Kopfsteinpflaster zu Ökopflaster ?

08.08.2008



Hallo
die Gemeinde will Kopfsteinpflaster nicht als unbefestigte Fläche im Sinn von Ökopflaster anerkennen .
Es wurde im Sandbett 20 cm verlegt und mit grobem Granit
verfugt . Ich denke das hier doch das Regenwasser besser verrieselt als bei eine Teerdecke oder genauso gut wie beim ÖKOpflaster?



Ich denke das auch,



aber im Zweifel interessiert das die Gemeinde nicht. Wie sieht denn eie Ökoplaster aus?





Hallo Herr Jansen,

das gibt es leider öfter. Der Grund hierfür wird wohl zum einen ein Anschluss der Fläche an das Kanalsystem sein und zum anderen, dass nicht sichergestellt werden kann, dass die Fugen zwischen den Steinen dauerhaft vor einer Vermischung mit der Tragschicht geschützt sein müssen und auch die Drainwirkung und Filterstabilität der Fugen dauerhaft erhalten werden muss.

Für die Planung und Ausführung einer Ökopflasterfläche ist zu beachten:

Geringe Verkehrsbelastung
Flurabstand = 2,0 m
Kein Einsatz von Streusalzen erlaubt
Eine versickerungsfähige Pflasterdecke dient nicht als Entwässerungssystem. Sie reduziert lediglich den Oberflächenabfluss

Bettung der Steine:
Als Material wird Splitt oder ein Brechsand-Splitt-Gemisch empfohlen, die Wasserdurchlässigkeit ist nachzuweisen.

Tragschicht des Aufbaus
Bei der tragenden Schicht ist ebenso auf die Wasserdurchlässigkeit zu achten



Näheres regelt das Merkblatt für wasserdurchlässige Befestigungen von Verkehrsflächen



Wenn Sie einen Nachweis führen können/wollen, bekommen Sie die Kopfsteinpflasterfläche evt anerkannt. Ich nehme an es geht hier um Gebühren?

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Ökopflaster



In Ergänzung zum vorigen Beitrag:
Der "Flurabstand" ist eine Größe, die von der Versickerungs- und Reinigungsleistung des Bodens abhängt, der zwischen Grundwasserhorizont und Straße liegt. Selbst "Ökopflaster" kann im ungünstigen Fall nicht viel nutzen, wenn die Reinigung des Sickerwassers oder die Versickerungsleistung ungenügend ist.
Beispiel: Kies als Untergrund hat eine gute Versickerung, aber eine geringe Reinigungsleistung. Da Regen, der auf eine befestigte Fläche trifft, als "Abwasser" angesehen wird, kann dieses Wasser nur nach vorheriger Klärung in die Vorflut, hier das Grundwasser, abgegeben werden.
Feinkörnige Böden haben eine gute Reinigungsleistung, in ihnen versickert aber nur wenig Wasser pro Zeiteinheit.

Es könnte alles so einfach sein-
isses ahber nich!

In dem Sinne
ein schönes Wochenende ohne außergewöhnliche Regenspenden



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Es geht um das einleiten von Niederschlagswasser ins öffentliche Abwassersystem .
Nun mein Haus besitzt keine Regenrinne . Ein Nebengebäude
hat eine 4 mtr Rinne für Blumenwasser (Regentonne).
Das Grundstück nimmt das Regenwasser auf .
Zum Beispiel auch durch das Kopfsteinpflaster mit breiten Fugen . Wenn es regnet ist das zu sehen .
Wie weise ich die Wasserdurchlässigkeit nach?
-> Eimer Wasser ?
Da es sich um ein Denkmal handelt ist ja kein anderer Belag
zur Auswahl außer Kies .

Was muss ich mitbringen für den Nachweis?



Infiltration



Hallo Herr Jansen,

das wird mit einem Infiltrator gemessen, ich glaube den Nachweis können Sie nicht selbst führen. Das einfachste ist zur veranschlagenden Gemeinde zu gehen, zu behaupten, dass Sie gem. Anforderungen an ein Ökopflaster einbauen ließen und nun wissen möchten wie man entweder den Nachweis führt bzw. wo es niedergeschrieben steht, das Kopfsteinpflaster per se nicht als Ökopflaster gilt. Vielleicht bringen Sie ja den Sachbearbeiter in Erklärungsnotstand.
Auch muss dieser Ihnen ggf. erklären, wie der Nachweis zu führen ist, der von der Gemeinde anerkannt wird.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer