Osmo Hartwachsöl

18.02.2014



Hallo, ich habe eine Frage. Wir haben letztes Jahr im Sommer unser Parkett Abschleifen lassen. Es wurde mit Osmo Hartwachsöl seidenmatt versiegelt. Am Tag der zweiten Versiegelung ist leider unser Hund durchgerannt und hat Spuren hinterlassen, so wurde es am darauf folgenden Tag nochmals leicht angeschliffen (hat sehr geschmiert) und es wurde eine weitere Schicht Ölwachs aufgetragen.
Mittlerweile sieht das Parkett schlimmer aus als vorher. Ich habe das Gefühl, dass es bis heute nicht richtig ausgehärtet ist. Nor die Kleinste Berührung mit Fingernagel oder den Krallen unseres Hundes verursacht Kratzer. Diese sind aber soweit ich es beurteilen kann nur im Lack, nicht im Holz. Ausserdem sieht man deutlich die Spuren der Rolle, mit der es aufgetragen wurde.
Mittlerweile ist mir klar, dass da einiges schief gelaufen sein muss. Ich hatte ganz am Anfang gesagt, wir wollen es geölt (da wir das bei einem Bekannten gesehen hatten und gleich begeistert waren). Der Boden sollte matt sein, was ist auch deutlich gesagt habe. Jetzt glänzt er und ist zudem sehr, sehr glatt.
Kann es sein, dass durch das zweite Abschleifen und das erneute Versiegeln, das Ölwachs gar nicht mehr in das Holz eindringen konnte, da die Poren schon geschlossen waren ?
Was können wir machen, um mit dem Ergebnis halbwegs leben zu können ? Im Moment bin ich bei dem Standpunkt "raus das Zeug und Fliesen rein".
Bin für jede Hilfe dankbar, da ich mich jeden Tag aufs neue ärgere, wenn ich diesen "verpfuschten" Fussboden sehe.
Vielen Dank. Yvonne & Jens



Hartwachsöl als Schicht gefällt nicht



Ein Hartwachsöl mit Paraffin und evtl. Alkydharzen wird immer die Poren des Holzes füllen, eine Schicht bilden und dadurch mit der Zeit glänzig wirken. Die Trocknung braucht Zeit, da das Paraffin, die Öle an der Trocknung hindert. Gleichzeitig ist die Schicht verletzlich gegen mechanischer Einwirkung. Hund und Glanz - das reimt sich kaum. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass hier Verarbeitungsfehler vorliegen. Solche Öle (wenn überhaupt gewünscht) müssen dünn aufgetragen werden und die einzelnen Anstriche brauchen Zeit für die Trocknung. Evtl. wurde auch nicht ordentlich abgeschliffen, bzw. der Schleifaufbau nicht gleichmäßig ausgeführt. Der Hinweis, dass der Zwischenschliff "schmierig" war, zeigt, dass es an Trocknungzeit fehlt. Die Spuren der Rolle lässt zu dicke Schicht vermuten.

Gleichzeitig schreibst Du aber wie selbstverständlich von "Versiegelung". Wenn Euer Wunsch tatsächlich Versiegelung war, dann war dieses Hartwachsöl gar nicht so verkehrt. Verkehrt ist dann die Nutzung mit dem Hund und die Art der Verarbeitung.

Was hilft? - Die Alternative wäre der Schutz im Holz und nicht auf dem Holz. Dazu müsste diese Paraffinschicht aber völlig abgenommen werden. Dies geht mit dem Intensivreiniger und einem groben Pad. Je nach Ergebnis muss dann geschliffen (fein oder von grob bis fein) werden. Mit Parkettöl - Fußbodenöl kann dann geölt werden. Details sind aber je nach Holzart und Situation zu klären.

Grüße ins Vogtland ...

Frank von Natural-Farben.de



Vergleich



Hallo,
ich habe zufällig einen Boden mit Osmo und einen mit Natural geölt, gleicher Holzboden.
Zu den Produkten:
Osmo ist etwas beständiger in der Oberfläche gegen Flüssigkeiten und Schmutz, stinkt dafür nach einem Jahr immer noch. Die Optik finde ich bei Eichenboden nicht so toll, die Verarbeitung war einfach aber ganz sicher nicht gesund.
Natural: nicht ganz so beständig gegen Flüssigkeiten, optisch viel schöner (glanzgrad gleich Osmo) Der Boden riecht nicht.
Mein drittes Zimmer bekommt nun wieder Natural.
Auffällig bei Osmo war das man das öl wirklich sehr dünn auftragen muss, ich habe das erst nach dem dritten Probebrett hinbekommen.
In meiner Firma wurde das Parkett abgeschliffen und mit Osmo behandelt. Am Anfang waren Schleier da die sich aber nach einigen Monaten wohl abgetragen haben. Jetzt sieht das Parkett halbwegs ordenlich aus.
Dies ist mein pers. subjektiver Vergleich von 2 Produkten die Unterschiedlich sind.
Die Hilfe die ich bei Natural bei Nachfragen erhalten habe (Dielen im Esszimmer wurden von der Rasselbande vollgekleckert) war wirklich super, die Leute geben sich Mühe.



Parkettöl auf Eiche



Vielen Dank für diesen Bericht. Hast Du nur mit dem Parkettöl-Fußbodenöl von Natural gearbeitet oder auch ein Finish mit dem Pflegewachsöl oder Finishöl durchgeführt?

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



parkettöl



Nach dem Parkettöl war nach 2 Jahren ein Pflegewachsöl notwendig, seit dem ist alles wieder top.



Hallo Frank



Danke für Deine ausführliche Antwort.
Von "Versieglung" schreibe ich als Laie, für mich ist alles was "drauf" kommt eine Versieglung.
Wir hatten eindeutig gesagt, wir wollen einen MATTEN, geölten, der Natur sehr nah aussehenden Boden.
Unter "seidenmatt" wie uns das dann empfohlen wurde, verstehe ich nicht "Hochglanz", so wie es jetzt ist. Vorher war das Parkett lackiert, was aber schon ca. 10 Jahre alt und hatte schon einige Gebrauchsspuren. Aber nichts zu dem, wie es jetzt aussieht. Und was auch ganz schlimm ist, es ist unheimlich glatt. Unser Hund ist nur am "Rutschen" und uns ist in Strümpfen auch schon der ein oder andere Ausrutscher passiert.
Es ist übrigens ein schwimmend verlegtes Buche-Fertigparkett. Vielleicht ist es auch einfach zu einem weiteren Abschleifen nicht geeignet. Wir haben es vom Vorbesitzer des Hauses übernommen und es war wohl eine "Billgivariante".
Was ich aber nicht in Ordnung finde: die Parkettfirma hätte uns wohl diese nie empfehlen dürfen 1. war der Hund bei der Besichtigung anwesend und so hätte man gleich sagen müssen, dass hier wohl "keine Kompatiblität" vorliegt :-), 2. das Ergebnis nicht matt sein wird 3. durch das schwimmend verlegte Parkett man nach dem Abschleifen "Wellen" sieht usw.
Das "Problem ist auch noch, dass fast die ganze "Sonnenseite" unseres Wohnzimmers die Fensterseite ist und eine große zweiteilige Balkontür hat. Durch den Lichteinfall sieht man es eben nochmal mehr.
Wie auch immer, es wird wohl so sein, dass wir es in absehbarer Zeit durch einen anderen Bodenbelag ersetzen.
Liebe Grüße und vielen Dank nochmal. Yvonne



Erstmal abtragen



Bevor Ihr gleich den ganzen Boden rausreißt, würde ich erstmal das Öl wie von Frank beschrieben an einer Stelle entfernen (notfalls unter einem Schrank), falls nötig anschleifen, dünn (!) neu Ölen und schauen, wie es dann aussieht. Sieht die Stelle dann viel besser aus als der Rest, würde ich die Parkettfirma noch mal herzitieren - das würde ich sowieso machen, wenn der Boden so hässlich ist, wie Ihr beschreibt.

Meine geölten Böden sind matt und nur dann rutschig, wenn ich beim feuchtwischen zuviel Parkettpflege in das Wasser schütte. Und Rollenspuren hab ich auch keine. Irgendwas ist da also schiefgelaufen und das ist Sache der ausführenden Firma.



Buche-Fertigparkett schleifen und neu einpflegen



Ich denke Dein Ansatz, Yvonne, ist gar nicht so verkehrt. Denn Dein Hinweis im letzten Beitrag gibt zu denken:

Billiges Fertigparkett, schwimmend verlegt, Wellen in der Oberfläche - also evtl. unsachgemäß geschliffen - und die Deckschicht aus Buche. Da kommt schon viel zusammen, was jeden weiteren Aufwand in Frage stellt.

Z.B. kann es leicht sein, dass die Decklamellen schon so dünn sind, dass es bei der geringsten Wasserbelastung zu Teilablösungen kommt. Evtl. fehlt die Blockverleimung, bzw. ist sie aufgebrochen und Wasser kann leicht die Mittellage aufquellen lassen.
Es kann auch sein, dass der Abschliff nicht über das 120er Band verfeinert wurde - der Wachsanstrich füllt dann schon die Poren und glättet die Oberfläche. Dies würde aber für eine wesentliche Verbesserung einen weiteren Schliff bedeuten.

Der eigentliche Wunsch: Matt, natürliche Haptik, möglichst "hundefreundlich", liegt da weit entfernt. Buche und Hund würde ich z.B. kategorisch ausschließen. Das konnte man sich hier aber nicht heraussuchen.

In diesem Fall würde ich versuchen, die ausführende Firma noch einmal in die Pflicht zu nehmen. Vielleicht ist sie bereit, die Oberfläche zu optimieren: Mit Schleifvlies abziehen und dann mit Hartwachs-Öl matt oder halbmatt eine sehr sehr dünne Schicht gleichmäßig aufrollen.

Zuvor sollte dies aber auf einer Probefläche angelegt werden, damit Ihr absehen könnt, ob es in die richtige Richtung geht.

Klar, auch das wird mit der Zeit wieder etwas glänzender und Kratzer wird man schneller sehen. Auch die Haptik von dem Holz habt Ihr nicht. Aber es wäre der geringste Aufwand für so einen Boden und würde die Situation noch ein wenig retten bis Ihr dann einen neuen Verlegen lasst.

Was Ramona schon geschrieben hat: Bei der Pflege darauf achten, dass Ihr keine Wachsanteile im Pflegemittel habt. Diese würden den Boden nur rutschiger machen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de