Die Odyssee des Holzwurms,




Hallo Fachwerker,

eigentlich soll es in meinem Post ja gar nicht um Holzwürmer gehen, sondern um das was diese allgemein pflegen zu speisen.

Um auf meiner Baustelle Platz für den weiteren Innenausbau zu schaffen, soll in unserem Garten schon mal ein kleiner Lagerschuppen (10cm²) mit Sichtfachwerk entstehen. Bin kein Zimmermann und habe auch sonst noch keine weitreichenden Erfahrungen mit Fachwerkkonstruktionen vorzuweisen ... allemal im Holzrahmenbau ... aber habe wenigstens versucht mir hierzu das Eine oder Andere anzulesen.

Bodenplatte ist inzwischen gegossen und das Sockelmauerwerk ist auch schon bis auf eine Höhe von 38cm hoch gezogen. Nun sollte eigentlich der Abbund beginnen, nur fürs sägen und hämmern fehlt mir grad noch etwas entscheidendes.
Es scheint schier zum Verzweifeln, was man hier in der Gegend (Berliner Umland) so an Holz angeboten bekommt. Und dabei hab ich nicht mal Eiche haben wollen und war damit auch nicht mal im Baumarkt gewesen. ...

KVH (NSi) in Fichte auch beim Holzhandel kein Problem! Mit etwas Glück bekommt man auch noch Douglasie mit <10% Splintanteil. Ansonsten Frischeinschnitt sägerauh. ... Meine Vorstellungen gingen aber eher in Richtung:

- (Kiefer,) Lärche o. Douglasie als Kernholz
- für min. Anfordrung GK2 / Sicht-FW
- Einschnitt als Halb oder Kreuzholz
- markfrei
- Maße HxB = 100 x 100 sowie 120x120
- Güteklasse 1 (entspr. DIN 68365)
- gehobelt
- Holzfeuchte max. 18 %

Ist das so abwägig? Wie komme ich an vernünftiges Holz?
Sollte ich vielleicht riskieren das Holz über eine Zimmerei zu beziehen?

Vielleicht habt Ihr ja einen Tipp für mich!
Ansonsten bin ich fast soweit hier ein teureres KVH anstelle einer schlechten Lärche mit hohem Splintanteil zu nehmen.

Gruß,
Friedrich



eine



Anfrage an alle Holzhandel und Sägewerke mit der entsprechend beigefügten Holzliste kann eigentlich nur dein Problem klären. Es hat nicht jeder die Möglichkeit, alle Abmessungen in zig Holzaten zu lagern, dazu reichen die Überzeihungskredite nicht aus. Eigentlich ist es leichsinnig, so blauäugig zu bauen. Vor Baubeginn sollte man das notwendigste Material schon da haben. Selbst auf Fenster wartet man z.Z. 3 Monate oder länger.



Odyssee ...



Hallo Olaf,

soll ich wirklich schreiben wann ich mit der Suche angefangen habe? ... Alle im Netz auffindbaren Holzhändler und Sägewerke im östlichen Umland habe ich mittlerweile mit meiner Anfrageliste strapziert. Meiner Vermutung nach ist es eher die kleine Menge die nicht juckt! ...

Würde mich den hier jemand auf KVH oder BSH aus Kiefer als Not-Alternative verweisen? ... Habe eigentlich nicht vor das Ganze in Untiefen an Holzschutz tauchen zu müssen nur um der Gefärdungklasse gerecht zu werden. Weiß aber nicht, ob mir der geplante Dachüberstand hierfür nicht vielleicht doch hilfreich genug entgegen kommt.

Macht der Umweg über einen Zimmermann Sinn?
Gruß,
Friedrich



ich



glaub nicht, dass es dann bei Zimmerleuten anders aussieht.
Bei uns im Nachbardorf gibt es zwar ein mobiles Sägewerk mit Trockenkammer, aber ob der die notwendigen Stämme auf Lager hat - ich bezweifle das.
Das dürfte wohl ein Problem sein. KSV ist ja auch nur angestückelt.
Also Frischeinschnitt und Trockenkammer.



Über welche



Menge reden wir überhaupt, vielleicht 0,9 m3.
Bei KVH-Preisen von ca. 420€/m3 bestimmt keine Unsumme.
Lärchenholz schlägt mit ca. 450€/m3 zu Buche bei kerngetrennten Einschnitt bis zu 600€/m3.
Hinzu kommen noch Trocknungskosten von ca. 70€/m3.
Mit KVH sind Sie am Besten bedient, zumal es auf 12% heruntergetrocknet ist.

Viele Grüße





Hallo Gerhard,

du hast ein gutes Auge! ... Von einem größeren Holzhändler hier habe ich inzwischen ein Angebot für Lärche mit <10% Splintanteil. Daß käme dann preislich so etwa in Deine Richtung! Mmh ... weiß aber noch nicht so richtig.

Du schreibst, daß ich mit KVH am Besten bedient wäre! Feuchtetechnich bin ich auf Deiner Seite. Aber Fichte!? ... Unbehandelt könnte ich das wohl kaum so als Sichtfachwerk stehen lassen. Oder?

Gruß,
Friedrich



Es kommt



doch immer auf den konstrukiven Holzschutz an.
Nach Deiner Zeichnung sind die Dachüberstände mehr als ausreichend, es kann also problemlos Fichte verbaut werden.

Viele Grüße



Moin Friedrich,



Plan B wäre noch die ansässigen Abrissunternehmer durchzutelefonieren, ob die einen Fachwerkabriss vor sich haben. Wenn's geht vorher anschauen unbedingt aber den Container vorm Abkippen inspizieren!

Gruss, Boris



...



... aus Gründen des konstruktiven Holzschutzes habe ich den Dachüberstand auch entsprechend gewählt.

Wie sieht es mit dem Erfahrungsschatz - Fichte für Sichtfachwerk aus? ... Gehen da Andere mit der Aussage von Gerhard mit?

Gruß,
Friedrich



Konstruktiver Holzschutz



Die Dachüberstände sind hierfür aber nicht aussreichend. Ich habe mal den üblichen 60-Grad-Winkel angezeichnet. Alles unterhalb der Horizontalen ist der direkten Bewitterung ausgesetzt.

Gruß
Boris Blenn



Zwischenstand



Hallo Boris,

Wieder was dazugelernt. Danke Dir für die Skizze! ...
Mit "Dachüberstand entsprechend gewählt!" meinte ich, ich hab ihn groß, aber nach Daumen dimensioniert!


Ich hab mal gezählt! ... Inzwischen habe ich etwa 40 Mails an Holzhändler und Sägewerke in Berlin und Umland verschickt und dabei 2 Angebote vorliegen. Nur KVH (NSi) und Lärche mit 10% Splint. Nach meinem Wissen alles nicht wirklich für GK2 geeigenet. ... Beste Antwort: ... "Bitte wenden Sie sich an Holzhändler aus Berlin und Umgebung!" ... Hallo!?

Bin jetzt grade dabei mir die Finger wund zu telephonieren (Sägewerke). ... Auch bei Abbruchunternehmern bisher kein Erfolg (geht alles in den Schredder. Hat nicht vielleicht doch noch jemand einen Tip wohin ich mich wenden könnte? ... Bin langsam am Aufgeben!

Gruß,
Friedrich



Lärchenholz



Hallo Friedrich,

wenn es denn schon Lärche sein soll, wie wärs mit Lärchen-Brettschichtholz. Es ist vielleicht leichter zu bekommen als Lärchen-KVH. Der Preis bewegt sich um 1500 Euro pro m3.

Konstruktiver Holzschutz besteht doch nicht allein aus großen Dachüberständen (was wären denn das für klobige Bauten) sondern auch in, wie der Name es sagt, konstruktiven Details wie der Höhe des Sockels, den Holzverbindungen usw.
In unserer Gegend stehen viele FW-Häuser in Fichtenholz, einige mehr als 150 Jahre alt mit weitaus geringeren Dachüberständen (fränkischer Baustil), bei denen das Holz noch in Ordnung ist.
Warum sollte es bei Dir anders sein?

Viele Grüße
Gerhard



...



Hallo Gerhard,

das mit deinen 150-jährigen Fichte Häusern klingt erstmal ein wenig beruhigend für mich. Mir fehlt hier einfach die überlieferte Erfahrung (bin kein Zimmermann).

Wegen mir muß es nicht Lärche sein! Nur ist das halt das was ich unter Anderem aus der Norm DIN EN 335-1 gemäß Internet (http://www.holzfragen.de/seiten/gefaehrdungsklassen.html) ableiten kann. ... Sicher hatten die Fichten vor 150 Jahren auch noch etwas mehr Zeit im Wald zu wachsen als heute. Von der Trocknung bis zur Verarbeitung ganz zu schweigen!

Was würdest Du denn an meiner statt (außer BSH Lärche) so einsetzen? Wirklich KVH Fichte?


Gruß,
Friedrich