Wie bereits geölte / gewachste Weichholzdielen auffrischen / sanieren?

28.04.2013



Hallo guten Abend,

nachdem ich nun viele Forumsbeiträge durchgelesen habe, möchte ich doch direkt fragen.

Ich habe im ganzen Haus Weichholzdielenboden (Fichte). Die
„alten Böden“ hatte ich vor fast zehn Jahren hatte ich sie im ganzen Haus abgeschliffen und mit Auro Imprägniergrund und Auro Hartwachs mit diesen großen Poliermaschinen (grüne/weiße Pads) eingelassen (je 1 x). Ein/zweimal habe ich nochmals auf Anraten meines Händlers mit einer Auro Reinigungsimprägnierung „Bundeskanzlermischung“ nachbehandelt (mit Lappen einpoliert). Insgesamt war ich mit der Haltbarkeit relativ zufrieden.
Vor vier Jahren habe ich dann in einem Zimmer neue Bretter einbauen müssen („Neuer Boden“). Da der Händler kein Auro mehr führte, empfahl er mir eine einmalige Behandlung mit Natura Holzbodenöl – ohne Imprägnierung, aber ebenfalls mit der Poliermaschine. Die neuen Dielen hatte ich nur mit einem Schleifgitter angeschliffen und sie sahen bereits nach einem Jahr schlimmer aus, als die anderen Böden (siehe Bild, Wohnzimmer, also kein Durchgangsbereich).

Inzwischen ist es mit zwei kleinen Kindern nicht besser geworden… somit will ich das Ganze mal wieder auf Vordermann bringen. Es muss nicht 1A werden (da Kinder), aber ich wüsste trotzdem gerne:

1.) Welche Vorbehandlung „Schleifen“ wird bei bereits geölten/gewachsten Böden empfohlen? Reicht hier ein Schleifgitter, wenn ja, mit welchen Körnungen bereite ich die Nachölung/-wachsung vor?
Als problematisch (siehe Bild) sehe ich die Stellen, die richtig eingekerbt sind. Mit Nachölen verschwinden sie nicht. Die Stellen sind ganz selten im Durchgangsbereich des alten abgeschliffenen Boden und fast flächig bei den neuen Dielen zu finden und schauen furchtbar aus.

2.) Nachdem ich mit der einmaligen Ölung so schlechte Erfahrung gemacht habe. Welchen Aufbau sollte ich jetzt nach 1.) machen. Nur nachölen/nachwachsen? Oder könnte/sollte man nach dem Vorbereiten (Schleifen) sogar nochmals mit einem Imprägniergrund anfangen? Gleiches Vorgehen für „alten“/“neuen“ Boden?

Aus heutiger Sicht war die Imprägniergrund/Hartwachs die haltbarere, aber ich weiß nicht, ob sich zwischenzeitlich etwas getan hat, so dass es heute bessere Methoden gibt.

Vielen Dank und gute Nacht!
Oliver



Moin Oliver,



wenn du das "furchtbar" raus haben willst, bleibt dir nur mindestens 3x mit dem Walzenschleifer drüber und neu aufbauen.

Mein persönlicher Favorit ist 2x Auro Hartöl 126. Die 14 Tage Orangenölduft sind zwar nicht jedermanns Sache - ich musste aber bisher keinen Boden ein zweites Mal machen.

Alternativ Pur Solid Hartöl 123 - der Erstanstrich "säuft" allerdings nach meiner Erfahrung deutlich mehr weg als angegeben, also nicht zu knapp bestellen.

Wachsfreie Produkte anderer Hersteller tun sicher genauso ihren Dienst, kenne ich aber nicht, Baumarktware fehlt meisstens die Volldeklaration.

Gruss, Boris



Oder



mit einerf Ölwäsche.

https://www.youtube.com/watch?v=Kuu5RbX0KTE

Könnte z. B. so aussehen.

Grüße



Weichholzdielenboden nachpflegen



Die Macken wirst Du bei einem Weichholz immer haben und ich würde die als "Geschichtsschreibung" auf dem Boden akzeptieren, sonst machst Du Dich auf Dauer verrückt.

Den Boden würde ich mit dem Intensivreiniger ordentlich reinigen (z.B. grünes Pad auf Einscheibenmaschine). Nach der Trocknung evtl. mit Schleifgitter oder Schleifmatte den Boden glätten und dann mit Parkettöl - Fußbodenöl von Natural die Holzfaser sättigen. Die Betonung liegt auf "sättigen" - also nicht einmal, nicht zweimal - sondern nass in nass so lange, bis das Holz kein Öl mehr zieht. Erst dann wird der Überstand abgenommen. Nach 24 Stunden kannst Du dann noch ein Pflegewachsöl als Finish aufpolieren.

Von der genannten Ölwäsche, die man mit dem Pflegewachsöl von Natural vornehmen kann, würde ich hier absehen. Es braucht eine gründlichere Behandlung.

Alternativ könntest Du auch die Heißtechnik verwenden. In Oberbayern kann da der Anwendungstechniker von Natural, Herr Koppermüller, weiterhelfen - auch vor Ort. Er wohnt in Hebertsfelden. Das lässt sich vermitteln.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Ölwäsche



Hallo heir hilft eine Ölwäsche ..
http://www.fassadenreinigung-und-instandsetzungsservice.de/holzbodenreinigung/

LG.Peter Schneider



Eine Ölwäsche?



Was darüber zu lesen ist, überzeugt mich nicht, und es ist eine beachtliche Materialverschwendung, vermute ich. Das verwendete greenline-Pflegeöl enthält, soweit ersichtlich, keine Lösemittel, nur zur Verdünnung des Produktes Isoparaffine. Ausgehärtete Öle können sowieso nicht gelöst werden.

Da ist das von Frank vorgeschlagene Verfahren weitaus wirksamer und gut selbst zu realisieren. Auch ich rate zum Heißöl. Schön langsam und bei mindestens 70 Grad einarbeiten, dann werden die nach der Intensivreinigung noch verbleibenden Wachsreste in die neue Öloberfläche eingearbeitet.

Gewachste Boden sind weniger wasserfest und pflegeintensiver. Vor allem muß aber immer vorher eine vollständige Ölbehandlung durchgeführt werden, das sind mindestens 2, mitunter auch 3 Aufträge eines wachsfreien Öles.

Grüße

Thomas



Danke, danke



Guten Morgen,

danke für die viele Tipps. Ja mit der grundsätzlichen Optik habe ich mich abgefunden. Erschreckt hatte mich eben nur dass die "alten" Dielen so lange noch gut aussahen und die "neuen" bereits so schnell. Somit möchte ich nach dem ganzen Aufwand nicht gleich wieder nach einem Jahr das gleiche Bild haben.

Von der Ölwäsche würde ich jetzt auch erst einmal absehen, aber aus einem anderen Grund - mein Dielenboden hat so breite Schlitze, dass ich vermutlich 80% des Öls dann als Fugenfüller einbringen würde.

Das war wahrscheinlich auch eine Hauptursache bei mir. Mit den breiten Schlitzen habe ich zwar ordentlich drauf- und noch ein/zweimal nachgegeben, aber "nass in nass" wie es im Ölwäschevideo zu sehen ist, nicht wirlich. Eher brettgenau mit großem Pinsel.

Somit erscheinen mir momentan die Vorschläge von Boris, Frank und Thomas am ehesten als "Selbermacher" machbar. Ich habe schon richtig gelesen, dass man die Heissölvariante auch selbst machen kann?

Schönen Tag!
Oliver



Heißöl oder Parkettöl - Fußbodenöl in der Kalttechnik



Wenn Du das Heißöl noch nie verarbeitet hast, dann würde ich bei Deinem Boden das normale, kalt zu verarbeitende Parkettöl - Fußbodenöl verwenden. Du wirst vermutlich mehr Heißöl verbrauchen als es nötig ist und es kostet ja doch ein Stück mehr als das normale.

Wenn Du es dennoch machen willst, dann lass Dich vom Anwendungstechniker beraten.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de