Optimale Luftfeuchtigkeit in Räumen

25.10.2020 DanAusNRW


Guten Tag Zusammen,

habe das Forum entdeckt und mich schon in vielen Dingen eingelesen. Die vielen hilfreichen Tips und Infos, der Umgangsform untereinander ist echt top!

Jetzt habe ich mir einfach mal Hygrometer besorgt und diese in paar Zimmern aufgestellt. Nun mache ich mir jedes Mal Gedanken, wenn ich diese beim Betreten des jeweiligen Raumes sehe....!

Frage: Ab wieviel Prozent Luftfeuchtigkeit sollte man sich Gedanken machen? Überall im Internet findet man Tabellen, mit optimaler Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit. Hier ist oft eine Range von 40-60 Prozent angegeben. Ist also 60 Prozent völlig unbedenklich? Muss ich schon Maßnahmen ergreifen, wenn die Luftfeuchtigkeit in der Küche bei 62 Prozent liegt, bei Regenwetter? Wohin sollte man die Hygrometer am besten stellen um die genausten Ergebnisse zu bekommen?

Wir haben ein altes Fischerhaus von ca. 1900, Mauerwerk und zwei-schalige Klingerfassade davor. Wohnzimmer ist ein Anbau von ca. 1970. Das Haus ist teilunterkellert mit einem kleinen Gewölbekeller, welcher außen zwei Lüftungsfenster besitzt.

Im Wohnzimmer hatte ich bis vor einer Woche bei einer Raumtemperatur von 21°C eine Luftfeuchtigkeit von ca. 40-50 Prozent. In der Küche, bei einer Temperatur von 19°C, ca. 55-60 Prozent. Im Schlafzimmer, Obergeschoss über der Küche, ca. 50-55 Prozent bei 19-20°C. Das Badezimmer im Obergeschoss liegt so zwischen 45-55 Prozent bei 20°C. Im Gewölbekeller hatte ich bei 16°C eine Luftfeuchtigkeit von 67 Prozent (hier weiß ich, dass das vollkommen in Ordnung ist)..

Jetzt, nach einer Woche Urlaub und Heizung auf 18°C runtergestellt während der Abwesendheit, lag die Luftfeuchtigkeit in der Küche bei 64 Prozent, bei einer Raumtemperatur von 17°C. Nun regnet es draußen jetzt seit einigen Tagen und ich die Luftfeuchtigkeit geht kaum unter 60°C.

Ist das jetzt alles normal, muss ich mich verrückt machen? Ich male mir immer die schlimmsten Szenarien aus (krasse Schimmelbude irgendwann :D), wenn ich mich auf irgendwas eingeschossen habe und nicht direkt die Antworten kenne.

Freue mich auf Antworten und Erfahrungswerten von Euch!

Viele Grüße aus Köln

Daniel





Entscheidend für die Bewertung der Raumluftfeuchte ist die absolute Feuchte bzw. Wasserdampfgehalt der Raumluft. Dies ist abhängig von der Temperatur. Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte.

Dieses Sättigungsverhältnis misst du mit dem Hygrometer als relative Feuchte.

Diesen Zusammenhang kann mit dem Mollierdiagramm ermitteln oder näherungsweise berechnen.

https://rechneronline.de/barometer/luftfeuchtigkeit.php

Eine gut konditionierte Raumluftfeuchte liegt bei 9 - 11 Gramm / 1 m³ Luft.

Entscheiden im Zusammenhang mit Schimmelbildung ist die Taupunkttemperatur. Diese gibt an bei welcher Temperatur die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist. Hier kann es dann passieren das Bauteile (sogenannte Wärmebrücken) die diese Temperatur unterschreiten mit der überschüssigen Feuchte als Kondenswasser belastet werden und Schimmelpilze gedeihen könnten.

Diese Temperatur kann ebenfalls berechnet werden.

https://rechneronline.de/barometer/taupunkt.php

Je geringer die absolute Feuchte desto geringer die Taupunkttemperatur.



Völlig normal



Um es kurz und bündig zu machen: bei den aktuellen Wetterbedingungen sind Ihre Werte völlig normal.

Je nachdem, wie hochwertig Ihre Hygrometer sind, ist auch die Messgenaugkeit unterschiedlich. Einfache Hygrometer <100€ haben eine Messgenauigkeit von ca. +/- 10%. Ein Test mit der Salzmethode bringt hier Gewissheit.

Warten Sie und beobachten Sie. Lüften und heizen Sie richtig.

Langfristig sollten sich die Ergebnisse bei ca. 50% einpendeln. Ein Wert von 60% über einen längeren Zeitraum, mehrere Wochen, wäre dann aber doch etwas zu hoch.



Vielen Dank für die Antworten!



Aktuell sind die Werte wieder runter auf um die 50% gesunken. Da habe ich mir wohl umsonst einen Kopf gemacht!

Danke!