Hilfe ich friere...

13.01.2010



Hallo,
ich brauche etwas Nachhilfeunterricht zur Wärmebedarfsrechnung.
Wir haben ein altes Haus gekauft, das nicht warm zu bekommen ist.
Als Grundlage entstehen bei mir viele Fragen, die ich nicht beantworten kann.
1: Der U-Wert. Wird angegeben in W/m glaube ich, wenn ich 5- oder 10cm aufgebracht habe, bleibt der Wert bei 40 W/m. Wie bekomme ich den Wert auf meine Wand berechnet? Wie bekomme ich den Heizbedarf ermittelt?

Raum 1: Bad.
12qm groß, 3,5m hoch. 70cm Steinwände, derzeit noch nicht isoliert, ist in Arbeit, werden 5cm U-040.
Dach 20cm Zwischensparren (Rockw) und 2cm Auf-besser Unterdämmung.
Es befinden sich 3,2qm Glas im Dach!! Derzeit Einfachverglast und 2qm Fenster einfach. Das dient sicher nicht dem Sparen. Der Raum (Bad) kommt mit 8Kw über Stunden, Gas+Elektro nicht über 10°!! Das sind also bis zur 10°Grenze schon rund 600W/qm... Kann das?? Jedoch bleiben morgens 6° ohne Heizung übrig....Außen rund -2°
Frage zu dem Raum, als schnelle Maßnahme, was bringen 2Fach oder 3Fachverglasung im Dach?

Raum 2: WZ
Wir haben einen 20Kw Ofen auf 50qm, Aüßenwände 040 5cm+70cm Stein, Doppelverglast, noch nicht alle mit Dichtung, Der Raum kommt auf 13-15°.
Wenn ich den Ofen mit Kohle bis oben voll stopfe, könnten es sicher mehr werden, aber zu welchen Kosten?
Frage, wie kommen die 20Kw des Ofens zustande? Bis oben voll Eiche in einer Std runter gebrannt=20KW/Std Wir verbrennen derzeit noch viel Abrisskiefer aus dem Bau.
Wieviel muss ich den am Tag auflegen um auf welchen Wert zu kommen?
Wo verliert der Raum so viel Wärme? Durch die Decke? Ist eine Etage obenauf, Speicher, nicht beheizt und die Decke ist Balken mit Schutt aufgefüllt.

Kann mir als unwissende jemand weiter helfen?



Für solche Berechnungen



sollte man sich doch einen Fachmann holen. Schon beim U-Wert können wie man sieht viele Fehler gemacht werden (W/(m²K)). Und daraus ist nicht so einfach der Bedarf abzuleiten.



Hilfe ich friere



Wie bitte,ein Ofen mit 20 Kw ? Das dürfte wohl doch ein Schreibfehler sein.Die geschilderten Umstände sprechen eher für 2 Kw.Mal überprüfen.



Heizung



Das wäre doch ein Fall für Konrad Fischer.
Interessant wäre seine Erklärung und sein Ratschlag an den Fragesteller!

Viele Grüße



Anhand von deinen Puzzlestücken,



ein vernünftiges Bild eurer Lage zu bekommen ist so etwas schwierig.

Grosse Glasflächen im Dach (=Gewächshaus) sind mit Einfachglas nicht vetretbar warm zu kriegen. Fenster erneuern macht wiederum nur Sinn, wenn geklärt ist, wie das Dach gedämmt wird (da haut die Wärme als nächstes ab).

Du könntest über Nacht Styrodurplatten davor montieren, da isses ja eh dunkel, bzw. die Decke auf 2,50 mit Klarsichtfolie abhängen und dir so ein paar m³ zu beheizenden Raum sparen.

Eine reine Wärmeberechnung einzelner Bauteile bringt dir nix ausser neuer Fragen im nächsten Winter.....und euer Ofen scheint das meisste durch den Schornstein zu jagen - wech mit und was besseres rein. Oder habt ihr da auch 3,50 Deckenhöhe?

Den Speicher mit Strohballen auslegen wäre für den Übergang eine schnelle kostengünstige Lösung....

Gruss, Boris



ein Thermometer mit Charakter würde solche Temperaturen nicht anzeigen



Hallo Petra,

zum Bad: 12qm Grundfläche, dann ein 2qm großes einfach verglastes Fenster und 3,6qm einfach verglaste Dachfläche => da kannst Du viel heizen, aber das kann nicht kuschelig warm werden.

zum Wohnzimmer: erstmal die Fensterdichtungen rein, und kontinuierlich heizen. Nachts abstellen (wie im Bad) lässt auch wieder alles auskühlen. Welchen Ofen betreibt Ihr?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Kuschelig warm



Paar Antworten:
Im WZ ist es tatsächlich ein 20kw Ofen. 2 kw währe schön...

Thermometer: Stimmt, ich zweifele dem Thermometer auch, doch ein anderes lügt genauso.

Stroh ist eine prima Idee.

Aber es bleiben ein paar Fragen, mit Folie ist wirklich provisorisch und geht für den Winter. Aber wie sieht es mit der 2fach oder auch 3fach Verglasung aus.
Einfachverglast ist doch der U-Wert bei 6, Doppel etwa bei 2,4 und 3Fach?? Macht 3-Fach Probleme, wie da entsteht immer Wasser zwischen 2 und 3 oder so was...

Wie hoch ist den der Holz oder Kohlebedarf bei 50qm Altbau am Tag einzuschätzen??



Tut mir leid



aber an den Ofen mit 20 Kw kann ich nicht glauben.Ein Heizeinsatz - also eine Stahlblechkonstruktion mit Glasscheiben an der Vorderfront,nach Verkleidung landläufig und falsch als offener Kamin bezeichnet- ist mit 5 bis 8 Kw so manches Mal schon überdimensioniert.Aber wie auch immer,es wird sich nicht lohnen,über die Richtigkeit einer Wärmebedarfsberechnung zu grübeln.Hier sind wohl doch Sofortmaßnahmen fällig.





Sofortmassnahmen:
1. Räume gegen Zugluft abdichten. Dazu gehören auch dicht schliessende Türen und Fenster.
Wenn ein Raum mit 70er Mauern so rasch auskühlt, scheint es da wohl durchzuziehen.
2. nachts Fensterläden schliessen, Glasdach von aussen abdecken (kann draufbleiben, bis die Kälte vorbei ist)
3. Ofen scheint ein Holzvernichter zu sein. 20 kW sind 5kg Holz pro Stunde. Wenn der mit diesem Holzverbrauch einen akzeptablen Wirkungsgrad hätte (definiert als Wärme, die in den Raum abgegeben wird, geteilt durch den Heizwert des verbrauchten Brennstoffes), würde man es im Zimmer nicht lange aushalten.
Wahrscheinlich ist es, wenn geheizt wird, unter der Decke sehr warm, und am Fussboden bleibt es kalt.


In solchen Häusern kann man mit einem Grundofen überleben. Zwischen dem heissen Ofen und den Fenstern mit Eisblumen innen kann sich jeder die passende Temperatur aussuchen. Alt wird man in solchen Häusern jedoch nicht.



"Alt wird man in solchen Häusern jedoch nicht."



bei aller Zustimmung, aber das Zitat ist unhaltbar, im Gegenteil. Ich möchte mal behaupten: Wer mit dem Stuhl näher zum Ofen rückt und dann wieder weiter weg, der gibt den Löffel nicht freiwillig ab...

anders gesagt: Fernsehgucken macht früher tot.

Gruß...J.





@ Jürgen: Man kann an verschiedenen Sachen eingehen.
Ich wollte damit sagen, dass man im Alter recht zuverlässig Rheumatismus, Gicht und dergleichen bekommt, wenn man längere Zeit so wohnen muss.



Darf ich mal



zu Besuch kommen? Das klingt alles so krass ... Nicht, daß ich mir ein 12-m²-Bad mit 3,50 m Deckenhöhe nicht vorstellen könnte - aber daß das UNTENRUM nicht kuschlig wird, ebenso. In so einem Fall ist ne Fußbodenheizung vielleicht doch keine schlechte Idee! Und der Ofen - geht garni! Mit 20 kw kann man doch ein komplettes Haus heizen, oder? Ist das ein Bullerjan (o. ä. Eisengerät) und ihr macht u. U. nicht rechtzeitig zu? Ja, und den Rat vom Herrn Fischer würd ich auch gern lesen! >>>karins<<<



das hohe kalte Bad



kannst Du vielleicht mit einem Deckenventilator (Miefquirl) überlisten.

Gruß...J.



Also, -----



--- um annähernd bibberfrei und provisorisch durch den
jetzigen Winter zu kommen, schlage ich eine Übergangslösung vor : Eine abgehangene Decke aus ein paar an die Wand gedübelten Dachlatten -- bespannt mit Luftpolsterfolie.
( Suchbegriff : Luftpolsterfolie ) -- Ähnlich kann man auch
ein Einstellfenster ausführen. Mein Vorschlag stellt nur eine Notlösung dar, die aber ganz sicher funktioniert.



He, Jürgen,



bei uns heißt das MULMquirl! Auch 'ne nette Erfindung ...





Aber im nächsten Frühjahr müsst Ihr dann unbedingt eine Zustandsanalyse machen (lassen) und der Sache auf den Grund gehen, damit aus dem Überleben wieder ein Leben wird! Trotz aller Klimaerwärmungsszenarien ist auch im Winter 2010/11 noch mit Minustemperaturen zu rechnen.
Erst die Gebäudehülle ertüchtigen, dann die Heizung anpassen.