Ungedämmtes Fachwerkaus: Wie heizen?

16.04.2012



Ich bin letztens bei der Haussuche über mein Traum-Fachwerkhaus "gestolpert". Baujahr 18. Jhd., perfekte Lage, tolles Grundstück, sehr guter Erhaltungszustand, Denkmalschutz. Innen leider übel verbaut (Fichte B auf Dielenboden genagelt, Funierprofile an der Decke, Balken lackiert etc.... ), aber das sollte zu beheben sein. Keinerlei Dämmung, außer ein paar Isofenster im Obergeschoss.

Vorerst möchte ich nur das ca. 65qm grosse Ergeschoss bewohnen (Bad, Küche, Stube und über einen zugigen Flur getrennt der Schlafraum). Eine fachgerechte Innendämmung der Wände ist zur Zeit preislich definitiv nicht drin.

Angedacht habe ich einen Pelletofen 11kw in der Stube mit Warmluftzuführung zum Schlafraum und eingeschränkt in Küche/Bad. Für wirklich kalte Nächte im Schlafraum dann zusätzlich einen Dauerbrandofen (oder auch Pellet, mal gucken, was der Schonsteinfeger zum Kaminquerschnitt sagt).

- Mit was für einem Pelletverbrauch kann ich ganz grob rechnen?
- Lohnt sich evtl. doch eine Pelletzentralheizung (ca. 30.000 EUR mit Heizkörpern) oder ist das ohne Dämmung Unfug?
- Schadet das Nichtheizen im Obergeschoss der Substanz?

Danke für die Antworten!



ich



frage ich immer, wieso die leute im SZ heizen. Oben nicht heizen kann funktionieren, das hängt aber vom ganzen Zustand des Hauses ab. Obwohl unsere Kachelofenluftheizung im Eg steht, sind die oberen Räume die wärmeren Zimmer.
Wichtig wäre, die Luftdichtigkeit zu verbessern. Es bleibt aber ein Flickwerk. Wären nicht ein paar prv. Einzelöfen und das Geld in die planmäßige Sanierung gesteckt sinnvoller.
Kommt aber auf die Lage der Schornsteine an. Aber vor wenigen Jahrzehnten war das üblich und hat funktioniert. Für das gesparte Geld könnte die Fenstersanierung umgesetzt werden. Nur so ein Gedanke ....



Bitte nicht...



...den Energieträger (Pellet etc.) mit der Art der Wärmeverteilung verwechseln.

Wenn Sie 30.000 Euronen für eine Pelletheizung ausgeben wollen und die erheblichen Heizkosten stemmen können, haben Sie auch das Geld für eine moderate Innendämmung in Lehm angesetzt, Wandheizung und Lehmputz. Diese Arbeiten sind teilweise recht selberbauerfreundlich. Und sie haben deutlich geringere Heizkosten. Vor dem Hintergrund geringerer Heizkosten sollte es eine (wesentlich preiswertere) Brennwerttherme auch bringen, falls Gas anliegt. Unterschätzen Sie nicht die erforderliche Lagerfläche und die Kosten für ein Pelletsilo.

Desweiteren vermeiden Sie Bauschäden. Die Idee der Warmluftführung in unbeheizte Bereiche bedeutet, daß warme Luft, mit "Wohnfeuchte" angereichert, in kältere Bereiche transportiert wird, und letztlich Kondensat und Schimmelgefahr. Davon würde ich unbedingt Abstand nehmen.

Grüße

Thomas





Ist bei uns auch so, dass es im DG meist wärmer ist, als im EG wenn unten der Ofen an ist.
Tatsächlich muss man meist die Heizkörper abdrehen, wenn die Türen geöffnet sind, sonst sind die oberen Zimmer völlig überheizt. Vor Kondensat habe ich da eigentlich keine Angst eher vorm Hitze-Kollaps.
Natürlich mus man dafür sorgen, dass die Zimmer nie ganz kalt werden oder eben die Türen zu sind.

Braucht ein solches Haus nicht einen anständigen Grundofen und eine Gas Brennwerttherme als Basis? Der wäre auch viel billiger, als die Pellet Geschichte. Wenn die Pellet Heizung die einzige Wärmequelle ist, muss das ganze automatisch laufen (Warmwasser, Urlaub, Krankheit), das ist ein hoher technischer und finanzieller Aufwand.

Gruß Götz

p.s. ofenfertiges Scheitholz kostet in der Größenordnung von Pellets bei guten Kontakten weniger (Selbst gemacht und im Garten getrocknet nochmals die Hälfte).
Ein Ofen zwischen Wozi und Küche würde den gesamten Wärmebedarf der am meisten genutzten Räume decken, Schlafzimmer und Bad bekommen einen stinknormalen Heizkörper.