Umnutzung hinauszögern??

19.05.2008


Liebe Leute,

habe seit letztem Jahr einen wunderschönen Resthof hier in der Region Nienburg Weser in Arbeit. Leider läuft mir, was die Umnutzung der alten Stallgebäude ein wenig die Zeit davon.
Die landwirtschaftliche Nutzung liegt mehr als 7 Jahre zurück und die Ausnahmeregelung in der niedersächsischen Bauordnung, die eine Umnutzung ermöglichen würde, läuft Ende des Jahres aus. Hätte nicht gedacht, dassmir die Frist Probleme machen würde, aber leider wurde mein Vater schwer krank und ich habe mich um die Pflege gekümmert.

Aber zu meiner Frage, oder besser Theorie. Problem ist ja, dass die landwirtschaftliche Nutzung mehr als sieben Jahre zurück liegt. Kann ich daraus schließen, dass wenn ich die Scheune wieder offiziell und real landwirtschaftlich nutze, zumindestens diese Frist wieder beginnt neu zu laufen?

Es geht hauptsächlich darum den Zeitdruck aus der Angelegenheit zu nehmen. Mein Vater ist verstorben und ich und der Rest der Familie haben gerade ganz andere Sorgen, als die Umnutzung einer Scheune, bei der nicht einmal wirklich klar ist was daraus werden soll.

Bin für jeden Tip, Hinweis oder Kontakt sehr dankbar.

Liebe Grüße

Der Mike



Ein Anruf bei der Landwirtschaftskammer



dürfte für Aufklärung sorgen. Kann ja auch anonym bei einer anderen Landwirtschaftskammer erfolgen.
Das ich das studiert habe, ist 25 Jahre her, aber damals mußte man nachweisen, das man langfristig Gewinn aus der Landwirtschaft ziehen möchte. War damals an die Größe von 5 Hektar geknüpft.
Die Kammern sehen das nicht gerne, da sonst jeder Pferdenarr eine Landwirtschaft anfängt, mit allen Vorteilen steuerlicher Art ( grüne Nummernschilder, weniger Steuern etc). Noch anders ist der Fall, wenn der Hof in der Höfeordnung war.



Resthof



Hallo Mike,
Ich glaube diese Angelegenheiten sind im BauGB geregelt.



BauGB § 35 (4)
1.die Änderung der bisherigen Nutzung eines Gebäudes im Sinne des Absatzes 1 Nr. 1 unter folgenden Voraussetzungen:
a)das Vorhaben dient einer zweckmäßigen Verwendung erhaltenswerter Bausubstanz,
b)die äußere Gestalt des Gebäudes bleibt im Wesentlichen gewahrt,
c)die Aufgabe der bisherigen Nutzung liegt nicht länger als sieben Jahre zurück,
d)das Gebäude ist vor mehr als sieben Jahren zulässigerweise errichtet worden,
e)das Gebäude steht im räumlich-funktionalen Zusammenhang mit der Hofstelle des land- oder forstwirtschaftlichen Betriebes,
f)im Falle der Änderung zu Wohnzwecken entstehen neben den bisher nach Absatz 1 Nr. 1 zulässigen Wohnungen höchstens drei Wohnungen je Hofstelle und
g)es wird eine Verpflichtung übernommen, keine Neubebauung als Ersatz für die aufgegebene Nutzung vorzunehmen, es sei denn, die Neubebauung wird im Interesse der Entwicklung des Betriebes im Sinne des Absatzes 1 Nr. 1 erforderlich

Fragen Sie doch einfach mal beim Bauamt nach.
Viele Grüße



wird wohl nicht so einfach



Hallo,

also ersteinmal vielan Dank für die Antworten.

@miro

werde mich mal bemühen das rauszufinden. Wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass es 5ha sein müssen. Man kann ja auch mit Sonderkulturen arbeiten und da kommt man ja mit weniger aus.
Aber ich werde es ja erfahren. Danke.

@Robert

den Auszug aus dem BauGB kann ich schon im Schlaf rezitieren.
Laut BauGB wäre eine Umnutzung in Niedersachsen bei einem Gebäude, dass länger als 7 Jahre nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wird, nicht mehr möglich.

Da es neben dem BauGB, was ja auf Bundesebene greift ja noch jeweils länderspezifische Bauordnungen gibt habe ich hier in Niedersachsen die Option umzunutzen auch wenn das Gebäude länger als 7 Jahre nicht landwirtschaftlich genutzt wurde. Die Ausnahmeregelung in der NBauO die dies ermöglicht wird Ende 2008 auslaufen. Und dann ist Essig. Dabei ist noch anzumerken, dass die Genehmigung in 2008 erfolgen muss nicht nur die Antragstellung.

Daher meine Suche nach einer Möglichkeit Zeit zu gewinnen.

Grüße

Der Mike