Richtiges Nachheizen eines Kachelofens?

05.09.2007



Hallo zusammen,

ich wohne zum ersten mal mit Ofenheizung und bin im Betrieb recht unerfahren. Meine ersten Heizversuche waren dank Anleitungen (auch in diesem Forum) aber recht erfolgreich. Auf eine frage konnte ich jedoch keine Antwort finden: Wie wird ein Kachelofen richtig nachgeheizt?

Wenn ein Kohlebricket zum Nachheizen in die Glut gelegt wird, muss dann der Heizprozess wieder ganz von vorne beginnen? Also: Aschentür auf bis der Abbrand erfolgt ist usw.? Oder kann der Ofen einfach wieder nahezu ganz geschlossen werden, wenn schon mal Glut da ist? Oder würde dann die Kohle nur vor sich hinschwelen und giftige Gase produzieren? Oder besteht die Schwel-Gefahr nur beim Anheizen?

Oftmals lese ich auch davon, dass empfohlen wird über Nacht ein Kohlebrikett in Zeitung gewickelt in den Ofen zu legen, damit morgens noch Glut da ist. Besteht hier nicht auch Schwelgefahr, wiel das Brickett nur langsam und mitzu wenig Sauerstoff abbrennt?

Für euren Rat wäre ich dakbar. Schöne Grüße, Steffen



Wenn der Ofen zu und



dicht ist, wird es immer vor sich hinschwelen.

Ich habe das immer gefühlsmäßig gemacht. Wenn die Kohle gut durchgebrannt war, habe ich irgendwann zugemacht. Da die meißten Öfen nicht dicht waren, hat es dank des Schwefels angefangen zu stinken, wenn ich zu früh die Luft abdrehte.

Kohle in Zeitungspapier vermindert nur die Luftzufuhr zur Glut, hat also den gleichen Effekt, wie Ofen zu. Ich habe nie den Ofen über nacht beheizt. Morgens angemacht, evt. noch mal nachmittags nachgelegt, so dass es bis abends warm ist. Wenn es nicht gereicht hat, sind wir früher ins Bett gegangen...





Merci für die Antwort. D.h. aber wenn ich es richtig verstehe: Auch beim Nachheizen muss die Aschentür offen sein, damit die nachgelegte Kohle gut abbrennen kann.

Das problem für mich dabei ist, das ich nach dem Nachlegen also weder Weggehen noch ins Bett gehen kann, da ich ja nach ca. einer Stunde die Aschentür schließen muss...

Denn würde die Tür einfach die ganze Zeit offen bleiben würde ja die ganze Wärme einfach zum Kamin hinausgeblasen... (soweit ich anderso gelesen habe)?



Beim Nachheizen



musst Du immer die Aschentür erst mal aufmachen. Sonst kann die nachgelegte Kohle gar nicht anbrennen. Es ist das gleiche, wie beim Anheizen, nur das es schneller geht.

Ich habe das Gefühl, dass Du ständig Feuer haben willst. Das ist aber gar nicht notwendig, nur wenn Du Wärme brauchst musst Du entsprechend vorher heizen. Kohlenanzünder kostet auch nicht die Welt.

Wenn ich mich recht entsinne, ist schon ein paar Jahre her, dann habe ich morgens gleich nach dem Aufstehen geheizt. Wenn die Kohlen gut gebrannt haben, habe ich den Ofen fast zugemacht. So das der Luftzug fast weg war und die Wärme nicht durch den Schornstein ging. Wenn ich dann nach einer Stunde zur Arbeit gegangen bin, waren die Kohlen soweit durchgebrannt, dass ich gefahrlos den Ofen zumachen konnte. Nachmittags war das Zimmer schön warm.

Normalerweise haben die Öfen auch irgendwo Klappen zum Regulieren der Luftzufuhr. Darüber lässt sich auch einiges Regeln, bzw. haben wir immer die Aschentür "fast" geschlossen.

Wenn Du einen Kachelofen hast, kannst Du vorgehen, wie oben beschrieben. Die haben auch einige Masse zum Speichern der Wärme. Nachlegen brauchst Du kaum oder nur einmal am Tag, wenn Du von der Arbeit kommst.

Einen Kaminofen (Stahl oder Gusseisen) hat praktisch keine Speichermasse. Den würde ich erst nachmittags heizen. Er wird aber schnell das Zimmer erwärmen. Nachlegen musst Du nur dann, wenn Du da bist.

Für die Nacht würde ich nie heizen, es sei denn die Wasserrohre frieren ein.

Du hast Recht, lässt Du die Türen zu lange offen, geht die Wärme durch den Schornstein, zu kurz, bekommst Du keine Wärme.

Probiere es einfach aus. Beobachte, wann Du nur noch Glut hast und keine Flammen mehr. Mach dann den Ofen zu. Wenn Du am nächsten Tag noch Kohlenreste hast und nicht nur Asche oder die Wohnung etwas rauchig ist, hast Du zu früh zugemacht. Wenn alles ok ist, machst Du nächstes mal 1/4 Stunde früher zu...

Auf jeden Fall finde ich, sollte eine Wohnung nicht nacht verbrantem Staub oder Rauch riechen, wie es manche Neu-Ofenbesitzer nostalgisch finden. Die machen was falsch oder der Ofen taugt nichts.



Schwelbrand



Vor allem sollten Sie vemeiden, des Nachts einen dieser "alten Tricks", wie Zeitung um die Kohle oder ohne Luftzufuhr verbrennen, zu nutzen. Wenn der Schornstein irgend ein Problem hat, nicht genug zieht oder das Wetter umschlägt und drückt, besteht die Gefahr der Kohlenmonoxidvergiftung. Das CO ist ein Gas, welches bei unvollständiger Verbrennung (Schwelbrand) entsteht und bereits in geringer Konzentration tödlich ist. Ausserdem verhält es sich explosiv und kann weiterhin nur durch Blutaustausch aus dem Hämoglobin des Blutes entfernt werden, wo es den Sauerstofftransport blockiert.
Also immer Kohle anbrennen bis sie glüht, dann erst Luftzufuhr verringern, nie ganz unterbinden. Rauchgeruch beim Anheizen ist normal, danach aber nicht mehr.

Alles Gute





meine tante ist an kohlenmonoxidvergiftung gestorben durch schlechten schornsteinzug.und zu dichten abzug..
.daher unbedingt vom schornsteinfeger und Ofenbauer den luftzug testen lassen..
.lieber mehr abluft als gitige geruchtsfreie gase..
.der tod kommt ganz schnell ohne vorankündigung.in der nacht .
ehemann und sohn überlebten mit glück..

ein warmer schornstein ist auch nicht zum nachteill--heizt auch..