welche Borsalzbehandlung nach Hausschwammentfernung

20.09.2008



Sehr geehrte comunity,

ich habe ein altes Bauernhaus ,150 Jahre alt, nicht unterkellert,Steinmauern, Hausschwammbefall (ca 1m2 Größe) unter dem Holzboden durch zuwenig Rollschotter, Polsterhölzer auf Schotter ohne Bitumenisolierung dazwischen. Kein Befall der Steinmauer. Nach Feststellung des echten Hausschwammes durch das zuständige Labor und heutigen Besuch des Baumeisters wird der gesamte Boden entfernt, Erde ausgehoben (Vorgangsweise der Hausschwammsanierung nach Önorm B 3802-3) und um das Gebäude ringsum eine Entlüftungsdrainage angelegt werden.
Da ich das Ganze möglichst giftfrei über die Runden bringen will, fragen wir uns, worin der Unterschied zwischen Baselit Be flüssig und reinem Borsalz besteht und ob man auch reines Borsalz (nach Erdeausheben, Putzabschlagen 1,5 Meter und Abflämmen) verwenden kann? Gibt es disbezüglich neue Erkenntnisse? Ist Sand-Kalk Putz für anschliessenden Neuverputz innen ok?

Ich danke herzlichst für Ihre Fachmeinung.

Barbara Gloggnitz



Experimente


Hausschwamm (typische Faltenbildung auf Fruchtkörper)

Hallo Barbara
Ich empfehle bei einem Hausschwammbefall nicht herumzuexperimentieren, dazu ist so ein Befall zu heikel. Wichtig erscheint eine wirklich durchdachte Bekämpfungsstrategie, ich bin mir aufgrund einiger Details deiner Schilderungen nicht sicher, ob hier wirklich konsequent genug vorgegangen wird. Übrigens ist, zumindest in Deutschland, "Baslit B flüssig" kein zugelassenes Schwammsperrmittel und von "Eigenmischungen" ist dringend abzuraten. Gegen einen reinen Sand Kalk Putz spricht aus Bekämpfungtechnischer Sicht nichts.

Gruß

L. Parisek



Hausschwammentfernung



Werte Babara,
Ihr Bericht hat noch einige offene Fragen für mich.
1. War es der Echte- Hausschwamm oder der Porenschwamm?
( Myzel läst sich leicht vom Holz entfernen dann Hausschwamm ). Bei Porenschwamm nur Holz entfernen.
2. Wenn kein Mauerwerk betroffen oder befallen ist, warum Putz abschlagen, abflammen usw. nach DIN 68800.
3. Der Erdboden wird abgetragen bis kein Myzel mehr zu finden ist. Danach abflammen, ohne das Haus abzubrennen.
Diese Bekämpfungsmaßnahmen sind nur von einer gemeldeten Holzschutzfirma auszuführen ( Befähigungsnachweis ).
Die Borlösung zB: Dr. Hartmann Kulbasal M ist ein vorbeugendes Mittel. Also Sie merken, es gibt viel zu bedenken. Die Wichtigste Form der Bekämpfung des EH.
- Nahrungsgrundlage nehmen ( Kein Holz, Kohlenstoffe usw.)
- keine Feuchtigkeit
Mit freundlichen Grüßen Lehmann Peter



Önorm und DIN



Hallo,
ich schließe mich meinen Vorrednern an, dass hier nur Fachleute planen und ausführen sowie ausschließlich zugelassenen Schwammsperrmittel verwendet werden sollten.
Labor ist gut, den Fachmann vor Ort ersetzt es aber nicht.

Ich kenne die Önorm 3802-3 leider nicht, aber unsere "einheimische" DIN 68800-4 weist u.a auf Folgendes hin: "Auf die Durchführung chemischer Maßnahmen kann verzichtet werden, wenn im Befallsbereich sämtliche Hölzer entfernt und durch nicht befallbare Baustoffe [... ] ersetzt, auch anderweitig kein Holz und/oder Holzwerkstoffe neu eingebaut werden und die [...] Austrocknung der sanierten Bauteile nachhaltig sichergestellt ist."
Bei Verzicht auf einen Holzboden wäre dies evtl. bei Ihnen durchführbar.

@Basilit B flüssig: in Deutschland keine Zulassung als Schwammsperrmittel - das Österreichische Holzschutzmittelverzeichnis nennt es allerdings als eins von sechs Mittel zur Schwammsanierung im Mauerwerk. Bedenklicherweise ist es dort sogar ausdrücklich als für Heimwerker geeignet gekennzeichnet?! Das verleitet manch einen vielleicht schon zur do-it-yourself-Sanierung...

Gruß
Boris-A. Blenn



Herzliches Dankeschön für Ihre Tips



Lieber L. Psarisek, lieber Peter Lehmann, lieber Boris a. Blenn,
danke herzlichst für Eure Antworten, die mir sehr weitergeholfen haben. Ohne Fachleute vor Ort ist eine Sanierung nicht zu schaffen und man hat gleich wieder den Schwamm. Meine alte Nachbarin hat mir erzählt, dass die Vorbesitzer alle 10 Jahre einen neun Boden (auf Sand) gelegt haben, weil sie den Schamm hatten. Ich sage drauf zu Ihr: Und das erzählen Sie mir erst jetzt? Und Sie: Sie haben mich ja nicht gefragt. Der ganze Ort hat das wahrscheinlich gewußt und nur gewartet, bis es mich erwischt. Es ist also auch die Mauer bzw die Erdritzen in der Mauer unter dem Boden befallen, gottseidank reine Steinmauer, kann auch nicht brennen.
Inzwischen habe ich herausgefunden,-wie auch Herr Benn- dass BaselitB flüssig vom Holzforschungsinstitut als Hausschwammmittel akzeptiert ist. Und es ist besser als reines Borsalz, was wirklich ein Experiment gewesen wäre und angesichts der Lage nicht mehr in Betracht zu ziehen ist. Für die Warnungen bin ich sehr dankbar. Und es ist nicht so leicht zu bekommen, man wird eingehend interviewt, bevor man es bestellen kann. Und der Baumeister, der die Außensanierung übernimmt, überwacht jeden Handgriff von uns. Es ist wirklich in Hammer, aber ich glaube in drei Wochen haben wir es überstanden. Nochmals Danke für Ihre Antworten.

Liebe Grüße Barbara



Ja...



so it das wohl früher gemacht worden: alle 10 Jahre die Holzböden neu verlegt, die alten Bretter zusammen geschnitten oder wo anders eingebaut.
Nicht immer war früher alles besser und nicht immer waren die Altvorderen gescheiter. Das Bewusstsein um den Hausschwamm ist nicht so ausgeprägt, die meisten Handwerker bezeichnen ihn hier als "Schimmel".

So weit ich über den Hausschwamm gelernt habe, sind chemische Mittel zwar hilfreich zur Vorbeugung, aber wirklich sicher ist nur die Änderung der Parameter: trocken, trocken, trocken. Oder kein Holz mehr verbauen.
Myzel, dass durch Steinmauern gewachsen ist, wird man im Innern der Mauern kaum mit vertretbarem Aufwand abtöten können. Da hilft nur: Holz weg, trocken halten und warten bis er mangels Nahrung stribt.