Grundofen mit-ohne Wärmetauscher

22.10.2007


Hallo "Gemeinde",

im Forum hier wird ja kontrovers bezüglich Wärmetauschertechnologie in Grundöfen debattiert. Leider fehlen mir oft die Fakten zu den dargestellten Meinungen. Bevor ich meinem eigenen Bauchgefühl folge, wüßte ich doch noch einmal gerne, was es denn nun wirklich Positives oder Bedenkenswertes zu Wärmetauschereinsätzen/Wärmetaschen in Grundöfen zu bedenken gilt.

Wir werden uns sicher einen Grundofen zulegen. Anfangs wollten wir uns auch eine Wärmetauschertechnik gönnen, aber unser -sehr kompetenter- Ofenbauer hat uns dringend davon abgetragen. Leider kann ich seine Argumente nicht mehr rekonstruieren - außer dass es den Nutzengrad senkt. Aber schließlich kann ein gesenkter Nutzengrad bei einem billigen Heizstoff immer noch wirtschaftlich sein. Ein anderer Ofenbauer rät zum Gegenteil. Selbiges gilt im Forum.

Ich bin für jedes stichhaltige Argument dankbar.



Vielleicht kann der link weiterhelfen:



http://www.grundofenbau.eu/index.html



Im Grunde



ist es ganz einfach. Wenn Du den Grundofen an die Zentralheizung anschließt, geht ein Teil der Wärme in die Heizung und nicht in den Ofen.

Aus Zentralheizungssicht stelle ich es mir ähnlich einer Kombination mit Solarheizung vor, sprich einem Pufferspeicher etc..

Andererseits bei einer konventionellen Zentralheizung mit lufttemperaturgeregelten Ventilen, regeln diese ab einer gewissen Raumtemperatur ab. Wenn der Grundofen an ist, geht die Heizung in den betroffenen Räumen eh aus.

Im Endeffekt ist der Anschluss des Ofens an die Heizung technisch und energetisch sicher besser. Ob es sich aber lohnt?...



Ich kenne einige Beispiele,



wo ein Grundofen mit Wärmetauscher hervorragend funktioniert. Sicher ist wichtig zu wissen, wie groß der gesamte Heizenergiebedarf ist und wie er im Haus verteilt werden muß. Grundsätzlich sollte man ein System konsequent nutzen. Wenn ein Grundofen mit Wärmetauscher/Pufferspeicher errichtet wird, sollte der Grundofen zusammen mit einer heizungsunterstütztenden Solaranlage die gesamte Heizungs- und Warmwasserversorgung leisten - und es sollte auch so betrieben werden.
Hat man eh eine Therme oder ähnliches, und will man den Kachelofen nur "effizienter" machen, sind diese Investiotionen für mich mehr als fragwürdig.
Schöne Grüße. Jürgen Maier





Hallo Herr Bauer,

ich (Privatmann kein Ofenbauer) habe zuhause einen echten Specksteinofen aus Finnland. Dieser Ofen verhält sich vergleichbar einem Grundofen. In der Regel heize ich diesen Ofen 1 mal am Tag (nach Feierabend).

Dieser Ofen ist - wie auch ein Grundofen - ein Zeitbrandofen der wie ein Akku, nur mit Feuer statt mit Strom aufgeladen, sehr lange Wärme spendet.

Wenn ich mir jetzt vorstelle dass ich in dieses "in sich geschlossene System" eingreife in dem ich einen Wärmetauscher mit einbaue und sämtliche Parameter verändere und dafür auch noch Geld ausgeben soll!?!?

Ein Grund oder Specksteinofen verteilt seine Wärme über kurz oder lang sowieso im ganzen Haus, denn irgendwo muß die Energie ja hin. Die Zentralheizung liefert genau das noch fehlende Potential nach um den Rest des Hauses mit Wärme zu versorgen.

- ein Wärmetauscher kostet Extrageld
- greift in das System "Strahlungsofen" ein (wirkt wie ein
Kühlsystem im Ofen)
- kann undicht sein oder werden
- benötigt Pumpen, Strom und Wartung.

Wärmetauscher bei einem Zentralheizungsherd (Dauerbrand)kann ich mir vorstellen bei einem Zeitbrandofen auf keinen Fall.

Nichtmal wenn ich den Wärmetauscher geschenkt bekäme samt Einbau, würde an meinem Strahlungsofen herumpfuschen lassen. Was gibt es denn schöneres als ein "mechanisches" System, das an dem Platze wirkt (80-90% Wirkungsgrad) wo ich die Energie benötige und nicht wieder in einen Pufferspeicher(in der Regel in Keller/Dachgeschoß/Garage) gepumt werden muß und von da aus wieder im Haus verteilt zu werden etc. etc.

Lieber Herr Bauer, "Ihr Grundofen" ist Ihr Pufferspeicher!

Ich denke, dass nicht einmal ein Brennwertkessel mit seinen Stand- und Leitungsverlusten + Stromaufwand geschweige denn jährliche Wartung und Pflege einen Grundofen in Gesamtwirkungsgrad und "Wartungsarmut schlägt".

Mein Rat: sparen Sie sich das Geld für den Wärmetauscher+Einbau und lassen dafür einen "40-Tonner" mit Holz beladen vor Ihr Heim fahren.

Mit den Besten Grüßen aus Weißenburg

Thomas Seitz
09141- 877 99 - 21



Pauschale Ablehnungen



sind selten von Nutzen.
Ein Wärmetauscher entzieht ja nicht ununterbrochen dem Grundofen Wärme. Das wird nach Bedarf über eine Steuerung geregelt.
Schöne Grüße. Jürgen Maier



???



Wenn sie bereits 2 Fachmänner mit 2 Meinungen zu Rate gezogen haben, wird es hier vermutlich noch 100 weitere Meinungen geben: Ich gehöre zur Fraktion der Ofensetzer die Wasserwärmetauscher im Grundofen für nicht sinnvoll halten, weil Aufwand/Nutzen bei dieser Technik in keinem guten Verhältnis stehen. Wenn der Kachelofen Wasser erwärmen soll, dann mit Heizeinsatz, je nach Bedarf bis zu 70% wasserseitig, alles andere ist Geldverschwendung. Aber im Web unter Toby, Ofen innovativ, Kaschütz etc. gibt es andere Meinungen.
Just my 2 cents.



Da möchte ich JFB



unbedingt recht geben!!!
Vielen Dank für diesen Einwand. Schöne Grüße. Jürgen MAier



Was ist denn



der Unterschied zwischen einem Wärmetauscher und einem Heizeinsatz der Wasser aufheizt? Der tauscht doch auch die Wärme mit dem Wasser aus?
Bin absoluter Laie, will mir aber auch irgendwann einmal einen Kachelofen ins Haus bauen.



H2O im Ofen...



Das Problem ist, dass die Techniken im Grundofen sehr aufwändig vor Ort installiert werden und je nach verwendeter Bauweise nicht besonders viel Wasserleistung bringen oder dem Ofen die Wärme entziehen.
Beim Wärmetauscher im Heizeinsatz ist man flexibler was die Wärmeverteilung anbetrifft, und die wasserseitig erreichbare Wärmemenge ist (je nach Technik) meist größer. Gewisse räumliche Gegebenheiten sind eventuell weitere Kriterien für die notwendige Technik, und ein Gebäudewärmebedarf von maximal 9 KW sollte auch gegeben sein. Prinzipiell gibt es nicht pauschal "den richtigen Ofen", es gibt aber für jede Familie die optimale Lösung. Aber um auf die Frage von Marcus zu antworten: Ein Heizeinsatz kann auch über einen oder mehrere Wärmetauscher verfügen, fest oder zuschaltbar, um den Feuerraum herum, darüber oder als Rauchgaswärmetauscher. Welcher wo wie sinnvoll ist, kann nur der Fachmann vor Ort entscheiden und auch da gibt es verschiedene Meinungen.
Hier nur so viel: Der im Forum so hochgelobte Grundofen ist nur manchmal sinnvoll, ich besitze selbst einen sehr großen über zwei Etagen gebauten Grundofen, meine Kunden landen oft bei einem Kombiofen weil es deren Lebensumständen zuträglicher ist. Auch da hilft nur die genaue Bedarfsanalyse.
Schöne Grüße aus dem Odenwald