Oberflächentemperaturen an Mauerwerk

21.09.2016 Ostseehaus



Ich bin gerade dabei die Machbarkeit unseres Hauskaufs zu prüfen. Bevor wir in Kaufverhandlungen treten und die Fachleute einschalten, will ich aber vorab selber einige Dinge für mich klären. Es kann gut sein, dass es einen Grund gibt wieso das Haus schon so lange im Verkauf steht und keiner zugeschlagen hat, obwohl es recht schön ist.

Zuerst habe ich den Heizwärmebedarf und die maximale Heizleistung berechnet, denn in dem Haus ist aktuell nur ein Holzofen, ansonsten gibt es keine Heizung. Da muss also unbedingt was rein...und so wie ich es ausgerechnet habe brauchen wir mindestens 27kW und haben einen Heizwärmebedarf von 66071kWh/a.

Und da falle ich automatisch über die Wände. Die Wandstärken der Ziegelwände variieren von 27cm bis 45cm. Während ich an den dicken Wänden rechnerisch noch bis zu 12°C Oberflächentemperatur erreichen kann, sind es an den 27cm Wänden nur noch 9°C.

Da schimmelt mir doch alles weg, oder? Laut meinem Berechnungsprogramm (u-wert.net) müsste ich im gesamten Haus eine Luftfeuchte von maximal 40% haben um sicher zu gehen dass es nicht schimmelt.

Kriegt man das überhaupt realistisch hin? Ich habe halt keine Ahnung von Altbauten. Es gibt ja nun doch einige Altbauten mit Ziegelmauerwerk in diesen Stärken, bei denen gammelts ja auch nicht.

Aber die Berechnungsprogramme sagen mir alle: Vorsicht.

Und jetzt? Was fange ich mit diesen Informationen an? Kann mir jemand helfen? Im Moment bin ich eher so in Richtung: lieber die Finger weg.



40% Luftfeuchtigkeit



Passt schon, wenn die Fenster standesgemäss undicht sind...



Fenster



Nee, die sind leider unstandesgemäß neu und damit garantiert zu dicht. Und Lüftungsanlage muss ich ja nix zu sagen.



Problem



ist immer das Schlafzimmer bzw. ungeheizte Räume bei dieser Konstellation "Massive Vollziegel- oder Natursteinwände und Neue Fenster" Da schimmelt es ganz schnell. Rauhfaser in Fensterleibungen und Gebäudeecken sind prädestiniert. Hinter Schränken an Außenwänden immer.



Kontakt aufnehmen!



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Mathias Heine
Dipl.- Ing.(FH) Hochbau
Baubiologe (IBN)
Freier Sachverständiger für Gebäudeschäden
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Übrigens ein Plattformmitglied



Temperaturen



Bei der Berechnung der Oberflächentemperaturen kommt es natürlich sehr darauf an, welche Materialien Sie in dem Programm angegeben haben. Bei der 27er Wand dürfte das ein extrem dichter Ziegel oder ein Kalksandstein sein. Das erscheint mir recht unrealistisch.



Erledigt



Hallo. Vielen Dank für die vielen Rückmeldungen. Wir haben für uns entschieden von dem Objekt Abstand zu nehmen.

Für die Berechnung der OT bin ich von einer Rohdichte von einmal 1.8 und bei einer zweiten Rechnung von 2.0 ausgegangen. Die Ergebnisse decken sich auch mit dem Schadbild vor Ort (Mörtelfuge von Außen bis 14cm durch die dauerhafte Durchfeuchtung von Innen durch Frost geschädigt). Das Rechenprogramm hatte die 0° Grenze innerhalb des Mauerwerks bei 12-14cm gesetzt.