Ölwäsche (mit Sonnenblumenöl), bzw., andere Möglichkeit, altes Pflegewachs und -öl aus dem Parkett ohne Schleifen zu entfernen ...?

24.06.2015 ha_se_ka



Hallo zusammen,

ich habe mich soeben angemeldet, nachdem ich bei meinen Recherchen auf das Thema "Ölwäsche" hier in diesem Forum gestoßen bin.
Ich würde mich freuen, wenn ich die eine oder andere Anregung erhalten könnte.
Zuerst möchte ich versuchen, die Vorgeschichte "kurz" zu schildern.

Letztes Jahr haben wir in unserer Wohnung ein stark strukturiertes, gebürstetes und sehr dunkel geräuchertes geöltes Eichenparkett von Kährs verlegt.
So weit so gut.

Mit der Erstpflege fingen die Probleme an.
Aufgrund einer (wie ich finde) Falschberatung, wurde uns für die Erstpflege nicht das herstellereigene Kährs Satin-Öl empfohlen, sondern das, ich hoffe, ich darf den Namen nennen, "Haro Aqua-Oil", welches angeblich ganz einfach in der Anwendung sein soll.
Laut Anleitung: satt mit dem Wischer auftragen und abziehen.
Soll farblos abtrocknen, tut es aber nicht, sondern es wird gelblich.

Nun, bei uns war das Resultat, dass sich das Mittel, welches nach dem Trocknen eher eine hartwachsartige Konsistenz erhält, in etlichen Vertiefungen der gebürsteten Strukturen festgesetzt und das an sich sehr dunkle Parkett mit einem Gelbschleier überzogen hatte.

Dieser "Schmodder" soll natürlich weg.
Abschleifen geht nicht, weil das den Boden ruinieren würde; wie gesagt: stark strukturiert und gebürstet.

Meine ersten Versuche, das Zeug beschädigungsfrei aus dem Parkett zu entfernen, habe ich mit einem Grundreiniger für Parkett ohne Erfolg durchgeführt.

In der Zwischenzeit hatte ich mir zudem das Kährs Satin-Öl besorgt, welches nicht nur für die Pflege, sondern auch für die Reinigung geeignet sein soll.
Stichwort "Ölwäsche" denke ich mal.

Sicherheitshalber bei Kährs angerufen, ob das Mittel für die Ölwäsche geeignet ist.
Nun, der Herr am Telefon hatte laut eigener Aussage noch nie etwas von Ölwäschen für Parkett gehört, entsprechend konnte er nicht sagen, ob das Satin-Öl als universelles Mittel für die Ölwäsche geeignet ist.

Bei meinen Versuchen hatte ich den Eindruck, dass es zumindest bei der Auflösung des Haro Aqua-Oils an seine Grenzen stößt.

Dann kam ich auf die Idee, einfach mal Sonnenblumenöl zu probieren. Natürlich an einer unauffälligen Stelle.
Großzügig auf ein sauberes Tuch gegeben und an einer mit Aqua-Oil "zugespachtelten" Stelle verrieben und etwas einwirken lassen.
Dann kräftig abgerieben; am Lappen zeigte sich der Erfolg mit gelber Verfärbung, am Parkett dadurch, dass der Gelbstich schwächer geworden war.
Da ich aber nicht unbedingt das Sonnenblumenöl dauerhaft als Pflegeöl einsetzen möchte, habe ich nach ein paar Tagen die Stelle erneut behandelt, diesmal aber mit dem Kährs Satin-Öl. Und anscheinend hatte das Sonnenblumenöl in der Zwischenzeit weitergearbeitet. Denn als ich nun das Sonnenblumenöl mit dem mit Kährs-Öl getränkten Lappen aufnahm, zeigte auch dieser Lappen deutliche gelbe Spuren.
Das Parkett hingegen wirkte noch ein Stück dunkler.

Es scheint, dass die Methode, zuerst das ausgehärtete Auqa-Oil
mit Sonnenblumenöl aufzuweichen und hinterher mit dem Kährs-Öl aufzunehmen, einigermaßen funktioniert.

Allerdings bin ich sehr im Zweifel, ob ich tatsächlich den Boden auf diese Weise behandeln soll.
Sonnenblumenöl ist ja nicht gerade bekannt dafür, als Parkettpflege eingesetzt zu werden.
Was meinen die Fachleute? Kann ich mit diesem Verfahren dem Parkett auf längere Frist schaden?

Gibt es außer einer Ölwäsche noch andere Möglichkeiten, Wachs- und Ölreste aus Parkett zu waschen?

Es gibt ja u.A. diverse Reiniger mit zugesetztem Orangenöl (welches ja eine besonders starke wachs- und öllösende Wirkung haben soll) wie z.B. das Polyboy Holzreinigerkonzentrat.
Bei diesen Mitteln bin ich aber sehr unsicher, ob die Orangenölzusätze konzentriert genug sind, um solch hartnäckige Wachsreste tatsächlich aufzulösen.

Über Tipps und Anregungen, wie wir des geschilderten Problems Her werden können, würde ich mich sehr freuen.

Herzlichen Dank schon mal im Voraus :)





Es gibt Öle, die unter Sauerstoffzufuhr aushärten. Die sind vom Prinzip her für die Oberflächenbehandlung geeignet, z.B. Leinöl, das für den Gelbstich verantwortlich sein kann.

Dann gibt es Öle, die unter Sauerstoffeinwirkung ranzig werden und irgendwann stinken, z.B. Sonnenblumenöl.

Das würde ich nicht auf einen Fußboden geben, insbesondere dann wenn er nicht vollständig versiegelt ist.

Das Orangenschalenöl wäre sicher einen Versuch wert, aber als reines Öl.
Es gibt auch Intensivreiniger für Holzböden, die müsste man in diesem Falle aber wohl auf den Knieen mit der Bürste auftragen.
Alles was man in der Küche findet ist eher ungeeignet.

Wenn das Holz nach der späteren Verwendung von dem herstellereigenen Öl dunkler geworden ist (und auch bleibt), dürfte das Holz nach der Grundpflege offenporig geblieben sein, dann war die Grundpflege keine Grundpflege.

Wenn ich ich richtig gegoogelt habe ist das Wundermittel für die "Erst- und Nachpflege von geölten Oberflächen" geeignet.

d.h. m.E. dass das Eichenparkett vorher hätte geölt werden müssen (wenn es nicht schon so geliefert worden ist) .

Klebt das Ganze denn noch?





Hallo und danke erst mal für die Antwort. :)

Kleben tut da nichts.

Das Parkett war schon von Werk aus geölt, von daher war zumindest in diesem Punkt die Anwendung des Aqua-Oils nicht falsch.

"Wenn das Holz nach der späteren Verwendung von dem herstellereigenen Öl dunkler geworden ist (und auch bleibt), dürfte das Holz nach der Grundpflege offenporig geblieben sein, dann war die Grundpflege keine Grundpflege."

Nicht das wir uns falsch verstehen. Als ich schrieb, dass das Parkett nach der Anwendung dunkler wurde meinte ich den Effekt, dass der aufhellende Effekt durch das Aqua-Oil weg war.
Wie ich ja erwähnte, hat sich das Aqua-Oil in den gebürsteten feinen Rillen reingesetzt und ist dort gelb ausgehärtet. Dadurch wird das Parkett aufgehellt.
Diese Rillen und Vertiefungen sind ja eigentlich schwarz.

Durch das herstellereigene Öl wurde der Boden also nicht angefeuert, es trat durch die Entfernung des gelben Aqua-Oils lediglich die ursprüngliche dunkle Farbe wieder hervor.


Intensiv- oder Grundreiniger habe ich ja auch schon probiert:
Von der Marke "ter Hürne" (ebenfalls Parketthersteller) und nennt sich Polish Entferner. Soll alte Polish- und Wachsreste entfernen.
Allerdings hat es bei uns absolut nichts gebracht.

Mir scheint, dass zufällig Sonnenblumenöl das Aqua-Oil aufzuweichen vermag.

Von daher wäre ich auch bei Orangenöl vorsichtig optimistisch, dass es damit ebenfalls funktioniet.
Wie sieht es aber nach der Behandlung mit Orangenöl aus?
Ein Restmenge des Orangenöls wird ja sicherlich im Holz verbleiben, zu 100% wird man es ja kaum entfernen können.

Wie wirkt es sich langfristig auf das Holz aus?





das Orangenöl ist flüchtig und riecht gerade deswegen stark, manche Menschen sind hierauf allergisch.
wenn man nicht den Fußboden darin badet und den Überstand wegnimmt, sollte sich aber kein Problem ergben.

nicht so ganz klar ist mir, was da eigentlich auf dem Fußboden ist.
Das Produkt sei auf Leinölbasis hergestellt.
Wenn das, was den gelben Schleier hervorruft, Leinöl wäre und nicht mehr klebt, wäre es ausgehärtet.
Ausgehärtetes Leinöl bekommt man nicht wieder herunter, schon gar nicht mit Sonnenblumenöl.
Wenn man doch etwas abbekommt, sind in dem Produkt vielleicht auch irgendwelche Wachsbestandteile, die man auf einem Boden aber eigentlich nicht haben möchte.

Nun findet man auf der Internetseite folgende Gebrauchsanweisung:

"Parkettpflege aqua oil vor Gebrauch gut aufschütteln und unverdünnt in einen geeigneten Eimer geben. Anschließend aqua oil mit dem Wischwiesel aufnehmen und gleichmäßig satt in überlappenden Bahnen auf dem Boden verteilen. Der Auftrag erfolgt stets längs in Dielenrichtung. Der Boden ist nach ca. 2 Stunden wieder begehbar (ca. 20 – 25 ml/m²)"

wenn man versucht das Datenblatt herunterzuladen (das ist nicht zu finden) findet man eine andere Gebrauchsanweisung für Parkettpflege aqua oil:

"Intensivreinigung/Grundreinigung mit clean & green active:
Aufgrund der Nutzung der Bodenfläche wird es, je nach Verschmutzungsgrad,
notwendig sein, die Bodenfläche von Zeit zu Zeit Grund zu
reinigen. Hierfu¨r empfehlen wir clean & green active.
Und so wird’s gemacht:
Auf 5 Liter kaltes Wasser einen ½ Dosierkopf clean & green active geben. Wischbezug in die Reinigungslösung tauchen und die Fläche nebelfeucht wischen. Die Bodenoberfläche nicht zu feucht reinigen, stehendes Wasser ist zu vermeiden. Bei Bedarf ist der Vorgang zu wiederholen."

Das hört sich ganz anders an!

irgendwie kommt mir das eigenartig vor.





hallo

diese "andere" Gebrauchsanleitung bezieht sich nicht auf das Aqua-Oil, sondern auf das Reinigungsmittel "clean&green active" desselben Herstellers.
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"Das Produkt sei auf Leinölbasis hergestellt.
Wenn das, was den gelben Schleier hervorruft, Leinöl wäre und nicht mehr klebt, wäre es ausgehärtet.
Ausgehärtetes Leinöl bekommt man nicht wieder herunter, schon gar nicht mit Sonnenblumenöl.
Wenn man doch etwas abbekommt, sind in dem Produkt vielleicht auch irgendwelche Wachsbestandteile, die man auf einem Boden aber eigentlich nicht haben möchte."
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Auf dem Flaschenaufdruck steht folgendes:
Trockenstoffe, nichtionische Tenside <5%, Wachse, pflanzliche Ölkomponenten und Wasser

Ich vermute, dass es diese Wachse sind, die sich in den Rillen "verewigt" haben.

Nur dass man eine ungefähre Vorstellung hat:
In der (Kunststoff-)Flasche hat die Flüssigkeit eine bräunlich-gelbe Farbe.
Bei der Anwendung von Ölen läuft ja nun oft ein kleines bißchen am Verschluß und an der Flsche herunter.
Diese Schlieren bilden nach dem Trocknen einen dünnen senfgelben bis bräunlichen Film, den ich mit dem Fingernagel abblättern kann. Ist ja auch klar, auf dem Kunststoff der Flasche hat das Wachs ja keinen richtigen Halt.

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"Parkettpflege aqua oil vor Gebrauch gut aufschütteln und unverdünnt in einen geeigneten Eimer geben. Anschließend aqua oil mit dem Wischwiesel aufnehmen und gleichmäßig satt in überlappenden Bahnen auf dem Boden verteilen."
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eben dieser satte Auftrag sorgt meines Erachtens dafür, dass das Zeug die feinen Rillen der gebürsteten Struktur quasi zuspachtelt.

Warum nun ausgerechnet das Sonnenblumenöl (vielleicht würde ja Olivenöl oder Rapsol genauso funktionieren) das Wachs anlöst, hingegen aber das auch zur Reinigung geeignete Kährs-Öl offensichtlich seine Probleme damit hat, kann ich nicht beurteilen. Bin kein Chemiker





alle diese Speiseöle sind hierfür vom Prinzip her ungeeignet, weil sie in den Fußboden eindringen können, aber niemals aushärten.
Das gibt einfach nur Fettflecken auf denen sich dann der Schmutz sammelt.

Noch'n Vorschlag:

Föhn / Heißluftpistole und eine Industriepackung Küchenkrepp.
Vielleicht kann man die Wachse bei vertretbaren Temperaturen aufweichen und dann abnehmen
danach in Faserrichtung bürsten.

Wenn von dem Zeugs noch was da ist auf einem Restbrett eine Probe anlegen und sehen was am besten geht.
Ist aber alles aufwendig und es besteht sicher auch ein gewisses Risiko das es hinterher nicht gleichmäßig ist.

Diese Abziehen mit der Gummilippe geht natürlich auf stukturierten Böden nicht, da wird man in jede Vertiefung den Überstand einmassieren.

good luck





danke nochmal :),

das mit dem Sonnenblumenöl war ja nur ein Versuch, ob das Wachs sich, mit welchem Öl auch immer, überhaupt auflösen lässt.

Ich denke, ich werden mal eine kleine Menge Orangenöl besorgen und mal testen, wie es damit funktioniert.
Alternativ ein ausdrücklich für die Ölwäsche geeignetes Öl.

Übrigens: das mit dem Fön habe ich tatsächlich schon probiert.
Leider nicht sehr erfolgversprechend.



Orangenschalenöl...



ist kein Speiseöl und völlig flüchtig.

Bisher habe ich exakt einen Erdenbewohner vom Hörensagen kennengelernt, der darauf allergisch ist.

Es ist ein hervorragendes Lösemittel. Speiseöle sind keine Lösemittel.

Ich rate zu dem Versuch, mit der Einscheibenmaschine und grünem Pad den Schmier aufzulösen, und mit Tüchern aufzunehmen. Diese luftig lagern oder nass machen (Selbstentzündungsgefahr).

Grüße

Thomas





Hallo,

nach etwas Abwesenheit möchte ich ein Update geben.

Vorgestern habe ich eine Dose Orangenöl besorgt und versucht, das Wachs aus den Rillen zu bekommen.
Funktioniert nicht so gut, wie erhofft.
Denn leider ist das Orangenöl zu flüchtig, bevor es das Wachs anlösen und aufweichen kann, ist es schon verdunstet.
Das Sonnenblumenöl hatte ja den Vorteil, dass man es einige Minuten einwirken lassen konnte.
Von allen bisherigen Versuchen, das Wachs abzulösen war die Version mit dem Sonnenblumenöl die effektivste.
Da ich den Boden nicht mit Sonnenblumenöl tränken wollte, hatte ich eigentlich schon den Gedanken, das Wachs zu beseitigen, verworfen.
Als Alternative dazu kam mir in den Sinn, den Boden mit einem farbigen dunklen Parkettöl zu behandeln, in der Hoffnung, dass dies das Wachs einfärbt oder zumindest übertönt.
Auf der Suche nach farbigem Parkettöl bin ich auf die Firma Hesse-Lignal gestoßen.
Interessanterweise besteht deren Öl auf einer Basis von Lein-, Sonnenblumen und Jojobaöl.
Also scheint Sonnenblumenöl evtl. nicht ganz so problematisch zu sein.

Habe als Olivenöl-Fan leider gerade kein Sonnenblumenöl mehr vorrätig, weshalb ich meinen nächsten Versuchsballon nicht gleich starten kann.
Sobald ich welches besorgt habe, werde ich zuerst mit Sonnenblumenöl das Wachs einweichen und dann mal schauen, was passiert, wenn ich versuche, diese "Pampe" mit Orangenöl entferne.