Okal Haus von 1978 - Wer kann mir Tipps geben - Kaufen? - Gefährlich?

14.05.2012



Hallo,
wir möchten uns ein Haus kaufen, wobei der untere Teil massiv ist und der obere Teil mit Okal Fertigteilhaus gebaut wurde. Nun habe ich über Okal hier sehr schlechtes gelesen. Ein modriger Geruch ist mir bisher nicht bewußt aufgefallen. Haben das Haus bereits mehrfach besichtigt aber waren dort dann auch nur ne halbe Stunde. Nass sind die Wände nicht, soweit konnten wir es bereits feststellen lassen. Das Okal Haus wurde 1978/79 gebaut. Da das Haus auch nicht gerate billig ist, würde ich gern mal eure Meinung dazu wissen. KAnn man sich Okal überhaupt holen oder sollte man prinzipiell die Finger von Okal lassen? Welche Baumaterialien wurden in dieser Zeit eigentlich verwenden? Nicht das uns dann irgendwas krank machen kann!
Ansonsten macht das Haus vom gesamten her einen guten Eindruck für mich als Laie. Ist es empfehlenswert einen Sachgutachter hinzuziehen und wenn ja mit welchen Kosten muss man da im allgemeinen rechnen?
KAnn mir jemand Tipps geben?
Danke!



Begutachtung



Gerade beim Kauf einer Immobilie und etwaiger Schäden am Objekt, die nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind, ist eine fachliche Beratung und Beurteilung der
Gebäudesubstanz durch einen sachverständigen Architekten oder Bauingenieur häufig eine gute Instanz.
Das Leistungsbild zur bautechnischen Hauskaufberatung richtet sich nach der Aufgabenstellung und kann individuell vereinbart werden .
LG.Peter Schneider



Der Besitzer ...



... sollte Ihnen Bestandspläne und eine Original-Baubeschreibung zur Verfügung stellen, die die Baukonstruktion und die verwendeten MAterialien beschreibt.

Etwaige bauchemische Belastungen, die zur damaligen Zeit obligatorisch gewesen sind, können ggf. recherchiert werden: Holzschutzmittel, teerhaltige oder PAK-Kleber für Parkett oder "Floor-Tex-Platten", asbesthaltige Baumaterialien (Fassadenplatten, Bodenplatten ("Textilfliesen"), kurzfaserige Mineralwolledämmung ("Engelshaar") in Wand und Dach/Decke.

Eine Raumluftuntersuchung bei Verdacht kann Belastungen aus Formaldehyd, Holzschutzmittel oder Geruchsstoffen (Chloranisole/Chlornaphtaline) nachweisen. Diese Stoffe sind ggf. auch nach 30 Jahren noch in erheblicher Konzentration vorhanden.

Die Baubeschreibung liefert einen Anhaltspunkt über den Wärmedämmwert von Wand/Boden/Decke/Fenster und über Handlungsbedarf in Sachen energetischer Gebäudesanierung. Sie sollten sich die Heizenergie-Verbrauchsabrechnungen der letzten 3-5 Jahre im Original des Energielieferanten zeigen lassen. Ein bekannter Schwachpunkt sind Gebäudeundichtigkeiten/Zugluft bzw. nicht hinterlüftete Aussenwanddämmungen.

Der massive Teil (Keller? erdberührt?) muss auf Feuchte- und Salzbelastung aus dem Erdreich und fehlender horizontaler und vertikaler Abdichtung überprüft werden. Desgleichen Schimmelbildung.

Wenn die Heizungsanlage noch aus dem gleichen Baujahr stammt, sollte sie erneuert werden. Ist sie vor dem 1.10.1978 eingebaut worden, muss sie erneuert werden gemäß EnEV. Die übrige Haustechnik ist dann im Prinzip auch stark sanierungsbedürftig, Grundleitungen ebenfalls. Wenn innenliegende Dachentwässerungen verbaut worden sind (Fallrohe in der Wand/versteckte Attika-Dachrinne), sind diese oftmals verantwortlich für allmähliche Bauteildurchfeuchtungen.

Sie sollten nicht zu viel von diesem Haustyp erwarten. Die meisten Verkaufspreise sind überhöht und der Zeitwert ist unrealistisch angesetzt.

Ein ähnliches Haus aus den 60er Jahren, das ich vor einigen Wochen begutachtet habe, hatte den Substanzwert eines besseren Bauwagens.

Wo befindet sich das Objekt? Bei Interesse können Sie mich gerne für eine Immobilienkaufberatung/Objektbegehung kontaktieren. Mein Büro ist in Bad Münstereifel.