Kopfweh und Unwohlsein durch Specksteinofen

04.12.2007



Hallo

Wir beheizen den wichtigsten Wohnraum mit einem uralten Specksteinofen. Leider bekomme ich immer Kopfweh und fühle mich zunehmend Unwohl sobald wir eingefeuert haben.
Kennt das jemand? An was könnte dies liegen?

Nicole



kopfweh



kann ein anzeichen einer kohlenmonoxid-vergiftung sein: bei der verbrennung organsicher substanz (egal, ob fossil oder nicht) entsteht neben kohlendioxid u.a. auch kohlenmonoxid (farb- und geruchlos). letzteres ist ein reaktionsfreudiges gas - stets bestrebt, den "richtigen" zustand (kohlendioxid) herzustellen. eingeatmet bindet es ergo zügig Sauerstoff aus dem blut oder es verringert den sauerstoffgehalt der raumluft. - folge sind kopfschmerzen bis zu - über längere zeit oder in hohen dosen - bewußtlosigkeit und schließlich dem tod durch ersticken.
ich würde den Ofen sofort außer betrieb nehmen und den schorni oder einen Ofenbauer zur Messung kommen lassen und viel, viel lüften



Unbedingt untersuchen!



CO ist eine Moeglichkeit, eine andere Moeglichkeit bestuende darin, dass der Ofen Gifte ausgast.

Wer weiss, was frueher darin verheizt wurde?

Frueher wurden ja haeufiger behandelte Hoelzer oder gar kunststoffhaltige Abfaelle (Spanplatten, evtl sogar noch mit Beschichtung oder lackiertes Holz) verbrannt.
Moeglicherweise gasen auch die Rueckstaende im Rauchrohr oder den Zuegen noch Gifte aus.

Manchmal laesst sich sowas auch erschnueffeln, es riecht dann "komisch".

In jedem Falle Zug ueberpruefen, Dichtigkeit des Ofenabzugs und auch Dichtigkeit der Fenster! Zu dichte Fenster verhindern den Nachzug von ausreichend Frischluft! Viele Oefen ziehen bei modernen oder stark abgedichteten Fenstern erst ausreichend, wenn man einen Fluegel oeffnet.

In meiner frueheren Wohnung hatte ich einen Kachelofen, in dem definitiv kunststoffhaltige Abfaelle verbrannt wurden, und von den geruchlich wahrnehmbaren Ausduenstungen bekam ich auch Kopfschmerzen.
Abhilfe brachte das Oeffnen eines Fensters waehrend dem Anheizen. Nachdem der Ofen durchgebrannt war und ich die Tuer schliessen konnte, hoerte das auf, und ich konnte eine Weile spaeter das Fenster schliessen.

Vor dem CO muss dringend gewarnt werden, denn nach der Kopfschmerzphase (die nicht bei jedem auftritt) kommt eine Phase, wo einem alles gleichgueltig wird (Apathie), und dann Bewusstlosigkeit.

Daran sind schon eine Menge Leute gestorben!



Eine Feststoffeuerstelle



benötigt ausreichend Luftzufuhr. Ist diese nicht gegeben, entsteht bei der Verbrennung CO und die Abgase können in modernen Häusern nicht ausreichend entweichen(Schornstein zieht nicht). Deshalb ist eine separate Frischluftzufuhr vorzusehen, die in Ofennähe austritt.
MfG
dasMaurer



Danke



Danke für die hilfreichen Antworten!

wir werden umgehend den ofenbauer bemühen. der ofen ist ungefähr 200 jahre alt und man weiss wirklich nicht was darin schon alles verbrannt wurde. es riecht manchmal tatsächlich etwas seltsam. zudem haben wir noch eine undichte stelle ausfindig gemacht.

eine frage noch zu der kohlenmonixid-vergiftung: das ist ja nicht eine richtige vergiftung und hinterlässt somit auch keine bleibenden schäden. (zumindest sofern man während des sauerstoffmangels noch nicht gestorben ist;-)
also, sobald die sauerstoffzufuhr wieder gewährleistet wird ist alles in ordnung, oder?
ich frage nur, weil ich noch ein baby von 3 monaten habe...

Herzlichen Dank für die Antworten

Nicole





CO ist schwerer als Luft, also Baby nicht aufm Boden lagern. ;-)



Also...



-CO bindet keinen Sauerstoff im Blut, es zeigt aber eine weitaus höhere Affinität zum Hämoglobin als Sauerstoff oder Kohlendioxid. Somit ist der Träger derer blockiert.
- Halbwertszeit von Hämoglobin, das durch CO "blockiert" ist, ca. 1-2 Stunden (wenn's länger wäre, würde man sich als Raucher schneller umbringen als so schön schleichend)
-CO ist nicht schwerer als Luft. Kohlendioxid schon. CO hat (12 u plus 16 u) als Gas praktisch die gleiche Dichte wie Stichstoff (2 mal 14 u), und der ist der größte Bestandteil von Luft.

Gruß Patrick.