Dielenboden mit Ochsenblut

16.03.2007


Hallo,
ich bin neu hier.
Mit großem Interesse habe ich nun schon einige Beiträge gelesen. Nun habe ich aber auch einige Fragen:
Wir haben vor kurzem ein Fachwerkhaus( Bj. 1870) im Bergischen (nahe Köln) gekauft. Es gibt viel zu tun. Zunächst möchten wir das Kinderzimmer bewohnbar machen. Es liegt ein Holzboden darin, der braunrot gestrichen ist. Darüber lag teilweise ein PVC-Boden. An diesen Stellen ist er noch dunkler. Der Boden ist in sich recht wellig, bzw. er hat Dellen. Außerdem schwingen einige Dielen stark. Da ich absolut keine Ahnung habe, wüsste ich gerne, wie wir diesen Boden Aufarbeiten können. Schleifen? Wie? Womit? Wie aufwändig ist das? Kann ich das selbst machen? LOHNT SICH DAS?
Kurz hatten wir überlegt, ihn zu lackieren... aber nachdem ich den Schlagabtausch zu diesem Thema hier im Forum gelesen habe - bin davon schon wieder weg...

Außerdem habe ich auch noch Fragen zu Lehmputz - aber ich glaube, die muss ich an anderer Stelle platzieren.

Über zahlreiche Tipps für Anfänger wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße, Gabriele



Ochsenblut



ist sehr schwierig abzuschleifen und hat einen hohen Materialverbrauch an Schleifmitteln. Man kann den Boden mit einer Parkettschleifmaschine abziehen. Das setzt natürlich voraus, das der Boden nicht zu wellig ist.
Wir haben einen Boden mit Eichendielen 30 cm breit aufgearbeitet, der eine Schüsselung von bis zu 5 cm hatte. Hier mussten wir eine grosse Flex mit 16er Schleifscheiben benutzen und alles "zu Fuß" baschleifen. Wir sahen abends aus wie Sau, aber das Ergebniss kann sich sehen lassen.

Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



@ Gabriele



vorerst hätte ich noch Fragen zu Euerem Boden:
- wie stark sind die Bretter? An besten an den stärker begangenen Stellen messen.
- hat er Nut und Feder
- wisst Ihr etwas über den Unterbau
- Erd- oder Obergeschoß?
- Trittschalldämmung erwünscht?

@ Harald
besonders mit Eiche oder Buche sollte man solche Staubschlachten besser meiden, d.h. unter Staubschutzmaske (nicht mein Fall) oder mit einer guten Absaugung arbeiten - gerbstoffhaltiger Schleifstaub gilt als Krebsrisiko.

Bei starker Schüsselung benutze ich gern als erstes einen Elektrohobel (nachdem ich alle Nägel gut versenkt habe). Das kostet dann Hobelmesser statt Schleifmaterial, ist aber schnell, relativ gerade und produziert kaum Staub.

Grüße

Thomas



@ Thomas



Haben mit Superfeinstaubmasken und Schutzbrille, sowie Ganzkörperkondom gearbeitet.
Wenn wir die erhöhten stellen mit den niedrigsten egalisiert hätten, wäre in jeder Diele in der Mitte ein 10 cm breiter Zwischenraum entstanden. Die Unterkante in der Mitte, war auf gleicher Höhe mit der Oberkante des Rands.
Die Dielen gingen über den ganzen Raum in einem Stück. der Kunde wollte sie erhalten und ich muss sagen, sie passen zum Rest des Hauses ganz Fantastisch.
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



@ Harald



ich dachte echt, Du hättest Dich verschrieben und 5mm gemeint. Bei 50mm Schüsselung sind das ja eigentlich schon Dachrinnen gewesen :-)

So was habe ich noch nie gesehen. Aber was schprischt er, der Dischter: "Man wird alt wie 'ne Kuh, und lernt immer noch dazu"

In diesem Sinne ein schönes Wochenende wünscht

Thomas



an Thomas



Hallo Thomas,

der Boden hat keine Nut und Feder, sondern dicke Ritzen. Wir wissen auch noch nicht, was darunter ist. Es mufft auch ziemlich aus den Ritzen, wer weiß, was da alles drinliegt... Eigentlich ist er auch nicht mehr schön. Wir haben an kleineren Stellen schon ein Stück abgeschliffen. Vorteil ist, das die Farbe relativ dünn aufgetragen ist bzw. sie ist vielleicht auch schon so abgelaufen, das man an die Holzmaserung durchscheinen sieht.

Das Zimmer befindet sich in der 1.Etage und soll mal Kinderzimmer werden. Was die Dämmung betrifft - Fehlanzeige.
Wenn man sich im Zimmer darunter unterhält, versteht man oben jedes Wort. Anders herum, wenn man durchs Kinderzimmer geht bzw. hüpft, (was Kinder gerne tun) hat man unten das Gefühl, ein Panzer fährt durchs Haus. So sieht's aus.

Da wir ein wenig unter Zeitdruck stehen, weil wir Ende März aus unserer Stadtwohnung müssen und es noch jede Menge Baustellen im Haus gibt, haben wir uns überlegt, den Boden zunächst überzustreichen ( wieder mit Ochsenblut? - geht das? was muß man beachten? wo gibt's das?). Wenn wir die anderen wichtigeren Arbeiten erledigt haben und uns finanziell etwas erholt haben, möchten wir den Boden durch neue Dielen mit Trittschall usw. ersetzen.
Was für Material nimmt man da am besten? Wir möchten natürlich möglichst schadstofffrei bauen.

Viele Grüße aus Köln, Gabriele



Das klingt so,



als ob Ihr da einen Boden habt, den man zumindest aufnehmen sollte, vielleicht (je nach Zustand, Dicke) wiederverwenden könnte. Andererseits ist der März gleich vorbei und Ihr müsst umziehen.

Wenn Ihr euch ganz sicher seid, daß der Boden nicht mehr aufgearbeitet wird, könnte er,z.B. mit einer Standölfarbe von Kreidezeit, als Provisorium nach Reinigung und Anlaugen überstrichen werden. Das ist aber keine besonders schöne Idee.

Alternative: ein passender Teppich (aus Naturfasern oder Wolle, ohne Schaumstoffrücken oder ähnliches), der euch gut gefällt und dann auch auf den neuen Dielen liegen könnte.

Wenn Ihr bei den neuen Dielen angekommen seid, gibt's dann hier viele gute Ratschläge.

Grüße

Thomas



VIELEN DANK für eure Antworten!



an Thomas,
vielleicht hast du recht dass wir erstmal einen Teppich drauflegen sollten.

Ich werde mal ein paar Fotos vom Boden machen. Vielleicht könnt ihr sie ja per Ferndiagnose beurteilen. Wenn man die Dielen wieder aufarbeiten kann, so dass sie dann schön aussehen, wäre es sicher die Mühe wert.
Grüße, Gabriele