Grundofen mit Wasserregister: Frage zu Umwälzpumpe




Hallo mal wieder,

wir wollen innerhalb der nächsten 2 Jahre einen Grundofen in unser Fachwerkhaus bauen.
Planung ist noch nicht weit fortgeschritten, wir haben aber schon ne Idee, wie's werden soll.

Da wir damit nur Wohnzimmer und Diele direkt heizen können, würde ich gerne ein Warmwasserregister in die Brennkammer (o.ä.) einbauen, und damit die zentrale Warm-/Heizwasser-Aufbereitung im Pufferspeicher unterstützen.

Ich habe mir das schon bei einem Nachbarn angeschaut, der ist damit sehr zufrieden. Kann einer was Negatives zu einer solchen Konstruktion erzählen?


Jetzt zur eigentlichen Frage:
Für den Wasserkreislauf Pufferspeicher->Grundofen->Pufferspeicher brauche ich ja ne Umwälzpumpe.
Gibt's hier Alternativen? Irgendwas "selbstlaufendes" wie "warmes Wasser steigt nach oben, wird auf Deckenniveau bis zum Pufferspeicher gebracht, gibt seine Wärme ab und fließt als Kaltwasser auf Fußbodenniveau zum Register im Grundofen zurück"?

Ist naiv gedacht, aber gibt's sowas?

Ich hab da zwei Hintergedanken:
1. was passiert, wenn der Strom für die Umwälzpumpe ausfällt? Fliegt mir dann das Heizregister um die Ohren (Überdruck)?
2. so wenig Strom wie möglich verbrauchen...


Viele Grüße,
Mikesch



Schwerkraft



Hallo Mikesch,
Ja sowas gibt es : Schwerkraftsystem.
Rahmenbedingungen : Große Rohrquerschnitte (35er CU)
Der Pufferspeicher MUSS höherstehen , als der Ofen.

Solche Anlagen unterstehen der Aufsicht durch die Bezirks - Schornsteinfegermeister(innen).
Sie/Er wird darauf achten dass:
1. eine Sicherheitsgruppe
2. Ein Ausdehnungsgefäß
3. eine automatische Ablaufsicherung eingebaut ist.

Wenn Sie eine Pumpe benötigen, rate ich Ihnen zu einer Hocheffizientspumpe mit einem Dauermagneten ( Gleichstrom )

viele Grüße



Schwerkraft theortetisch...



... machbar, hat man füher ja auch so gemacht, allerdings wird es in der Praxis scheitern.
Die Anschlüsse an solchen Registern sind meistens in 3/4" ausgeführt, sodass es relativ sinnlos ist, mit den benötigten Rohrweiten weiter zu installieren...
Im übrigen schließe ich mich den Ausführungen des Vorredners/-schreibers an und ergänze, dass i.d.R. auch noch eine Rücklaufanhebung via Dreiwegeventil z.B. notwendig ist...
Im Selbstbau ist das Ganze i.d.R. hydraulisch und auch elektrisch nicht ganz ohne, Schornstein- und Zuluftberechnung mal außen vor...
Einfach Pumpe in den Vorlauf reinhängen ist nicht...

MfG, Sebastian Hausleithner



auch wenn es technisch möglich wäre,



und sogar vom Schorni genehmigt würde (was bei einer Selbstbaulösung zweifelhaft ist)
passt es eigentlich nicht zur Idee des Grundofens.

Dort soll doch eine möglichst große Speichermasse durch die Rauchgase in passend dimensionierten Zügen erwärmt werden, damit der Ofen auch dann noch Wärme abgibt, wenn das Feuer schon erloschen ist.

Wenn man jetzt durch ein Wasserregister die Rauchgase abkühlt, wird der Ofen 1. möglicherweise nicht mehr richtig ziehen und 2. bleibt er natürlich auch kälter. Nebenbei könnten dann die kälteren Abgase zu Kondensat in den Zügen führen und die ganze schöne Konstruktion versottet.
Regelungstechnisch ist das auch nicht ganz ohne, denn der Wärmebedarf an Ofen- bzw. Wasser-Wärme steht ja nicht immer im gleichen festen Verhältns. Wenn der Speicher warm ist, will man ja ggf. auch weiter feuern.

Es gibt fertige Brennraum Einsätze für solche Zwecke mit Wassertasche (z.B. Fa Brunner, der, den ich angesehen hatte 5000€ ohne Anschluss, dafür ungeregelt). Da kann man sich mal an die Preise gewöhnen! Auch diese industriell gefertigten Dinger haben wenn überhaupt nur einen begrenzten Regelbereich und einen vergleichsweise hohen Wartungsaufwand. Ein klassischer Grundofen lässt sich aus den o.g. Gründen hiermit nicht betreiben (Kalte Abgastemperatur).
Zudem muss einem klar sein, dass man alles Holz, das man für die Erwärmung des WW-Speichers braucht, durchs WoZi oder Diele transportieren muss. Wenn man gegenüber Gas wirklich mit so einer vergleichsweise teuren Anlage Geld sparen will, sind das größere Mengen.

Überschlagsrechnung:
(1 RM Buche = 500 kg, 70 € ofenfertig gekauft, nicht selbstgeschlagen, 1 Kg = 4 kWh, insgesamt 2000 kWh = 70 €;
1 m3 Gas = 10 kWh, 1 kWh = 7 cent, 200 m3 Gas = 2000 kWh = 140 €)

D.h auf Deutsch: um 70 Euro zu sparen musst Du eine halbe Tonne Buschenscheite durchs Wohnzimmer tragen! Da ist der Preis für die Technik aber nicht mit drin!

Wenn man die Heizkosten von 3000 auf 2000 € senken will und dann noch 500€ Wertverlust der Anlage / Jahr hat kommt eine Holzmenge zusammen, die man wahrscheinlich gar nicht benötigt.

Wäre nicht ein schöner Grundofen und ein Scheitholzkessel an geeigneter andere Stelle einfacher und ggf. sogar billiger?

Gruß von Götz,

der deine Idee selbst auch hatte und nun einen echten Grundofen zwischen Wohnzimmer/Diele + Küche hat (und eine klitzekleine Gastherme). Der Ofen ist noch nach 16 h wunderbar warm und prouziert soviel Wärme, dass man im OG und DG die Heizungen ausmachen kann wenn man die Zimmertüren offen lässt. Der Grundriss des Hauses ist aber hierfür auch ein Glücksfall.



Da lag ich ja gar nicht mal so verkehrt...



Schwerkraftsystem heisst das also :-)

Naja, mit dem großen Rohrquerschnitt könnte ich noch leben, aber mein Pufferspeicher liegt auf gleicher Höhe wie der Grundofen, daher werde ich das leider sowieso nicht umsetzen können. Aber danke für die Info!

Aber ich kann schonmal beruhigen:
Schornsteinfeger, Ofenbauer und Klempner sind alle mit im Boot, Selbstaufbau traue ich mir (zumindest bei den Leitungen und Ofenzügen) eh nicht zu :-)

Kleine Erklärung:
Wir liegen ausserhalb einer Ortschaft, Oberland-Stromleitungen, Wald drumrum.
Es geht nicht darum, nen 4h-Stromausfall zu überstehen, sondern um den Fall, dass im Winter bei Unwetter ein Baum auf die Leitung knallt und wir mehrere Tage keinen Strom haben. Klar kann ich mir nen Dieselaggregat hinstellen, aber ich suche halt gerne nach Alternativen...


An Götz:
Danke für Deine Berechnungen :-)
Aber wenn überhaupt würde das zur Unterstützung eines Heizkessels (momantan Gas, später Hackschnitzel) fungieren, nicht als 100%-Lösung. Daher ist das ja mitunter auch ein Rechenspiel. Da ist Deine Rechnung schon ein Argument :-)

Das mit der Versottung habe ich auch schon mehrfach gelesen.
Mein Nachbar ist mit seinem Ofen und seinem Kamin bisher sehr zufrieden. Wie lange würde es denn dauern, bis man so eine Versottung bemerkt? Kann man dem irgendwie entgegenwirken?

Gruß,
Mikesch





Hab ein Ähnliches System in meinem Haus verbaut (vom Vorbesitzer) und wenn ich mir die Steueranlage ansehe dann glaube ich kaum das das ein "normalsterblicher" selber hinbekommt :)

Meine Anlage:
2 Etagen Offen (8 Räume) 1 Etage direkt 2 Etage durch Warmluftkanäle + Eingebauter Abgas Wassertasche + Solartermie + 6 kw E-Zusatzheizer
Die Anlage Kostete damals gesammt 60000€ (inc Einbau)

Zum Thema Überdruck bei Stromausfall dafür gibts in meinem Fall ein Ventil das bei Überdruck der Anlage aufmacht und das "kochende" Wasser in die ewigen Jagdgründe (Abwasserleitung) jagt und "Kühlwasser wird in den Kessel geleitet.

Zum Thema Wasser kühlt-> Heizleistung zu gering
das ist durchaus richtig allerdings gibts genau für dieses Problem auch Lösungen.
Bei mir ist es so das ich am Ofen einstellen kann
->Nur Wasser
->Wasser und Heizen (dann schaltet eine im Ofen verbaute Klappe beim erreichen bestimmter Temperaturen um von Abgas zum Heizen oder für Warmwasser
->Nur Heizen

zum Thema Holz
- wenn man sich ein wenig kümmert und nicht gerade in München im Zentrum wohnt bekommt man Holz auch sehr günstig

2 Beispiele von mir.
1- 20KG Hartholz getrocknet in Rechtecken ca 3x3x10-20cm für 2€ (also der RM für ~50€)
(Bezugsquelle Jusitz Vollzugsanstallt sind abschnitte der Holzwerkstat)
2- Kostenloses Holz von der Spedition Ihres vertrauens die in vielen fällen Paletten (keine Euro Paletten) verschenken in meinem fall sogar kostenlos anliefern, da diese beim Transport übrig sind und Ihre eigene Heizungsanlage schon mehr als überquillt :) einzigster nachteil man muss es zurecht sägen und wer wert drauf legt muss noch die Nägel rausmachen.

Und wenn man Holz geschenkt bekommt brauch man glaube ich keine Renta Rechnung anfangen ;)

Zusammengefasst ich finde solche Systeme mehr als Klasse und kann nur jedem der "Günstig an Holz kommt" es Empfehlen
Und die kombination aus Solar/Heizen/Strom is Top.

LG