Ziegelboden über Gewölbekeller

24.01.2013 J. Spatz



Hallo,

ich möchte über einem Gewölbekeller einen Backsteinboden als Untergrund für einen Holzofen erstellen.

Der aktuelle Aufbau von oben nach unten: Pressspanplatte (fliegt raus), Lagerhölzer verfüllt mit Glaswolle (fliegt raus), Schüttung aus Bauschutt (bleibt vielleicht), Schüttung aus Strohlehm (soll bleiben wenn möglich).

Als Landschaftsgärtner würde ich im Außenbereich die Bauschuttschüttung verdichten und die Backsteine in ein Brechsand-Splitt-Bett legen, aber ich vermute man sollte auf einem Gewölbe auf den Einsatz eines Motor-Stampfers besser verzichten.

Darf eine Schüttung über einem Gewölbe überhaupt verdichtet werden (z.B. von Hand mit einem Betonstampfer)?

Viele Grüße
Jacob



Gewölbe unter einem Grundofen



Hallo

hier müssen Sie vorsichtig sein und darauf achten, dass es keine Punktlasten bei dem Ofen gibt.
Sie müssen das Gewicht kennen und die mögliche Überdeckung und die Materialien und Baustärken des Gewölbes um da was genaues sagen zu können.

Als Füllung würde ich Schotter und oder Splitt nehmen und dann die Ziegel drauf.
Evtl auch in Kalkmörteldickbett verlegen??

Verdichtung nicht maschinell!

Florian Kurz



Kein Grundofen



Hallo Herr Kurz,

Danke für den Hinweis mit den Punktlasten, daran hatte bisher auch der Ofenbauer nicht gedacht.

Es soll jedoch kein Grundofen werden, sondern nur ein kleiner Kanonenofen (etwas leichter als eine Waschmaschine) mit einem nachgeschaltenen gemauerten Heizzug (ca. 300 kg) der könnte aber auch kleiner und leichter ausgeführt werden.

Ich habe mal ein Foto vom Gewölbe beigefügt. Man sieht rechts in den Backsteinen die Wartungsöffnung des Kamins an den angeschlossen werden soll. Die weiße Wand ist eine Bruchsteinwand (ca. 30-40 cm dick). Etwa auf Höhe der Wasserleitung, die vom Boden kommt, beginnt der gemauerte Heizug (Grundfläche von ca. 50 x 75 cm).

Sollte ich besser noch mit einem Statiker sprechen?

Viele Grüße
Jacob



Wie schon gesagt …



kommt es mit unter auf die Dicke des Gewölbes, der Spannweite, der Lastverteilung, der Aufschüttungsdicke (Verteilung der Lasten innerhalb), des gesamten Bodenaufbaus an …

machen Sie ne Skizze mit den Dimensionen (Dicken) in einem Schnitt …

evtl ein Bild vom Ofen?

Kanonenofen mit viel Stahl?

FK



gleiche Herausforderung



An die Frage hänge ich mich doch glatt mal dran, da wir vor genau der selben Aufgabe stehen.
Wir wollen zwischen Küche und Esszimemr einen Kachelherd errichten (lassen). Der Holzherd steht in der Küche und im Esszimmer ein gemauerter Nachheizkasten. Dieser wird direkt im Bereich des Gewölbescheitels errichtet werden. Im Esszimmer sind Dielen verlegt, welche bis auf den Bereich des Heizkastens auch bleiben sollen.
Für das "Fundament" des Nachheizkastens war unser Plan:

- Dielen Ausschneiden
- Unterkonstruktion(Balken) entfernen
- Schüttung entfernen bis zu den Gewölbesteinen (Sandstein) bzw dem "Urboden"
- giessen eines Fundaments aus Estrichbeton
- evtl. Stahlplatte zu Lastverteilung
- Nachheizkasten drauf


Natürlich wäre es auch eine Möglichkeit wie Jacob vorgeschlagen hat ein Planum aus Schotter (0/32 Mineralbeton) zu erstellen, mit einem Stampfer von Hand verdichten, Kalksplitt (2/5) darauf und darin Ziegel oder Gehwegplatten zu legen. Auch hier wieder optional die Stahlplatte zur Lastverteilung.

Was sind denn die Pros und Contras der unterschiedlichen Ansätze?

gegossen-> bessere Lastverteilung aber Feuchte im Haus?
"Innenterase"-> trocken, aber keine so gute Lastverteilung?


Viele Grüße aus dem Kraichgau


derMicha



auch bei Ihnen …



sind es die gleichen Fragen … wie vor …

einfach Bedong reinkibbm … bringt gar nichts … wenn das Gewölbe zu flach ist oder der Aufbau zu dünn … oder oder …

genaue Angaben über Aufbauten, Materialien, Dimensionen etc. … nur so kann man Antworten …

An alle "Allesmacherwoller"!

Macht das was Ihr könnt - nicht das was irgend wo geschrieben steht … und nicht mehr …

Es ist leichter und schneller was falsch gemacht als es dann wieder rück zu bauen!

FK



Es hift immer zu fragen ...



Hallo Herr Kurz,

ich sehe auf Grund Ihrer Antworten, dass mein Problem nicht in einem Forum beantwortet werden kann. Es ist alles recht verwinkelt und der Pressspanboden ist noch nicht weg, so dass ich noch keine genauen Maße des Gewölbeaufbaus nehmen kann. Ich werde die Sache vorort mit einem Statiker besprechen.

Erst wenn das Ofenprojet vom Statiker abgesegnet ist, werde ich mir weitere Gedanken über den Bodenaufbau unter den Ofen machen. Vielleicht hat der Micha dann schon eine gute Lösung erarbeitet.

Aber trotzdem vielen Dank für die Antworten, dadurch habe ich erst das eigentliche Problem erkannt.

Viele Grüße
Jacob



nächster Versuch



Sehr spannend, dass hier zwei "Allesmachenwoller", "Baumarktjünger" oder wie man es auch immer betiteln will vor nahezu exakt der selben Aufgabe stehen :-)

@ Jacob bei unserer Planung(ja Herr Kurz...Planung....kein einfachmalwasbasteln....) meinte der Ofenbauer, dass nicht alle bis sehr wenige Kaminöfen überhaupt für den Betrieb mit einem Nachheizkasten zugelassen sind. Habt Ihr das auch bedacht?

Nun der nächste Versuch,,,

Laut Statikerin ist das Gewölbe ausrechend tragfähing (Huch...nochmal was mit Planung und vorher drüber nachdenken....)

Mich würden die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Ansätze

-> gegossenes Fundament
-> terassenähnlicher Aufbau

interessieren. Ich will mir ja ein Bild machen um Entscheidungen treffen zu können.

Viele Grüße

derMicha



Geeigneter Ofen



Hallo Micha,

ja ich weiß, der Ofen darf nicht gedrosselt sein, wie fast alle derzeitig im Handel befindlichen Kaminöfen.
Oder kann es noch andere Probleme geben?

Gruß Jacob



Der Einwand mit dem...



... nachgeschalteten Heizzug/Heizkasten ist absolut berechtigt, da dieser das Zugverhalten des Abgassystems mitbestimmt... also eng mit Ofenbauer und Schornsteinfeger abstimmen. Hier geht es auch um Sicherheit und Gesundheit.

Das hat mit auf das Ofensystem abgestimmter Dimensionierung und Führung der Abgaswege genauso zu tun, wie richtige Feuerung.

Durch den zusätzlichen Wärmetauscher kühlt das heiße Abgas stärker aus, als bei der Prüfung des Ofens alleine ermittelt. Folge kann mangelnder Zug mit -Rrücktransport der Rauchgase in den Ofen/die Wohnräume und /oder auch Versottungsgefahr des Schornsteins sein.

Ich würde ein Rauchrohr aus Edelstahl oder Keramik und, wenn möglich, raumluftunabhängige Betriebsweise anregen und empfehlen.

MfG,
sh



Rezeptbuch



@Micha

Sie werden es nicht glauben, aber auch das ist nicht so einfach…
Wenn der Aufbau sehr dünn ist über dem Gewölbe muss man evtl noch mit Stahlmatten arbeiten … oder wenn man mehr Platz hat mit anderen Mitteln arbeiten …

oben ist schon erwähnt:
Beton oder Estrich bringt Wasser ins Gebäude … bei Schüttung keins

… und ob die Statikerin DAS so gesagt hat … ist auch fraglich …
Punktlast oder verteilt durch Estrichplatte …
Ist das Gewölbe oder die gesamte Konstruktion tragfähig … mit welchem Aufbau …

Der Mitkollege Georg Böttcher hat das trefflich letztens formuliert:
zu erst erklärt man dem Bauherrn was man ihm im Folgenden erklären will
dann erklärt man ihm alles ausführlichst mit jeglichen Möglichkeiten
zum Schluss fasst man noch mal alles zusammen und erklärt was man gerade erklärt hat

Der Bauherr hat natürlich alles verstanden.
Wenn man dann am nächsten Tag kommt und das geplant und ausgeführte zu besichtigen … erschrickt man über die Tatsachen, die "verstanden" und ausgeführt worden sind!

Das soll nicht abwertend sein, sondern nur die Problematik des Informationsaustausches darstellen …

Bei derartigen Problemen kann es vorkommen, dass ein Statiker sagt: passt schon - und ein anderer unter dem Ofen durch das Gewölbe bis zum Kellerboden ein Einzelfundament haben will …

mal sehen was daraus wird …

Es gibt derlei viele Möglichkeiten …

Leider oder Gott sei Dank

Florian Kurz



Verständigung



@ Herr Kurz

auch in meiner Brötchenverdienwelt ist die Kommunikation mit dem Kunden/Auftraggeber/Benutzer von viele Verständnisschwierigkeiten begleitet.

Eine viel zitierte Illustration hierzu ist die hier verlinkte:
http://www.jacobsen.no/anders/blog/archives/images/project.html

In diesem Sinne, ab an die Arbeit :-)