OSB 25mm auf 90cm Balkenlage - erwartete Durchbiegung und Gegenmaßnahmen?

26.07.2014 Mathias



Hallo Communitymenschen

nun habe ich die letzten Wochen sehr viel gelesen, aber so manche Gedanken und Ideen, die einem als Laien kommen, bleiben doch so oft unbeantwortet.

Ich ersetze derzeit in einem Haus von 1895 in einer kleinen Küche (ca 280x280) einen Dielenfußboden auf Holzbalkendecke. Die ebenso alten Dielen waren teils morsch und sehr krumm, teils fehlten sie und diese Lücken wurden wohl ca. 1980 kreativerweise mit Zement ausgegossen... Daher mussten sie weichen.

Zum Einsatz kommen nun 25mm OSB-3. Die Unebenheiten der Balkenlage habe ich bereits durch 24x40 Lagerhölzer ausgeglichen, soweit mir dies möglich war - ein ganz leichtes Gefälle kann ich jedoch nicht vermeiden. Der Balkenabstand beträgt zwischen 77 und 87 cm. Geplant ist ein weiterer Aufbau mit einer dünnen Trittschalldämmung und Parkett.

Fraglich ist für mich nun aber, ob bei den 87cm Balkenabstand eine nennenswerte Durchbiegung der 25mm OSB zu erwarten ist und wie man dem dann entgegenwirken soll. Ergibt es Sinn, die OSB von unten zu verstärken, beispielsweise verschraubt und/oder verleimt mit einer weiteren Schicht OSB? Oder zeigt sich das in der Praxis als eher witzlos? Natürlich möchte man sich nicht jahrzehntelang beim täglichen Weg zum Kühlschrank über einen allzu stark federnden Boden ärgern. Ich wäre sehr dankbar für ein paar erfahrene Kommentare hierzu :-)

Gruß
Mathias



Fußbodenaufbau



Ist die Küche im Erdgeschoss, wenn ja unterkellert oder nicht?
Wie ist der weitere Bodenaufbau?



Die OSB 25mm...



...ist ausreichend. Nimm besser eine OSB4, dann hast Du auch noch Reserven.

Der perfekte Ausgleich drunter ist aber wichtiger, als Du jetzt denkst. Ich würde die Latten wieder von den Balken pflücken (ich traue mir trotz jahrelanger Praxis nicht zu, damit einen gut nivellierten und festliegenden Ausgleich zu machen), und seitlich Bohlen 40mm breit, Höhe je nach Gegebenheiten, raumlang, beidseitig an die Balken schrauben - nivelliert natürlich. Stöße versetzt, verklebt in Nut und Feder.

Damit steht eine exakt nivellierte Fläche zur Verfügung, und die Balkenabstände werden kleiner.

OSB-Platten auf unsicherem Grund können sehr nervig knarren, wenn sie trittbelastet werden.

Grüße

Thomas



Danke



Hallo und danke erstmal für das Feedback.

Herr Böttcher, ich befinde mich nicht im Erdgeschoss. Wir sind rundum "beheizt". Der weitere Bodenaufbau steht noch nicht final fest. Es wird eine schwimmende Verlegung von Parkett angepeilt. Ja, evtl wird dazu noch eine weitere Lastverteilungsschicht benötigt.

Thomas, danke für den Tipp. Die Option, die Balken anzulaschen war mir bekannt, aber aus meiner Sicht nicht einfach umsetzbar. Es hätte wohl bedeutet, dass die Schüttungen und die Lehmstrohfüllungen hätten weichen müssen. Eine Riesensauerei und ein Riesenaufwand.
Des weiteren wurde bereits ein Balkenkopf mit Stahlprofilen ertüchtigt, spätestens hier wäre ich nicht weiter gekommen.

Auf meine ursprüngliche Frage zurückzukommen, eine Erchtüchtigung der Platten ist nicht sinnvoll?

Gruß



Wenn...



die Platten durchgehend auf einer starren Unterlage aufliegen, ist die OSB4 (nicht OSB3!) sehr gut ausreichend.

Und wenn die Unterlagen nicht hinreichend fix sind, bringt auch eine Ertüchtigung durch eine 2.Platte nix.

Grüße

Thomas



Ich habe es so gemacht:



Ähnlicher Balkenabstand...alles um die 80...90cm Zwischenraum.

Links und Rechts(!) am Balken Dielenbretter (war das billigste, geradeste und dickeste Holz) verschraubt.

Erste Lage OSB quer aufgelegt und die (Quer-)Stoßkanten zwischen den Balken mit 40x60mm Vierkantholzern befestigt.

Die Vierkantholzer sind zusätzlich mit den Brettern an den Balken verschraubt.

Somit sind die OSB-Platten an den langen Querfugen zusätzlich unterstüzt.

Es ist keine gegossene Estrich-Decke, aber fürs Laminat war es ausreichend... ;)


Mirko



Schraubenwahl



Prompt stehe ich mit meinem Feierabendprojekt wieder auf dem Schlauch. Die Basis (Ausgleichslattung auf den Balken) macht mittlerweile nach viel Fummelei einen guten Eindruck, nun wollte ich entsprechende Schrauben für die Befestigung der OSB-Platten besorgen.

Die Empfehlung lautet allenthalben: Vollgewinde, damit der Aufbau nicht knarzt.
Der Aufbau besteht aus durchschnittlich 24mm Lattung plus 25mm OSB.

Nun gibt es Schrauben 6x100, jedoch nur mit 60 mm Teilgewinde. Vollgewinde 6x100 habe ich bis jetzt nur einmal bei Spax gesehen, heißt In-Force, hat einen zylindrischen Kopf - und einen horrendem Preis von 55ct/Stk.

Dann gibt es noch Verlegeschrauben von Spax (4,5x80) und Terrassenschrauben 5x80 von JD, jedoch jeweils mit nur ca. 30mm, die im Balken stecken würden. Das erscheint mir etwas zu wenig.

Bleibt noch die Überlegung, beides zu mischen oder die 6x100 Teilgewinde schräg gegeneinander verschränkt zu verschrauben. Ich bin etwas ratlos.



Diese...



...Empfehlung kann wohl nicht aus der professionellen Ecke kommen; Vollgewindeschrauben ziehen üblicherweise nicht 'ran. Haben Sie also einen Zwischenraum zwischen Latte und Diele, wird der "konserviert".

Dielenschrauben sind grundsätzlich Teilgewindeschrauben und funktionieren hervorragend, eben weil sie ziehen können. Eine gewisse Ausnahmestellung haben Vollgewindeschrauben mit verändernder Steigung (Heco Unix).

Grüße

Thomas





Hallo, Thomas,
erneut danke für Deine Antwort und den Tipp mit der Heco Unix.

Ich nehme an, dass bei 80mm-Schrauben eine Eindringtiefe von 30mm in den Balken nicht ausreicht. Schätze also, dass die Lösung bei 6x100 Teilgewinde dann ungefähr so aussehen muss:
1) senkrecht durch die Lattung in die Balken schrauben, um die Platten angezogen zu fixieren.
2) schräg gegeneinander verschränkt durch die Lattung in die Balken verschrauben, um vertikales Arbeiten der Platten zu blockieren und knarzen zu verhindern.
Sinnvoll oder nicht?

Die Heco Unix sind vom Konzept her zwar sehr interessant. Allerdings mag ich nicht verstehen, dass ein veränderliche Gewindesteigung gut funktionieren kann. Denn das von der Schraube anfangs geschnittene Gewinde wird dadurch doch teilweise wieder zerstört? Theoretisch zumindest.

Beste Grüße!



Vollgewinde



Die Empfehlung, Schrauben mit durchgehendem Gewinde zu verwenden, findet sich überall. Beispielsweise in dem Verarbeitungsleitfaden von Egger. Auch zu Agepan findet sich der Hinweis.

Gruß



Ob diese Empfehlungen...



...auch für eine alte (und eben nicht so ganz gerade) Balkenlage gedacht sind? Wohl kaum, hier ist die Fähigkeit, heranziehen zu können, unverzichtbar.

Eben doch nicht überall... Ich verwende keine Vollgewindeschrauben (außer manchmal die Heco Unix), und verkaufen meinen Kunden seit vielen Jahren nichtknarrende Böden.

Grüße

Thomas



Vollzug



So,
wollte nur kurz Vollzug melden. OSB wurde regulär senkrecht mit Spax 6x100 (60mm Teilgewinde) verschraubt, Abstand 150mm. Aufgrund großer Balkenabstände zusätzlich an gefährdeten Stellen (Stöße und zu erwartende dynamisch belastete Stellen bei großem Abstand) mit 25mm Dielen unterlegt und nachdrücklich verschraubt.
Bis jetzt sieht alles recht gut und steif aus. Danke nochmal an alle. Als Anfänger fehlt einem einfach oft die Orientierung.

Gruß



Das...



klingt grundsolide.

Denn viel Spaß mit dem Dielenboden.

Grüße

Thomas