Fugen von altem Dielenboden füllen?




Hallo zusammen,
als handwerklich vorgebildeter Mensch bin ich von Freunden gefragt, bei der Renovierung eines alten Fichte-Dielenbodens zu helfen, Schleifen & ölen. Die Frau will gegen Dreckansammlung die 3-5mm breiten Fugen zu haben. Was halten die Experten im Forum von folgender Strategie:
Boden grob schleifen, Fugen auskratzen, evtl. zum Binden von Staub zwecks Haftungserhöhung Lack reinstreichen, Fugen mit dunkelbraunem od. schwarzem flexiblem PU-Kitt (z.B. Beko Takcon) ausfüllen (für schönere Optik evtl. in Form einer Hohlkehle abziehen), dann Feinschliff und ölen.
Geht das? Ist das ein Sakrileg am alten Boden? Gibt es noch andere/bessere Materialien als PU oder Beko Takcon?
In Hoffnung auf hilfreiche Antworten und mit lieben Grüßen, Christoph



Wie alt ist der Boden ?



Man kann Ihn ausspänen. Aber wenn er richtig alt und gut ist, und eine patiniert- strukturierte Oberfläche hat, dann Marseiller Seife, ne Bürste in die Hand und auf die Knie schruppen. Danach (Wenn Boden trocken)ölen. Ohne Schleifen und ausspänen.

Gruß Ronny





Hallo Ronny,
danke für die schnelle Antwort! Deine Methode hört sich gut an, ich sehe schon den hubbeligen braunen Boden mit den handgesägten breiten Dielen vor mir.
Leider ist der Boden,um den es bei mir geht, nichts wirklich Besonderes. Das Haus ist aus den 1920´iger Jahren, teilweise gibt`s noch originale Böden mit ca.14 cm breiten Dielen, gespachtelt und mit PVC belegt, Fugenbreite 2-5mm. Andere Böden sind nach 1945 erneuert mit 10 cm Dielen, dort sind die Fugen schmaler, ca 1-3mm, auch gespachtelt und mit PVC. Sollte etwas Patina vorhanden sein, wird die wohl von der Spachtelmasse versaut sein. Auskratzen müsste ich die Fugen auf jeden Fall, um die unregelmäßig drin sitzende Fugenmasse zu entfernen.
Beim Gedanken an Ausspanen graut es mir vor der Arbeit, da die Fugenbreite variiert und jeder Span einzeln angepasst werden müsste.Im Vergleich dazu wäre die Dichtmasse eine verlockend fixe Sache. Allerdings habe ich noch Bedenken darüber, wie das Öl sich auf dem PU-Zeugs verhält, vielleicht wird es glänzend und klebrig?
Aber das könnte ja auch von der Ölsorte abhängen. Ich hätte gerne welches, dass nicht Schichtbildend ist.
LG, Christoph



Prüfe bitte...



...VOR dem Schleifen die Stärke der Dielen. Die schmalen Teile lassen vermuten, daß auch bei der Dicke gespart worden sein könnte. Wenn dann der Boden noch recht wellig liegt, kann er unter ungünstigen Voraussetzungen so weil heruntergeschliffen werden, daß er seine statischen Aufgaben nicht mehr erfüllen kann.

Ich habe vor einigen Tagen erst auf einer stark welligen 30er-Jahre-Dielung von 20mm Ausgangsstärke gestanden, bei 70cm Balkenabstand, und die Arbeit wegen offensichtlicher Sinnlosigkeit abgelehnt.

Der angedachte Kitt von Beko wird recht hart, eine elastische Variante ist die "Pafudima" von Berger-Seidle. Die ist denn auch ölkompatibel. In jedem falle sollte der Dreck erst sauber herausgekratzt werden.

Öle sind, wenn Überstände aufgenommen werden, nicht schichtbildend.

Grüße

Thomas



Wenn das alles zu dünn wird und die Dielen eh nichts Aufregendes ist..



dann würde ich vor der vielen Arbeit abwägen, ob nicht neue Dielen sinnvoller sind. Das spart den Einsatz von Chemie und gibt wieder Halt für eine lange Zeit.

Ölen dann gerne mit dem Parkettöl-Fußbodenöl - garantiert nicht schichtbildend ;-)

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Treppe auch ölen?



Vielen Dank für eure Tipps,
ich werde das Ganze nochmal prüfen und dann, denke ich, zu einer gutn Lösung kommen.
Aber, nach den schnellen guten Antworten, noch eine Frage:
Was haltet ihr davon, eine Buche-Treppe in einem Mietshaus abzuschleifen und zu ölen? Wie oft muss nachgeölt werden, damit es in den haupt Belastungszonen nicht vergraut? Etwas Patina darf ruhig sein, aber eben nicht grau.

Grüße, Christoph



Buchentreppe ölen



Zuerst würde ich in einem Mietshaus alles mit dem Vermieter abklären. Oder bist sprichst Du von Deinem Mietshaus und Du bist der Vermieter?

Eine Holzoberfläche vergraut wenn kein Schutz mehr vor Feuchtigkeit und Schmutz vorhanden ist. Wenn das Holz mit Öl gesättigt wurde und regelmäßig nachgeölt wird, dann geht das sogar mit einem Buchenholz als Treppe im Mieterhaus.

Allerdings sind die Vorgaben schon schwierig. Bei Buche braucht es Geduld bis die Faser gesättigt ist. Die Belastung mit Straßenschuhen erfordert eine regelmäßige Reinigung und Nachpflege. Dennoch kenne ich z.B. eine geölte Treppe, die jährlich von über 800.000 Besuchern traktiert wird und die geölt ist, da Lack unter der Belastung erst recht nicht standhalten würde.

Als Oberfläche würde ich neben dem Parkettöl-Fußbodenöl noch das Finishöl als Schutz hauchdünn aufziehen und in der Nachpflege verwenden. Wie oft? - Das kommt auf die Reinigungsintervalle und die Reinigunsmittel an. Wenn das Holz zu trocken wirkt dann eben mit einem Lappen dünn das Öl aufpolieren.

Zur Reinigung nie Mikrofaser und keine zu aggressiven Seifen verwenden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





OK, das macht mir Mut zum Öl.
Ich bin übrigens weder Mieter noch Eigentümer, sondern vom Vermieter gefragt worden, bei der Renovierung zu helfen.
LG, Christoph



Ist der vorhd. Boden bereits geölt oder lackiert?



Bei geöltem Boden würde ein aufpolieren mit Intensivölreiniger genügen. Die Fugen sollten, wenn geschlossen, dann mit einem elastischen Material gefüllt werden. (z. B. Spritzkork).
Aber ein neuer Boden ist wirklich zu überlegen
v.G. Gunther