemisch" nichts beheben. Die "losen" Fasern müssen mechanisch entfernt werden.
Mit der Zitronensäure können nur Verfärbungen in intakter Holzstruktur aufgrund von Reaktionen mit Metallen oder Laugen neutralisiert werden, zersetzte Holzstrukturen können damit nicht wiederhergestellt werden!
Also schleifen und schaben, bis die Oberfläche halbwegs "frisch" erscheint... ist halt das Kreuz des Tischlers... vielleicht auch einfach mal einen solchen für eine Stunde "mieten" und sich die Arbeitsweise vorführen lassen...

Gruß Frank

p.s.: Wo soll die Tür denn eingebaut werden (innen/außen)? Welche Holzart? Deckender Anstrich oder Lasur bzw. geölt?



Irgendwie führt das nicht weiter...



... kann man nicht damit leben, daß eine alte Eichentür wie eine alte Eichentür aussieht, also dunkel?

Vielleicht sollte man die Tür erstmal mit einem guten, für außen geeigneten Hartöl einlassen, das jährlich bis zur Sättigung wiederholen, und in 10 Jahren noch 'mal darüber nachdenken?

Meine Erfahrung ist, daß durch Schleifen, Kratzen, Schaben Konturen verwischt werden, Kanten gebrochen. Irgendwann sieht es dann nur noch erbärmlich aus. Die alte Tür ist mit einem riesigen zeitlichen Aufwand ruiniert, und man fragt sich, ob man's nicht hätte lassen sollen.

Grüße

Thomas