Kachelofen im Fachwerkhaus?

02.08.2005


Hallo,

in unserem "neuen" Haus möchte ich mir gerne einen Traum erfüllen und endlich meinen Kachelofen bekommen. Das Problem ist, dass zwar mal ein Ofen im Haus verwendet wurde, dieser aber schon vor über 20 Jahren entfernt wurde. Der Kamin für diesen Ofen geht auch nur bis ins Erdgeschoss. Meine Idee war aber den Kachelofen ins Wohnzimmer zu stellen und die Befeuerung aus dem Keller zu machen (wegen dem Dreck, meine Schwägerin hat das in ihrem Neubau und ist begeistert). Leider hat ein Bekannter nun Bedenken geäußert: Darf ich in das Fachwerkhaus einfach so einen Ofen bauen lassen (der steht dann ja teilweise auf den Holzbalken der Kellerdecke = Brandgefahr??)?? Kann der Kamin problemlos bis in den Keller verlängert werden?
Ich habe leider überhaupt keine Ahnung davon und bis jetzt nur den Tip bekommen, dass ich mal den Ofenbauer(aber der will ja verkaufen!?) und den Schornsteinfeger fragen soll.
Hat jier jemand vielleicht schon einen Kachelofen zuhause???



Kachelofen ??? Keller ?????????



Hallo,
hab ich das richtig gelesen????
Mal ehrlich was soll das denn für ein Kachelofen werden???
Wir haben einen Kachelofen im Wohnzimmer und erfreuen uns täglich daran, ob er nun grad befeuert wird oder nicht. Er ist ein Schmuckstück in unserem Wohnzimmer und gleichzeitig strahlt er nicht nur Wärme aus sondern auch Wohnlichkeit und gibt dem Haus eine besondere Gemütlichkeit.
Wir möchten ihn nicht in einem Keller verstecken, nur um keinen Staub in der Wohnung zu haben.
Ihr könnt gerne vorbeikommen oder auch Bilder per Mail davon bekommen.
Bitte überlegt genau ob Ihr Euch und dem Kachelofen das antun wollt und ihn in den Keller zu verbannen.
Gruß
Helmut



Wie soll das denn funktionieren?



Hallo Julia,
ich kenne kenne aus meiner früheren Tätigkeit beim Ofenbauer ja Einiges, aber eine Befeuererung eines Kachelofens im Keller ist mir noch nicht untergekommen.

Bevor Du Dir noch mehr Gedanken machst mein Rat: Ruf den Bezirksschornsteinfegermeister an und schildere ihm Dein Vorhaben. Er wird vorbei kommen und Dir genau sagen können, was geht und was nicht. Das ist der einfachste Weg, denn mit Vermutungen kommst Du nicht weiter. Schließlich muss er die Feuerstelle hinterher auch abnehmen. Ohne Abnahme kein Betrieb.

Wenn der BSM sein grundsätzliches OK gegeben hat (bzw. Du evtl. Auflagen erfüllen kannst/willst), gehst Du zum Ofenbauer und läßt Dich beraten, welcher Kachelofen passt und welcher nicht. Die Preise können gewaltig variieren, je nach dem, wie groß, welche Auflagen, etc.

Grundsätzlich ist ein Kachelofen im FW-Haus möglich. Es gibt gewisse brandschutzrechtliche Auflagen, aber darüber klärt Dich sowohl der BSM, als auch der Ofenbauer auf.

Herzliche Grüße
Ulrike Nolte

...ich erfülle mir meinen Traum vom Grundofen im Wohnzimmer und den von einer alten Kochmaschine in der Küche. Wir haben auch ein FW-Haus.



Werde den Schonsteinfeger befragen...



Hallo,

ich werde also heute mal den Schornsteinfeger anrufen und einen Termin vereinbaren. Der muss es ja wissen.

Die Befeuerung des Kachelofens in den Keller zu legen ist hier gar nicht so ungewöhnlich und wird in vielen Neubauten so verwirklicht, um wie bereits gesagt, den Dreck aus dem Wohnzimmer zu verbannen. Der Kachelofen im Wohnzimmer sieht genauso aus wie immer (es sei denn man hat eine Scheibe in der Öffnung, wo man die Flammen sehen könnte), die Wärme kommt halt nur aus dem Keller... Ich find das schon praktisch, zumal im Keller ja auch etwas mehr Holz gelagert werden kann und mann es nicht ewig rein schleppen muss.



Hallo, Julia,



wir renovieren auch gerade, und werden genau so einen Ofen einbauern lassen, wie geschildert.
Der BSM hat sein O.K. gegeben. Man muß mit dem Ofen nur 20 cm Abstand zu den Holzbalken einhalten. Das gilt auch für das Rauchrohr zwischen Brenner und dem eigentlichen "Ofen" bei der Durchführung durch die Decke.
Was die Statik anbelangt, werden wir von unten her eine Stützkonstruktion hochmauern die das Gewicht des Ofens tragen soll, damit die Balkendecke entlastet wird. Das haben wir mit dem Ofensetzer schon alles so abgeklärt.
Viele Grüße, Matthias



Vorsicht mit dem Holz



Hallo Julia,

so sehr viel Holz darf neben der Feuerung gar nicht gelagert werden. Das sind wieder die Brandschutzbestimmungen. Aber der Glücksbringer weiß es ganz genau.

Na denn, wieder was dazu gelernt. Ich kannte das mit der Feuerung aus dem Keller nicht. Ist aber auch schon eine Weile her, dass ich beruflich damit zu tun hatte.

Grüße
Ulrike



...alles ist möglich



..wenn auch immer die Abstimmung mit dem Schornsteinfegermeister notwendig ist. Aber da läßt sich immer ein Weg finden... Der Ofen kann so konstruiert werden, daß eine Befeuerung von einem angrenzenden Raum möglich ist. Bei der Wahl des Ofensystems sollte man auf eine einfache Bedienbarkeit sowie große Speicherfähigkeit achten. Da erübrigt sich die schmutzlastige Bedienung von selbst. Eine ideale und optimale Verbrennung des Holzes gewährleistet ein Grundofen. Hierbei reduziert sich der mögliche Schmutz auf das Auflegen des Holzes beim Anheizen; die Asche wird bei normaler Beheizung am Ende der Heizperiode entnommen. Ein Einbau in einem Fachwerkhaus kann konstruktiv auch auf einer gesunden Holzbalkendecke gelößt werden. Berührungspunkte zur Holzkonstruktion werden mit einem ausreichenden Abstand bzw. mit einem speziellen Dämm-Material brandschutztechnisch gesichert.

Bei der Wahl des Kamins hat der Schornsteinfeger das letzte Wort. Ich empfehle einen vorhandenen, alten Kamin wenn möglich zu nutzen; dieser gibt die Möglichkeit, die Abwärme des Rauchgases auch in den oberen Geschossen nutzen zu können. Und ob die Anbindung eines bestehenden Kamins in den Keller problemlos ist, zeigen letztlich die Bedingungen vor Ort...

Mit Grüßen aus Limburg
Uwe Berghammer



Frag den Ofenbauer



Liebe Julia
1.Die Beheizung eines Kachelofens aus dem Keller ist eine sehr gute Lösung , wenn es die örtlichen Bedingungen erlauben.
2.Es sollte auf jeden Fall ein Ofen mit Heizeinsatz sein,
(kein Grundofen), und das Rauchrohrverbindungsstück muss unbedingt in 2mm Edelstahl ausgeführt werden.
3.Die Holzbalkendecke muss über ausreichende Tragfähigkeit verfügen und ist entsprechend zu schützen, der Ofenbauer weiss wie das geht.
4.Der Ofen muß im gleichen Stockwerk an den Schornstein angeschlossen werden, d.h. bei einem Ofen über 2 Etagen in der oberen Etage, eine Schornsteinverlängerung ist deshalb nicht nötig, es muss aber eine untere Reinigungstür vorhanden sein.
5.Der Ofenbauer sollte erst beraten und dann verkaufen, ausserdem sollte er für eventuelle Servicearbeiten schnell erreichbar sein, also in der Nähe wohnen.
6.Frag den Schornsteinfeger, manchmal hat man Glück und findet einen der sich auskennt...
7.Ein kleiner Tipp: Die Crux bei einem solchen Ofen ist das Verbindungsstück zwischen den Etagen...frag den Ofenbauer !




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