OSB Platten innen, einfach auf vorhandene GK und Holzvertäfelung ?

29.05.2020 Faxe


Hallo liebe Gemeinde,

Ich muss neue Stromleitungen legen und um es mir einfacher und letztlich auch günstiger zu machen, bekam ich einen Rat eines selbstständigen Elektrikermeisters.

Eine Trägerlattung und dann über die vorhandenen Wände jeweils eine "neue" drüber zu bringen. Hier kann ich dann sehr einfach die neuen Kabel, Stechdosen und Schalter unterbringen. (entweder auch GK oder OSB 2)
So muss ich nicht die umständlichen Stemmarbeiten vornehmen und die Wände sind dann auch gleich grade. Eine zusätzliche Dämmung ist nicht vorgesehen und ich bevorzuge OSB, trotz der Ausgasung ist dieses Variante die stabilere im Gegensatz zum GK. Hier lässt sich nämlich dann auch mal ein kleines Regal oder ähnliches einfacher befestigen, ohne dann umständlich mit speziellen Dübeln arbeiten zu müssen.

Dies soll auch in der Küche passieren, diese ist allerdings ca. 25qm groß und der Herd verfügt über einen Abzug.

Nun frage ich mich natürlich, in wie fern ich da eine Zirkulation einplanen muss...

Gruß, Tom

Ps. Gibt es eigentlich einen Vorstellungsbereich im Forum?



OSB innen



Fangen wir mit dem Letzteren an: Wenn Du etwas zu Deiner Person oder zum Projekt schreiben willst, kannst Du das in Deinem Profil tun.
Zum eigentlichen Anliegen: In welchem Geschoß liegt denn die Küche, geht es um Außenwände und wie sind die aufgebaut. Das Kritische sind immer Hohlräume vor einer Außenwand, da kann es zu Kondensation dahinter, gerade in der Küche, kommen, daher die Frage nach dem vorhandenen Wandaufbau.



Wandaufbau



Hallo,

Ok, dann habe ich es ja richtig gemacht. :-)

Also, die Küche liegt im Erdgeschoss und das Haus ist von außen mit einem Pseudoklinker verkleidet. Allerdings soll dieser aber atmungsaktiv sein und beherbergt eine Dämmung.
Die Küche hat zwei Außenwände, die kürzere zum Westen und die längere zum Norden. Unsere Wetterseite liegt meist südwestlich.

Der Wandaufbau ist das Fachwerk mit Lehm, an diesen Wänden befinden sich Traglatten mit GK und z.T. einfache Holzvertäfelung.

Sonst ist nichts weiter vorhanden.



Wandaufbau



Ein paar Riemchen finden sich noch in der Küche.
Es geht praktisch um alle Wände im Haus, also außen und innen.



Wandaufbau



aber genau da hast Du ja den Hohlraum zwischen Fachwerk und GK, der schadensträchtig sein kann. Wie stark ist denn die Dämmung außen im Verbund mit den Pseudoklinkern? Seit wann besteht dieser Aufbau so, vor allem innen mit der Vorsatzschale. Besteht die Möglichkeit, ohne großen Schaden anzurichten mal hinter die Holzvertäfelung zu schauen, wie die Balken des Fachwerkes aussehen und evtl ein Foto zu machen. Meinst du mit "Vertäfelung" diese Profilpaneele aus Echtholz?



Wandaufbau



Ja, es sind diese Profilpaneele aus Echtholz.
Der Klinker ist so ca. 20 Jahre alt und die Dämmung so 60-70mm. Wie lange die Paneelen verbaut sind, kann ich nicht genau sagen, denke aber das sie sicherlich auch schon 15-20 Jahre vorhanden sind...... Vielleicht länger.

Im Prinzip kann ich die Paneelen schon abnehmen, nur wenn sie dann einmal runter sind, dann sind sie runter.....
Andererseits muss ich ja den Zustand wissen, es nützt nichts wenn ich da eine Holzwand vorbaue und die ursprüngliche dahinter dann weg bröselt.....



Paneele



naja, da reichen ja erstmal 3-4 Bretter um mal zu lunzen. Desweiteren sollte bedacht werden, dass Du natürlich ganz schön Raum verlierst durch den erneuten zusätzlichen Aufbau. Kannst du erkennen, ob die Pseudoklinkerverschalung hinterlüftet ist, ob also unten und oben am Dachkasten Lüftungsschlitze sind ?



Wandaufbau



Ja, hinterlüftet ist es komplett ringsherum, oben und unten.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es keine relevante Feuchtigkeit gibt. Bzw. keine Fäulnis.
selbst als wir es gekauft hatten, stand es ca. ein 3/4 Jahr leer. Zwar wurde in der Zeit regelmäßig gelüftet, aber es war und ist keinerlei typischer Geruch zu orten.



Innenverkleidung



also, ich kann Dir nicht entschlossen zum Aufbau raten. Solche aufbauten können funktionieren, aber auch schiefgehen. Zu viele Parameter nehmen da Einfluss, die aus der Ferne nicht einschätzbar sind. In der Sanierung und im Ausbau von Fachwerk sind sie heute nicht mehr Stand der Technik und werden von der Fachwelt nicht mehr empfohlen. Von einer Hinterlüftung raumseits der geplanten Vorsatzschale würde ich allerdings abraten.



Aufputz



Hallo Faxe,
da du das offenbar pragmatisch siehst und Kosten einsparen möchtest, wäre vielleicht eine schlichte Aufputz-Installation sinnvoll. Ist nicht so modern, ich weiß. Aber du hast keine Probleme mit Hohlräumen, keine Ausgasung von OSB-Platten, keinen Raumverlust, es geht insgesamt schneller und es ist viel günstiger. Der Elektriker müsste sicherlich etwas sauberer arbeiten, aber das sollte er hinbekommen.

Für die senkrechten Kabel (Lichtschalter usw.) vielleicht halbrunde Kabelkanäle, sind etwas schicker als die viereckigen. Und für die vertikalen Kabel (Ecke Fußboden/Wand) entsprechend große Sockelleisten (wie man sie auch für Heizungsrohre verwendet).

Für mich persönlich wären die Ausgasungen von OSB-Platten untragbar. Ich würe in so einer Luft nicht wohnen wollen.

Lieben Gruß
Marcel



Ich halte die Idee...



...vom Grunde her schon für verfehlt. Der Wandaufbau ist jetzt schon problematisch, und wird mit einer zusätzlichen recht dampfdichten Schicht mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Pilzfarm.

Der Elektriker "optimiert" da nur aus der Sicht des Kabelziehens, alles Andere bleibt aussenvor. Aus solchen gewerkespezifischen Schmalspurlösungen entstehen oft Bauschäden und / oder hohe Rückbaukosten.

Grüße
Thomas



Moin,



ich empfehle den alten Schmodder zu demontieren und dann was vernünftiges aufzubauen, es macht nicht mehr Arbeit und ist auch nicht teurer.



Wandaufbau



Wenn’s um Kosteneinsparung und einen dauerhaft einwandfrei funktionierenden Wandaufbau geht ist’s doch eindeutig am besten die vorhandene Wandverkleidung zu demontieren, Installationen unter Putz zu Verlegen und dann alles beizuputzen.

Alternativ abreißen und einen zB ca 30 cm hohen Sockelvorbau errichten in dem alle Installationen verschwinden und Steckdosen montiert werden können.

Darüber ein Brett oder schmale Granit- oder Sandsteinplatte legen,
die als Ablage verwendet werden kann.

Allein die Materialkosten für die OSB-Plattenverkleidung wären schon viel höher, von Risiken unbemerkten Schimmelbefalls, Ausgasungen oder Feuchtigkeit ganz abgesehen.