Ochsenblut

16.02.2008


Hallo,

ich bin gerade etwas mutlos. Habe mich seit letzter Woche meinem 100 Jahre altem Dielenboden gewidmet und angefangen ihn abzuschleifen. Die ersten Flächen waren einfach und sehen recht gut aus, mal abgesehen von ein paar Wurmgängen, aber damit kann ich leben.
Dann kamen die Fußböden mit Ochsenblut und Belagskleberresten...mit nem 24 er Korn habe ich die Fläche jetzt gut und farbfrei hinbekommen. An den Rändern steigt jetzt allerdings meine Maschine ständig aus, weil sich das 24 er Schleifpapier nach ein paar Minuten mit der Farbe zugesetzt hat und dann die restlichen Flächen verschmiert. Wer hat für mich da einen guten Tip??? Ich bekomme für diese Maschine kein 16 er Schleifpapier!!! Funktioniert es mit abbeizen??? Bin da auf eure Hilfe angewiesen, weiß nämlich nicht mehr weiter und bin ziemlich gefrustet. Uns sitzt der Umzugstermin nämlich im Nacken...
Also, ich hoffe auf eure schnelle Hilfe und danke schon mal für selbige.

Bitte



Auch wenn es keinen Spaß macht,


Holzböden mir roher Gewalt entlacken

Spachtel greifen und mit Heißluftpistole den gröbsten Keim entfernen, dann greift auch das 24er Korn.

Großflächig habe ich es mit nebenstehendem Werkzeug hinbekommen.

Grüße

Thomas



Oha,



sowas sollten wir den Laien und Selbstbauern aber nicht zeigen, denn man sollte da schon einiges an Sicherheitsmassnahmen ergreifen, gerade in Innenräumen. Allzuschnell hat man im Fachwerkhaus ´nen kleinen Schwelbrand installiert und am nächsten Morgen passt das Häuschen bequem in die Aschentonne.
Feurige Grüsse
dasMaurer



Das ist eine Frage der Distanz



Ankokeln sollte man die Farbe natürlich nicht.

Grüße

Thomas



ochsenblut



Okay...

hatte gehofft, dass ich um die Heißluftvariante herumkomme. Wenn ich jetzt mit nem Bandschleifer und nem 16 er Schleifpapier probieren würde, wäre dass aus eurer Sicht aussichtslos oder einen Versuch wert?!?!?! Es betrifft drei Räume mit gesamt reichlich 50 m² Fläche und den dazugehörigen Randbereichen!!!
Noch ne andere Frage...wir haben jetzt einige Wurmgänge entdeckt und wollten vorsichtshalber einen "Wurmschutz" streichen. Gibt es da was biologisches für den Innenbereich???

Danke Euch für die promte Hilfe

Viele Grüße
Verena



Vor dem Fluch kommt der Versuch...



Der Handbandschleifer wird wohl zu leicht sein.

Gegen die Würmelein würde ich erst mal nichts machen, in den meisten Fällen liegt kein aktiver Befall vor.

Was soll denn dann auf das Holz, hoffentlich kein Lack?

Grüße

Thomas



Ochsenblut



Hallo,

da die Dielung schon alt ist, denke ich auch, dass da keine lebenden Würmchen mehr drin sind. Wir müssen zwar eine Diele austauschen, weil die doch sehr knackt, aber der Rest ist ok.
Für die Endbehandlung haben wir schon Osmo Hartwachsöl da, das wurde uns von einem Tischler empfohlen, der auch ständig Dielung aufarbeitet.
Habe mir auch gerade ne Heißluftpistole organisiert und werde es wohl damit versuchen müssen.
Viele Grüße
Verena



Abziehen !



man/frau nehme : ein möglichst breites Stecheisen , ordentlich Zeit und was gegen Trübsinn und Muskelkater . Dann : Eisen fast senkrecht zum Boden und winkelrecht zur Diele ansetzen , fest aufdrücken und langsam aber mit Druck zu sich hinziehen .
Bei evtl .vorhandenen Nägeln , gerade im Randbereich zwangsläufig anzutreffenden Nägeln , diese vorher versenken .
Hat auf der nach oben offenen Skala der meditativen Arbeiten nen guten Mittelplatz ;-) Gruß Jürgen Kube





Hallo,

ich habe ähnliche Experimente durch, meine Erfahrung ist:
Alle Heimwerkermittel sind mehr oder weniger zu langatmig und der Verschleiß an Material kommt dan im Endefekt so teuer, als wenn man sich gleich eine professionelle Parket/Dielenschleifmaschine geliehen hätte.
Ganz zu schweigen von der Zeitersparniss.
Vorher unbedingt alle Nägel versenken, da diese das Schleifpapier zerstören.
Über Kreuz schleifen!

Prinzipell würde ich diese Arbeit nicht mehr machen, da hinzerher soweiso keiner sieht, ob es sich um einen alten Dielenbodenhandelt oder einen neuen (abgesehen von den Wurmlöchern).

Gruß,

Thomas



Von Wachs/Ölgemischen...



...halte ich nicht viel in Sachen Fußböden, und OSMO Hartwachsöl speziell ist nicht das Naturprodukt, für das es sich ausgibt. Der Wachsanteil ist nahezu völlig künstlicher Herkunft.

Grüße

Thomas



Ist es nicht möglich ...



eine andere Schleifmaschine zu leihen, für die es 16er Schleifpapier gibt? Ich hatte eine für'n Apple und 'n Ei aus dem Baumarkt. Man braucht zwar eine Menge 16er Papier und das ist nicht billig, aber es klappt dann wenigstens.
Ich habe übrigens sehr gute Erfahrungen mit OSMO Hartwachsöl gemacht.

Viel Erfolg
Christiane



16er Korn



ist kein Allheilmittel. Bei massivem Wachs/ Farbegemisch kann das Band genauso zuschmieren. Die oben beschriebene, etwas hemdsärmelige Methode habe ich gewählt, nachdem auch mit 16er Korn, Profimaschine und Profimaschinenführer kein Land in Sicht kam.

Lägler hat für solche Fälle eine Fräswalze für die "Hummel", im Selberschleiferverleih habe ich das Teil aber noch nicht gesehen.

Grüße

Thomas



Hummel



Hallo Thomas,

"Hummeln" kenne ich auch im Verleih. Gibt es meist bei all jenen, die den ParkettLack verkaufen wollen auch für kleines Geld zu leihen.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Mißverständlich



Die Hummel an sich ist die wohl gebräuchlichste Verleihmaschine. Einfach in der Handhabung und nicht totzukriegen.

Nur die Fräswalze habe ich im Verleih noch nicht gesehen.

Grüße

Thomas





Klar gibt´s die im Verleih, aber nur mit höherer Kaution, denn wenn das Ding mal einen Nagel erwischt ...

In Darmstadt wüsste ich jemanden der verleiht – aber in der Lausitz ...... das ist dann wohl zu weit.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Ochsenblut



Okay, mit soviel Resonanz hätte ich jetzt nicht gerechnet...
Habe mich auch schon nach nem anderen Verleih umgeschaut. Mein Schlachtplan für die nächsten Tage sähe jetzt wie folgt aus...
1. Versuch mit 16 er Schleifpapier und Bandschleifer/Kantenschleifer
2. Versuch mit Heißluftpistole und Spachtel
3. Versuch mit neuen Dielen...
Hoffe aber, dass spätestens Versuch 2 funktioniert.

Habt vielen Dank für die Hilfe...brauche jetzt noch ein paar Arme mehr und eigentlich noch ne Woche Urlaub...

Viele Grüße aus der Lausitz von Verena



ochsenblut



Zwischenstand:

habe jetzt mit 16 er Schleifpapier angefangen, die Ränder zu schleifen...und es funktioniert...zwar mühselig, aber ich bekomme das Zeug so langsam runter.

Neue Frage,

wir wollen in ein paar Wochen (nach dem Einzug!!!) noch ein neues Bad im Dachgeschoss einbauen.
Hier haben wir auch einen dielenboden, den ich auch gern lassen würde. Hat schon mal jemand aus der Gemeinschaft in einen Bestandsboden eine bodengleiche Dusche eingebaut, ohne den Altboden komplett rausnehmen zu müssen??? und wie verhält es sich mit der Versiegelung der Holzoberfläche (Spritz- und Planschwasser)
Falls ich auf die Dielung doch Fliesen müßte, reicht es, wenn ich erst eine Grundierung, dann Holzausgleich mit Armierung aufbringe, abdichte und dann Fliese???

Viele Grüße
Verena



Da kannst



du auch mit dem Fahrrad zum Mond fahren, das wird mindestens genauso spannend. Zumindestens im direkten Einzugsbereich der Dusche solltet ihr auf Holzfussboden verzichten, da auch gut geschütztes Holz diesem Wasserangriff nicht standhalten wird. Man müsste den vorhandenen Deckenaufbau erstmal ansehen, machbar wird´s auf irgendeine Art schon sein, aber recht aufwändig wird´s werden.
MfG
dasMaurer



16-er Schleifscheibe auf kräftigem Winkelschleifer



Ich hatte eine ähnliche Situation. Auf ca. 60qm Fichtendiele war nicht nur dick Ochsenblut, sondern auch in unterschiedlicher Dicke Klebereste des darauf verklebten Teppichs. Die ausgeliehene Walzenschleifmaschine mit 16-er Papier scheiterte daran, denn sobald die Mixtur aus Ochsenblut und Kleber warm wurde und sich das Papier zusetzte, fraß sich die Walze regelrecht fest und brachte die Maschine zum Stillstand. Meine Illusion, die Aktion an einem verlängerten Wochenende durchzuziehen, musste ich damit begraben.

Lösung: Mit einem Winkelschleifer 1800W, Schleifteller 16cm Durchmesser und passenden 16-er Blättern habe ich das Zeug auf 60 qm von Hand heruntergeholt. Der Winkelschleifer dreht dabei so schnell, dass Ochsenblut und Kleber schmelzen und einfach durch die Zentrifugalkraft weggeschleudert werden. Das ist eine echte Knochenarbeit und hat 3 Tage beansprucht. Durch die Wärme der Reibung arbeitet sich das zugesetzte Schleifblatt ständig wieder frei, so dass ich für die 60qm lediglich 9 Schleifblätter benötigte. Praktikabel ist das nur bei geöffneten Fenstern und wenn man die Räume hermetisch abriegeln kann, denn diese Methode erzeugt massiv Staub und Qualm. Als Ergebnis hat man den Dielenboden vollflächig freigelegt, Schruppspuren zeugen von der ehemaligen Sauerei.

Vorteile:
- Man hat den ganzen Dreck weitgehend getrennt vom späteren Holzschleifmehl, was bei der Entsorgung günstig ist.
- Schäden an den Dielen werden sichtbar und können vor dem weiteren Schleifen behoben werden zugunsten eines gleichmäßigen Schleifbildes.
- Alle Nägel werden sichtbar und können versenkt werden, bevor der Walzenschleifer zum Einsatz kommt
- Da die gröbsten Unebenheiten bereits mit der Flex beseitigt werden, kann man beim Walzenschleifer bereits mit dem 24-er Papier beginnen.
- Für die 9 Schleifscheiben habe ich zusammen knapp 20 Euro bezahlt, für die zahlreichen 10-er Papiere des Walzenschleifers hätte ich deutlich mehr bezahlt und dabei wäre der Randbereich noch nicht abgeschliffen gewesen.

Nachteile:
- kostet extrem Kraft
- staubt, qualmt
- kostet Zeit

Fazit:
Ich werde das beim anderen Geschoss ebenso machen, obwohl das schon eine Sch...arbeit ist. Das bringt mir einfach mehr Planungssicherheit, denn ich kann den Walzenschleifer dann bestellen, wenn der Boden optimal vorbereitet ist und ich mir sicher bin den finalen Schliff an einem Wochenende durchziehen zu können. Letztlich spart mir das enorm Kosten und schließlich liegen zwischen dem Flex-Wochenende und dem Walzenschleif-Wochenende 5 Tage Erholung...

Tips:
- Fußbodenleisten entfernen
- alle Nägel versenken, auch die, die noch unter Kitt liegen, denn dann knarzt der Dielenboden später nicht und außerdem werden diese Nägel beim Feinschliff oftmals doch noch sichtbar
- Nagellöcher mit dem Schleifmehl des vorletzten Schliffs verfüllen (ich habe den Brei mit Pafuki Super angerührt http://www.berger-seidle.de/de/produkte/pafuki_super.htm)

Viel Erfolg an alle Dielenschleifer!



Bodengleiche Dusche



Hallo Verena,

abseits der Frage würde mich mal interessieren, was aus der bodengleichen Dusche geworden ist. Wie wurde das Problem gelöst?

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Bodengleiche Dusche



Hallo,
leider wird daraus nichts. Habe mich bei allen möglichen Herstellern erkundigt, aber ich kriege den Ablauf einfach nicht hin...von der Höhe her. (Ich möchte in etwa ein Niveau mit dem Flur haben.)
Also Badplanung wieder umgeschmissen...die Dusche in eine andere Ecke gelegt...eine normale (schicke)Duschtasse 90x75 auf nem Podest geplant und eventuell ne Glastür rein (wenn das Geld noch reicht). Das daraus resultierende Gefälle müsste ausreichen um bis zum Fallrohr zu kommen. Schade ist es schon, aber man kann nicht alles haben.
Ansonsten sind wir erfolgreich eingezogen und werkeln jetzt etwas langsamer weiter. Haben noch viel vor, aber auch schon viel geschafft.

Vielen Dank an alle im Forum für die wortkräftige Unterstützung.

Viele Grüße
Verena